Verschlampte Skoliose
Verfasst: Di, 19.11.2013 - 08:57
Hallo allerseits!
Ich möchte Euch mal meine Skoliose-Geschichte erzählen, vielleicht als abschreckendes Beispiel, aber vielleicht auch, um von Euch noch den einen oder anderen Hinweis zu kriegen.
Ich bin 52 Jahre alt.
Skoliose habe ich, solange ich denken kann. Ich habe inzwischen herausbekommen, dass sie von einem Hausarzt diagnostiziert wurde, da war ich wohl kurz vor Schulbeginn. Wenn man gut hinsah, war das auch schon immer zu sehen: Rechts kleines Paket, Lendenwulst, Becken bisschen schief. Aber dramatisch sah es nie aus. (Meinen Ausbildungsplatz damals habe ich nur bekommen, weil der Arzt bei der Einstellungsuntersuchung das NICHT gesehen hat.)
Beim Orthopäden war ich nie. Keine Röntgenaufnahme. Ich bekam Einlagen auf einer Seite erhöht und wurde zum Orthopädischen Turnen geschickt, was aber spätestens nach 2 Jahren im Sande verlief.
Lange sitzen konnte ich nie, war immer hibbelig, lange stehen auch nicht, aber man wurschtelt sich halt so durch. Sport tat mir immer gut.
Seit meinem 40. Lebensjahr habe ich gelegentlich mit Schmerzen im Beckenbereich zu tun.
Damals war ich in Bad Salzungen zu einer Mutter-Kind Kur (NICHT in der Asklepios-Klinik). Aber dort haben sie Skoliosen im Auge, und ich bekam KG nach Schroth. Hat super geholfen.
Als ich dann immer mal wieder Schmerzen hatte, bin ich zu meiner Orthopädin gegangen. Wir wohnen auf dem Dorf, da ist die Auswahl nicht so groß. Als dann das Spritzen nichts half, hat sie mir widerwillig KG verschrieben. Sie sah dabei immer so erbärmlich aus, als müsste sie das selbst bezahlen und tat mir irgendwie leid.
Dann musste ich erst mal die Erfahrung machen, dass nicht überall, wo Schroth draufsteht, auch Schroth drin ist… Aber wenigstens wusste ich, was ich brauchte, damit es hilft.
Da ich die arme Frau nicht mehr schröpfen wollte als unbedingt notwendig, habe ich mir immer mal eine Verordnung geben lassen, mir Einiges an Ausrüstung zugelegt und den Rest des Jahres die Übungen alleine zu Hause gemacht.
Das ging lange gut. Bis Anfang diesen Jahres. Da hatte ich wieder Schmerzen. Da fing sie wieder an mit Spritzen. Bis ich dann endlich eine KG-Verordnung in der Hand hatte, vergingen mehrere Monate. Gleichzeitig war ich mit meinem Sohn da. Der sollte engmaschig kontrolliert werden, weil sich bei ihm eine Skoliose entwickeln könnte. Als man dann eine Spur sah, wollte sie, dass ich irgend so eine 3D-Aufnahme (wisst Ihr wahrscheinlich besser, was das ist), die ich natürlich selbst finanzieren sollte, und die regelmäßig wiederholt werden sollte, um alles zu dokumentieren, mit ihm machen sollte.
Aber mit Verordnungen war sie auch bei ihm ausgesprochen sparsam. Da ist mir dann die Hutschnur geplatzt. So höflich wie ich konnte, habe ich ihr vermittelt, dass es eine Röntgenaufnahme für's Erste tut, ich auf Dokumentation pfeife, wenn ich dafür Therapie kriegen kann, dass ich noch nie eine Röntgenaufnahme hatte, und dass ich für uns beide Verordnungen brauche.
Dann hat sie also auch von mir auch eine Aufnahme anfertigen lassen. Als ich das nächste Mal da war, wollte ich den Befund wissen. Inzwischen hatte ich zu einem anderen Arzt in der gleichen Praxis gewechselt, der erst neu da war. Habe freudig festgestellt, dass man bei ihm leichter eine Verordnung kriegt. Er stellte fest, dass die Röntgenbilder nicht da waren, weil die Chefin sie mit zum Befunden hat.
Nun war ich gestern wieder da. Und da waren auch die Bilder da. Und dann kam die Überraschung: Thorakal war das nicht dramatisch, aber lumbal 25-30 Grad. Das war für mich schon der Hammer. Ich habe zwar nicht viel Ahnung, aber habe immer gedacht, dass alles, was über 20 Grad liegt, schon richtig schlimm ist. Er meinte dann noch, das sei gut kompensiert, weil alle Dornfortsätze in die richtige Richtung zeigen.
Jetzt denke ich halt darüber nach, wie es weiter geht. Dass ich nun regelmäßig weiter KG machen muss, ist mir klar. ich habe jetzt auch schon in der 3-monatigen Pause selber bezahlt, und ich fürchte, das wird mir auch weiterhin nicht erspart bleiben.
Dann habe ich einen Cantienica-Kurs angefangen. Das bringt auch durchaus was.
Eine Schroth-Reha zu machen wäre natürlich wichtig, aber ich habe ein behindertes Kind, das sich zur Zeit in einer ziemlich knirschigen Phase befindet. Länger als 1 Woche kann ich da z.Zt. nicht weg.
