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Kyphose, Schmerzen, Kieser und 3D Messung

Verfasst: Fr, 11.07.2008 - 16:35
von Monika76
Hallo an alle,

ich habe dieses Forum heute entdeckt und bin total begeistert!

Heute habe ich leider erfahren das ich Kyphose und zwar 75% Grad habe, jetzt sind meine Schmerzen auch zu erklären.
Trotz Kraulschwimmen und Krankengymnastik geht es mir nicht gut. Meine Hausärztin, die selbst Rückenprobleme hat - macht mir jetzt 15 Akupunktur -Behaldungen als Schmerztherapie, hat mir auch Reha vorgeschlagen.

Zwei Fragen an die Gruppe:

1. Was haltet ihr von Kieser Training, ich habe dort ein Jahr lang trainiert und war schmerzfrei, meine Ärztin meint aber für meinen Rücken ist Kieser nicht gut?!

2.Sie hat mir 3 D Wirbelssäulenmessung empfholen weil das auch Ihrem Mann von Rücken OP gerettet hat, man bekommt eine ganzkörper, umfangreiche Messung und anschließend Einlagen, und das Ganze kostet 500 Euro.
http://www.orthopaede.com/klinik/behand ... irbel.html

Ich würde gerne auch dazu eure Meinung hören.

Danke!

Verfasst: Fr, 11.07.2008 - 20:26
von Dragonfly
Hallo Monika76!

Ich bin auch noch nicht lange "aktiv" in diesem Forum, es hat mir aber schon allein wegen der ganzen Infos oft hilfreich zur Seite gestanden.
Zunächst würde ich sagen, daß das für Deinen Rücken gut ist, was Dir weniger Schmerzen bereitet. Ich selber hatte vor ca. 2 Jahren zu meiner Skoliose noch eine "Wirbelverklemmung" und konnte mich zwei Wochen fast gar nicht mehr alleine bewegen (noch nicht einmal Socken anziehen... :/ ) Ich bin dann "aufgewacht" und habe als eher Unsportliche das Sportlich-Sein angefangen und bin mehrmals wöchentlich (mit Überwachung eines Physiotherapeuten) ins Fitneßstudio gegangen. Insbesondere Kieser legt ja sehr großen Wert darauf, die Durchführung der Übungen medizinisch überwachen zu lassen, und wenn die Ärzte dort nichts dagegen haben und Du aufgrund des Trainings schmerzfrei bist - warum nicht? Allerdings bin ich keine Medizinerin, und ich würde da noch einmal einen Orthopäden fragen - Deine Kyphose hat ja schon eine relativ hohe Gradzahl.
Zu Deiner zweiten Frage möchte ich sagen, daß ich glaube gelesen zu haben, daß bei einer Reha in Bad Sobernheim oder Bad Salzungen (Asklepios-Klinik) automatisch eine 3-D-Aufnahme gemacht wird (also kostenlos innerhalb der Reha). Ich habe vor einigen Wochen eine Reha dort beantragt und auch grundsätzlich von der BfA eine derartige Maßnahme bewilligt bekommen, allerdings nicht in Sobernheim oder Salzungen, aber dafür kämpfe ich (mit einem Widerspruch) noch weiterhin. Informiere Dich doch einmal über Internet über diese beiden Spezialkliniken - ich bin echt überzeugt davon, daß nur das etwas bringen kann und hoffe sehr darauf, noch dieses Jahr dorthin fahren zu können.

Falls Du noch Fragen hast, wie man eine Reha beantragt: immer gerne...

Viele Grüße!

Verfasst: Sa, 12.07.2008 - 10:01
von Klaus
Hallo Monika,

willkommen im Forum.
1. Was haltet ihr von Kieser Training, ich habe dort ein Jahr lang trainiert und war schmerzfrei, meine Ärztin meint aber für meinen Rücken ist Kieser nicht gut?!
Zunächst mal ist Kieser Training nichts anderes, als ein Fitness Studio, dass mit Geräten arbeitet, wie sie auch in anderen Studios vorkommen.
Wie intensiv und kompetetent Trainer auf die Leute eingehen, ist sicherlich von Studio zu Studio unterschiedlich.

Entscheidend ist aber:
Bei Hyperkyphose/Skoliose sind die meisten Trainer völlig überfordert, da nutzt auch nicht die agressive Werbung von Kieser. Es geht dort immer um die Probleme eines "normalen" Rückens!

Es kommt ganz darauf an, wie man trainiert!
Gerade bei Hyperkyphose ist das mit dem richtigen individuellen Körpergefühl gut nachvollziehbar.
Es ist zwar gut, wenn Du durch das Training schmerzfrei warst, aber das ist noch keine vollständige Garantie, ob Du wirklich richtig trainiert hast.

