Wasserball stellt sich mal vor!
Verfasst: So, 10.10.2010 - 22:26
Hallo,
ich bin 32 Jahre jung, verheiratet und Mutter von 2 Jungs (2 und 10 Jahre) und wohne in Sachsen. Ich habe ständige Schmerzen in der HWS, der BWS am Rücken, einen stark ausgeprägten Rippenbuckel, eine Lendenwulst, mir schlafen ständig die Finger ein und ich bin eigentlich immer verspannt in den Schultern. Seit neuesten habe ich Schmerzen nur wenn ich mich berühre, vorallem am Oberkörper und der Hals, selbst das Tragen von Kleidung tut mir schon weh (Das nur kurz zum derzeitigen Befinden).
Im Alter von 9 wurde bei mir eine Skoliose festgestellt. Ich bekam mein erstes Korsett und Krankengymnastik. Das wars allerdings schon.
Die Krankengymnastik führte ich sehr schlecht durch und auch mein Korsett trug ich fast nie. Mein Orthopädietechniker merkte dies natürlich, aber das war mir damals ziemlich egal. Leider erhielt ich keinerlei Unterstützung durch meine Familie. Niemand erklärte mir damals, was da mit meinem Körper los war und wie ich wieder gesund werden könnte. Ich verstand das alles nicht und somit kümmerte ich mich auch nicht darum. Ich kam in die Pubertät, bekam ne Brust und die Jungs schauten mir hinterher, das war mir wichtiger. Es erklärte mir auch niemand, dass das Tragen dieses Korsettes so wichtig gewesen wäre. Heute bin ich klüger!!!
Erst nach der Geburt meines ersten Sohnes (ich war dann 22) merkte ich wie gravierend meine Situtation war. Der Rippenbuckel formte sich immer mehr, der Lendenwulst zeigte sich nun auch, und immer wenn ich an einer Wand mit dem Rücken stand, neigte sich mein Brustkorb nach vorn, aber eben nur auf der rechten Seite. Meine rechte Schulter hängt nur noch so runter, die Halswirbel sind schon sehr nach hintern rausgetreten. Schmerzen hatteund habe ich fast täglich und ich fühlte mich immer als würde ich in der Mitte durchbrechen. Als mein Sohn dann 3 Jahre wurde, bekam ich meine erste Kur. Ich wollte auch gern nach Sobernheim, allerdings schaffte ich es nicht, diese Beantragung bei der Krankenkasse durchzubekommen.
Während des Kuraufenthaltes sagte man mir dann, das mein Leben höchstwahrscheinlich in einem Rollstuhl enden würde, da ich bald an Bandscheibenvorfällen erkranken würde und es mir die Nerven abquetscht. Das war ein Schock.
Als ich wiederkam, suchte ich mir eine Physiohterapeutin die mir Schroth beibrachte. Es begann für mich eine bessere Zeit. Mein Orthopädietechniker fertigte mir eine neues Korsett an, welches ich dann nur nachts trug, um mal wieder zu entspannen und die "verbogene" Wirbelsäule in die entgegengesetzte Richtung zu drücken. Dies verschaffte mir Linderung. Dank der Schrothübungen konnte ich meine Schmerzen wegatmen (so nenne ich das immer für mich).
Nun nach der zweiten Schwangerschaft ist alles nur noch schlimmer geworden. Zu meinen Übungen kam ich kaum noch, und wenn doch, dann machte ich sie nur schnell. Zeit zu einer Physiotherapie zu gehen, hatte ich fast nie. Nach der letzten Röntgenaufnahme (2006) meinte mein Orthopäde nur, die Wirbelsäule hätte sich ein wenig verschlimmert und er wundert sich nur, warum ich mich noch so gut beweglich bin. Von ihm bekam ich nur Massagen und Krankengymnastik verschrieben. Er war auch nie gewillt, meine Wirbelsäule mal auszumessen. Er fand dies nicht so wichtig, man sieht ja das sie verbogen ist. Aus diesem Grund kann ich auch nicht so präzise Angaben zu meiner Skoliose machen, wie all die anderen Betroffenen.
