Guten Tag
Verfasst: Mo, 15.07.2013 - 17:15
Hallo,
bisher war ich ausschließlich stiller Leser dieses Forums. Gerne möchte ich nun eine kurze Vorstellung meinerseits nachholen.
Bei mir wurde im Alter von 15 Jahren eine Scheuermann-Krankheit diagnostiziert (Herbst 1986). An den genauen Krümmungswinkel kann ich mich heute leider nicht mehr erinnern. Soweit ich mich jedoch noch erinnere, handelte es sich aber um einen Winkel von ca. 55 Grad.
Ferner wurde eine Keilwirbelbildung festgestellt.
Behandelt wurde ich damals im Uni-Klinikum des Saarlandes von Herrn Professor Heinz Mittelmeier.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Mittelmeier
An Behandlung wurde folgendes eingeleitet :
- Orthesenversorgung (insgesamt von Herbst 1986 bis Frühsommer 1989 - also ziemlich exakt bis zum 18. Lebensjahr)
- Reha in Furpach/Saar im Spät-Herbst 1986 (diese Einrichtung stand damals, soweit ich mich noch erinnere, unter der Leitung eines Privatdozenten der Uni Klinik des Saarlandes ; an seinen Namen erinnere mich leider nicht mehr)
- Krankengymnastik bei einer Krankengymnastin in Saarbrücken (zweimal wöchentlich)
- Selbstständige Übungen, die mindestens 30 Minuten täglich zuhause auszuführen waren und mir sowohl in der Kur wie auch von der Krankengymnastin beigebracht wurden
Der Erfolg der Behandlung wurde letztmalig Mitte 1989 in der Uni-Klinik kontrolliert.
Ich erinnere mich noch, dass man damals etwas überrascht über den Erfolg war, da man mich zweimal gefragt hatte, wie ich mich beim Röntgen hingelegt hätte (ich wurde auf einer Art Bahre mit einem Gerät von oben geröntgt).
Leider kann ich auch hier nicht mehr den genauen Krümmungs-Grad wiedergeben, ich meine mich hier allerdings an einen Wert von 36 Grad zu erinnern.
Die Orthesen wurden damals von der Firma Doppler in Saarbrücken gefertigt.
http://www.doppler-online.com
Zur Familienanamnese kann ich sagen, dass mein Onkel mütterlicherseits das gleiche Krankheitsbild aufwies. Wir sind auch in etwa ähnlich gebaut ; jedenfalls in der Länge , bei mir 192 cm, bei meinem Onkel 196 cm (ich denke für jemanden der Ende der Dreißger wie mein Onkel geboren wurde, eine Ausnahme, heute schon beinahe normal).
Vom Ernährungszustand muss ich leider zu meiner Schande gestehen, dass ich heute leider leicht adipös bin (BMI 29,4), was sich generell ja nicht günstig auf die Skelettstruktur auswirkt. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung war dies jedoch genau umgekehrt, damals war ich ziemlich untergewichtig und eben schon sehr hoch aufgeschossen für mein Alter.
Bis heute bereitet mit die Erkrankung in ihrer eigentlichen Form keine Beschwerden. Auch optisch ist das Erscheinungsbild zumindestens befriedigend in dem erkrankten Bereich.
Mit 30 Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich (L5 S1). Lendenwirbelvorfälle werden meines Wissens oft mit einer vorausgegangenen Scheuermann-Erkrankung in Verbindung gebracht, so dass einer der vorausgegangenen Sätze bezüglich der Schmerzfreiheit unter diesem Blickwinkel zu relativieren ist. Jedoch habe ich auch eine gute Bekannte die einen Vorfall mit 28 Jahren hatte und keine orthopädische Krankheitsgeschichte aufweist.
Der Vorfall wurde mit Infussionen, drei PRT´s, Krankengymnastik sowie einer ambulanten Reha therapiert.
Im akuten Stadium wurde ich zusätzlich mit Ibuprofen sowie opiaten Schmerzmitteln (Oxycodon in Verbindung mit Haldoperidol) behandelt.
Das Ergebnis war auch hier positiv, bis auf zeitweilge (max. zweimal im Jahr) leichte Schmerzen bin ich seit 12 Jahren beschwerdefrei.
Zur Zeit befinde ich mich nicht in Behandlung, mache keine Krankengymnastik, nehme keine Medikamente.
Bis hierher erfolgte eine, soweit mit möglich, detaillierte Schilderung meines bisherigen orthopädischen Krankheitsverlaufes.