Die Meinung Deiner Ärztin ist also grundsätzlich falsch.
2.Sie hat mir 3 D Wirbelssäulenmessung empfholen weil das auch Ihrem Mann von Rücken OP gerettet hat, man bekommt eine ganzkörper, umfangreiche Messung und anschließend Einlagen, und das Ganze kostet 500 Euro.
Das zeugt nur davon, dass sie keine Ahnung hat.
Natürlich muss man die Situation des gesamten Rückens erfassen, um dann die richtige Behandlung einzuleiten.
Dazu braucht man erst mal keine teure 3 D Aufnahme!!

Es ist grundsätzlich eine Röntgen-Ganz-Aufnahme von vorn und von der Seite erforderlich, um die tatsächliche Wirbelkörpersituation zu erfassen.
Eine 3 D Aufnahme ist nur eine optische Darstellung, die durchaus ganz anders sein kann, als die Röntgen Darstellung!

Wenn bei Dir bereits 75 Grad (?) Kyphose festgestellt wurde, ist möglicherweise noch eine Hyperlordose (Hohlkreuz) und eine begleitende Skoliose vorhanden, was unbedingt mit in der gesamten Diagnose erfasst werden muss.

Was die Einlagen angeht, so macht man das nur, wenn durch unterschiedliche Beinlängen ein Beckenschiefstand provoziert wird. Das kommt aber relativ selten vor. Es ist eher so, dass eine Skoliose diesen Schiefstand auslöst.
Diese Aussage, dass durch eine 3 D Aufnahme vor einer OP gerettet wurde, ist abenteuerlich und in dieser Kurzform absolut abzulehnen!

Solltest Du wirklich 75 Grad Hyperkyphose haben, ist allerdings schnellstens zu handeln.
Schroth REHA und evtl. unterstützendes Korsett.

Gruss
Klaus

Verfasst: Sa, 12.07.2008 - 17:38
von Monika76
Danke! :)

Also Dragonfly, habe ich Dich richtig verstanden, man bekommt höchstwahrschenlich irgendeine Reha, aber nicht jede ist so gut? Wie kämpft man dabei, Widerspruch einlegen?
Zunächst mal ist Kieser Training nichts anderes, als ein Fitness Studio, dass mit Geräten arbeitet, wie sie auch in anderen Studios vorkommen.
Wie intensiv und kompetetent Trainer auf die Leute eingehen, ist sicherlich von Studio zu Studio unterschiedlich.
Ich finde die Mitarbeiter dort viel kompetenter als in "normalen" Fitnesstudios und die Geräte sind viel mehr rückenorientiert als sonst.
, ist möglicherweise noch eine Hyperlordose (Hohlkreuz)
leider das auch, ja
Was die Einlagen angeht, so macht man das nur, wenn durch unterschiedliche Beinlängen ein Beckenschiefstand provoziert wird. Das kommt aber relativ selten vor. Es ist eher so, dass eine Skoliose diesen Schiefstand auslöst.
Ich selbst habe in einem Orthopädiefachgeschäft gearbeitet, also mit Einlagen nach Mass auch, aber diese 3 D Einlagen sollten angeblich etwas ganz besoderes sein. Ich habe 500 euro nicht momentan, habe aber überlegt, wenn das wirklich so sehr hilft würde ich mir das ansparen.

75 etwas stand auf meiner Dokumentation, habe wieder Akupunkturtermin bald und kann dann fragen was das genau bedeutet, allerdings sieht man mir (wenn angekleidet) nichts an, andere denken sogar wie schon gerade meine Haltung ist, aber eigentlich... :rolleyes:
Schroth REHA und evtl. unterstützendes Korsett.
Meine Ärztin (hat Sportmedizien spezialisiert) hat davon nicht gehört, will mich zu einer klassichen KG schicken, Korsett hat sie aber vorgeschlagen nun - ich bin 31 und bin aus Wachstumszeit raus, hilft das trotzdem?

Ich hoffe, ich habe alles halbwegs verständlich geschrieben, bin sehr kurz im Lande.

Danke nochmals!

