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Beinlängendifferenz und Beckenschiefstand

Verfasst: Mo, 18.04.2005 - 14:13
von angie347@sms.at
Hallo!

Ich hatte als Baby eine Hüftschale, die nach angeblicher "Heilung" abgesetzt wurde.
Jetzt bin ich 22 Jahre alt und vor drei Jahren hat man bei mir einen Beckenschiefstand und eine Beinlängendifferenz von 0,5 cm am rechten Bein (ist kürzer) festgestellt.
Ich hatte schon orthopädische Einlagen, nütze aber nichts, außerdem bekam ich höllische Rückenschmerzen!
Ich habe auch schon gehört, dass die Vermessungsdifferenz bei 0,5 cm liegt, kann das sein?
Aber bei mir scheint es zu stimmen, wenn ich mich im Spiegel betrachte, dann erkenne ich sehrwohl einen Unterschied zwischen den Beinlängen und auch die unterschiedliche Knochenstellung meines Beckens!
Mich stört das ganz ehrlich gesagt.
Wenn ich mir eine neue Hose kaufe, ist sie nach einiger Zeit am rechten Hosensaum total abgenützt wegen dem kürzeren Bein.
Also, was soll oder kann ich tun, BITTE helft mir!!!!

Danke im Voraus, Lg, Angie! :juggle:

Verfasst: Mo, 18.04.2005 - 19:54
von anne
Hallo Angie,

zunächst mal, wer hat den Beckenschiefstand ausgemessen? Sind es wirklich nur 0,5 cm?

Es ist möglich, dass der Beckenschiefstand mit deiner unausgebildeten Hüfte im Babyalter zusammenhängt, aber ist das tatsächlich so diagnostiziert oder nur deine Vermutung. Ich würde an deiner Stelle alles dransetzen, das genauestens diagnostisch abzuklären. Allerdings nicht bei einem Feld-, Wald- und Wiesen-Orthopäden. Ich habe in diesem Zusammenhang sehr gute Erfahrungen mit Dr. Steffan in Bad Salzungen gemacht (nicht bei mir, bei meinem Sohn hat er eine echte Beinlängendifferenz festgestellt, womit die ursprüngliche Diagnose einer idiopathischen Skoliose vom Tisch war). Es wird in diesem Zusammenhang nicht nur die Beinlängendifferenz gemessen, sondern auch mit einem Skoliometer die Rotation der WS.

Anne

Verfasst: Mo, 18.04.2005 - 22:05
von Lynn
Also das mit der Beinlängendifferenz interessiert mich auch. Muss man da grundsätzlich behandeln? Hab mal gelesen, dass fast jeder einen Beinlängenunterschied hat. Bei mir ist die Hüfte schon auch ganz schön schief auf dem Röntgenbild. Aber das wurde bisher vernachlässigt.

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 07:28
von anne
Ich kann dir nicht sagen, ob jeder Beinlängenunterschied behandelt/korrigiert werden muss. Bei meinem Sohn verursachte der Unterschied von 1 cm auf jeden Fall eine skoliotische Fehlhaltung, allerdings noch ohne Rotation, wie Dr. Steffan glücklicherweise feststellte. Die Schuherhöhung um 0,8 cm bewirkte sofort, dass er gerade stand und auch selbst ein ganz anderes Körpergefühl hatte. Auch das Gehen war für ihn direkt angenehmer, obwohl ihm der vorherige Zustand nicht als unangenehm aufgefallen war, denn das war ja seine Normalität bis dahin. Trotz diesem nicht korrigierten Beinlängenunterschied hat er sogar intensiv Leichtathletik gemacht und war richtig gut.

Seit dieser Korrektur schwebt das Damoklesschwert Skoliose nicht mehr über ihm. Die Wirbelsäule hat zwar einen ganz leichten Knick (5° und 7°) aber nach Aussage von Dr. Steffan ist das bei einem 17-jährigen keine Skoliosegefahr mehr. Welche Erleichterung! Trotzdem bleibt er weiterhin unter Kontrolle.

Aus dieser Erfahrung kann ich euch nur raten, es wirklich genauestens abklären zu lassen, ob ihr einen Beckenschiefstand, eine Beinverkürzung , mit oder ohne Rotation der Wirbelkörper habt, feststellen zu lassen und da es nicht so viele kompetente Orthopäden gibt, würde ich diese Diagnostik auch von einem entsprechend erfahrenen Orthopäden vornehmen lassen, denn es muss nicht nur die Diagnose stimmen sondern auch die sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Anne

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 07:58
von anne
Was in meinem Beitrag vorhin vielleicht nicht so genau deutlich geworden ist:

Es ist wichtig festzustellen, wodurch der Beckenschiefstand verursacht wird. Liegt eine echte Beinlängendifferenz vor, dann führt das zu einem Beckenschiefstand und die WS gleicht mit einer Gegenkrümmung aus (statische Skoliose). Liegt aber eine Skoliose (idiopathische) vor, so entsteht durch die Biegung der WS ebefalls ein Beckenschiefstand und es sieht nur so aus, als ob die Beine ungleich lang sind. In dem Fall wäre eine Schuherhöhung total kontraindiziert, denn sie würde nur weiter in die Krümmung reindrücken. Deshalb bringt euch nur eine genaue Diagnose durch einen erfahrenen Orthopäden weiter.

