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Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hi Charp, das wäre wirklich interessant. Ich persönlich bin der Meinung, dass man durchaus schreiben kann, warum man nicht dahin oder dorthin will, aber welche Klinik die bessere ist, kann nur einer beurteilen, der in beiden Kliniken war und diese Person kann das nur für sich selbst sagen und nicht für andere.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Dalia hat geschrieben:Also, das finde ich jetzt zu einfach argumentiert: Die Schroth-Therapeuten in Sobi haben die Fragen negativ beantwortet, daraus schlussfolgerst du, dass die Schroth-Übungen nicht besser als in BaSa sind?!
Dazu muss man aber wissen, um welche Fragen es ging!

1. welche Übungen gibt es bei Sitzkyphose?
Schon der Begriff Sitzkyphose war den Therapeuten scheinbar nicht geläufig.

2. Werden Kyphose Patienten mit sekundärer Skoliose bezüglich ihrer Skoliose in eine Extra Gruppe gesteckt?
Nein!

3. Ist die von Dr. Weiss propagierte Übung "snake in the Mountain" bei den Therapeuten bekannt? (sieht laut Homepage nach einer idealen Übung für mich aus)
Hat noch keiner was davon gehört.

So, daraus habe ich für mich ein persönliches Fazit gezogen!

Das bedeutet für mich aber auch, dass ich jedem raten werde, sich nach der 1. REHA bei Unklarheiten weiter zu informieren und das, wenn möglich in der 2.REHA mit einzubringen oder versuchen bei einer ambulanten Schroth KG zu klären.
Das Buch von Lehnert-Schroth hat mir nach der REHA auf einigen Seiten gute Dienste geleistet, sodass ich mir insgesamt gesehen evtl. angedachte private Stunden in Bad Sobernheim sparen kann.

Ich denke, dass man die Schroth REHA genauso wie alle anderen medizinischen Dienstleistungen immer kritisch hinterfragen und eigene Kompetenz entwickeln muss.
Und selbst wenn jemand den praktischen Vergleich zwischen beiden Kliniken macht, ist es doch eine sehr persönliche Sache, die niemals allgemein gültig sein kann.

Für eine Meinungsbildung fände ich das aber ideal.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Dalia »

Klaus hat geschrieben:
Dalia hat geschrieben:Also, das finde ich jetzt zu einfach argumentiert: Die Schroth-Therapeuten in Sobi haben die Fragen negativ beantwortet, daraus schlussfolgerst du, dass die Schroth-Übungen nicht besser als in BaSa sind?!
Dazu muss man aber wissen, um welche Fragen es ging!
Jein.

Vielleicht gehen die Therapeuten die Kyphose automatisch richtig an?

Wie gesagt, ICH kann das nicht beurteilen, aber ich finde es gewagt zu sagen, die Therapie ist schlechter, wenn man die Übungen nicht selbst ausprobiert hat. Zu den Fragen, die du geschrieben hast, können die Sobernheimer hier vielleicht was schreiben.

Der Patient, von dem du schreibst, kennt er die Reha in BaSa auch? Hat er auch eine Kyphose? (Wenn es dir nicht zu persönlich ist, weiß nicht, ob er auch ein Forumsmitglied ist.)
Schon der Begriff Sitzkyphose war den Therapeuten scheinbar nicht geläufig.
Wie du schon selbst schriebst, vielleicht war es Zufall. Oder sie haben andere Namen dafür.
Werden Kyphose Patienten mit sekundärer Skoliose bezüglich ihrer Skoliose in eine Extra Gruppe gesteckt?
Klingt nicht gut.
Ist die von Dr. Weiss propagierte Übung "snake in the Mountain" bei den Therapeuten bekannt? (sieht laut Homepage nach einer idealen Übung für mich aus)
Vielleicht kennen sie die Übung, ohne den Namen zu wissen (habe ich erlebt bei meinen drei Schroth-Therapeutinnen, die ich hatte). Vielleicht haben sie aber da wirklich ein Defizit. Vielleicht ist die Übung aber auch nicht so ideal, wie sie aussieht. Dazu kann Toni vielleicht was sagen.
So, daraus habe ich für mich ein persönliches Fazit gezogen!
So soll es auch sein.
Das bedeutet für mich aber auch, dass ich jedem raten werde, sich nach der 1. REHA bei Unklarheiten weiter zu informieren und das, wenn möglich in der 2.REHA mit einzubringen oder versuchen bei einer ambulanten Schroth KG zu klären.
Finde ich gut.
Und selbst wenn jemand den praktischen Vergleich zwischen beiden Kliniken macht, ist es doch eine sehr persönliche Sache, die niemals allgemein gültig sein kann.
Genau, meinte ich auch.
Für eine Meinungsbildung fände ich das aber ideal.
Ehrlich gesagt ich auch, solange man sich nicht zerfleischt.

