Kyphose/Scheuermann? + Skoliose, Verspannung -- viele Fragen
Verfasst: Fr, 22.01.2016 - 19:40
Hallo zusammen,
ich bin total froh, dieses Forum gefunden zu haben und habe mich direkt angemeldet. Im Moment bin ich nämlich etwas hilflos und verunsichert, wie ich am besten weitermache und vorgehe.
Ich komme aus Hamburg, bin 26 Jahre alt und habe eine ziemlich nervige Verspannung im Rücken, anscheinend Skoliose und Kyphose/Scheuermann (Befunde s. unten).
Brauche bitte mal eure Hilfe und Tipps. Habe auch schon viel im Forum gesucht und gelesen, wollte trotzdem nochmal meinen Fall schildern, ist ja doch immer speziell.
Aber eins nach dem anderen:
Mit etwa 17 Jahren war ich wegen Haltungsproblemen beim Orthopäden. Der hat mit Begutachtung und einfachen Röntgenaufnahmen einen leichten Rundrücken/evtl. Scheuermann diagnostiziert. Er sagte, viel kann ich nicht tun, das Wachstum sei weitestgehend abgeschlossen. Hatte dann normale Krankengymnastik und die Empfehlung zu Kräftigungsübungen. Habe die Übungen dann eine Zeit lang gemacht, danach zu Kraft/Gerätetraining bei Eisenhauer (ähnlich wie z.B. Kieser) übergegangen. Das alles im normalen Rahmen, also jetzt nicht übertrieben auf Muskelaufbau ausgerichtet. Hatte auch lange Zeit keine Probleme.
SYMPTOME
Seit etwa 1,5 Jahren habe ich allerdings folgende Beschwerden:
- Hauptproblem: Rechts im Rücken, ein paar Finger unterhalb vom Schulterblatt, habe ich seit etwa anderthalb Jahren eine dauerhafte Verspannung. Kein direkter Schmerz, sondern es fühlt sich an der Stelle irgendwie unangenehm zusammengedrückt an. Wenn ich den Arm schräg über den Kopf bewege oder auch die Schulter knackt es etwa an der Stelle auch (sowieso viel im Schulterbereich). Es ist dann zum Teil, als ob etwas ganz leicht herausploppt, allerdings nicht dauerhaft.
- Bei längerem Stehen oder auch Sitzen auf hartem Boden tut es im Kreuz weh, da eher auf der linken Seite.
- Schultern fühlen sich etwas schräg an (rechts weiter unten)
- manchmal unangenehmer Druck im Sprunggelenk, rechter Fuß
Damit war ich Mitte letzten Jahres (nun 26 Jahre alt) beim Orthopäden, um dem ganzen genauer auf den Grund zu gehen. Der vermutete nach einfachen Röntgenbildern eine Skoliose, schickte mich zusätzlich zum Ganzaufnahme-Röntgen und sicherheitshalber MRT. Die Röntgenbilder versuche ich anzuhängen, MRT führt wohl erstmal zu weit...
Hier die Befunde:
BEFUNDE
Röntgenbefund (Wirbelsäulenganzaufnahme im Stand):
- flachbogige linkskonvexe BWS-Skoliose (15°)
- vermehrte Kyphose (60°)
- diskrete thoracolumbale rechtskonvexe Gegenskoliose (7°)
- ebenso geringe linkskonvexe kaudale LWS-Skoliose über LWK 4 (7°)
- kein Beckenschiefstand
MRT-Befund (BWS):
- linkskonvexe Fehlhaltung
- über kyphosierte BWS mit regelrechtem dorsalen Alignement, Scheitelpunkt TH 7/8 mit Nachweis eines kleinen umschriebenen rechtsbetonten dorsomedianen Bandscheibenprolaps, direkter Kontakt zum Myelon und hier auch nachweisbarer umschriebener hyperintenser Myelonalteration im Sinne einer Myelopathie
- keine neuroforaminäre Enge
- keine weiteren umschriebenen Bandscheibenvorfälle oder neurokompressiv wirksame Diskopathie
- multiple Schmorl’sche Knötchen
- Morbus Scheuermann?
Wegen der Bandscheibenvorfalldiagnose war ich noch bei einem befreundeten Neurologen, der mich abgeklopft hat (als Nerventest) und sich auch nochmal die MRT Bilder angeschaut hat. Sagte allerdings, es sei alles in Ordnung und man müsse dafür sehr viel in die Bilder reininterpretieren, und die MRT Praxen würden da eher übervorsichtig sein.
Sowohl Orthopäde und Neurologe sagten, zwei Wirbel seien leicht keilförmig.