Anne.

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 11:49
von Gast
Die Meinungen gehen da scheinbar ziemlich weit auseinander. Bei einer echten Beinlängendifferenz ist es ja eindeutig, dass ausgeglichen wird, bei einer Beckenverwringung aufgrund von Skoliose gibt es verschiedene Ansichten.

Im Röntgenbild sieht man, dass mein Becken schief ist (ca. 1 cm).
Dr. Steffan hat bei mir gemeint, dass ich den Längenausgleich von 1 cm auf keinen Fall tragen dürfe, weil er mich in die Rotation reindrückt - Rahmouni hat gesagt, dass ich ihn auf jeden Fall tragen muss, weil er gerade das Gegenteil bewirkt. Ich bin jetzt sehr ratlos! Was soll ich tun?

Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 13:35
von angie347@sms.at
Hallo!

Also ich habe ein Röntgen in einem Institut auf Anweisung meines Hausarztes machen lassen. So wurde die Beinlängendifferenz von 0,5 cm festgestellt.
Aber meine Wirbelsäule wurde nicht untersucht, um eventuelle Skoliose oder andere Fehlbildungen festzustellen bzw. auszuschliessen.
Dass aber der Beckenschiefstand auf meine Probleme im Babyalter zurückzuführen wäre, wurde nicht Thematisiert.
Natürlich bin ich drauf und dran einen richtigen Spezialisten zu finden, denn ein "normaler" Orthopäde der mich mit Einlagen abspeist, ist mir zu wenig.
Das einzige was mein Orthopäde jedoch feststellen konnte war, dass mein linker Hüftknochen etwas weiter hervorsteht, als der rechte!
Kann man das in meinem Alter (22 Jahre) noch korrigieren?
Ich habe mich erst jetzt wieder dem Thema angenommen, weil meine Rückenschmerzen immer häufiger und manchmal auch stark auftreten.

Ich habe schon von der DORN- Methode gelesen! Was haltet Ihr davon? Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?
In einem Artikel stand, dass das häufig einseitige Überschlagen der Beine auch zu unterschiedlichen Längen führen kann, weil es möglich ist, dass man sich aufgrund der Hebelwirkung das Hüftgelenk auskapselt und es sich nicht wieder richtig einfügt.
Wenn dem so ist, so denke ich ist das auf einem Röntgen nicht ersichtlich, oder?
Meine Beine überschlage ich jetzt prinzipiell nicht mehr!
Ich habe auch von einer Beinverlängerung gelesen, dieser stehe ich aber skeptisch gegenüber, weil es ein operativer Eingriff ist!

Ich würde mich über Rückmeldungen und Erfahrungsberichte sehr freuen!

DANKE im Voraus, Lg Angie! :help:

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 13:58
von anne
Hallo Gast,

du hast Recht, die Meinungen gehen auseinander. Die Bgründung von Dr. Steffan finde ich allerdings logisch und entspricht auch dem was ich vor mehr als 30(!!!) Jahren von Frau Lehnert-Schroth in Sobernheim gehört habe. In dem Fall ist es doch richtiger, die entsprechende Beckenkorrektur zu üben als eine nicht vorhandene echte Beinlängendifferenz "auszugleichen", das kann sich doch weiter in die Verkrümmung schieben.

@ Angie

verstehe ich dich richtig, du weißt von der Beinlängendifferenz nur durch die Röntgenaufnahme? Was ist denn genau geröntgt worden? Die Beine, das Becken, die WS?

Ist anders nicht gemessen worden, z. B. durch Unterlegen eines Brettchens und gleichzeitigem Ausmessen der WS mit dem Skoliometer?

Ist sichergestellt, dass es wirklich eine Beinlängendifferenz ist, oder wurde die Stellung der Hüfte nicht beachtet?