Ich kenne die derzeitige Therapie in keiner der beiden Kliniken, ergo kann ich sagen, dass ich neutral bin und am objektivsten urteilen kann. :P ;D :D :irre:
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Beitrag von Klaus »

Dalia hat geschrieben:Ich kenne die derzeitige Therapie in keiner der beiden Kliniken, ergo kann ich sagen, dass ich neutral bin und am objektivsten urteilen kann.
Zu dem Schluss könnte man kommen, wenn man eine Beurteilung rein aus den Argumenten der Poster heraus machen müsste.
Dazu wäre aber eine ausreichende Anzahl von Beurteilungen beider Kliniken nötig, das ist aber nicht der Fall und die teilweise drastischen Äusserungen von BZebra bringen momentan schon eine kleine Schieflage in die Diskussion.

Du kennst Schroth nicht und Du weisst aber, dass man 4 Wochen braucht, um das richtig zu lernen. Insofern ist eine Beurteilung der Therapie tatsächlich nur im praktischen Erleben möglich und somit natürlich besonders individuell, incl. dem Umfeld, was bei 4 Wochen eine grosse Rolle spielt.
Also viel sensibler, als z.Bsp. eine Arzt-Einschätzung, vielleicht mit der Korsett-Therapie zu vergleichen, die ja nun auch durch heftigste Diskussionen ging und jetzt nach meiner Meinung einen guten Diskussionsstand im Forum erreicht hat.
Dalia hat geschrieben:Vielleicht gehen die Therapeuten die Kyphose automatisch richtig an?.... Vielleicht kennen sie die Übung, ohne den Namen zu wissen...Vielleicht haben sie aber da wirklich ein Defizit. Vielleicht ist die Übung aber auch nicht so ideal, wie sie aussieht.....
Zitat(Klaus):
Schon der Begriff Sitzkyphose war den Therapeuten scheinbar nicht geläufig.

Wie du schon selbst schriebst, vielleicht war es Zufall. Oder sie haben andere Namen dafür.
Das sind mir zu viele "vielleicht", abgesehen davon, die Sitzkyphose wird von Christa Lehnert-Schroth in ihrem Buch genau beschrieben!
Dalia hat geschrieben:Der Patient, von dem du schreibst, kennt er die Reha in BaSa auch? Hat er auch eine Kyphose? (Wenn es dir nicht zu persönlich ist, weiß nicht, ob er auch ein Forumsmitglied ist.)
Er hat eine Kyphose, ist natürlich Forumsmitglied und hat mich per PN kontaktiert, worauf ich ihn bat, die entsprechenden Fragen zu stellen. Einen Vergleich mit BaSa habe ich dann für mich persönlich gezogen.
Dalia hat geschrieben:aber ich finde es gewagt zu sagen, die Therapie ist schlechter, wenn man die Übungen nicht selbst ausprobiert hat.
Das habe ich nicht gesagt.
Ich habe mein persönliches Fazit gezogen und danach gibt es für mich keine besseren Übungen in Bad Sobernheim, nachdem ich nach meiner REHA erfolgreiche Nachbarbeitung betrieben habe.
Dalia hat geschrieben:Zitat:
Werden Kyphose Patienten mit sekundärer Skoliose bezüglich ihrer Skoliose in eine Extra Gruppe gesteckt?

