Unser Sohn würde schreiben:
Bin mit 22 Jahren bereits an Kniearthrose erkrankt und bis heute 8 mal operiert. Umschulung, da ich den Beruf als Dachdecker nicht mehr ausüben durfte. Die Arthrose ist weiter fortgeschritten und hat den Lendenwirbelbereich erreicht. Eine MRT- Untersuchung bestätigte die Rückenschmerzen als beiseitigem Bandscheibenvorfall. Nach Reha in Bad Pymont bin ich erwerbsfähig geschrieben und habe über ein halbes Jahr Muskeln aufgebaut. Nach immer stärker werdenen Beschwerden im Rückenbereich ( Brust) nun noch die Diagnose Morbus Scheuermann Ostep. Die Schmerzen werden trotz Tabletten nicht weniger und ich wurde nun für 4 Wochen weiter krank geschrieben. Damit hat sich auch die zwischenzeitliche Umschulung im Pflegebereich und als Alltagsbegleiter erledigt. Tragkraft nur noch 10 kg. Meine Psyche lässt grüßen und ich bin seit März in Gesprächsbehandlung. So weit die Schnellversion meiner Krankheitsprobleme.
Um festzustellen, welche Arbeit ich ausführen kann, habe ich um einen Termin beim Gesundheitsamt gebeten. Dieser war am Mittwoch letzter Woche. Durch die Untersuchung und Berwegung habe ich seither noch stärkere Schmerzen und kann kaum die normale Hausarbeit verrichten. Aber: Ich kann arbeiten - mit Einschränkung.
Ich habe sehr viel unternommen, um wieder in Arbeit zu kommen. Büroarbeit bleibt leider einem Scherstlegastheniker verwehrt. Also habe ich sehr viel gelernt, damit ich endlich mit 32 Jahren wieder auf eigene Beine stehen kann.
Nur was? Nach der Krankschreibung denkt meine Ärztin über eine Maßnahme in Bad Gandersheim nach. Damit wäre ich über 4 Wochen wieder in eine Reha-Maßnahme. Nur was kommt dabei heraus? Arbeit? Bereits jetzt sind die Schmerzen zum Verzweifeln und noch mehr verzweifeln könnte ich, wenn ich mal wieder dem Jobcenter, GEsundheitsamt, Hausarzt usw. erklären muss, warum ich nicht weiß als was ich mich bewerben soll. ÜBerall heißt es: Ein junger Mensch muss doch arbeiten.
Will ich - nur was - nur wie lange, wenn jetzt eine Stunde schon viel ist? Es ist zum Verzweifeln.
So weit die Gedanken unseres Sohnes, der niemanls zugeben würde, dass er verzweifelt ist.
Weitere Termine bei entfernten Ärzten sind aus finanziellen Gründen nicht möglich. Die Therapiefahrten von ca. 60 Euro pro Monat bekommt er nicht wieder und kann nun nicht mehr ausgeben. War bereits geliehen. Anträge werden abgelehnt.
Wir wissen alle nicht weiter, insbesondere da auch mein Mann schwerkrank ist und ständige Betreuung benötigt. Seine Rente wird aufgestockt.
Weiß jemand die nächsten Schritte?
Wie geht es weiter ?
- Klaus
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Re: Wie geht es weiter ?
Zita hat geschrieben:Weiß jemand die nächsten Schritte?
Mit 32 Jahren ist ein Morbus Scheuermann längst abgelaufen. Er ist als Auslöser für Wirbelfehlstellungen bekannt, insbesondere Hyperkyphose (Rundrücken) und Hyperlordose (Hohlkreuz). Diese Fehlstellungen können erhebliche Schmerzen auslösen, müssen aber nicht unbedingt. Bandscheibenvorfälle können durch diese Situation begünstigt werden und darüber zu Schmerzen führen. Und für einen Dachdecker wäre das sowieso eine Situation, die alles nur noch verschlimmert.Nach immer stärker werdenen Beschwerden im Rückenbereich ( Brust) nun noch die Diagnose Morbus Scheuermann Ostep.
Es ist also in erster Linie an die kompetente Behandlung der Fehlstellung zu denken, die man durchaus auch mit 33 Jahren noch gut machen kann und auch unbedingt sollte !
Offensichtlich ist dieser Morbus Scheuermann, besser die Fehlstellungen, bislang nicht ernst genommen worden. Das ist leider traurige Realität bei den meisten Orthopäden, die bei Hyperkyphose/Skoliose inkompetent sind !! Das wird auch fast täglich in den Erfahrungsberichten hier im Forum berichtet.
Abgesehen davon, dass diese REHA mit Sicherheit nicht zielführend war, kann man mit Muskelaufbau in einer Fehlstellung viel falsch machen, was möglicherweise auch zu den stärkeren Beschwerden geführt hat.Nach Reha in Bad Pymont bin ich erwerbsfähig geschrieben und habe über ein halbes Jahr Muskeln aufgebaut.
Auch das wird, wie Bad Pyrmont nicht zielführend sein !!Nach der Krankschreibung denkt meine Ärztin über eine Maßnahme in Bad Gandersheim nach. Damit wäre ich über 4 Wochen wieder in eine Reha-Maßnahme. Nur was kommt dabei heraus?
Wo wohnst Du denn ??Weitere Termine bei entfernten Ärzten sind aus finanziellen Gründen nicht möglich
Wenn es wirklich nicht möglich ist, einen Spezialisten aufzusuchen oder wenigstens eine konkrete Diagnose im Annastift Hannover erstellen zu lassen, sollte über eine Diagnose, wie z.Bsp. massive Kyphose o.ä. (nicht einfach nur Morbus Scheuermann !!) eine speziele REHA nach Katharina Schroth angestrebt werden, die mit gezielten Formulierungen im Antrag auch über den (willigen) Hausarzt gestellt werden kann. Dazu solltest Du Dich hier mal intensiv im Forum einlesen.
Gruß
Klaus