LG

Anne

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 19:10
von kessi
Was Dr. Steffan sagt kann ich aus Erfahrung bestätigen.
Ich habe einen Beckenschiefstand, weil durch die Skoli eine Seite so weit hochgezogen ist, dass ich beide Beine nicht gestreckt halten kann, da eines sonst den Boden nicht berührt.
So ist ein Bein angewinckelt.
Strecke ich es trotzdem, so wird unübersehbar die Rotation noch viel heftiger.
Würde also dieser Meinung vertrauen.

schöne Grüße,
kessi

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 19:47
von Dalia
Kessis Posting bringt mich drauf: Ich würde einen Selbsttest mit nacktem Oberkörper vor einem Spiegel mit einem Zweitspiegel im Rücken machen, dann ein Buch abwechselnd unter einen Fuß legen und dabei den Oberkörper anschauen: Wie sehen Hüften, Schultern, Pakete... aus?

Klingt sehr unwissenschaftlich, man darf mich auch korrigieren, wenn der Selbsttest nix sein sollte.

Verfasst: Di, 19.04.2005 - 21:37
von kessi
Gute Idee von Dalia!
Und wenn Du noch jemand findest der Dir hilft, kannst Du die Grübchen markieren und auch von hinten nochmal kontrollieren, ob sie auf einer Linie sind.

Antwort für Angie

Verfasst: Mi, 20.04.2005 - 20:22
von Luise
Meine Tochter (17) hat einen Beckenschiefstand aufgrund einer Skoliose.
Seit Anfang letzten Jahres wird sie von einer Heilpraktikerin behandelt.
Diese hat mir das auch so erklärt mit der Gelenkkapsel, wo das Bein nicht
richtig drin sitzt. Die Behandlung dauert ca. 2 Std. = 1/2 St. Massage und Lockerung des WS-Bereichs, 1/2 St. Osteopathie. Danach wird die Beinlänge geprüft und das Bein in Rückenlage und in angewinkelter Stellung gegen den Druck der Handfläche der Therapeutin in die Gelenkkapsel gedrückt, dann die Behandlung nach Dorn (die Wirbel werden dabei mit dem Druck der Finger in die Richtung geschoben, wo sie hingehören). Abschl. noch 1/2 Std. im Magnetfeld.
Ich bin von dieser Methode überzeugt. Man sieht den BSS kaum noch und die gesamte Haltung finde ich hat sich gebessert.
Habe diese HP unter Dorn-Therapeuth im Internet gefunden.
Gruß Luise

Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz

Verfasst: Do, 21.04.2005 - 11:38
von angie347@sms.at
Hallo an alle!

Ja, ich weis von meiner angeblichen Beinlängendifferenz nur durch die Röntgenaufnahmen!
Dabei sind mir auf dem einen Bild Beine und Becken und auf dem anderen nur die Beine geröntgt worden.
Die Wirbelsäule wurde nicht geröntgt.
Es wurde nicht anders gemessen, noch nicht!
Damals bei den Schuluntersuchungen hat man mir lediglich gesagt, dass meine Wirbelsäule etwas verkrümmt ist, sei aber nicht sehr schlimm und es wurde auch nicht weiterbehandelt.
Ich dachte mir damals auch nichts dabei und hatte ja noch keine Rückenschmerzen!
Was mein Becken betrifft, so kann ich dazu nur sagen, dass es nicht berücksichtigt wurde, obwohl es auf den Röntgenaufnahmen zu sehen ist!
Man diagnostizierte nur die Beinlängendifferenz und fertig.

Wenn ich aber ein ca 0,5 cm starkes Heft unter den rechten Fuss lege, so sehen im Spiegel rein optisch beide Seiten gleich aus!
Aber ich kann ja nicht in meinen Körper hineinsehen!

Es gibt noch eine Kleinigkeit die mich belastet.
Ich habe mir das kleinere Röntgenbild vorgenommen und meine Beinknochen mit einem Lineal abgemessen und festgestellt, dass das rechte Bein schon kürzer wirkt, als das linke! :nixweiss:

Aber ich hoffe in den nächsten Wochen weis ich mehr!

DANKE an ANNE und natürlich auch den anderen für ihre Beiträge!

Schöne Grüße aus Niederösterreich, Angie!

Verfasst: Do, 21.04.2005 - 18:01
von anne
Hallo Angie,

es wäre vielleicht hilfreich, wenn sich Herr Dr. Steffan mal dazu äußern würde, inwieweit bei solchen Röntgenaufnahmen eine Beinlängendifferenz eindeutig festgestellt werden kann oder ob es da nicht auch Messfehler durch die Art und Weise der Aufnahme geben kann.

Da die weitere Behandlung/Vorgehensweise von der Richtigkeit der Diagnose abhängt (Beinlängendifferenz oder Beckenschiefstand) würde ich mir auf jeden Fall einen sehr kompetenten Orthopäden suchen. Dass du in Niederösterreich wohnst, macht das ganze nicht unbedingt einfach.

Ich halte dir die Daumen, dass du mehr Klarheit erhälst.

LG Anne