Hallo Monika76,

Verfasst: Sa, 12.07.2008 - 19:56
von Dragonfly
... ich sehe, ich muß noch deutlicher erklären, was ich meine ;) ... ich hätte es auch nicht verstanden, glaube ich.. ;) .
Also: erst einmal zum Fitneßstudio... Ich gebe Klaus Recht in dem Punkt, daß schmerzfrei zu sein noch nicht heißt, richtig trainiert zu haben. Und natürlich kann ich vom Medizinischen her nichts dazu sagen. Ich finde aber, daß man trotz Skoliose/Kyphose etc. versuchen sollte, nicht aufzugeben und auch Spaß zu haben am Leben, und wenn da Training gut tut - und mir tut es das auch - warum nicht!. Allerdings bitte immer in Absprache mit einem Facharzt (Orthopäden (!!!)), der auch beurteilen kann, was genau gut für Dich ist und wie Du trainieren solltest, wenn Du es denn darfst. Da ist bei jedem sicher anders. (Kieser in Köln zumindest ist so aufgebaut, daß man zunächst zu einem dem Studio direkt angeschlossenen Orthopäden muß - habe ich mir wenigstens aus zuverlässiger Quelle sagen lassen...)
Warum ich von REHA gesprochen habe: ich selber habe eine Skoliose/Kyphose von ca. 40 Grad nach Cobb, und schon diese Gradzahl macht oft genügend Probleme. Die BfA hat mir auf Antrag (den kann man sich von der Krankenkasse zuschicken lassen und füllt ihn dann unter Beifügung von Gutachten etc. aus) eine Reha bewilligt, allerdings nicht in einer Spezialklinik. Die Asklepios-Kliniken in Bad Sobernheim und Salzungen sind allerdings spezialisiert auf Skoliose/Kyphose und haben recht gute Erfolge lt. Klinikberichten, z.T. sogar eine gewisse Aufrichtung und vor allen Dingen direkt mit auf das jeweilige Krankheitsbild bezogenen Übungen, die wohl auch in großer Intensität erfolgen. Ich für mein Teil will da unbedingt hin, aber da ich noch nie da war, habe ich noch keine konkreten Erfahrungen zu berichten. Mein Orthopäde jedenfalls ist auch ganz überzeugt davon und hat mich bei meinem Widerspruch (ich habe ja die falsche Klinik vorgeschlagen bekommen...) unterstützt. Aber denk' erst einmal nicht an Widerspruch, sondern erst einmal daran, ob Du nicht auch eine solche Reha beantragen willst. Dann wäre der erste Schritt, zu einem Orthopäden (mein sehr guter ist in Bonn...) zu gehen und Dich da beraten zu lassen. Schau auch mal ins Interent unter: http://www.skoliose.com/Html/Home00.htm
... hier findest Du schon ziemlich viel über die Klinik in Bad Sobernheim (gibt es aber auch in Bad Salzungen). Auch im Forum kannst Du dich über Sobernheim und Salzungen informieren - und obwohl dort viele Kinder und Jugendliche hingehen, ist es auch was für Erwachsene, keine Sorge!
Ich hab' auch schon einmal gehört, daß man nach Bad Sobernheim/Salzungen fahren kann (nach vorheriger Terminvereinbarung natürlich...), um sich dort von einem der Ärzte beraten zu lassen. Wäre doch auch vielleicht was, nicht?
Ich erwarte sicherlich keine Wunder von einer Reha dort, aber ich denke doch, daß man da noch einiges dazulernen kann, wie z.B. aufrechteres Gehen, richtiges Atmen, etc.
Hast Du eigentlich einen GdB? Wenn nicht, laß' Dich doch hierzu auch einmal von einem Arzt Deines Vertrauens beraten.

Viele Grüße!
Dragonfly

Verfasst: Sa, 12.07.2008 - 20:14
von Monika76
daß man zunächst zu einem dem Studio direkt angeschlossenen Orthopäden muß - habe ich mir wenigstens aus zuverlässiger Quelle sagen lassen...)
Ganz genau, so habe ich es auch damals gemacht, einmal ganz am Anfang und einmal noch 6 Monate später.
den kann man sich von der Krankenkasse zuschicken lassen und füllt ihn dann unter Beifügung von Gutachten etc. aus)
Ich habe das gestern bestellt (bei DAK) und hoffe dies bald zu bekommen, Gutachten wollte mir meine Hausärztin schreiben. Kann sie das als Sportärztin oder muss da ein Orthopäde hin?
Wäre doch auch vielleicht was, nicht?
Ja.
ch erwarte sicherlich keine Wunder von einer Reha dort, aber ich denke doch, daß man da noch einiges dazulernen kann, wie z.B. aufrechteres Gehen, richtiges Atmen, etc.
So was erwarte ich auch. Meine Ärztin dagegen (muss betonen, mit ihr bin ich die ganze Zeit sehr zufrieden gewesen) hält nicht viel davon, ihr Ehemann macht gerade so eine REHA und meint, von passive Therapie keine Spur, er muss nur trainieren, schwimmen usw. Da er einige schon hinter sich hat, meinte er, alles hat sich verschlechtert. Ist ja aus zweiter Hand, diese Meinung.
Jedenfalls meint meine Ärztin von 3 D Einlagen sind auch ihre Schmerzen weg und der Rücken hat sich sogar wesentlich (klar mit der Zeit) aufgerichtet.

