Seite 1 von 1

??SCHRAUBEN NACH OP *NACHTZIEHEN*??

Verfasst: Mo, 08.01.2007 - 11:25
von *princess*
hey hey
meine skoliose op war am 16august 2006 in neustadt...
und mir wurden 12wirbel versteift... also ich habe jetzt 19schrauben+ diese zwei stäbe links u rechts von der WS.
nun habe ich gehört dass sich das alles bei manchen mit den jahren verschieben kann so dass evt eine nächste op erforderlich ist!
da mir das vor meiner op nie gesagt wurde bin ich total geschockt und möchte gerne wissen ob es wirklich stimmt???
ich krieg schon langsam die panik und versuche mich so steif wie möglich zu bewegen so dass alles genauso einwächst dass sich später nichts verschieben kann.... =(( denn ich werde niemals wieder diese op durchführen lassen! nieee wieder in meinem ganzen leben!!
ich bin wirklich ratlos, deprimiert und traurig =((
kann mir jemand antwort auf meine frage geben??

!!! ich wäre euch sehr dankbar!!!


liebe grüße
>>>*LINDA*<<<

Verfasst: Mo, 08.01.2007 - 12:21
von Toni
Hallo Linda, KEINE PANIK!!!!!
So wie Du in Neustadt operiert worden bist, hast Du ein primärstabiles Implantat.
In spätestens 1-2 Jahren ist Deine WS zu einem einzigen Riesen-Knochen verknöchert. Dann brauchst Du keine Nach-OP oder sowas. Unglaublich viele ältere Harrington-Operierte laufen mit gebrochen Stäben und ausgerissenen Haken und Schrauben herum, es knackt und ächzt im Rücken, aber solange so ein Stab nicht in die Lunge spießt, passiert NICHTS!
Man könnte in ein paar Jahren auch das Implantat ganz heraus bauen, Deine WS würde sich ganz alleine tragen, aber es lohnt sich nicht dieses Risiko einzugehen, es sei denn Du würdest eine Langzeitallergie gegen das Implantat entwickeln ( was leider nicht ganz ausgeschlossen werden kann).
Davon , daß man bei diesen hochwertigen Pedikelschrauben "irgendwann die Muttern nachziehen müsste" hab ich noch nie was gehört oder gelesen!
Daß Du Dich unsicher mit einer so langstreckigen Versteifung fühlst ist sehr verständlich.
Patienten aus anderen Kliniken, insbesondere WWK haben sich schon sehr zufrieden über ihre postoperativen Korsette geäußert. Diese Korsette sind körpernah geformt, aber ohne jeden Korrekturdruck sehr bequem und geben ein sicheres Gefühl. Sie schützen auch die Operierte WS vor Beschädigungen z.B. bei Stürzen /Glatteis-Ausrutscher usw... und verhindern Fehlhaltungen (krummes Sitzen in weichen Sesseln usw...)
Prof. Halm sagt zwar, daß das bei seiner OP-methode/Implantat NICHT erforderlich ist, aber vieleicht fühlst Du Dich wohler und sicherer, wenn Du ein Post-OP-Korsi bekommst.
Das kann mit der NEOFRAKT-Methode ganz leicht hergestellt werden:
Bild
http://www.neofrakt.com/wervelkolom.htm
Es gibt auch vorgeformte Fertig-Korsette, die, wenn die Grundmaße passen, nur etwas zugeschnitten und an den Rändern etwas gepolstert werden müssen, damit es Dir passt:

Bild
http://www.neatec.de/wirbelsaeule/index.html

Lass Dir so ein Ding doch noch von Deinem Heimatorthopäden verschreiben und anpassen, dann bist Du für die Reise geschützt und gestützt.
Übrigens kann man auch IM Korsett schrothen und im Kraftraum trainieren, wenn Du Dich ohne unsicher fühlst, was Du Deiner WS schon zumuten kannst.

