Skoliose und Blockierung der Brustwirbelsäule

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Gishin

Skoliose und Blockierung der Brustwirbelsäule

Beitrag von Gishin »

Ich hab neulich schon einen post in der "Abteilung" Sekundäre Skoliosen gemacht, aber dieser Themenbereich scheint ja mehr oder weniger tot zu sein.

die Mods mögen es mir verzeihen, dass ich den Beitrag jetzt hier nochmal poste, weil mir eine Antwort doch schon recht wichtig ist...

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Hallo Leute,

so jetzt wollte ich mich endlich mal durchringen und euch Leidensgenossen ein paar Fragen stellen.

Zuerstmal zu meinem Fall,

ich hatte 1998 im alter von 16 Jahren einen Motorradunfall in dem mein rechtes Bein ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde, jedenfalls hab ich davon ein 1,5 cm längeres Bein zurückbehalten.
Nun hatte ich vorher schon keine gute Haltung, aber vor etwa 4 Jahren fingen meine Brustwirbel an zu blockieren, ich war bei verschiedenen Ärzten und es wurde auch ne Menge diagnostiziert,
nach einer Kernspintomographie wurde mir von einem Radiologen nach kurzem Blick auf die Bilder Morbus Scheuermann diagnostiziert, dieses Ergebnis wurde aber kürzlich von einem Orthopäden revidiert, es ist wohl ne leichte Skoliose.
Ich wurde nach dieser Diagnose und dem obligatorischen Einrenken mit einem Rezept für Krankengymnastik, zur Stärkung der Rückenmuskulatur und einer Schuherhöhung nach Hause geschickt.

Meine Frage ist nun ob das als Behandlung, bzw als Diagnose ausreicht, es wurden keine Totalaufnahmen der Wirbelsäule und keine Gradmessungen gemacht.

Meine Brustwirbelsäule macht mir schon sehr zu schaffen, ich habe ständige Schmerzen, bzw ein starkes brennendes Gefühl in der Bws.

Bin euch für jeden Ratschlag und jede Anregung sehr Dankbar.

Mfg

Gishin
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Dalia
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Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Re: Skoliose und Blockierung der Brustwirbelsäule

Beitrag von Dalia »

off topic:
Gishin hat geschrieben:Ich hab neulich schon einen post in der "Abteilung" Sekundäre Skoliosen gemacht, aber dieser Themenbereich scheint ja mehr oder weniger tot zu sein.

die Mods mögen es mir verzeihen, dass ich den Beitrag jetzt hier nochmal poste, weil mir eine Antwort doch schon recht wichtig ist...
Nein, das wird nicht akzeptiert ;) und drum habe ich den anderen Thread gelöscht. Denn sonst entwickeln sich zwei Diskussionsstränge und dann muss man als Leser zwischen beiden Threads hin- und herswitchen, um über deine Geschichte den Überblick zu behalten. Stell dir vor, das würde jeder machen.

Deine Geschichte wird nicht untergehen, auf der Hauptseite - http://www.skoliose-info-forum.de/ - werden die Postings nach Datum geordnet (das sieht man links, weiter oben). Du musst also etwas in deinen Thread schreiben, damit er wieder nach oben gerückt wird. Er kann also gar nicht übersehen werden, egal in welchem Unterforum er sich befindet.


Aber jetzt das Wichtigste: Herzlich Willkommen hier! Leider muss ich ins Bett, deshalb kann ich auf den Inhalt nicht weiter eingehen.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Meine Frage ist nun ob das als Behandlung, bzw als Diagnose ausreicht, es wurden keine Totalaufnahmen der Wirbelsäule und keine Gradmessungen gemacht.
Ich denke eher nicht. Durch die Kernspinaufnahmen kann man etwas sagen ueber den Zustand der Wirbelkanaele und Gelenke und man kann einen bandscheibenvorfall und noch ein paar andere Dinge erkenn onder ausschliessen. Das ist schonmal gut aber reicht nicht aus. Eine Ganzruecken roentgenaufnahme, Sagittal sowie Frontal einschlieslich Gradbestimmung der Skoliose und der eventuellen Kyphose muss auf jeden Fall gemacht werden. Sofern eine Skoliose und oder Hyperkyohose vorhanden ist wuerde ich auf jeden Fall eine Reha nach Schroth anstreben und das gelernte taeglich weiterfueren. Damit erreichst du die wichtige Wirbelsaulenstuetzmuskulatur und nach einer Weile fleissigen Trainings hast du damit gute Chancen deine Haltung etwas zu verbessern und die Schmerzen zu reduzieren, sofern sie von der Skoliose /Kyphose kommen. Bei mir hat das ganz gut funktioniert. Korsett kann in manchen Faellen Sinnvoll sein.

Gruss David
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Jesse
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Beitrag von Jesse »

Hallo!
Würdest du mir vllt den gefallen tun und deine schmerzen beschreiben?häufigkeit,symptome,schmerzmittel,dauer,wie lang dus schon hast usw... wäre für mich sehr wichtig!
würde beim einrenken nur deine bws eingerenkt oder auch hws und lws,..?
Wäre dir sehr dankbar! :)

mfg Jesse
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Gishin

Beitrag von Gishin »

Vielen Danke für die Antworten.