"Hast Du eigentlich einen GdB? "

Was ist denn das bitteschön? :)

Und, nochmals danke!

Monika

Bitte schön! (Antworte immer gerne ...

Verfasst: Sa, 12.07.2008 - 21:15
von Gast
;D
Klar, grundsätzlich kann jeder Arzt so ein Gutachten schreiben - wie speziell es im für Deinen Fall sein kann, wenn Deine Allgemeinmedizinerin mit sportmed. Spezialisierung es schreibt, kann ich natürlich nicht sagen. Solltest Du wirklich nach Sobernheim oder Salzungen wollen, ist vielleicht ein Arzt ganz gut, der auch dahinter steht... (Macht der Mann Deiner Ärztin denn tatsächlich eine Reha in einer der Asklepios-Kliniken für Skoliose - oder doch irgendwo anders?)
Schau' Dir doch wirklich einmal die Internet-Seiten an oder telefoniere auch mal mit einem Arzt dort, das kann doch bestimmt nichts schaden, sich einfach mal einen Einblick zu verschaffen, was man in Sobernheim und Salzungen so "lernt", und dann kannst Du immer noch entscheiden, was Du für Dich möchtest. Ich denke immer: eine zweite Meinung ist nie verkehrt (das ist ja auch nichts gegen Deine Ärztin, zu der Du offensichtlich Vertrauen hast...) !!!
Ach ja: "GdB" meint "Grad der Behinderung" (zu beantragen beim Versorgungsamt).

Gruß, Dragonfly

Verfasst: So, 13.07.2008 - 10:55
von Klaus
Also ich habe langjährige negative Erfahrungen mit Fitness Studios hinter mir!
Auch diese schlimme Sache mit dem Kooperations Orthopäden bei Kieser, die suggeriert, dass man hier kompetent betreut wird.

Bei Skoliose/Kyphose sind die Dinge nun mal anders und die Kompetenz bei Orthopäden, Trainern und auch Physiotherapeuten ist reine Glückssache!

Monika, lies mal intensiv im Forum, dann wirst Du begreifen, dass Du hier andere Wege gehen musst.
Es ist verständlich, dass Du offensichtlich nicht glauben kannst, dass einige Ärzte vor Ort Dir etwas falsches erzählen und ausgerechnet Laien es besser wissen wollen.
Wir haben hier fast täglich solcher Geschichten, wo Leute dann mehr oder weniger schnell begreifen, dass nur die eigene Kompetenz weiterbringt und nicht "die Götter in weiss".
Ich selbst habe in einem Orthopädiefachgeschäft gearbeitet, also mit Einlagen nach Mass auch, aber diese 3 D Einlagen sollten angeblich etwas ganz besoderes sein. Ich habe 500 euro nicht momentan, habe aber überlegt, wenn das wirklich so sehr hilft würde ich mir das ansparen.
Das Geld solltest Du besser für eine Fahrt nach Stuttgart zu Dr. Hoffmann ausgeben, der Dir dann auch die dringend erforderliche richtige Diagnose erstellt. Eine 75 Grad Hyperkyphose sollte man schon sehr deutlich sehen.
Meine Ärztin (hat Sportmedizien spezialisiert) hat davon nicht gehört, will mich zu einer klassichen KG schicken, Korsett hat sie aber vorgeschlagen nun - ich bin 31 und bin aus Wachstumszeit raus, hilft das trotzdem?
Also bitte Schroth KG und evtl. ein Korsett gegen die Schmerzen.
Eine Aufrichtung im Erwachsenen Alter durch ein Korsett ist immer ein ganz individueller Versuch, der sehr gut überlegt werden muss!