Zur Behandlung der Scheuermann-Erkrankung in meiner Jugend habe ich bis heute eine sehr zwiespältige Meinung.
Eine Verbesserung ist unbestreitbar eingetreten.
Die Übungen und die Krankengymnastik wurden von mir sehr konsequent durchgeführt. Die Art der Übungen, ob diese nach Schroth oder ähnlichem erfolgten, kann ich leider nicht sagen. Jedoch ist Bezeichnung "Schroth" meines Wissens nie gefallen. Ich habe aber viele Übungen in der Kur und bei der Krankengymnastin an einer Sprossenwand ausgeführt. Die Übungen die ich zuhause gemacht habe waren teils auf einem kleinen Bänkchen sowie weiteren "Hilfsmittel" wie z.B. einem Expander der hinter den Rücken geführt und dort dann gedehnt wurde.
Welchen Anteil diese Krankengynmastik auf das Gesamtergebnis hatte, kann ich nicht zuordnen.
Auch bezüglich der Orthesen-Versorgung kann ich nicht zuordnen, welchen Anteil diese am Gesamtergebnis hatte.
Jedoch kann ich hierzu eines sagen, auch wenn dies gegen die nach meiner Beobachtung vorherrschende Meinung in diesem Forum verstößt, nämlich dass die Nebenwirkungen einer Orthesenversorgung im jugendlichen Alter hier unterschätzt, heruntergespielt, ausgeblendet oder sogar verherrlicht werden. Nebenwirkungen gehören oftmals zu jeder Form von Therapien und hier ist nun einmal abzuwägen, ob der Erfolg der Therapie die Nebenwirkungen rechtfertigt. Nebenwirkungen die bei einer Orthesenversorgung auftreten können!, sind neben den Schmerzen, den Hautproblemen auch ein psychologischer Impact der massiv ausfallen kann und Probleme bis weit über das Behandlungsende hinaus verursachen kann.
Ich weiß auch, dass ich mit dieser Meinung viel Gegenwind bekommen werde und ich kenne die vorherrschenden Argumente, insbesondere dass eine OP-Lösung noch viel schlimmere Folgen haben könnte!
Da es sich hierbei um eine reine Vorstellrunde handelt möchte ich solche Themen hier natürlich nicht weiter vertiefen.
Gerne werde ich dies an der passenden Stelle bei den entsprechenden Threats nachholen.
Liam
bisher war ich ausschließlich stiller Leser dieses Forums. Gerne möchte ich nun eine kurze Vorstellung meinerseits nachholen.
Bei mir wurde im Alter von 15 Jahren eine Scheuermann-Krankheit diagnostiziert (Herbst 1986). An den genauen Krümmungswinkel kann ich mich heute leider nicht mehr erinnern. Soweit ich mich jedoch noch erinnere, handelte es sich aber um einen Winkel von ca. 55 Grad.
Ferner wurde eine Keilwirbelbildung festgestellt.
Behandelt wurde ich damals im Uni-Klinikum des Saarlandes von Herrn Professor Heinz Mittelmeier.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Mittelmeier
An Behandlung wurde folgendes eingeleitet :
- Orthesenversorgung (insgesamt von Herbst 1986 bis Frühsommer 1989 - also ziemlich exakt bis zum 18. Lebensjahr)
- Reha in Furpach/Saar im Spät-Herbst 1986 (diese Einrichtung stand damals, soweit ich mich noch erinnere, unter der Leitung eines Privatdozenten der Uni Klinik des Saarlandes ; an seinen Namen erinnere mich leider nicht mehr)
- Krankengymnastik bei einer Krankengymnastin in Saarbrücken (zweimal wöchentlich)
- Selbstständige Übungen, die mindestens 30 Minuten täglich zuhause auszuführen waren und mir sowohl in der Kur wie auch von der Krankengymnastin beigebracht wurden
Der Erfolg der Behandlung wurde letztmalig Mitte 1989 in der Uni-Klinik kontrolliert.
Ich erinnere mich noch, dass man damals etwas überrascht über den Erfolg war, da man mich zweimal gefragt hatte, wie ich mich beim Röntgen hingelegt hätte (ich wurde auf einer Art Bahre mit einem Gerät von oben geröntgt).
Leider kann ich auch hier nicht mehr den genauen Krümmungs-Grad wiedergeben, ich meine mich hier allerdings an einen Wert von 36 Grad zu erinnern.
