Hallo, nach 3 Stunden intensiven Lesens hier, muss ich auch erkennen, dass es nicht nur mir mit dem Rennen vom einen zum nächsten Orthopäden ohne Erfolg, Krankengymnastik, Muskeltraining, usw. ergangen ist, dennoch bleiben noch einige Fragen offen.
Okay, erst die Basisdaten, bin fast 27, habe ausgeprägte Kyphoskoliose, deutlicher Rundrücken und sehr deutliches Hohlkreuz (wie dass in der Entwicklung passsiert ist, bzw. niemanden aufgefallen ist, versteh ich auch nicht). Krümmungsgrad weiss ich nicht mehr bzw. z.Zt. nicht.
Für ein Korsett war ich angeblich mit 16 damals zu alt, da ich erst da zum Orthopäden ging, also bis heute KG, Muskelaufbau, ...usw.
Optisch lebe ich halt damit, aber leider hat sich das mittlerweile für mich im Bezug auf die auftretenden Schmerzen immer weiter verschlimmert, so schwer, meinen Beruf 8 Stunden täglich nicht mehr ausüben zu können, zum einen besonders die Schmerzen im Hohlkreuz beim Sitzen, Gehen und Stehen führten zur Teilzeit.
Das zweite sind die Schmerzen im Schulterbereich durch den Rundrücken, z.B. Schals oder Jacken mit was in den Taschen kann ich gar nicht mehr anziehen.
Das ganze zerrt sehr an der Psyche, 26 Jahre alt und vom Kopf her, bereit für den Tag, aber nach paar Stunden zwingen mich die Schmerzen in die Knie, tägliches Arbeitspensum schaffe ich auch nicht mehr.
Welche Möglichkeiten habe ich nun?
Kann ein Korsett Rundrücken und Holhkreuz gleichzeitig überhaupt korrigieren oder nur eins von beiden?
Habe einiges hier gelesen, aber wie ist das mit der Wirbelsäule bei dem Korsetprozess? Für mich sieht das eher nach einer Muskelverlagerung aus, kann die Wirbelsäule überhaupt noch so spät "gebogen" werden? Rein statisch kann es doch im Erwachsenenalter nicht mehr gehen, der ganze Körper drumherum hat sich doch angepaßt, z.B. wenn man nach hinten Rundrücken- sowie nach vorne Hohlkreuzausdehung der WS wieder in die Mitte "drückt", würde die Wirbelsäule und alles drumherum oben und unten theoretisch länger.
Verzeiht dieses Beschreibung, aber es geht mir darum, zu wissen, ob neben der Haltungskorrektur und hoffentlich auch Senkung der Schmerzen auch eine Korrektur der Wirbelsäule in gewissem Maße möglich ist?
Rundrücken, Kyphoskoliose plus Hohlkreuz
- Toni
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Re: Rundrücken, Kyphoskoliose plus Hohlkreuz
Hallo DECTDECT hat geschrieben:
Okay, erst die Basisdaten, bin fast 27, habe ausgeprägte Kyphoskoliose, deutlicher Rundrücken und sehr deutliches Hohlkreuz (wie dass in der Entwicklung passsiert ist, bzw. niemanden aufgefallen ist, versteh ich auch nicht). Krümmungsgrad weiss ich nicht mehr bzw. z.Zt. nicht.
( Bist Du männlich oder weiblich?)
Das sind noch KEINE Basisdaten!
Die Basisdaten sind Deine Krümmungswinkel nach COBB!
Die müsstest Du erst mal ermitteln lassen. Dazu sind bei Dir sagittale und dorsale Ganz-WS-Aufnahmen notwendig.
Gnaz-WS-Aufnahmen und CobbVermessungen können aber max. 0,5% der niedergelassenen Orthopädie-Fachärzte.
Ja, das sagen fast alle. Ist aber Quatsch. Auch ein ausgewachsener Körper kann mit einem guten Korsett noch sehr gut geformt werden.DECT hat geschrieben:Für ein Korsett war ich angeblich mit 16 damals zu alt,
O-8-15 KG und pauschaler Muskelaufbau bewirken GAR NIX. Selbst wenn Du 2 mal pro Woche 30 Minuten KG und 3 mal die Woche 2 Stunden Sportstudio machst, hängst Du trotzdem 95% der übrigen Zeit voll in der Krümmung. In 7-8 Stunden eingekringeltem Schlafen in Seitenlage verlierst Du die Aufrichtung, die Du in 30 Minuten intensiver KG erreicht hast. So kommst Du nie vorwärts.DECT hat geschrieben:da ich erst da zum Orthopäden ging, also bis heute KG, Muskelaufbau, ...usw.