Gruss
Klaus

Verfasst: So, 13.07.2008 - 15:39
von Monika76
Es ist verständlich, dass Du offensichtlich nicht glauben kannst, dass einige Ärzte vor Ort Dir etwas falsches erzählen und ausgerechnet Laien es besser wissen wollen.
Nein, nein das glaube ich schon. Liegt auch in der Natur meiner Arbeit, alles zu hinterfragen. ;)
Und noch dazu, halte mich fit und gesund (außer Rücken) mit Alternativmedizin, und lese gerne Bücher wie Die Gesundheitsmafia: Wie wir als Patienten betrogen werden oder Die Krankheitserfinder. Wie wir zu Patienten gemacht werden ;D
Das Geld solltest Du besser für eine Fahrt nach Stuttgart zu Dr. Hoffmann ausgeben, d
Danke! Stuttgart ist nicht weit weg von mir (ich wohne in FFM), das wäre sicher eine Überlegung wert!
Ach ja: "GdB" meint "Grad der Behinderung" (zu beantragen beim Versorgungsamt).
Wusste gar nicht dass ich noch eine Behinderung hiermit habe, wirkt sich das irgendwie bei der Jobsuche aus? ;(

Danke :)

... Also: dann nichts wie ab zu Dr. Hoffmann!

Verfasst: So, 13.07.2008 - 16:50
von Dragonfly
Da bin ich genau dergleichen Meinung. Kyphose, Skoliose etc. gehören in Spezialistenhände, ganz sicher. Also morgen schnellstens Termin machen! :runningdog:
Was eine "Behinderung" betrifft, die Du ggf. hast, muß ich sagen, daß das nichts ist, wofür man sich schämen sollte oder muß. Es hat sich keiner selbst gemacht und keiner kann etwas dafür, wenn er ein "Gebrechen" hat. Also nicht traurig sein. Überhaupt muß man eine "offiziell bestätigte" Behinderung erst einmal beim Versorgungsamt beantragen, und das kann auch Vorteile haben, z.B. weniger Steuern, mehr Urlaub, sonstige Vergünstigungen - kommt aber immer darauf an, welchen Grad der Behinderung man zugesprochen bekommt, was sich wiederum nach der Krankheit und dem Beschwerdebild richtet (wenn jemand z.B. gar nicht mehr laufen kann, bekommt er natürlich einen höheren GdB und damit mehr Vergünstigungen als jemand, der laufen kann - nur als Beispiel).
Für einen Arbeitgeber muß das auch nicht negativ sein, da gewisse Quoten für die Einstellung von Behinderten in einer Firma erfüllt sein müssen (wirkt sich aber erst ab 50% oder Gleichstellung aus). Auch da rate ich, einmal rechtliche Infos zur Körperbehinderung zu "googlen".
Stehst Du denn in einem (unbefristeten?) Beschäftigungsverhältnis?

Gruß, Dragonfly 8-)

Verfasst: Mo, 14.07.2008 - 13:59
von Monika76
Stehst Du denn in einem (unbefristeten?) Beschäftigungsverhältnis?
Nein. Ich bin in der Forschung tätig und dort bekommt man seit Jahren keine unbefristete Arbeitsverträge. Dewegen könnte ich auch eine Behinderung sehr negativ auf die Arbeit auswirken.

Ich habe gerade mit meiner Krankenkasse gesprochen, wollte REHA Antrag zugeschickt bekommen, mir wurde aber gesagt - meine Ärztin soll Vordruck 60 (solche Formulare hat sie bereit parat, meinte die Krankenkasse) an die DAK schicken und dann wird entscheiden ob man einen Antrag stellen soll oder nicht. Sie solle auch ihre Ateste beifügen.
Ich hoffe, es sei ein normaler Vorgang :/

Hello again...!

Verfasst: Mo, 14.07.2008 - 20:23
von Dragonfly
Hallo Monika!
Es ist so, daß es mehrere Wege gibt, eine Reha zu beantragen. Zum einen kann man selber (zunächst ohne ärztliche Stellungnahme) einen Antrag einreichen, muß dann aber Namen und Adresse der behandelnden Ärzte angeben - oder es gibt den anderen, von Dir beschriebenen Weg, der direkt über den Arzt läuft (also der Arzt formuliert den Antrag...).
Gut ist natürlich bei beiden Wegen, wenn man schon aussagefähige Gutachten hat, deswegen noch einmal zu unserem Forums-Austausch in der Vergangenheit: eine "stinknormale" Reha wird nicht reichen, glaub's mir ("Klaus" ist ja derselben Meinung). Also nochmals mein Rat an Dich, auf eine Intensiv-Rehabilitation nach Schroth abzuzielen. Dazu ist es aber erforderlich, daß Du Dich z.B. im Internet über die Kliniken in Bad Sobernheim und Salzungen vorab informierst, mit dem genannten Spezialisten Dr. Hoffmann (Antwort von Klaus) Kontakt aufnimmst und Dich einfach kundig machst. Versteh's nicht falsch: zwingen kann und will Dich keiner, es ist nur ein gut gemeinter Rat (natürlich mit dem Hintergedanken, daß Du Dir das ganz stark durch den Kopf gehen läßt - als selber Betroffene/r will man ja auch das Beste für andere...). Beispiele und Muster für medizinische Begründungen für eine spezielle Reha erhälst Du über Bad Sobernheim bei Dipl. Betrw. Schaar, Tel.: 06751/874-160 (9-17 Uhr Mo.-Do.; diese Infos habe ich aus einem Flyer der Klinik). Anders gesagt: wenn Du ein ärztliches 0/8/15-Gutachten erstellt bekommst, bekommst Du - wenn überhaupt eine - wahrscheinlich nicht die Reha, die Du brauchst... Von einem Spezialisten könntest Du Dich dann auch bzgl. GdB beraten lassen - ich habe keine Ahnung, was Du bei Deiner Erkrankung da bekommen könntest - ich z.B. liege noch unter 50%, bin also nicht schwerbehindert (ist man erst ab 50 GdB), da macht das mit dem Arbeitgeber gar nichts.

