Fragen zur "Korsett-Therapie"

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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YZX
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Fragen zur "Korsett-Therapie"

Beitrag von YZX »

Hallo, ich werde ja demnächst zum Orthopäden gehen, aber im Endeffekt weiß ich auf jeden Fall, dass ich mir wohl ein Rahmouni-Korsett holen werde. ;) Dazu hätte ich nun ein paar Fragen:

1) Wie sieht es aus mit der Sportlichkeit? Wenn man das Korsett sagen wir bspw. bereits 4 Monate hat, dann mal nicht trägt und dann danach ohne es anzuhaben Sport macht, hat man dann nicht irgendwelche Einschränkungen (verglichen zu dem Zustand, bevor man das Korsett angefangen hat zu tragen), beispielsweise bei der Laufgeschwindigkeit? Es mag komisch klingen, aber eigentlich hat sich doch der Körper an das Krumme gewöhnt. Oder wie sieht es aus mit der Beweglichkeit? Kommt man beispielsweise gebeugt weiter runter? Also ich könnte mir eben vorstellen, dass manche Sachen in der aufrechten Haltung (wenn man es schon länger trägt und zu früher vergleicht) besser funktionieren, dass man in manchen aber "schlechter" wird. Daher habe ich etwas Angst, ich weiß, dass dies sehr ominös klingen mag. :lach:

2) Wie gut sind Yoga, Pilates usw. in Verbindung mit einem Korsett? Wenn man beispielsweise nach dem Korsett-Tragen solche Übungen macht, ist man ja (wenn das Korsett eine gute "Einstellung" hat) in einer richtigen Körperhaltung, daher denke ich mir eigentlich, dass Beweglichkeitsübungen & auch Krafttraining (die man dann ja alle richtig ausführen kann) bspw. täglich immer nach dem Korsetttragen ideal sein könnten, um diese aufrechte Haltung dann auch auf lange Sicht ohne Korsett beizubehalten. Warum werden denn hier fast nur Schroth-Übungen empfohlen? Mir ist klar, dass diese eben speziell gut für Hyperkyphose, Hyperlordose & Skoliose sind, aber danach ist man ja zumindest für eine Weile in der aufrechten Haltung. Ich würde da gerne mal ein paar Meinungen hören, da ich mir irgendwie nicht vorstellen kann (oder will :D), dass man lebenslang ein Korsett & Schroth-Übungen braucht, um die aufrechte Haltung beizubehalten. Mir ist klar, dass jede Wirbelsäule eine andere Beweglichkeit, eine unterschiedlich ausgeprägte Krümmung usw. hat, aber jetzt einfach mal allgemein betrachtet würden mich da eure Meinungen interessieren.

MfG
hilikuss
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Re: Fragen zur "Korsett-Therapie"

Beitrag von hilikuss »

Servus.

Zu 1)
Ich trage es erst hmm so 2 Monate und wenn ich mich auf mein Mountainbike schwinge und Trails jagen gehe ziehe ich dazu das Korsett aus. Irgendeine Veränderung konnte ich dabei nicht feststellen. Du frierst ja nicht in der Korsett Starre fest, deswegen soll man es ja auch lange tragen ;)

Zu 2)
Ich schrothe nicht, zumindest noch nicht sondern mache nebenbei Physiotherapie. Ganz ohne gezielten Aufbau oder Dehnung nur mit dem Korsett wird es nicht gehen, da hast du schon Recht. Ob Yoga geeignet ist, musst du mit dem Orthopäden klären, denn es hängt auch wohl schwer davon ab, was der Grund für die Hyperkyphose ist. Dr. Hoffmann hat mir fürs erste streng davon abgeraten, beim Physiotherapeuten und auch sonst Muskelaufbau/Kräftigung zu betreiben, da er den Grund für meinen Buckel in einer verkürzten Muskulatur zwischen Buckel und Hintern sieht. Die muss erst ordentlich durch entsprechende Übungen und Korsett gedehnt werden. Danach sieht man weiter. So steht das auch auf dem Rezept: Kein Muskelaufbau ! ! !

Du siehst, so pauschal sind die Fragen wohl nicht zu beantworten.
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Dolphingirl94
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Re: Fragen zur "Korsett-Therapie"

Beitrag von Dolphingirl94 »

Hallo,

Zu 1): Ich habe in meiner Korsettzeit (hatte ein Korsett gegen meine Skoliose) gemerkt, dass meine Wirbelsäule nicht mehr so beweglich war. Langes Verharren im Hohlkreuz bzw. Rundrücken (z.B. beim Haarewaschen über Kopf) hatte sofort Schmerzen beim Aufrichten zufolge. Ich konnte da aber mit gezielten KG-Übungen und Yoga gegensteuern.
Wenn du das Korsett trägst, heißt das ja nicht, dass du dich sportlich einschränken musst. Wenn du normal weitertrainierst, solltest du zumindest beim Laufen keine Schwierigkeiten haben (mir fällt nicht ein, wieso man langsamer werden sollte...).

Zu 2): Also ich mache Yoga, allerdings würde ich das niemandem empfehlen, der nicht durch jahrelanges Schrothen ein entsprechendes Körpergefühl erlangt hat und merkt, wenn er in die Krümmung hinein trainiert. Ich kontrolliere mich zusätzlich auch noch im Spiegel und habe die Übungen mit meiner KG abgesprochen. Bei einigen Übungen baue ich auch Korrekturen ein (z.B. achte ich darauf, dass mein Becken in der Mitte steht etc.). Aber das würde ich niemandem empfehlen, der nicht solche Schrotherfahrungen hat und Fehlhaltungen erkennt und selbst beurteilen kann, ob die Übungen geeignet sind oder nicht (denn da kann einem kaum ein Yoga-Lehrer helfen).

LG, Dolphingirl
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