nach mehreren Tagen Recherche in diesem wirklich sehr interessanten und bewegenden Forum möchte ich nun pünktlich zum neuen Jahr meine Rückengeschichte aufschreiben und hoffe in der ein oder anderen Hinsicht Tipps oder Hilfestellungen von euch zu bekommen.
Ich habe versucht diesen Bericht möglichst knapp zu schreiben, allerdings ist mir dies im Nachhinein betrachtet nicht gelungen. Hoffe, dass ich damit keinen vom Lesen abhalte, aber ich wusste nicht welche Details wegzulassen sind.
Ein paar Grunddaten zu meiner Person:
Alter: 24
Größe: 1,94m
Gewicht: 80kg
Ich spiele seit ich 9 Jahre alt bin mehrmals die Woche Tischtennis und gehe seit sieben Jahren regelmäßig ins Fitnessstudio (eigentlich immer die bedachte und körperbewusste Schiene) und habe rundherum auch sonst immer viel Sport gemacht.
Mein Rücken fing an mir zu Probleme zu machen als ich etwa 17/18 Jahre alt war. Dies äußerte sich damals vor allem mit gelegentlichen Schmerzen in der LWS, speziell beim Schlafen. Da es aber immer nur vorübergehend war bin ich das nie näher angegangen.
In meiner Abizeit wurde das dann stärker und ich probierte verschiedene Matrazen aus, was allerdings alles nicht viel half.
Während meines Zivildienstes als Essen-Auf-Rädern Fahrer verschlimmerten sich der Zustand speziell beim Autofahren und die Schmerzen wanderten mehr Richtung BWS.
Da ging ich auch zum ersten Mal zu einem Orthopäden, welcher nach dem Röntgen eine unproblematische leichte Skoliose und "Verknöcherungen" der Wirbelkörper diagnostizierte, welche mir wohl in höherem Alter Probleme bereiten sollten. Mit der Empfehlung regelmäßig zu schwimmen (Kraul) war seine Arbeit getan. Das tue ich seitdem mal mehr mal weniger regelmäßig. Nach dem Zivi bin ich ein Jahr durch Australien gebackpacked und habe teilweise heftig gespürt, dass mein schwerer Rucksack meinen Rücken mächtig stauchte und oft zu schmerzhaften Knacks in der LWS führte.
Zurück in Deutschland, Wuppertal um genau zu sein, begann ich 2005 ein Duales-Studium: Bauingenieurwesen kombiniert mit einer Zimmerer-Ausbildung.
Dieses Programm hat mich auf jeden Fall das ein oder andere Mal an meine körperlichen Grenzen geführt (speziell auf der Baustelle) aber da ich meinen Körper muskelmäßig eigentlich immer auf einem guten Niveau hielt, denke ich nicht, dass ich vom vielen Schleppen und hartem Arbeiten nun Spätfolgen habe.
Meine derzeitigen und langanhaltenden Probleme in der BWS fingen erst Anfang 2007 an.
Zu der Zeit hatte ich zum ersten Mal wiederholt Blockaden in der BWS mit weitreichenden Verspannungen. Durch mein regelmäßiges Fitnesstraining wurde das im Nachhinein betrachtet wohl eher schlimmer als besser.
Als mir Mitte 2007 der nächste Orthopäde nur KG ohne Diagnose verreichte und ich daraufhin lernte wie ich mich selbst einrenken solle, fing das Problem erst richtig an.
Dies tat ich dann zunehmend öfter, erst nur zu Hause, dann auch im Fitnessstudio, beim Tischtennis, in den UNI-Hörsälen. Bis ich das bis Anfang 2008 unzählbar oft während eines Tages machte und auch schon lange kein wirklicher Widerstand mehr von den Bändern und der Muskulatur ausging und das ganze mehr eine Art Wirbel-rutschen anstatt knacken wurde.
Es fiel mir zunehmend schwerer aufrecht zu sitzen da die Instabilität im BWS-Bereich und die resultierenden Schmerzen immer gravierender wurden. Ich ging zu einem weiteren Orthopäden und dieser stellte dann heraus, dass mir ja nicht mehr zu helfen sei und alles verschlissen sei. Ich sollte mal jeden Tag mittags laufen gehen und nicht mehr so viel sitzen, ansonsten könnte man da nichts mehr machen.
Zum festhalten: Keiner der beiden letzten Ärzte hielt es für nötig eine mehr als fünf-minütige Aufnahme zu machen oder zu röntgen, aber das ist für die meisten von euch wahrscheinlich kein neues Phänomen.
Immer niedergeschlagener und perspektivlos hab ich mich dann mal zu einem Heilpraktiker überreden lassen und wurde dort monatelang auf einen wohl vorhandenen Beinlängenunterschied und Hüftschiefstand hin behandelt. Im Nachhinein scheint mir das die "sogenannte Dorn-Methode" gewesen zu sein.
Über einen weiteren Homöopathen kam ich dann zu der Erkenntnis, dass ein toter und massiv entzündeter Schneidezahn (als Spätfolge von einem Fahrradunfall) gezogen werde müsse und ggf. an meinen Rückenproblemen schuld sein könnte.
Dieser wurde dann im Sommer 2008 gezogen und im November nun mit einem Implantat versorgt, was aber wieder eine eigene Geschichte darstellen würde.. Die Probleme hörten dadurch aber leider nicht auf.