Also 1. Schritt: Spezialisten aufsuchen :onceldoc: 2. Schritt: dort wird ein Gutachten erstellt mit einer Empfehlung für eine der wirklich guten Spezialkliniken; erst 3. (!, last not least!) stellst Du den Antrag auf Reha. O.K.? (Wäre mein Vorschlag)
Verlieren kannst Du nichts, nur gewinnen!

Viele Grüße, Dragonfly


P.S.: Ich bin keine Spezialistin, um Zuständigkeiten aus der Ferne abzuschätzen, ... aber könnte es nicht auch sein, daß die BfA für Dich zuständig ist, also nicht die Krankenkasse? (War bei mir so...) Dann ist es kompletter Unsinn, daß die Krankenkasse darüber befinden will, ob ein Antrag gestellt werden soll oder nicht!)

Verfasst: Mo, 14.07.2008 - 21:16
von minimine
Hallo Monika,
Ich habe gerade mit meiner Krankenkasse gesprochen, wollte REHA Antrag zugeschickt bekommen, mir wurde aber gesagt - meine Ärztin soll Vordruck 60 (solche Formulare hat sie bereit parat, meinte die Krankenkasse) an die DAK schicken und dann wird entscheiden ob man einen Antrag stellen soll oder nicht. Sie solle auch ihre Ateste beifügen.
Der Vorgang ist schon so in Ordnung. Der Vordruck 60 ist nur ein Antrag für einen Antrag. Damit wird auch entschieden, wer der Kostenträger ist und dann bekommt man den Antrag von diesem Kostenträger zugeschickt. Wenn du allerdings schon weißt, dass die Rentenversicherung zuständig ist (als Arbeitnehmer), dann kannst du auch direkt von dieser einen Antrag anfordern.

Zur Klinikwahl wollte ich noch sagen, dass der Arzt am Besten gleich auf dem Antrag vermerkt, dass es unbedingt Bad Sobernheim oder Bad Salzungen sein muss. Das kann dann nur abgelehnt werden, wenn der Kostenträger keinen Vertrag mit diesen Kliniken hat, denn auch der Patient hat ein gewisses Wahlrecht. Bei meinen beiden Rehas hat das der Arzt so gemacht und das hat immer so geklappt.
Von einem Spezialisten könntest Du Dich dann auch bzgl. GdB beraten lassen - ich habe keine Ahnung, was Du bei Deiner Erkrankung da bekommen könntest - ich z.B. liege noch unter 50%, bin also nicht schwerbehindert (ist man erst ab 50 GdB), da macht das mit dem Arbeitgeber gar nichts.
Nein. Ich bin in der Forschung tätig und dort bekommt man seit Jahren keine unbefristete Arbeitsverträge. Dewegen könnte ich auch eine Behinderung sehr negativ auf die Arbeit auswirken.
Für einen Arbeitgeber muß das auch nicht negativ sein, da gewisse Quoten für die Einstellung von Behinderten in einer Firma erfüllt sein müssen (wirkt sich aber erst ab 50% oder Gleichstellung aus).
Für die meisten Firmen ist das allerdings sehr negativ. Die Quote kann auch umgangen werden, indem die Firma einen gewissen Abschlag bezahlt.
In deiner Situation würde ich auf jeden Fall davon abraten, einen Behindertenausweis erstellen zu lassen.

Ansonsten wünsche ich dir noch viel Erfolg auf dem Weg zur Reha! Während der Reha kannst du dann auch die 3D-Vermessung der Wirbelsäule umsonst haben. Spar dir die 500!!!Euro.