MASSNAHMEN
Der Orthopäde sagte, ich könne über eine Schroth-Therapie nachdenken, hat erstmal nur normale Physiotherapie verschrieben, normales Krafttraining sollte ich erstmal pausieren. Bei der Physio wurde mit mir vor allem manuelle Therapie gemacht (wurde also von den Therapeuten massiert/bewegt) und ein paar Dehnungsübungen gezeigt. Hat aber nichts verändert.
Danach war ich noch ein Rezept, aber mit Training nach Schroth. Das hat allerdings auch nicht wirklich etwas gebracht, sondern mich eher verunsichert. Zum einen war die Therapeutin selbst sehr unsicher und hat gefühlt bei jedem Mal etwas anderes erzählt, in welche Richtung ich denn wie gebogen sei. Zum anderen ist es schwer bis unmöglich, die Übungen zuhause nachzumachen (keine Sprossenwand/sonstige Hilfsmittel, schwer sich selber zu kontrollieren). Und in gerade mal 20 min Physio lernt man sowas auch nicht wirklich.
War danach nochmal bei einem anderen Orthopäden, da ich beim ersten immer etwa 8 Wochen auf einen Termin warten muss und wollte auch nochmal eine zweite Meinung hören. Der sagte „Schroth sei nur etwas für 12-jährige Mädchen“, normale Krankengymnastik ist ausreichend.
Die habe ich nun seit 3 Wochen (vor allem Dehnübungen, Aufrichten der Brust). Allerdings fühlt sich im Rücken alles fast genauso an wie vorher.
Bin momentan einfach total verunsichert, jeder sagt etwas anderes, Orthopäden haben kaum Zeit, und die Verspannung geht mir extrem auf die Nerven.
Habe nun auch viel über Schroth gelesen, aber so überzeugt bin ich nicht. Abgesehen davon sieht das meiste, was man darüber im Internet findet aus, wie auf dem Stand von vor 50 Jahren.
Brauche also ein bisschen eure Hilfe und habe speziell ein paar Fragen:
- 1. Kennt ihr gute Orthopäden/Ärzte auf diesem Gebiet in Hamburg/Norddeutschland? (Prof. Niemeyer nur bis 20 Jahre, oder?)
- 2. Was habt ihr für Tipps und Empfehlungen? Evtl ähnliche Erfahrungen? Schroth?
- 3. Was kann ich tun/sollte ich lassen, um die Verspannungen zu verbessern?
- 4. Zum Sport: Sollte ich Fitness/Krafttraining (Eisenhauer/Kieser) momentan erstmal auslassen? Bauchmuskeltraining? Kann Joggen großartig schaden?
Hoffe das ist nicht zu lang geraten... Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!
Liebe Grüße
Jo
ich bin total froh, dieses Forum gefunden zu haben und habe mich direkt angemeldet. Im Moment bin ich nämlich etwas hilflos und verunsichert, wie ich am besten weitermache und vorgehe.
Ich komme aus Hamburg, bin 26 Jahre alt und habe eine ziemlich nervige Verspannung im Rücken, anscheinend Skoliose und Kyphose/Scheuermann (Befunde s. unten).
Brauche bitte mal eure Hilfe und Tipps. Habe auch schon viel im Forum gesucht und gelesen, wollte trotzdem nochmal meinen Fall schildern, ist ja doch immer speziell.
Aber eins nach dem anderen:
Mit etwa 17 Jahren war ich wegen Haltungsproblemen beim Orthopäden. Der hat mit Begutachtung und einfachen Röntgenaufnahmen einen leichten Rundrücken/evtl. Scheuermann diagnostiziert. Er sagte, viel kann ich nicht tun, das Wachstum sei weitestgehend abgeschlossen. Hatte dann normale Krankengymnastik und die Empfehlung zu Kräftigungsübungen. Habe die Übungen dann eine Zeit lang gemacht, danach zu Kraft/Gerätetraining bei Eisenhauer (ähnlich wie z.B. Kieser) übergegangen. Das alles im normalen Rahmen, also jetzt nicht übertrieben auf Muskelaufbau ausgerichtet. Hatte auch lange Zeit keine Probleme.
SYMPTOME
Seit etwa 1,5 Jahren habe ich allerdings folgende Beschwerden:
- Hauptproblem: Rechts im Rücken, ein paar Finger unterhalb vom Schulterblatt, habe ich seit etwa anderthalb Jahren eine dauerhafte Verspannung. Kein direkter Schmerz, sondern es fühlt sich an der Stelle irgendwie unangenehm zusammengedrückt an. Wenn ich den Arm schräg über den Kopf bewege oder auch die Schulter knackt es etwa an der Stelle auch (sowieso viel im Schulterbereich). Es ist dann zum Teil, als ob etwas ganz leicht herausploppt, allerdings nicht dauerhaft.
- Bei längerem Stehen oder auch Sitzen auf hartem Boden tut es im Kreuz weh, da eher auf der linken Seite.