Über den Zahnarzt kam ich dann in eine osteopathische KG (Vanderborcht-Sprockhövel), welche gute Arbeit leistete und mehrere Störungen meines Körpersystems festhielt:
Funktionsstörung in den Füßen
Hüftversteifung rechts
unflexible LWS
eingeschränkte Rumpftorsion
und die massiven Verhärtungen, Verspannungen rund um die BWS und entlang der Rippen
Über diese Praxis bin ich dann an einen neuen Orthopäden weiterempfohlen wurden. Dieser machte zum ersten Mal seit 4 Jahren wieder ein Röbi (wie sie hier ja liebevoll genannt werden
http://www.gmx.de/mc/CKMJJQ1Dz5WyatSNFZ0fzJTZsDwVoJ
Man muss auf GMX Mediacenter starten klicken und dann kann man sie einfach öffnen (ohne software download..)
hoffe das klappt mit dem angucken
Er hat daraufhin diverse "halb-Diagnosen" gestellt:
1. Keilwirbel im BWS-Bereich
2. Deckplattenverformungen und geringe Abstände zwischen den Wirbeln an den Innenseiten in der BWS
3. Dysbalancen in der Körperstatik und Skoliose..
Als mögliche Lösung pries er mir dann die 3D-Rasterstereographie mit anschließender sensomotorische Einlagenversorgung an. Das sollte dann meine ver-rückte Körperstatik wieder zentralisieren und mich stabilisieren.
Ok kostete im Endeffekt knapp 800€ ( wobei ich mich mit 250€ überzeugen ließ) und hat nach knapp 4 Monaten Tragezeit absolut nix an meinen Symptomen geändert. Ich habe nun diese 3D-Aufnahmen auf denen auch viele Neigungen, Krümmungen,Abweichungen festgehalten sind aber ich weiß nicht ob Details hier weiterhelfen würden, vielleicht: Kyphosewinkel 55,3° oder Lordosewinkel 35°
Da ich schon merkte, dass ich immer noch nicht weiterkomme mit meiner Problematik habe ich mich seit September nun verstärkt mit zufällig aufgeschnappten Begriffen wie Morbus Scheuermann, Bechterew und co via Internet auseinandergesetzt und sehr viel recherchiert. Dabei bin ich ziemlich schnell auf den Trichter gekommen, dass die Morbus Scheuermann Symptome ziemlich gut zu meinen passen und bin mit meinen Vermutungen wiederum zum Orthopäden, der dann nur meinte: Jo sieht ziemlich danach aus, könnte gut sein. Da ich schon von meiner Cousine von der Klinik in Bad Sobbernheim gehört hatte und ja durchgängig alle dazu raten, hab ich dann einen reha-antag von ihm ausfüllen lassen, den ich jetzt vor paar tagen ausgefüllt wiederbekommen habe.
Ich würde nur sehr gerne wissen, wie es schlimm es wirklich um meinen Rücken steht. Vom Gefühl her ist es wirklich nicht gut, aber unter den Winkeln kann ich mir noch nicht sooo viel vorstellen.
Ich war auch letztens bei einem Skoliose-Selbsthilfengruppen-Treffen wo mir Dr. Liljenqvist in Münster ans Herz gelegt wurde. Bei ihm hab ich für den 9.1.2009 einen Termin (vor drei monaten bekommen).
Nachdem was ich hier alles gelesen habe bin ich überzeugt, dass ich die konservative Therapie nach Schroth machen sollte und mit Vorsicht die Empfehlungen von einem Chirurgen wie Dr. Liljeqvist genießen sollte, aber ich hoffe dass er mich wenigstens in meinen Vermutungen stützen kann oder weitere Möglichkeiten aufzeigt.
Meine BWS Probleme nehmen auf jeden fall immer weiter zu und ich fühle mich zunehmends unsymmetrischer und schwächer.
Nach den diversen Gesprächen mit Orthopäden, Physiotherapeuten und sonstigen Ärzten bin ich mir mittlerweile kaum noch darüber im klaren welche Maßnahmen die richtigen sind und welche Sportart bei mir sinnvoll ist. Ich mache für meine Leben gerne Sport und brauche diesen Ausgleich auch ganz dringend.
Von Tischtennis wurde mir wegen der Torsionsbelastung nun mehrfach abgeraten, wobei es schon sehr weh tuen würde nach 15 Jahren damit aufzuhören, aber wenn es denn so sein soll.. - Da würde mir eure Meinung sicherlich helfen!
Schwimmen gehe ich weiterhin und mittlerweile mach ich auch Pilates und etwas yoga - allerdings fehlt mir im Moment wirklich die sportliche Orientierung..
Fitnessstudio sollte ich vermutlich weitermachen oder ? Meins ist gerade pleite gegangen und ich such gerade ein neues, auch mit Kursen..
2007 hatte ich auch mit Triathlon angefangen aber das ließ sich mit den Beschwerden 2008 nicht fortführen.
Alles in allem belastet mich beine Beeinträchtigung zunehmends und außer der hoffentlich erfolgreichen Reha-Anfrage hab ich auch keine Perspektive im Moment.
Sollte ich mir auch einen Termin bei Dr. Hoffmann geben lassen um eine genaue Vermessung und klare Diagnose zu bekommen? Bisher lief das alles so oberflächlich ab, obwohl ich mir sicher bin, dass das Morbus-Scheuermann und Skoliose Bild zutrifft.
Ich hoffe ich habe euch mit diesem langen Text nun nicht gelangweilt und würde mich sehr über etwas Resonanz freuen. Bisher hat es mir allerdings auch schon sehr geholfen die Geschichten und Ratschläge hier im Forum zu lesen, also DANKE schonmal !
Die Röntgenbilder sind aus dem digital-röntgen ausgeschnitten und von daher sind die nicht mehr in Top-Qualität aber ich hoffe man kann noch was erkennen.
Schöne Grüße aus Wuppertal und ein gesundes Jahr 2009 für euch alle.
Philip