LG
Minimine

Verfasst: Di, 15.07.2008 - 09:18
von Klaus
minimine hat geschrieben:In deiner Situation würde ich auf jeden Fall davon abraten, einen Behindertenausweis erstellen zu lassen.
Wozu auch, wenn Monika ihre Situation doch offenbar gar nicht in dieser Weise dokumentiert haben will. Und es ist bei einer Skoliose/Kyphose auch gar nicht einfach, einen Behinderungsgrad zu bekommen, der dann auch finanzielle Auswirkungen haben könnte.

Und eine Schroth REHA hat überhaupt nichts mit diesem evtl. Behinderungsgrad zu tun!
Diese ist ja dazu da, die Arbeitskraft auch weiterhin zu erhalten!

Gruss
Klaus

Verfasst: Di, 15.07.2008 - 19:31
von Dragonfly
... wenn ich da falsch verstanden worden bin: sorry!
Natürlich hat die Schroth-Reha nichts mit dem Behinderungsgrad zu tun (allerdings werden bestimmte "Dinge" auch trotz Reha nicht wieder ganz grade...), und ich habe für meine Skoli relativ unproblematisch einen GdB bekommen, bin aber auch nicht als schwerbehindert eingestuft (ab 50%!), das muß man dann auch noch einmal unterscheiden (dann fällt man nämlich nicht beim Arbeitgeber unter die "Schwerbehinderten-Regelung"). Steuerliche Ermäßigungen gibt es schon bei 30 %, nämlich 310 € jährlich.
Ob ein GdB (heißt nur "Grad der Behinderung", nicht also "Schwerbehinderung") überhaupt im Fall von Monika zu bekommen wäre, weiß ich natürlich nicht - und noch einmal: das muß auch in der Tat nicht sein. Jeder muß das selber wissen, ob er das prüfen lassen will und ob das in der derzeitigen Lebens- und Berufssituation angebracht ist oder nicht. (Mir (ganz persönlich!) hat mein persönlicher GdB wenigstens keine Nachteile gebracht - ganz subjektiv...)
Also, Monika: nicht verwirren lassen! ;D

Verfasst: Mi, 16.07.2008 - 14:06
von Monika76
Super, ich danke euch! :)
Also 1. Schritt: Spezialisten aufsuchen oncel doc 2. Schritt: dort wird ein Gutachten erstellt mit einer Empfehlung für eine der wirklich guten Spezialkliniken; erst 3. (!, last not least!) stellst Du den Antrag auf Reha. O.K.? (Wäre mein Vorschlag)
O.k. das werde ich tun. Ich hoffe, meine Hausärztin wird nicht beleidigt sein, dass ich doch Spezialisten sprechen will. Ich bin in Hausarztmodell und sie muss mir eine Überweisung schreiben.

Gibt es hier irgendwo eine Liste mit guten Sepzialisten je nach Stadt?
Ich bin keine Spezialistin, um Zuständigkeiten aus der Ferne abzuschätzen, ... aber könnte es nicht auch sein, daß die BfA für Dich zuständig ist, also nicht die Krankenkasse? (War bei mir so...) D
Hm, wer kann mir das genau sagen?
Zur Klinikwahl wollte ich noch sagen, dass der Arzt am Besten gleich auf dem Antrag vermerkt, dass es unbedingt Bad Sobernheim oder Bad Salzungen sein muss. Das kann dann nur abgelehnt werden, wenn der Kostenträger keinen Vertrag mit diesen Kliniken hat, denn auch der Patient hat ein gewisses Wahlrecht. Bei meinen beiden Rehas hat das der Arzt so gemacht und das hat immer so geklappt.
Super, danke! Muss das schon beim Vordruck 60 dabei stehen, oder erst auf dem Antrag?
In deiner Situation würde ich auf jeden Fall davon abraten, einen Behindertenausweis erstellen zu lassen.
Ja, so sehe ich das auch.
Ansonsten wünsche ich dir noch viel Erfolg auf dem Weg zur Reha! Während der Reha kannst du dann auch die 3D-Vermessung der Wirbelsäule umsonst haben. Spar dir die 500!!!Euro.
:tanz:

Dragonfly keine Sorge, ich habe Dich so verstanden, Du wolltest mich nur umfangreich und gut beraten, und ich dagegen muss entscheiden was meiner konkreten Situation angemessener ist.

Magst Du viellicht beschreiben, wie sieht so eine gdB Prüfung aus? Danke!