- Schultern fühlen sich etwas schräg an (rechts weiter unten)
- manchmal unangenehmer Druck im Sprunggelenk, rechter Fuß
Damit war ich Mitte letzten Jahres (nun 26 Jahre alt) beim Orthopäden, um dem ganzen genauer auf den Grund zu gehen. Der vermutete nach einfachen Röntgenbildern eine Skoliose, schickte mich zusätzlich zum Ganzaufnahme-Röntgen und sicherheitshalber MRT. Die Röntgenbilder versuche ich anzuhängen, MRT führt wohl erstmal zu weit...
Hier die Befunde:
BEFUNDE
Röntgenbefund (Wirbelsäulenganzaufnahme im Stand):
- flachbogige linkskonvexe BWS-Skoliose (15°)
- vermehrte Kyphose (60°)
- diskrete thoracolumbale rechtskonvexe Gegenskoliose (7°)
- ebenso geringe linkskonvexe kaudale LWS-Skoliose über LWK 4 (7°)
- kein Beckenschiefstand
MRT-Befund (BWS):
- linkskonvexe Fehlhaltung
- über kyphosierte BWS mit regelrechtem dorsalen Alignement, Scheitelpunkt TH 7/8 mit Nachweis eines kleinen umschriebenen rechtsbetonten dorsomedianen Bandscheibenprolaps, direkter Kontakt zum Myelon und hier auch nachweisbarer umschriebener hyperintenser Myelonalteration im Sinne einer Myelopathie
- keine neuroforaminäre Enge
- keine weiteren umschriebenen Bandscheibenvorfälle oder neurokompressiv wirksame Diskopathie
- multiple Schmorl’sche Knötchen
- Morbus Scheuermann?
Wegen der Bandscheibenvorfalldiagnose war ich noch bei einem befreundeten Neurologen, der mich abgeklopft hat (als Nerventest) und sich auch nochmal die MRT Bilder angeschaut hat. Sagte allerdings, es sei alles in Ordnung und man müsse dafür sehr viel in die Bilder reininterpretieren, und die MRT Praxen würden da eher übervorsichtig sein.
Sowohl Orthopäde und Neurologe sagten, zwei Wirbel seien leicht keilförmig.
MASSNAHMEN
Der Orthopäde sagte, ich könne über eine Schroth-Therapie nachdenken, hat erstmal nur normale Physiotherapie verschrieben, normales Krafttraining sollte ich erstmal pausieren. Bei der Physio wurde mit mir vor allem manuelle Therapie gemacht (wurde also von den Therapeuten massiert/bewegt) und ein paar Dehnungsübungen gezeigt. Hat aber nichts verändert.
Danach war ich noch ein Rezept, aber mit Training nach Schroth. Das hat allerdings auch nicht wirklich etwas gebracht, sondern mich eher verunsichert. Zum einen war die Therapeutin selbst sehr unsicher und hat gefühlt bei jedem Mal etwas anderes erzählt, in welche Richtung ich denn wie gebogen sei. Zum anderen ist es schwer bis unmöglich, die Übungen zuhause nachzumachen (keine Sprossenwand/sonstige Hilfsmittel, schwer sich selber zu kontrollieren). Und in gerade mal 20 min Physio lernt man sowas auch nicht wirklich.
War danach nochmal bei einem anderen Orthopäden, da ich beim ersten immer etwa 8 Wochen auf einen Termin warten muss und wollte auch nochmal eine zweite Meinung hören. Der sagte „Schroth sei nur etwas für 12-jährige Mädchen“, normale Krankengymnastik ist ausreichend.
Die habe ich nun seit 3 Wochen (vor allem Dehnübungen, Aufrichten der Brust). Allerdings fühlt sich im Rücken alles fast genauso an wie vorher.
Bin momentan einfach total verunsichert, jeder sagt etwas anderes, Orthopäden haben kaum Zeit, und die Verspannung geht mir extrem auf die Nerven.
Habe nun auch viel über Schroth gelesen, aber so überzeugt bin ich nicht. Abgesehen davon sieht das meiste, was man darüber im Internet findet aus, wie auf dem Stand von vor 50 Jahren.
Brauche also ein bisschen eure Hilfe und habe speziell ein paar Fragen:
- 1. Kennt ihr gute Orthopäden/Ärzte auf diesem Gebiet in Hamburg/Norddeutschland? (Prof. Niemeyer nur bis 20 Jahre, oder?)
- 2. Was habt ihr für Tipps und Empfehlungen? Evtl ähnliche Erfahrungen? Schroth?
- 3. Was kann ich tun/sollte ich lassen, um die Verspannungen zu verbessern?
- 4. Zum Sport: Sollte ich Fitness/Krafttraining (Eisenhauer/Kieser) momentan erstmal auslassen? Bauchmuskeltraining? Kann Joggen großartig schaden?
Hoffe das ist nicht zu lang geraten... Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!
Liebe Grüße
Jo