Seite 1 von 1
Röntgenbild?MRT?
Verfasst: So, 10.04.2005 - 00:34
von Gast
Ich habe starke Rückenschmerzen.Will jetzt mal zum Orthopäden gehen.Meine Freundin hat Bandscheibenvorfall und meint das ich so was vielleicht auch hätte und das ich gleich zum Orthopäden sagen soll das ich ein MRT haben möchte,weil sie meint das man bei einem Röntgenbild nicht viel sieht.Bei Rückenschmerzen gibt es ja viele Ursachen.Was kann man denn alles an einem Röntgenbild sehen?Oder soll ich lieber gleich ein MRT machen.Wenn ich Probleme mit der Hüfte hätte z.B würde man das auch sehen?Ich weiß das sind blöde Fragen.Aber mich interessiert es sehr
Verfasst: So, 10.04.2005 - 07:04
von Toni
Ein MRT ersetzt KEIN Röntgenbild und umgekehrt!
Im MRT sieht man zwar auch die Weichteil-Strukturen, was bei verdacht auf BSV diagnostisch wichtig ist, aber man kann es nicht vermessen, da MRT oder CT in der "Röhre" im Liegen gemacht wird.
Ein Orthopäde wird erst mal nur Röntgen.
Wichtig ist es aber, falls Du eine WS-Deformation ( Skoliose, Kyphose, Hyperlordose, usw...) hast, daß der Orthopäde GANZ-WS-Röntgen kann!!!
Frage also ZUERST ob er Ganz-WS-Röntgen macht. Wenn nicht, dann auf dem Absatz kehrt!
Wenn er sagt, ...ich selber nicht, aber für die Ganz-WS aufnahmen schike ich sie in die oder die Klinik oder Radiologische Praxis...
dann kannst Du es Dir überlegen.
Aber Orthopäden OHNE Ganz-WS-Röntgen haben in der regel und erfahrungsgemäß wenig Wirbelsäulen-Kompetenz!
Für mich wäre das heute ein eindeutiges "KO-Kriterium".
Was für Rückenschmerzen hast Du denn?
Hast Du ein Haltungs- oder Form-Problem der WS?
Gruß Toni
Verfasst: So, 10.04.2005 - 12:17
von Silas
Hallo Gast,
Toni hat alles schon sehr gut erklärt, ich möchte nur noch eine kleine Ergänzung schreiben.
Was das MRT angeht, so halte ich diese teure Untersuchung erst dann für Sinnvoll, wenn es Anhaltspunkte gibt wie Sensibilitätsstörungen, motorische Ausfälle, Hinweise auf Knochentumoren, etc.
Zum Abklären einer Wirbelsäulendeformität ist meist das Röntgenbild schon ausreichend und man wird dann versuchen, Deine Schmerzproblematik und ggf. die Deformität zu behandeln. Auch wenn diese Behandlung nicht anschlägt könnte ein MRT sinnvoll sein.
... ist nur eine Anmerkung in Kurzform, wenn Du zu speziellen Punkten mehr wissen möchtest, dann frag einfach konkret nach.
Viele Grüße
Silas
Verfasst: So, 10.04.2005 - 13:33
von Gast
ja und wenn man z.B Bandscheibenvorfall hätte würde man es aber auch schon am Röntgenbild erkennen?
@Toni
Verfasst: So, 10.04.2005 - 13:41
von Gast
ich hab mich noch nie so mit Wirbelsäulenderformitäten beschäftigt,weil ich zuvor noch nie Rückenprobleme hatte.Erst so seit letztes Jahr.Hab mich natürlich hier im Forum schon schlau gemacht.Es gibt halt immer mal wieder so ein blödes Kommentar von einem Kollegen ich soll doch aufrecht gehen bla,bla...was mich natürlich total nervt.Mir ist es nie so aufgefallen.Aber er hat schon recht.Ich versuche jetzt halt immer mal wieder gerade zu gehen.Aber man vergißt es eben immer.Werde jetzt halt auch mal zu dem Dr.Hoffmann gehen.Ich wollte halt dazu noch wissen,wenn ich Probleme mit Der Bs hätte ob man es dann gleich am Röntgenbild sieht.