Klingt nicht gut.
Das habe ich deswegen erwähnt, weil ich vor längerer Zeit eine Diskussion mit BZebra darüber hatte, warum in BaSa die Sekundär- Skoliose bei Kyphose nicht extra angegangen wird.
Ich habe ja nun wirklich praktisch erfahren müssen, wie anstrengend die Übungen gegen die Kyphose waren. Da war es unmöglich noch extra Übungen gegen meine 15 Grad Skoliose zu machen.
Abgesehen davon hat sich auch meine Skoliose positiv mit verändert, was ja symmetrische Schroth-Übungen auch mit sich bringen.

Gruss
Klaus
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Beitrag von Dalia »

Klaus hat geschrieben:Du kennst Schroth nicht
Bitte? Natürlich kenne ich Schroth. Aber das Repertoire der Übungen ist bei mir sehr klein. Aber bei einer Reha, schätze ich, würde ich etwa die Hälfte der Übungen wiedererkennen.

Sorry für die vielen "Vielleichts", es waren eben Vermutungen von mir.
Dalia hat geschrieben:aber ich finde es gewagt zu sagen, die Therapie ist schlechter, wenn man die Übungen nicht selbst ausprobiert hat.
Das habe ich nicht gesagt.
Ich bezog mich auf diese Bemerkung von dir: "Das Ergebnis war negativ und für mich insofern beruhigend, als eine bessere Schroth-Therapie dort wohl nicht durchgeführt worden wäre"

O.k., ich wandle ab: Ich finde es gewagt zu behaupten, in Sobi keine bessere Therapie für Kyphose zu bekommen, wenn man das nicht selbst ausprobiert hat. Aber es ist möglich, dass du recht, nachdem was du gehört hast. Genauso wie es möglich sein kann, dass BZebra recht hat. ;)

Ich habe den Eindruck, dass sehr viele Leute, die in der einen Reha-Klinik waren, die andere gar nicht mehr ausprobieren wollen. Was auch für die jeweilige Reha-Klinik spricht.

Dalia
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich kenne eine Skoliose-Patientin persönlich, die 2 mal in BaSa und 2 mal in Sobi war. Sie hat das rel. Objektiv verglichen.
Sie hat Bad Sobernheim eindeutig als WESENTLICH intensiver und effektiver empfunden!
Allerdings hat sie ihre ersten und übrigens sehr großen Erfolge in Bad Salzungen gehabt. Damals hätte sie fast ein Jahr auf einen Termin in Sobi warten müssen. In ihrem Fall war es völlig richtig SCHNELL Schroth zu lernen, und das war in Bad Salzungen fast sofort möglich und auch sehr gut.
Sequenztraining mit Schroth zu kombinieren halte ich NICHT als Lückenfüller, sondern es ist ein sehr guter Übergang, seine durch Schroth erlernte Haltung zuerst mal kontrolliert bei Kraftübungen beizubehalten. Es fällt einem dann wesentlich leichter danach im Alltag, zum Beispiel in der Arbeit oder beim Heben und Tragen von Lasten, die Schroth-Haltung zu bewahren.
Ich muss aber sagen, daß die Sportlehrer und " Kraftraum-Aufseher" teilweise NULL Ahnung von Schroth und Haltung hatten oder nicht gut aufpassten.
Aber wenn eine der Schroth-Therapeuten im Kraftraum "Aufsicht" hatte, dann war das mindestens so hochwertig wie in den "Orginal-Schroth" -Stunden.

Was ich den Salzungern arg ankreide ist die teilweise katastrophale Inkompetenz der "Ärzte", speziell auch bei operierten Schmerzpatienten! (Nicht der Chefarzt ist damit gemeint, sondern die subalternen hinterkausasischen, vorder- und hinteruralischen Tundra- und Taiga-Orthopäden).