Es sind Schmerzen wie ein Dolch zwischen den Schulterblättern? Nur manchmal stechend oder andauernd?DECT hat geschrieben: Optisch lebe ich halt damit, aber leider hat sich das mittlerweile für mich im Bezug auf die auftretenden Schmerzen immer weiter verschlimmert, so schwer, meinen Beruf 8 Stunden täglich nicht mehr ausüben zu können, zum einen besonders die Schmerzen im Hohlkreuz beim Sitzen, Gehen und Stehen führten zur Teilzeit.
Hast Du manchmal das Gefühl keine Luft zu bekommen?
Ja das kenn ich!DECT hat geschrieben: Das zweite sind die Schmerzen im Schulterbereich durch den Rundrücken, z.B. Schals oder Jacken mit was in den Taschen kann ich gar nicht mehr anziehen.
Es ist meiner Erfahrung nach so, daß NUR ein gutes Korsett beides gleichzeitig korrigieren kann.DECT hat geschrieben: Das ganze zerrt sehr an der Psyche, 26 Jahre alt und vom Kopf her, bereit für den Tag, aber nach paar Stunden zwingen mich die Schmerzen in die Knie, tägliches Arbeitspensum schaffe ich auch nicht mehr.
Welche Möglichkeiten habe ich nun?
Kann ein Korsett Rundrücken und Holhkreuz gleichzeitig überhaupt korrigieren oder nur eins von beiden?
Mit KG (auch mit SCHROTH) fällt es Anfängern sehr schwer, sich gegen beide Verkürzungen gleichzeitig aufzurichten, in der LWS zu entlordoisieren und in der BWS zu reklinieren.
Ein Korsett ist eine enorme Hilfe, sich erst mal die ganzen total verengten und verkürzten Konkavseiten der Krümmungen aufzudehnen.
JA, eindeutig JA! Aber mit zunehmender Krümmung ( ab 75 - 80° BWS-Kyphose) aufwärts wird eine Korsett-Korrektur immer schwieriger. Hängt auch davon ab wie hoch die Kyphose in der BWS sitzt.DECT hat geschrieben:
Habe einiges hier gelesen, aber wie ist das mit der Wirbelsäule bei dem Korsetprozess? Für mich sieht das eher nach einer Muskelverlagerung aus, kann die Wirbelsäule überhaupt noch so spät "gebogen" werden?
Die wird nicht nur theoretisch länger sondern auch praktisch!DECT hat geschrieben:Rein statisch kann es doch im Erwachsenenalter nicht mehr gehen, der ganze Körper drumherum hat sich doch angepaßt, z.B. wenn man nach hinten Rundrücken- sowie nach vorne Hohlkreuzausdehung der WS wieder in die Mitte "drückt", würde die Wirbelsäule und alles drumherum oben und unten theoretisch länger.
Du "wächst" im Korsett mit Sicherheit mehrere cm und auch beim intensiven Schrothen hat man einen messbaren "Körperlängengewinn"
Das bedeutet in vielen (den meisten) Fällen auch Schmerzreduzierung oder sogar Schmerzfreiheit, da die Bandscheiben und Rückenmarksnervenwurzeln entlastet werden und die Distanz zwischen den Wirbelkörpern größer wird. Auch die ganze verkrampfte und verspannte Rückenmuskulatur kann im Korsett zwischen loslassen, entspannnen und in die Korrekturrichtung anspannen hin- und herschaukeln. Das kann so unglaublich gut tun.
Ich habe mit 48 Jahren endlich eine konsequente Korsett- und Schroth-Therapie angefangen und es hat mich perfekt aufgerichtet und völlig schmerzfrei gemacht!DECT hat geschrieben: Verzeiht dieses Beschreibung, aber es geht mir darum, zu wissen, ob neben der Haltungskorrektur und hoffentlich auch Senkung der Schmerzen auch eine Korrektur der Wirbelsäule in gewissem Maße möglich ist?
Zögere NICHT!
Ich würde Dir raten bald einen Termin bei Dr. Hoffmann in Leonberg zu machen. Das ist die beste und sicherste Chance, auf DEINEN "Königsweg" gebracht zu werden.
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!