Das Tragen meines Sohnes (Wickelkommode, das Halten beim Stillen ect.) war ständig eine Last und ich schwor mir damals, sobald dies alles vorbei ist, kümmere ich mich wieder um mein Wohlbefinden. So, mein zweiter Sohn ist jetzt gerade zwei Jahre geworden, ich gehe wieder arbeiten, mein Mann arbeitet in 3-Schichten und der große Sohn versucht irgendwie durch die Schule zu kommen und uns mal als Eltern auf die Probe zu stellen (PÜBERTÄT im Anmarsch). Der Alltag ist in vollem Gange. Aber ich werde nicht aufgeben. Am 24.11.2010 bin ich wiedereinmal bei einem neuen Orthopäden und versuche dort mein Glück. Ich gehe wieder einmal die Woche schwimmen und versuche meine Schrothübungen zu machen. Irgendwann werde ich wohl erfahren, welche Gradzahl meine Wirbelsäule hat.
Sehr traurig machen mich auch die Menschen, denen wir täglich begegnen. Wenn ich erwähne, das mir der Rücken weh tut, dann höre ich nur:, "...komm erstmal in unser Alter....", oder "...du bist doch noch jung, du hast gar keine Ahnung von Rückenschmerzen...". Keiner nimmt sich mehr richtig die Zeit, dem anderen zuzuhören. Jeder ist sich selbst der nächste. Wie traurig ist das doch.
Nun noch abschließend: Bei meinem großen Sohn bemerkte ich die Skoliose schon als er zwei war!!!!! Angst und die Herausforderung es besser zu machen als meine Eltern, treiben mich als Mutter an, ihm die nötige Hilfe zu geben, die er braucht.
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel geschrieben. Solltet ihr noch mehr wissen wollen, meldet euch einfach.
LG
ich bin 32 Jahre jung, verheiratet und Mutter von 2 Jungs (2 und 10 Jahre) und wohne in Sachsen. Ich habe ständige Schmerzen in der HWS, der BWS am Rücken, einen stark ausgeprägten Rippenbuckel, eine Lendenwulst, mir schlafen ständig die Finger ein und ich bin eigentlich immer verspannt in den Schultern. Seit neuesten habe ich Schmerzen nur wenn ich mich berühre, vorallem am Oberkörper und der Hals, selbst das Tragen von Kleidung tut mir schon weh (Das nur kurz zum derzeitigen Befinden).
Im Alter von 9 wurde bei mir eine Skoliose festgestellt. Ich bekam mein erstes Korsett und Krankengymnastik. Das wars allerdings schon.
Die Krankengymnastik führte ich sehr schlecht durch und auch mein Korsett trug ich fast nie. Mein Orthopädietechniker merkte dies natürlich, aber das war mir damals ziemlich egal. Leider erhielt ich keinerlei Unterstützung durch meine Familie. Niemand erklärte mir damals, was da mit meinem Körper los war und wie ich wieder gesund werden könnte. Ich verstand das alles nicht und somit kümmerte ich mich auch nicht darum. Ich kam in die Pubertät, bekam ne Brust und die Jungs schauten mir hinterher, das war mir wichtiger. Es erklärte mir auch niemand, dass das Tragen dieses Korsettes so wichtig gewesen wäre. Heute bin ich klüger!!!
