Leela stellt sich auch erstmal vor
Verfasst: Fr, 04.05.2012 - 19:33
Hallo liebe Forumsgemeinde
Mein Name ist Leela, ich bin 21 Jahre alt und meine Skoliose ist seit dem Grundschulalter bekannt, nur leider nahezu unbehandelt geblieben...
Fangen wir mal ganz von vorne an. Als ich eingeschult wurde, fiel dem Schularzt auf, dass ich einen schiefen Rücken hatte, aber seiner Meinung nach würde das "mit ein wenig Rückenschwimmen schon wieder weggehen".. Meine Mutter hat sich nur leider nie darum gekümmert, ihrer Meinung nach war ich perfekt, so wie ich bin und alle Ärzte prrinzipiell nur Kurpfuscher, die mehr schaden als nützen... (
)
Nun denn.. als ich 16 Jahre alt war ging mein Hausarzt in Rente und seine Nachfolgerin (ihreszeichens mit einem Orthopäden verheiratet) bemerkte meine Skoliose beim Abhören der Lunge und überwies mich sofort zu ihrem Ehemann.
Davor habe ich eigentlich nie wirklich über meinen Rücken nachgedacht und hatte eigtl auch keinerlei Beschwerden. Naja, mein erster Orthopäde hat dann Röntgenbilder anfertigen lassen, mir normale KG verschrieben und das wars dann auch.. Habe dann noch für ca. 2 Monate KG nach Dorn gemacht, aber weder die KG noch die Ergebnisse überzeugten mich, und als mir der Arzt dann anch nur ca. einem halben Jahr gesagt hat, dass wahrscheinlich eh nur eine OP in Frage kommt (Reha oder Korsett schlug er nie vor), hat mich wieder komplett die Lust verlassen und ich hab das Thema ruhen lassen.
Vor mittlerweile fast 3 Jahren habe ich einen neuen Versuch gestartet, war bei einem neuen Orthopäden, dieser hat mir wenigstens KG nach Schroth verschrieben. Ich hatte dann auch recht schnell eine sehr liebe Physio gefunden, die mich unterstützen wollte, wo es nur ging und die mir als erste mal richtig erklärt hat, was Skoliose ist, was man tun kann etc. Sie hat mir auch das Buch "Ich habe skoliose" von Dr. Weiß empfohlen. Aber naja... vllt war ich damals noch zu unreif oder keine Ahnung.. Es lief sehr viel schief. Zum einen, fand ich die Bemühungen meiner Physiotherapeutin "übertrieben"; schließlich hatte ich ja "nur einen krummen Rücken", zum anderen musste ich natürlich immer die Zuzahlungen für die KG leisten, weil ich schon über 18 war.. (ich war damals noch Schülerin, meine Eltern wollten die KG nicht bezahlen, weil sie ihrer Meinung nach unnötig war und somit ging für die paar Monate mein ganzes Taschengeld für KG drauf...
), das hat mich ziemlich genervt, vor allem eben auch die fehlende Unterstützung durch meine Eltern. Der Gipfel des Eisberges war erreicht, als mein Orthopäde mich nicht röntgen wollte, da "die Strahlenbelastung für einen jungen Menschen wie mich zu hoch" sei, weil ich in diesem Jahr schon mal an den Nebenhöhlen (!) geröngt wurde... Und so kams über kurz oder lang, dass mich wieder Mut und Lust verlassen haben und ich einfach beschlossen habe, mich mit meinen Schmerzen zu arrangieren...
Wie ihr euch vorstellen könnt, hat das eher schlecht als recht geklappt.
Auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe bin ich schon 2010 auf dieses Forum und auf die Praxis Dr. Hoffmann in Leonberg aufmerksam geworden und lese seit dem ab und an mit.
Und naja, irgendwie fehlte es mir immer an Zeit, mich richtig mit dem Thema auseinanderzusetzen und mal einen Termin in Leonberg zu machen. Aber vor einigen Wochen habe ich all meinen Mut zusammengenommen, mir kräftig wo reingetreten und einen Termin gemacht. Der war eben gestern.
Nachdem ich hier häufig gelesen hatte, dass Dr. Hoffmann ein Freund der konservativen Behandlungsmöglichkeiten ist, war ich nach dem gestrigen Besuch bei ihm umso perplexer.
Erst einmal wurde ich geröngt und als wir die Bilder angeschaut und v.a. mit denen aus 2007 verglichen haben, dachte ich mich trifft der Schlag!! Erkenntnis: mordsmäßige (ich kenne leider meine alten Gradzahlen nicht..) Verschlechterung auf th. 53° und lu. 49° n. Cobb!!!!!