Verfasst: Mi, 16.07.2008 - 14:51
von minimine
Hallo Monika,
Ich hoffe, meine Hausärztin wird nicht beleidigt sein, dass ich doch Spezialisten sprechen will
Wieso sollte sie denn beleidigt sein, die Behandlung einer Wirbelsäulendeformität gehört nunmal in die Hände eines guten Facharztes und nicht in die Hand eines Hausarztes.
Gibt es hier irgendwo eine Liste mit guten Sepzialisten je nach Stadt?
Schau mal hier, vielleicht ist da ja ein Arzt in deiner Nähe dabei:
viewforum.php?f=25
Der beantragende Arzt sollte schon auch dahinterstehen.
Zitat:
Ich bin keine Spezialistin, um Zuständigkeiten aus der Ferne abzuschätzen, ... aber könnte es nicht auch sein, daß die BfA für Dich zuständig ist, also nicht die Krankenkasse? (War bei mir so...) D


Hm, wer kann mir das genau sagen?
Den Antrag 60 musst du ja in deine Krankenkasse bringen und die geben dir dann den Antrag mit. Ich weiß das daher, weil ich heute erst genau das Gleiche getan habe :D . Die Sachbearbeiterin meinte auch noch, wenn dann bei der Antragsprüfung herauskommt, dass das doch nicht der richtige Kostenträger ist, dann wird der Antrag automatisch weitergeleitet.

Bei mir stand übrigens schon auf diesem Antrag 60 die gewünschte Klinik drauf. Die Atteste benötigt man erst beim richtigen Antrag.

LG
Minimine

Verfasst: Do, 17.07.2008 - 14:53
von Monika76
Wieso sollte sie denn beleidigt sein, die Behandlung einer Wirbelsäulendeformität gehört nunmal in die Hände eines guten Facharztes und nicht in die Hand eines Hausarztes.
Weil sie Sportmedizin und damit verbundene Verletzungen spezialisiert hat....jedenfalls hat sie gemeint, ich brauche nicht unbedingt anderen Arzt...aber, vielleicht hat sie das deswegen gesagt, weil ich momentan unter super viel zeitdruck stehe...

Minimine vielen Dank! :)

Hallo Monika! / Hallo Minime!

Verfasst: Do, 17.07.2008 - 21:27
von Gast
Bin grade von der Arbeit nach Hause gekommen und muß Dich, Monika, bzgl. Deiner Frage noch etwas vertrösten... verspreche aber, daß ich noch diese Woche schreibe, wie das mit der Beantragung des GdB (solltest Du das denn wirklich jemals wollen) funktioniert; und dann stelle ich Dir auch einen guten Link zur verfügung (muß ich aber erst einmal wiederfinden...), wo Du alles Mögliche und Interessante zu diesem Thema findest. O.k.?
Bin etwas niedergeschlagen heute , da mir die BfA auf meinen Umstellungsantrag (also grundsätzlich kann ich eine Reha bekommen...) die Reha in Bad Sobernheim abgelehnt hat - mit der fadenscheinigen Begründung, daß die "hauseigene" Klinik ausreichend sei (obwohl da niemand so richtig von Skoliose 'ne Ahnung hat und nur ganz allgemein "Rückenprobleme" behandelt werden. Hatte ja schon vom Arzt der BfA (kein Orthopäde!!!) gehört, daß die BfA-Kliniken in Geldnöten sind und ich deswegen dort hinsoll. Tolle Begründung! Und das bei gewissem Wahlrecht des Patienten. Fühle mich echt ernstgenommen! Aber ich werde weiterkämpfen und halte Euch (Dich und Minime) gerne auf dem Laufenden, wie's ausgegangen ist...)
Und Monika: ich hatte schon einen Orthopäden, der mir in jeder Hinsicht geholfen hat, nach Bad Sobernheim zu kommen, und er wird es auch weiterhin tun und meinen Widerspruch unterstützen - also such' Dir wirklich einen Spezialisten, der dahinter steht, sonst bringt man seine Chancen, nach Sobernheim/Salzungen zu kommen, gleich auf Null!

Viele Grüße!
Dragonfly (heute etwas :sad: )

Verfasst: Do, 17.07.2008 - 21:52
von minimine
Hallo Dragonfly,

hier ein kleiner Tip:
§ 9 SGB IX

oder auch hier: http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/ ... ID=0900900

Demnach hat man ein Wahlrecht bzgl. der Wahl der Reha-Klinik, sofern die Gründe berechtigt sind. Und das sind sie bei Skoliose/Kyphose allemal.
Notfalls geh auch den Weg über VdK oder so, nur nicht so schnell klein bei geben.
Hat bei dir eigentlich nicht der Arzt gleich die Wunsch-Klinik in den Antrag reingeschrieben?

Viel Erfolg noch,
Minimine