OP-Indikation gegeben?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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sandraa

OP-Indikation gegeben?

Beitrag von sandraa »

Hallo erstmal!!

ich hoffe mir kann mal jemand behilflich sein...

ich bin nun 21 Jahre und habe im januar meinen hausarzt aufgesucht wegen meinen schon lange bestehenden, lumbalen rückenschmerzen, mit ausstrahlungen ins linke bein. er fertigte eine röntgenaufnahme an, auf welcher nichts zu sehen war, da sein röntgenapparat kaputt war, und schickte mich nach kurzer reflexprüfung zur physiotherapie (krankengymnastik) mit der diagnose: tieflumbales Schmerzsyndorm.

da ich aber mit dieser diagnose nicht ganz einverstanden war, meldete ich mich eigenmächtig bei einer rheumatologin an, welche aussagekräftigere rx-bilder anfertigte, mit dem kommentar das da irgendwas nicht in ordnung sei (was genau, konnte sie mir nicht sagen)aber ich soll doch einfach mit der physiotherapie weitermachen. ich bestand aber auf ein MRT/MRI.
vom Radiologen bekam ich nun im Februar folgende Diagnosen:

-St. n. 3 diskushernien
-St. n. Morbus Scheuermann
-linkskonvexe Torsionsskoliose
-harmonisierende LWS lordose
-bandscheiben LWK 3/4, 4/5 und LWK5/SWK1 dehydriert und geringgradig höhengemindert
-initial ödematöse Infiltrationen der deckplatten LWK 4 und 5
-Annulus fibrosus LWK 3/4, 4/5 eingerissen
-mediale diskusprotrusionen, aktuell ohne wurzelkompression

bei der besprechung versicherten mir beide fachärzte, das die einzige möglichkeit der therapie in Physiotherapie bestehe. für mich war das ganze recht niederschmetternd, denn ich bin gerade mal 21 jahre jung und ich möchte nicht nochmals einen bandscheibenvorfall durchmachen, geschweige denn für immer mit der bewegungseinschrenkungen bzw. den schmerzen, die ich seit jahren habe leben.ich bin gerne bereit die physiotherapie durchzuziehen, es ist aber für mich längerfristig keine lösung, da ich jetzt schon mit 'spätfolgen' dieser wirbelsäulenprobleme zu kämpfen habe!!
kann mir jemand sagen (mit ähnlichen diagnosen) ob eine op indikation (bandscheibenplastik, versteifung,...) gegeben wäre??

Besten Dank!!
minimine
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Re: OP-Indikation gegeben?

Beitrag von minimine »

Hallo Sandraa,

erstmal herzlich willkommen hier im :forum:

Ob bezüglich des Bandscheibenvorfalls eine OP indiziert ist, kann ich dir nicht sagen. Aber man hört doch eigentlich immer wieder, dass auch hier erst konservative Maßnahmen durchgeführt werden sollten. Auch gibt es hier operative Möglichkeiten ohne gleich zu versteifen. Wie erfolgsversprechend diese sind oder ob sie bei dir angebracht sind kann ich dir leider auch nicht sagen, denn wir hier sind ein Forum v.a. für Skoliose/Kyphose. Vielleicht hättest du in einem reinen Bandscheibenforum mehr Erfolg. Allgemein kann ich dir auch den Tipp geben vielleicht mal zu einem Neurologen oder sogar Neurochirurg zu gehen.

Im Bericht vom Radiologen taucht bei dir aber auch der Begriff Skoliose aus, d.h. auch das solltest du vor einer OP-Entscheidung erstmal abklären lassen. Bei Radiologen klingt der Bericht immer sehr "exotisch", aber ein MRT ist bei einer Skoliose auch nicht zur Diagnostik geeignet. Du solltest also auch mal an einen Spezialisten-Besuch denken. Ich kann dir hier zu Dr. Hoffmann in Leonberg raten, egal aus welcher Gegend du kommst. Er kennt sich speziell mit Skoliose/Kyphose sehr gut aus, aber auch mit anderen Rückenproblemen ist man dort gut aufgehoben. :ja: Er arbeitet auch mit verschiedenen Kliniken zusammen, sollte eine weitere Diagnostik oder OP angebracht sein.

Bei einer OP im Zusammenhang wäre dann z.B. das Problem, dass Bandscheiben-Versteifungen ja keine Korrektur-OP´s sind und somit die Statik nach oben bei einer Skoliose nicht mehr stimmen kann. Also solltest du das immer im Zusammenhang sehen.

LG
Minimine
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Kypho60
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Re: OP-Indikation gegeben?

Beitrag von Kypho60 »

Hallo Sandraa,
in deinem MRT-Befund konnte ich nichts von einem Prolaps (Vorfall) lesen. Nur, das stattgehabte Hernien (kann sowohl Prolaps als auch Protusion bedeuten) nachweisbar sind, was sich auch in den Faserring-Einrissen (Annulus fibrosus) manifestiert.
OP-Indikation gegeben?
Wenn du lange genug suchst, wirst du bestimmt einen Arzt finden, der das gerne operieren würde.
Normalerweise wird aber von OP's immer abgeraten, wenn nicht gerade neurol. Ausfälle vorhanden sind.

Deine Befunde müssen nicht unbedingt für die Schmerzen verantwortlich sein. (Ich habe z.B. einen Prolaps in der BWS, der überhaubt keine Beschwerden macht). Es gibt viel Prolaps-Operierte, die keine Schmerzverbesserung durch die OP erfahren haben, weil ihre Schmerzen evtl. gar nicht ursächlich mit dem Vorfall in Verbindung stehen.

Und die im Befund stehenden Protusionen ( ich habe z.B. mehrere davavon in der HWS, die aber auch keine ernsten Beschwerden auslösen) können zwar, - müssen aber keine Beschwerden auslösen.
Oft werden solche Befunde zufällig entdeckt und die Patienten können damit beschwerdearm alt werden.

Sollten deine Probleme wirklich von den Bandscheiben kommen, hast du sicher gute Chancen, sie durch KG zu Verbessern, da solche "Volksleiden" den Therapeuten gut bekannt sind.

Die Schmerz-Ausstrahlungen ins Bein könnten ja evtl. vom Ischias kommen. das kann selbst ohne Therapie weg gehen. Lästig ist es aber allemal. (Solche Symptome haben z.B. auch häufig Schwangere.) Aufpassen solltest du aber unbedingt, wenn Lähmungserscheinungen dazu kommen.

Da du noch jung bist, ist dein Befund vielleicht nicht so häufig, liegt das nun daran, das es nicht oft vorkommt oder das in dieser Altersgruppe nicht oft ein MRT gemacht wird?

Ich wünsch dir gute Besserung und auch, dass die Ursache und auch der passende Therpieansatz gefunden wird.

Gut Geh'n
Kypho60
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