Die Orthesen wurden damals von der Firma Doppler in Saarbrücken gefertigt.
http://www.doppler-online.com
Zur Familienanamnese kann ich sagen, dass mein Onkel mütterlicherseits das gleiche Krankheitsbild aufwies. Wir sind auch in etwa ähnlich gebaut ; jedenfalls in der Länge , bei mir 192 cm, bei meinem Onkel 196 cm (ich denke für jemanden der Ende der Dreißger wie mein Onkel geboren wurde, eine Ausnahme, heute schon beinahe normal).
Vom Ernährungszustand muss ich leider zu meiner Schande gestehen, dass ich heute leider leicht adipös bin (BMI 29,4), was sich generell ja nicht günstig auf die Skelettstruktur auswirkt. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung war dies jedoch genau umgekehrt, damals war ich ziemlich untergewichtig und eben schon sehr hoch aufgeschossen für mein Alter.
Bis heute bereitet mit die Erkrankung in ihrer eigentlichen Form keine Beschwerden. Auch optisch ist das Erscheinungsbild zumindestens befriedigend in dem erkrankten Bereich.
Mit 30 Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich (L5 S1). Lendenwirbelvorfälle werden meines Wissens oft mit einer vorausgegangenen Scheuermann-Erkrankung in Verbindung gebracht, so dass einer der vorausgegangenen Sätze bezüglich der Schmerzfreiheit unter diesem Blickwinkel zu relativieren ist. Jedoch habe ich auch eine gute Bekannte die einen Vorfall mit 28 Jahren hatte und keine orthopädische Krankheitsgeschichte aufweist.
Der Vorfall wurde mit Infussionen, drei PRT´s, Krankengymnastik sowie einer ambulanten Reha therapiert.
Im akuten Stadium wurde ich zusätzlich mit Ibuprofen sowie opiaten Schmerzmitteln (Oxycodon in Verbindung mit Haldoperidol) behandelt.
Das Ergebnis war auch hier positiv, bis auf zeitweilge (max. zweimal im Jahr) leichte Schmerzen bin ich seit 12 Jahren beschwerdefrei.
Zur Zeit befinde ich mich nicht in Behandlung, mache keine Krankengymnastik, nehme keine Medikamente.
Bis hierher erfolgte eine, soweit mit möglich, detaillierte Schilderung meines bisherigen orthopädischen Krankheitsverlaufes.
Zur Behandlung der Scheuermann-Erkrankung in meiner Jugend habe ich bis heute eine sehr zwiespältige Meinung.
Eine Verbesserung ist unbestreitbar eingetreten.
Die Übungen und die Krankengymnastik wurden von mir sehr konsequent durchgeführt. Die Art der Übungen, ob diese nach Schroth oder ähnlichem erfolgten, kann ich leider nicht sagen. Jedoch ist Bezeichnung "Schroth" meines Wissens nie gefallen. Ich habe aber viele Übungen in der Kur und bei der Krankengymnastin an einer Sprossenwand ausgeführt. Die Übungen die ich zuhause gemacht habe waren teils auf einem kleinen Bänkchen sowie weiteren "Hilfsmittel" wie z.B. einem Expander der hinter den Rücken geführt und dort dann gedehnt wurde.
Welchen Anteil diese Krankengynmastik auf das Gesamtergebnis hatte, kann ich nicht zuordnen.
Auch bezüglich der Orthesen-Versorgung kann ich nicht zuordnen, welchen Anteil diese am Gesamtergebnis hatte.
Jedoch kann ich hierzu eines sagen, auch wenn dies gegen die nach meiner Beobachtung vorherrschende Meinung in diesem Forum verstößt, nämlich dass die Nebenwirkungen einer Orthesenversorgung im jugendlichen Alter hier unterschätzt, heruntergespielt, ausgeblendet oder sogar verherrlicht werden. Nebenwirkungen gehören oftmals zu jeder Form von Therapien und hier ist nun einmal abzuwägen, ob der Erfolg der Therapie die Nebenwirkungen rechtfertigt. Nebenwirkungen die bei einer Orthesenversorgung auftreten können!, sind neben den Schmerzen, den Hautproblemen auch ein psychologischer Impact der massiv ausfallen kann und Probleme bis weit über das Behandlungsende hinaus verursachen kann.
Ich weiß auch, dass ich mit dieser Meinung viel Gegenwind bekommen werde und ich kenne die vorherrschenden Argumente, insbesondere dass eine OP-Lösung noch viel schlimmere Folgen haben könnte!
Da es sich hierbei um eine reine Vorstellrunde handelt möchte ich solche Themen hier natürlich nicht weiter vertiefen.
Gerne werde ich dies an der passenden Stelle bei den entsprechenden Threats nachholen.
Liam