Was gibt's noch?
Gruß, Manzi
Ich möchte Euch mal meine Skoliose-Geschichte erzählen, vielleicht als abschreckendes Beispiel, aber vielleicht auch, um von Euch noch den einen oder anderen Hinweis zu kriegen.
Ich bin 52 Jahre alt.
Skoliose habe ich, solange ich denken kann. Ich habe inzwischen herausbekommen, dass sie von einem Hausarzt diagnostiziert wurde, da war ich wohl kurz vor Schulbeginn. Wenn man gut hinsah, war das auch schon immer zu sehen: Rechts kleines Paket, Lendenwulst, Becken bisschen schief. Aber dramatisch sah es nie aus. (Meinen Ausbildungsplatz damals habe ich nur bekommen, weil der Arzt bei der Einstellungsuntersuchung das NICHT gesehen hat.)
Beim Orthopäden war ich nie. Keine Röntgenaufnahme. Ich bekam Einlagen auf einer Seite erhöht und wurde zum Orthopädischen Turnen geschickt, was aber spätestens nach 2 Jahren im Sande verlief.
Lange sitzen konnte ich nie, war immer hibbelig, lange stehen auch nicht, aber man wurschtelt sich halt so durch. Sport tat mir immer gut.
Seit meinem 40. Lebensjahr habe ich gelegentlich mit Schmerzen im Beckenbereich zu tun.
Damals war ich in Bad Salzungen zu einer Mutter-Kind Kur (NICHT in der Asklepios-Klinik). Aber dort haben sie Skoliosen im Auge, und ich bekam KG nach Schroth. Hat super geholfen.
Als ich dann immer mal wieder Schmerzen hatte, bin ich zu meiner Orthopädin gegangen. Wir wohnen auf dem Dorf, da ist die Auswahl nicht so groß. Als dann das Spritzen nichts half, hat sie mir widerwillig KG verschrieben. Sie sah dabei immer so erbärmlich aus, als müsste sie das selbst bezahlen und tat mir irgendwie leid.
Dann musste ich erst mal die Erfahrung machen, dass nicht überall, wo Schroth draufsteht, auch Schroth drin ist… Aber wenigstens wusste ich, was ich brauchte, damit es hilft.
Da ich die arme Frau nicht mehr schröpfen wollte als unbedingt notwendig, habe ich mir immer mal eine Verordnung geben lassen, mir Einiges an Ausrüstung zugelegt und den Rest des Jahres die Übungen alleine zu Hause gemacht.
Das ging lange gut. Bis Anfang diesen Jahres. Da hatte ich wieder Schmerzen. Da fing sie wieder an mit Spritzen. Bis ich dann endlich eine KG-Verordnung in der Hand hatte, vergingen mehrere Monate. Gleichzeitig war ich mit meinem Sohn da. Der sollte engmaschig kontrolliert werden, weil sich bei ihm eine Skoliose entwickeln könnte. Als man dann eine Spur sah, wollte sie, dass ich irgend so eine 3D-Aufnahme (wisst Ihr wahrscheinlich besser, was das ist), die ich natürlich selbst finanzieren sollte, und die regelmäßig wiederholt werden sollte, um alles zu dokumentieren, mit ihm machen sollte.
Aber mit Verordnungen war sie auch bei ihm ausgesprochen sparsam. Da ist mir dann die Hutschnur geplatzt. So höflich wie ich konnte, habe ich ihr vermittelt, dass es eine Röntgenaufnahme für's Erste tut, ich auf Dokumentation pfeife, wenn ich dafür Therapie kriegen kann, dass ich noch nie eine Röntgenaufnahme hatte, und dass ich für uns beide Verordnungen brauche.
Dann hat sie also auch von mir auch eine Aufnahme anfertigen lassen. Als ich das nächste Mal da war, wollte ich den Befund wissen. Inzwischen hatte ich zu einem anderen Arzt in der gleichen Praxis gewechselt, der erst neu da war. Habe freudig festgestellt, dass man bei ihm leichter eine Verordnung kriegt. Er stellte fest, dass die Röntgenbilder nicht da waren, weil die Chefin sie mit zum Befunden hat.
Nun war ich gestern wieder da. Und da waren auch die Bilder da. Und dann kam die Überraschung: Thorakal war das nicht dramatisch, aber lumbal 25-30 Grad. Das war für mich schon der Hammer. Ich habe zwar nicht viel Ahnung, aber habe immer gedacht, dass alles, was über 20 Grad liegt, schon richtig schlimm ist. Er meinte dann noch, das sei gut kompensiert, weil alle Dornfortsätze in die richtige Richtung zeigen.
Jetzt denke ich halt darüber nach, wie es weiter geht. Dass ich nun regelmäßig weiter KG machen muss, ist mir klar. ich habe jetzt auch schon in der 3-monatigen Pause selber bezahlt, und ich fürchte, das wird mir auch weiterhin nicht erspart bleiben.
Dann habe ich einen Cantienica-Kurs angefangen. Das bringt auch durchaus was.
Eine Schroth-Reha zu machen wäre natürlich wichtig, aber ich habe ein behindertes Kind, das sich zur Zeit in einer ziemlich knirschigen Phase befindet. Länger als 1 Woche kann ich da z.Zt. nicht weg.
Was gibt's noch?
Gruß, Manzi