Erst nach der Geburt meines ersten Sohnes (ich war dann 22) merkte ich wie gravierend meine Situtation war. Der Rippenbuckel formte sich immer mehr, der Lendenwulst zeigte sich nun auch, und immer wenn ich an einer Wand mit dem Rücken stand, neigte sich mein Brustkorb nach vorn, aber eben nur auf der rechten Seite. Meine rechte Schulter hängt nur noch so runter, die Halswirbel sind schon sehr nach hintern rausgetreten. Schmerzen hatteund habe ich fast täglich und ich fühlte mich immer als würde ich in der Mitte durchbrechen. Als mein Sohn dann 3 Jahre wurde, bekam ich meine erste Kur. Ich wollte auch gern nach Sobernheim, allerdings schaffte ich es nicht, diese Beantragung bei der Krankenkasse durchzubekommen.
Während des Kuraufenthaltes sagte man mir dann, das mein Leben höchstwahrscheinlich in einem Rollstuhl enden würde, da ich bald an Bandscheibenvorfällen erkranken würde und es mir die Nerven abquetscht. Das war ein Schock.
Als ich wiederkam, suchte ich mir eine Physiohterapeutin die mir Schroth beibrachte. Es begann für mich eine bessere Zeit. Mein Orthopädietechniker fertigte mir eine neues Korsett an, welches ich dann nur nachts trug, um mal wieder zu entspannen und die "verbogene" Wirbelsäule in die entgegengesetzte Richtung zu drücken. Dies verschaffte mir Linderung. Dank der Schrothübungen konnte ich meine Schmerzen wegatmen (so nenne ich das immer für mich).
Nun nach der zweiten Schwangerschaft ist alles nur noch schlimmer geworden. Zu meinen Übungen kam ich kaum noch, und wenn doch, dann machte ich sie nur schnell. Zeit zu einer Physiotherapie zu gehen, hatte ich fast nie. Nach der letzten Röntgenaufnahme (2006) meinte mein Orthopäde nur, die Wirbelsäule hätte sich ein wenig verschlimmert und er wundert sich nur, warum ich mich noch so gut beweglich bin. Von ihm bekam ich nur Massagen und Krankengymnastik verschrieben. Er war auch nie gewillt, meine Wirbelsäule mal auszumessen. Er fand dies nicht so wichtig, man sieht ja das sie verbogen ist. Aus diesem Grund kann ich auch nicht so präzise Angaben zu meiner Skoliose machen, wie all die anderen Betroffenen.
Das Tragen meines Sohnes (Wickelkommode, das Halten beim Stillen ect.) war ständig eine Last und ich schwor mir damals, sobald dies alles vorbei ist, kümmere ich mich wieder um mein Wohlbefinden. So, mein zweiter Sohn ist jetzt gerade zwei Jahre geworden, ich gehe wieder arbeiten, mein Mann arbeitet in 3-Schichten und der große Sohn versucht irgendwie durch die Schule zu kommen und uns mal als Eltern auf die Probe zu stellen (PÜBERTÄT im Anmarsch). Der Alltag ist in vollem Gange. Aber ich werde nicht aufgeben. Am 24.11.2010 bin ich wiedereinmal bei einem neuen Orthopäden und versuche dort mein Glück. Ich gehe wieder einmal die Woche schwimmen und versuche meine Schrothübungen zu machen. Irgendwann werde ich wohl erfahren, welche Gradzahl meine Wirbelsäule hat.
Sehr traurig machen mich auch die Menschen, denen wir täglich begegnen. Wenn ich erwähne, das mir der Rücken weh tut, dann höre ich nur:, "...komm erstmal in unser Alter....", oder "...du bist doch noch jung, du hast gar keine Ahnung von Rückenschmerzen...". Keiner nimmt sich mehr richtig die Zeit, dem anderen zuzuhören. Jeder ist sich selbst der nächste. Wie traurig ist das doch.
Nun noch abschließend: Bei meinem großen Sohn bemerkte ich die Skoliose schon als er zwei war!!!!! Angst und die Herausforderung es besser zu machen als meine Eltern, treiben mich als Mutter an, ihm die nötige Hilfe zu geben, die er braucht.
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel geschrieben. Solltet ihr noch mehr wissen wollen, meldet euch einfach.
LG
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