Warum kann es zur Verknöcherung beim M. Bechterew kommen?

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Karlson vom Dach
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Warum kann es zur Verknöcherung beim M. Bechterew kommen?

Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo zusammen,

ich bin auf einen interessanten Artikel gestoßen: http://www.bechterew.ch/de/shop/schwerp ... cal_8.html

Hier ein Ausschnitt:

DIE EINFLÜSSE DER BEWEGUNG AUF DAS KRANKHEITSGESCHEHEN I
Die gefürchtete Verknöcherung steht in einem Zusammenhang mit der Bewegungsaktivität der Patienten. Die Umwandlung einer bindegewebigen Struktur über ein knorpeliges Vorstadium zum eigentlichen Knochen wird von den einwirkenden oder eben fehlenden mechanischen Kräften gesteuert. Das Bindegewebe wird nur dann verknöchern können, wenn es unter einem gleichmässigen Druck steht und nicht mehr ständig durch rhythmisch einwirkende Zug- und Druckkräfte verformt und beansprucht wird. Die durch Bewegung andauernde Verformung des Bindegewebes bildet somit einen gewissen Schutz vor der Verknöcherung, und gerade darin liegt eine Chance der täglichen Bewegungsaktivität.

Es sind nicht nur mechanische Faktoren, welche über die Gewebegüte - Dehnbarkeit, Geschmeidigkeit, Schmerzlosigkeit, Belastbarkeit - der Strukturen des Bewegungsapparates entscheiden. Der Gesamtzustand des Nervensystems beeinflusst ebenfalls die Erhaltung, den Aufbau oder den negativen Ab- und Umbau der Gewebe. Die allgemeine Bewegungstätigkeit des Menschen, vor allem wenn sie von positiven Gefühlen, Stimmungen und Zukunftsperspektiven begleitet wird, wirkt sich über die Tätigkeit des Nervensystems vorteilhaft auf die Strukturgüte des aktiven und passiven Bewegungsapparates aus.

DIE MESSBAREN AUSWIRKUNGEN EINER REGELMÄSSIGEN
BEWEGUNGSTHERAPIE I
Die Auswirkungen einer regelmässigen Bewegungstherapie - als Einzeltherapie, ergänzt durch wöchentliche Gruppentherapien - sind vielfältig und jederzeit dokumentierbar. Dies zeigen Vergleiche zu Kontrollgruppen, deren Mitglieder sich kaum aktivtherapeutisch bewegt haben. Es existieren eine ganze Reihe von gesundheitsrelevanten Messgrössen, welche den Wert und die Wirkungen einer solchen Bewegungstherapie zu belegen vermögen.

Es konnte insbesondere gezeigt werden, dass die Rundrückenbildung nicht nur verzögert, sondern teilweise sogar rückgängig gemacht werden kann. Aufgrund der besseren Aufrichtung der Wirbelsäule können körperlich aktive Menschen mit Morbus Bechterew ihre Körpergrösse besser als die inaktiven erhalten.

Ein für die Lebensqualität wichtiger Erfolgsfaktor ist die verbesserte Atmungskapazität. Diese geht auch mit einer erhöhten maximalen Sauerstoff-Aufnahmekapazität einher, welche die wichtigste Grundvoraussetzung für das Erbringen von Ausdauerleistungen darstellt.

Die regelmässige Belastung des Achsenskelettes in aufrechter Haltung mittels Bewegungsübungen (Gehen, Tanzen oder weiches Hüpfen) vermindert messbar das Ausmass der alters- und krankheitsbedingten Knochenverarmung innerhalb der Wirbelkörper, die sogenannte Achsen-Osteoporose.

Wirbelkörper-Kompressionsfrakturen, die eine Folge der Osteoporose und des Rundrückens sind, treten bei aktiven Morbus-Bechterew-PatientInnen weniger häufig auf als bei inaktiven. Jeder verhinderte Einbruch eines Wirbelkörpers stellt ein positives Element für die Möglichkeit dar, im Besitze einer aufrechten Wirbelsäule zu bleiben.
Aktive PatientInnen vermögen aufgrund des allgemeinen Fitnesszustandes die Schmerzschwelle derart zu erhöhen, dass sie im Alltag bei gleicher Belastung schmerzärmer zu leben vermögen oder bei gleichem Schmerzzustand leistungsfähiger bleiben. Die tägliche Aktivität fördert auch einen gesunden und erholsamen Schlaf, der die Gewebe des Bewegungsapparates regenerieren hilft.
Kein Mensch muß müssen
Reinhard K. Sprenger
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