Dannach hat der Doc mir die Möglichkeiten erklärt, eben
1. Reha und KG um die Skoliose zu "halten"
2. Korsett
3. OP
Aber er hat mir von Anfang an klar gemacht, dass ein Korsett für mich wohl eher nicht in Frage kommt, wohl wg. der hohen Gradzahlen.. Er hat mir jetzt mal normale KG zur Lockerung verschrieben und mit mir einen Antrag auf Reha in Bad Sobernheim gestellt und meinte, ich solle das alles mal auf mich wirken lassen mit der OP und so weiter..
Er hat mir gesagt, durch die OP wäre das Thema Skoliose eben "schneller vorbei" und wäre nicht mein lebenslanger Begleiter, des weiteren wäre die Gefahr, "wieder schief zu werden" sehr gering, wenn ich aber ein Korsett tragen würde, würde das natürlich nur solange helfen, wie ichs tragen würde usw...
Bitte seht es mir nach, wenn ich grad sehr verworren schreibe, ich bin total fertig seit gestern. Ich bin wohl auch mit der falschen "easy going" Einstellung hingefahren, mit so nem Hammer wie "eigtl ist nur eine OP ratsam" hätte ich nicht gerechnet... Ich habe fast eine Stunde mit dem Doktor geredet - ich muss schon sagen, dass er m. M. n. ein wirklich guter, kompetenter Arzt ist - er hat mir alle meine Fragen beantwortet, alles für und wider abgewogen.. Aber ich bin trotzdem total k.o.
Ich habe einfach so furchtbare Angst davor, operiert zu werden und danach gelähmt zu sein. Ja, die Wahrscheinlichkeit liegt wohl so bei ca. 3 Promille, aber sie ist eben da... Fehler passieren eben.
Einerseits finde ich den Gedanken, danach "gerade" zu sein und das nach einer relativ kurzen Zeit (ich meine jetzt die OP und die darauffolgenden 12 Monate Schonzeit), mehr als verlockend und es erscheint mir eben wie eine "leichtere Alternative". Andererseits ist es eben eine Wirbelsäulen-OP, ein nicht zu verachtender, großer Eingriff. Ich bin völlig ratlos, ich will einerseits "gesund und gerade" sein, aber andersrum denke ich mir lieber korsett und reha und beweglich mit meinen 53°, als Querschnittgelähmt..
Ich weiß, dass ihr mir die Entscheidung keinesfalls abnehmen könnt, oder mir sagen was "richtig" ist (ich denke richtig und falsch sind hier eh sehr schwer auszumachen..)..
Aber vllt hat ja der ein oder andere einen Rat oder ein tröstendes Wort für mich? (Falls überhaupt jemand bis hier unten durchgehalten haben sollte... ^^ )
Danke fürs "zuhören" und viele Grüße
Leela
Mein Name ist Leela, ich bin 21 Jahre alt und meine Skoliose ist seit dem Grundschulalter bekannt, nur leider nahezu unbehandelt geblieben...
Fangen wir mal ganz von vorne an. Als ich eingeschult wurde, fiel dem Schularzt auf, dass ich einen schiefen Rücken hatte, aber seiner Meinung nach würde das "mit ein wenig Rückenschwimmen schon wieder weggehen".. Meine Mutter hat sich nur leider nie darum gekümmert, ihrer Meinung nach war ich perfekt, so wie ich bin und alle Ärzte prrinzipiell nur Kurpfuscher, die mehr schaden als nützen... (
Nun denn.. als ich 16 Jahre alt war ging mein Hausarzt in Rente und seine Nachfolgerin (ihreszeichens mit einem Orthopäden verheiratet) bemerkte meine Skoliose beim Abhören der Lunge und überwies mich sofort zu ihrem Ehemann.
Davor habe ich eigentlich nie wirklich über meinen Rücken nachgedacht und hatte eigtl auch keinerlei Beschwerden. Naja, mein erster Orthopäde hat dann Röntgenbilder anfertigen lassen, mir normale KG verschrieben und das wars dann auch.. Habe dann noch für ca. 2 Monate KG nach Dorn gemacht, aber weder die KG noch die Ergebnisse überzeugten mich, und als mir der Arzt dann anch nur ca. einem halben Jahr gesagt hat, dass wahrscheinlich eh nur eine OP in Frage kommt (Reha oder Korsett schlug er nie vor), hat mich wieder komplett die Lust verlassen und ich hab das Thema ruhen lassen.