Verfasst: So, 10.04.2005 - 18:27
von Dalia
Hallo Gast,
laut Google sind MRT und CT wohl aussagekräftiger als Röntgen:
Die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten und eine ausführliche klinisch-neurologische Untersuchung sind von äußerster Wichtigkeit. In vielen Fällen kann der Arzt schon nach einer gründlichen Anamnese und einer klinischen Untersuchung mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, ob und zwischen welchen Wirbelknochen ein Bandscheibenvorfall vorliegt.
Eine Computer-Tomographie (CT) oder eine Kernspin-Tomographie (MRT) können die Diagnose bestätigen oder widerlegen. Welche Untersuchung in Frage kommt, beurteilt der Arzt von Fall zu Fall.
Quelle:
http://www.netdoktor.de/krankheiten/fak ... orfall.htm
Ein Röntgen kann einen Bandscheibenvorfall weder nachweisen noch ausschließen, es kann aber eventuelle Verformungen der Wirbel zeigen. Mit einer Computertomografie läßt sich ein Bandscheibenvorfall zu 90 Prozent nachweisen. Die Aussagekraft der Computertomografie kann mit einem Kontrastmittel erhöht werden. Eine Magnetresonanztomografie liefert noch genauere Bilder, ist aber nur bei Lähmungserscheinungen unbedingt erforderlich. Bei einem "einfachen" Bandscheibenvorfall ohne Lähmungen ist sie erst angebracht, wenn eine konservative Therapie auch nach sechs Wochen keine Besserung bringt.
Quelle:
http://www.gesundheitpro.de/partner/sur ... en/ischias
Alle Angaben ohne Gewähr...
Ob Dr. Hoffmann auch MRT-Untersuchungen durchführen kann, weiß ich nicht.
Es gibt außerdem eine gute Website zum Thema Bandscheibe:
http://www.diebandscheibe.de/
Dort gibt es auch ein augenscheinlich sehr gut besuchtes Diskussionsforum:
http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?
Dalia
@Dalia
Verfasst: So, 10.04.2005 - 18:57
von Gast
Hi Dalia,
vielen Dank das Du Dir so viel Mühe gibst.Ich werde mal in das Forum rein gehen.Vielleicht kann ich ja zu Dr.Hoffmann sagen das ich gerne eine MRT Untersuchung machen möchte.Ich denke nicht das er davon abrät.
Schönen Sonntag noch Dalia
Verfasst: So, 10.04.2005 - 22:31
von Tomma
Dalia hat geschrieben:Ob Dr. Hoffmann auch MRT-Untersuchungen durchführen kann, weiß ich nicht.
Das wird er wohl kaum in seiner Praxis durchführen. Ein MRT wird meistens in Radiologiezentren bzw. in Krankenhäusern durchgeführt. Die Geräte sind sauteuer und müssen dauernd genutzt werden, da sie sonst völlig unrentabel sind.
Da ein MRT so kostspielig ist, wird es erst von einem Arzt "verordnet", wenn die "günstigeren" Mittel wie Röntgen ausgeschöpft wurden und kein verwertbares Ergebnis erbrachten.
Verfasst: Mo, 06.06.2005 - 17:33
von Radiologe
Ts, Ts, Ts ..... unglaublich diese Unwissenheit !
Für ein MRT der Wirbelsäule bekommt man z.Zt. bei Kassenpatienten ca. 110€, d.h. "teuer" ist wirklich relativ.
Unbestreitbarer Vorteil ist, es handelt sich um eine Untersuchung ohne STRAHLENBELASTUNG (d.h. kein Röntgenstrahl oder Gammaquant).
Als gerade für junge/jüngere (w.) Patienten ideal.
Sämtliche Weichteilprozesse können erkannt werden und die sieht man im Röntgen nie !
Eine behandlungsbedürftige Skoliose kann man selbsverständlich auch im MRT erkennen nur vermessen kann man sie korrekt nur in einer Ganzaufnahme (Röntgen) im Stehen. Und die ganz im Falle einer Skoliose ja dann Angeschlossen werden.