mimimama hat geschrieben:Hallo,
hat jemand Erfahrungen mit Skoliose und Leistungssport? Besonders interessiert mich der Bereich Turnen, Ballett, Leichtathletik und Eiskunstlauf.
Eiskunstlauf ist für jemand mit WS-Deformation mörderisch!
Hast Du eine Ahnung wie oft man beim Üben der Sprünge auf das harte Eis stürzt? Auch mit dem Rücken?
Es sind für mich auffallend viele Patienten aus diesen Sportarten in Behandlung wegen Skoliose.
Da die Skoliose meiner Ansicht nach weniger eine Erkrankung des Skelettes ist, sondern von der fehlgesteuerten Wachstumsdifferenz zwischen der autochtonen Muskulatur und den wirbelsäulenbegleitenden Weichteilen verformt wird, muss Leistungssport der besonders die Rückenmuskulatur anstrengt und auch überanstrengen kann sehr kritisch betrachtet werden.
Da ein Skoliose-Patient wenn er sich aufrichtet oder sich aufzurichten versucht dies unbewusst immer nur mit der ohnehin schon einseitig stärkeren Muskulatur macht, wird durch solche Leistungssport-Arten die Skoliose massiv verstärkt, da im Gegensatz zu Schroth immer die "falsche" Muskulatur einseitig hochtrainiert wird.
Es kommt auch sehr auf das Alter und den COBB-Winkel und Sitz der Skoliose an.
Und ob die/der PatientIn Korsett-Träger ist.
Korsett-Tragen und Leistungssport schließen sich aber nicht grundsätzlich aus.
Eine Amerikanerin war mal eine sehr erfolgreiche Spitzenschwimmerin und hat aber wenn sie nicht schwamm, ein Milwaukee-Korsett gegen Skoliose getragen.
Ein junger Mann der Korsettkunde von Rahmouni ist, ist ein hervorragender Ballett-Tänzer UND Korsett-Träger.
Da war es so, daß er als Operierter das Ballett-Tanzen wegen langstreckiger Versteifung der WS hätte einstellen müssen und das Korsett ihm trotz Skoliose ermöglicht hat den Berufswunsch als Tänzer zu erfüllen.
ich würde mal mit Dr. Hoffmann über seine Erfahrungen mit Skoliose und solchen Leistungssportarten reden.
Es kommt wirklich sehr auf die Krümmung und die eventuelle Progredienz an. Und auf die Schroth- und Korsett-Compliance!
Gruß Toni