Wie gesagt, es ist nicht immer unbedingt ein Schmerz, teilweise ist es auch "nur" ein Brennen im Bereich der Bws. Es hängt sehr stark davon ab ob ich mich am Tag viel Bewegt hab oder nicht, ob ich viel am Schreibtisch saß und auf was für einer Matratze ich geschlafen habe. Bei mir sind ständig mehrere Brustwirbel "ausgerengt", habe die schon oft einrenken lassen und kann sie zum Teil schon selbst einrenken, aber sie verkeilen immer wieder. Es fühlt sich so an als wäre der Rücken verklemmt. Die Probleme habe ich schon ein Paar Jahre in der Intensität und das ständig, wie gesagt mal mehr mal weniger.
Bei mir wurde bisher lediglich die Bws eingerengt.
Der Schmerz wandert auch gelegentlich bis ins Schulterblatt und wird dann schon ziemlich stark.
Schmerzmittel hab ich noch keine genommen, war bisher ein tapferer Junge :zwinker:.

Woran erkenne ich denn im voraus ob ein Arzt in der Lage ist mich richtig zu behandeln?
Der Ottonormal-Orthopäde scheint ja nicht zu genügen.
gauklerdavid
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Beitrag von gauklerdavid »

Meiner Erfahrung nach ist das übermässiges "Einrenken"(vor allem wenn es nur noch kurzzeitig hilft) , sowohl vom Orthopäden als auch selbst , eher schädlich da sich dadurch die Gelenkkapsel und eventuell auch anderes Bindegewebe eher lockert und das Gelenk noch unstabiler wird und stets wieder aufs neue blockiert .(Auch deine Erfahrung) Vor allem ist das kritisch wenn eine konstitutionelle schwäche des Bandapparates oder des Bindegewebes vorliegt. Das bestreiten zwar manche Orthopäden aber die Erfahrung vieler Patienten ist eine andere. Viele kommen in einem Teufelskreislauf aus Einrenken und Blockierung zurecht (ich hatte das auch).
Dumm ist auch dass durch zuviel knacken, blockieren und Mobilisierung eventuell die Stützmuskulatur nicht mehr gescheit arbeitet.
Dr Hoffmann sieht das auch kritisch mit dem dauernden deblockieren.. (vollständig ausrenken tut ein Gelenk übrigens nicht, dann währen die Schmerzen unerträglich).

ich würde empfehlen:

Die Ursache für die Gelenkblockierungen angehen
(die Fehlhaltung und die fehlerhaft funktionierende Stützmuskulatur könnten eine Rolle spielen, hier hilft Schroth und manchmal Korsett)

Für eine Weile jegliche Einrenkmanöver vermeiden (am besten für mehrere Wochen/Monate)

Falls du starke Schmerzen/Verspannungen hast diese mit Wärme behandeln (falls es dir gut tut) Z.B heisse Dusche, Sauna, Badewanne, Entspannungsübungen etc.
Dadurch lössen sich ein grossteil der Blockaden, nämlich diejenigen die durch Muskelverspannungen aufrecht erhalten werden.

Für eine Weile probieren den gefühlten Blockaden nicht soviel Beachtung zu schenken und diesen gegünber eine gleichgültigere Haltung zu entwickeln. (manche Blockaden haben ja auch durchaus ihren Sinn, nämlich sie halten das Gelenk vorrübergehend ruhig durch die Muskelanspannung, wenn Nerven melden dass eine Störung vorliegt)

Dann werd sich sehr wahrscheinlich deine Gelenke wieder etwas stabilisieren, das heisst es wird weniger oft knacken und Blockieren.

Wenn du trotz allem das gefühl hast dass es gut währe wenn jemand deine
Wirbelsäule deblockiert dann suche dir jemanden der das

sanft macht (nicht mehr impuls als nötig), optimalerweise vorher die Rückenmuskulatur entspannt
nur diejenigen Gelenke behandelt die auch wirklich Bewegungseingeschränkt sind (also vorher abtastet und testet und nicht die ganze Wirbelsäule durchknackt)

auch Osteopathen sollen inder Lage sein Gelenke sanft zu deblockieren. Hab ich noch nicht ausprobiert

Denke bitte auich daran deine WS mal ausmessen zu lassen.
Wenn du deinen Wohnort angibst können wir dir weiterhelfen betreffend guten Orthopäden. (Sofern wir welche kennen) Schau auch mal in die Regional Rubrik.

Eine interessante Seite zum Thema Gelenkinstabiliteit, Einrenken und Blockierung ist:
http://www.chiropraktik.ch/Deutsch/Ihre_Frage/index.cfm

Einfach mal Blockierungen oder ähnliches in die Suchfunktion eingeben

Was da aber zu Skoliose und Scheurmann steht find ich wiederum nich so dolle.


David
Gishin

Beitrag von Gishin »

Das war mal eine ausführliche Antwort, so hatte ich mir das erhofft, vielen Dank dafür!!!!!

Ich komme aus dem Raum Bielefeld/Owl

Das was ich im Moment gegen die Blockierungen mache ist Stärkung der Rückenmuskulatur unter Physiotherapeutischen Anleitung, Massagen und Rückenschule, aber ich glaube nicht nach einer auf Skoliose abgestimmten Methode.
Kann man denn z.B. Schroth bei einem durchschnittlichen Krankengymnasten erwarten, oder gibt es da wieder Spezialisten, und wie findet man solchen?

Vielen Dank für eure Hilfe, das ganze ist doch schon recht kompliziert.

Mfg

Gishin
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