Vor mittlerweile fast 3 Jahren habe ich einen neuen Versuch gestartet, war bei einem neuen Orthopäden, dieser hat mir wenigstens KG nach Schroth verschrieben. Ich hatte dann auch recht schnell eine sehr liebe Physio gefunden, die mich unterstützen wollte, wo es nur ging und die mir als erste mal richtig erklärt hat, was Skoliose ist, was man tun kann etc. Sie hat mir auch das Buch "Ich habe skoliose" von Dr. Weiß empfohlen. Aber naja... vllt war ich damals noch zu unreif oder keine Ahnung.. Es lief sehr viel schief. Zum einen, fand ich die Bemühungen meiner Physiotherapeutin "übertrieben"; schließlich hatte ich ja "nur einen krummen Rücken", zum anderen musste ich natürlich immer die Zuzahlungen für die KG leisten, weil ich schon über 18 war.. (ich war damals noch Schülerin, meine Eltern wollten die KG nicht bezahlen, weil sie ihrer Meinung nach unnötig war und somit ging für die paar Monate mein ganzes Taschengeld für KG drauf...
Wie ihr euch vorstellen könnt, hat das eher schlecht als recht geklappt.
Auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe bin ich schon 2010 auf dieses Forum und auf die Praxis Dr. Hoffmann in Leonberg aufmerksam geworden und lese seit dem ab und an mit.
Und naja, irgendwie fehlte es mir immer an Zeit, mich richtig mit dem Thema auseinanderzusetzen und mal einen Termin in Leonberg zu machen. Aber vor einigen Wochen habe ich all meinen Mut zusammengenommen, mir kräftig wo reingetreten und einen Termin gemacht. Der war eben gestern.
Nachdem ich hier häufig gelesen hatte, dass Dr. Hoffmann ein Freund der konservativen Behandlungsmöglichkeiten ist, war ich nach dem gestrigen Besuch bei ihm umso perplexer.
Erst einmal wurde ich geröngt und als wir die Bilder angeschaut und v.a. mit denen aus 2007 verglichen haben, dachte ich mich trifft der Schlag!! Erkenntnis: mordsmäßige (ich kenne leider meine alten Gradzahlen nicht..) Verschlechterung auf th. 53° und lu. 49° n. Cobb!!!!!
Dannach hat der Doc mir die Möglichkeiten erklärt, eben
1. Reha und KG um die Skoliose zu "halten"
2. Korsett
3. OP
Aber er hat mir von Anfang an klar gemacht, dass ein Korsett für mich wohl eher nicht in Frage kommt, wohl wg. der hohen Gradzahlen.. Er hat mir jetzt mal normale KG zur Lockerung verschrieben und mit mir einen Antrag auf Reha in Bad Sobernheim gestellt und meinte, ich solle das alles mal auf mich wirken lassen mit der OP und so weiter..
Er hat mir gesagt, durch die OP wäre das Thema Skoliose eben "schneller vorbei" und wäre nicht mein lebenslanger Begleiter, des weiteren wäre die Gefahr, "wieder schief zu werden" sehr gering, wenn ich aber ein Korsett tragen würde, würde das natürlich nur solange helfen, wie ichs tragen würde usw...
Bitte seht es mir nach, wenn ich grad sehr verworren schreibe, ich bin total fertig seit gestern. Ich bin wohl auch mit der falschen "easy going" Einstellung hingefahren, mit so nem Hammer wie "eigtl ist nur eine OP ratsam" hätte ich nicht gerechnet... Ich habe fast eine Stunde mit dem Doktor geredet - ich muss schon sagen, dass er m. M. n. ein wirklich guter, kompetenter Arzt ist - er hat mir alle meine Fragen beantwortet, alles für und wider abgewogen.. Aber ich bin trotzdem total k.o.
Ich habe einfach so furchtbare Angst davor, operiert zu werden und danach gelähmt zu sein. Ja, die Wahrscheinlichkeit liegt wohl so bei ca. 3 Promille, aber sie ist eben da... Fehler passieren eben.
Einerseits finde ich den Gedanken, danach "gerade" zu sein und das nach einer relativ kurzen Zeit (ich meine jetzt die OP und die darauffolgenden 12 Monate Schonzeit), mehr als verlockend und es erscheint mir eben wie eine "leichtere Alternative". Andererseits ist es eben eine Wirbelsäulen-OP, ein nicht zu verachtender, großer Eingriff. Ich bin völlig ratlos, ich will einerseits "gesund und gerade" sein, aber andersrum denke ich mir lieber korsett und reha und beweglich mit meinen 53°, als Querschnittgelähmt..
Ich weiß, dass ihr mir die Entscheidung keinesfalls abnehmen könnt, oder mir sagen was "richtig" ist (ich denke richtig und falsch sind hier eh sehr schwer auszumachen..)..
Aber vllt hat ja der ein oder andere einen Rat oder ein tröstendes Wort für mich? (Falls überhaupt jemand bis hier unten durchgehalten haben sollte... ^^ )
Danke fürs "zuhören" und viele Grüße
Leela