Auf BaSa kannst und sollst Du Dich freuen!
Guß Toni

Verfasst: Mo, 08.01.2007 - 12:31
von *princess*
hallo toni!!
dankeschön für deine antwort...
nun hast du mir zwar den größten teil meiner angst genommen...
aber mir das wort langzeitallergie vor den kopf geworfen...
:( ach je solangsam verzweifel ich noch an dem ganzen :(

was das post op korsett anbelangt... ich habe meiner mama davon erzählt und sie sagt genau das was ich nicht hören wollte.
das ist nicht nötig und kostet nur unsummen an geld :(
ach man ichbewege mich wie ne festgenagelte motte weil ich mich so unsicher fühle, egal was ich mache und nun sagt sie auch noch dass das korsett gar nicht nötig ist :(
gerade auf der langen fahrt von lübeck nach salzungen würde ich mich viel sicherer fühlen und auch so.. wenn ich mal einkaufen geh, in die stadt wo viele leute sind und man ja immer mal angerempelt weren kann...

also mit dem thema kann ich wohl bschliessen denn ich denke nicht dass ich alleine zu einem orthopäden gehen kann und mir das verschreiben lassen kann... ohne dass irgendwas mit meiner mama abgesprochen ist oder so. denn ich bin ja erst 16.

... nagut danke danke und nochmal danke für deine schnelle antwort und die aufmunterung!!

liebe grüße
>>>*LINDA*<<<

Verfasst: Mo, 08.01.2007 - 13:10
von Toni
*princess* hat geschrieben: also mit dem thema kann ich wohl bschliessen denn ich denke nicht dass ich alleine zu einem orthopäden gehen kann und mir das verschreiben lassen kann... ohne dass irgendwas mit meiner mama abgesprochen ist oder so. denn ich bin ja erst 16.
Linda, DU BIST 16!!!!!
DU selbst bist für Deine Gesundheit und Deine WS verantwortlich!
Du selbst entscheidest!

Ich kann deine Mama NICHT verstehen!
Sie müsste doch an Deiner Sicherheit interessiert sein?
Das was ich da vorgeschlagen habe kostet doch nur Bruchteile eines richtigen Skoliose-Korsettes.
Wenn es Dir ein Orthopäde verordnet, dann zahlt es auch die KK.
In der WWK wäre das eine Selbstverständlichkeit gewesen, sogar ein MUSS, obwohl die da auch schon geraume Zeit primärstabile Doppelstabsysteme einsetzen.
Besorg Dir wenigstens so Überziehspikes für die Schuhe. Es kann immer noch Glatteis/Schneeglätte kommen. Ausrutschen und auf den Rücken knallen mit einer erst 4-5 Monate operierten WS wäre für mich der absolute Alptraum!
:eek: :tot:
Trage zumindest einen solchen WS-Protector wie sie auch von Motoradfahreren und Snowboardern getragen werden.

Lanzeitallergie auf metallische Implantate sind sehr selten, aber eben nicht ausgeschlossen. Ich habe da von der Firma AESCULAP (dem größten Hersteller chirurgischer Implantate) einen wissenschaftlichen Artikel erhalten, in dem solche Langzeitallergien auch bei modernsten Titanlegierungen und chir. Edelstählen leider NICHT 100% ausgeschlossen werden können. Das müsste Dir aber als ein mögliches Risiko bereits im OP-Aufklärungsgespräch gesagt worden sein!
Es ist sehr selten, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß sich Dein eigenes Immunsystem irgendwann GEGEN das Implant und die Zellen wendet, die das Implantat umgeben. Normalerweise wird das Implantat mit einer Art Bindegewebe vom Körper umschlossen und so intergriert. Das Risiko würde ich in meinem Bewusstsein eher vernachlässigen und ins allerhinterste Gehirnstübchen vergraben und erst dann wieder herausholen, für den Fall wenn Du mal Hitze- und Entzündungsgefühle an den Schrauben oder Stäben haben solltest, so wie diese Patientin:
http://skoliniti.de/html/Diskussion.pl? ... ail&ID=945

Ansonsten solltest Du auch nicht zu übervorsichtig sein. Denn gerade die Überängstlichen werden von selbsterfüllenden Prophezeihungen heimgesucht.

Dein Doppelstab-Implantat ist wesentlich stabiler als Du denkst!
Welches hast Du denn bekommen?