Andererseits finde ich es in Sobernheim furchtbar schade, daß ein derart hochkompetenter, hocherfahrener und einfühlsamer Arzt wie Dr. El Obeidi total von Dr. HRW abhängig und weisungsgebunden gemacht wird und alle seine Kurzzeitmoden und Starallüren und dessen "Profilneurose"-Experimente ;D :P :lach: im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Rücken der Patienten mitmachen muss.

Insgesamt würde ich sagen, daß ich mich mit meinem heutigen Stand der Kenntnisse und Erfahrungen (nicht nur von mir!) BZebra im Großen und Ganzen anschließe. Die sehr hohe Kompetenz und Erfahrung der Sobi- Kampfschroth-Ausbilder hat aber leider nicht verhindern können, daß die "Schroth-technisch" äußerst wertvolle und hocheffiziente Balkenhalle abmontiert wurde und dort jetzt die "Skolimädels" den Hängebauch-Superhohlkreuz-Arschwackel-Hungerhaken-"Catwalk" und ähnlichen HRW-Mode-Blödsinn lernen.
Dagegen ist der Salzunger Kraftraum ein Hort "Reinsten archaischen Edelschrothes"!
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Klaus hat geschrieben:und die teilweise drastischen Äußerungen von BZebra bringen momentan schon eine kleine Schieflage in die Diskussion.
Ja, ich hoffe doch! Andernfalls würdest du ja in Raum stellen, dass Du innerhalb deiner 4 Wochen Reha soviel gelernt und gesehen hättest, wie ich in meinen 48 Wochen!

Klaus, das wird sicherlich nicht an deinem Ego kratzen, wenn ich dir vor diesem Hintergrund jetzt sage, dass du in Sachen Schroth - 4 gegen 48 - kaum Erfahrung hast!

Ich kann Dir definitiv sagen, dass man in solch einem kurzen Zeitraum, nur einen kleinen Ausschnitt der Übungen, Übungsvarianten und Tricks mitbekommt, die es so gibt, und in vielen vielen Wiederholungsrehas kommt immernoch etwas hinzu, was man bis dato noch nicht gemacht hat und was man noch nicht kannte.
Und das steht alles in keinem Buch! Und genau an der Stelle ist der Hund begraben, wenn die Therapeuten nur so kurze Zeit in Sobernheim waren (wenn überhaupt).

Es ist vollkommen irrsinnig zu glauben, dass die Physiotherapeuten in Bad Salzungen den gesamten Wissenschatz in einer Woche bis maximal vielleicht 3 Monaten Aufenthalt in Sobernheim mitnehmen konnten; zudem auchnoch situations-, also patientenbezogenes Wissen, was erst noch die Gelegenheit zum Vorführen braucht und ganz außen vor gelassenen, dass sie es das dann auch noch untereinander weitergeben mussten. Unter diesen Umständen kommt es zwangsläufig zu einer totalen Verwässerung.

Wenn du auch über Jahre die Entwicklung der Therapeuten in Sobernheim mitverfolgen konntest, dann weißt Du, was es braucht, um wirklich gut zu werden. Und dazu zählt einfach auch viel lernen und abgucken von den erfahreneren Therapeuten. Wie um alles in Welt soll das stattfinden, wenn die Salzunger Therapeuten vollkommen abgeschottet sind und bis auf ihre initialen Grundlagen, die sie irgendwann mal von Sobernheim mitgenommen haben, keine weiteren Austauschmöglichkeiten mehr haben?

Was Du als reelle Möglichkeit darstellst, dass die Bad Salzunger Therapeuten es doch irgendwo vielleicht her bekommen haben könnten, das ist für mich wie an den Weihnachtsmann zu glauben.

Was ihr oft so enthusiastisch von Bad Salzungen berichtet, sieht für mich vollkommen gegenteilig aus, weil mit dem ein oder andere Backgroundwissen aus Euren Berichten ersichtlich ist, dass das nur hat sein können, weil die Bad Salzunger das wieder nicht richtig gekonnt haben.

So zum Beispiel Toni, als er von seiner ersten Reha in Bad Salzungen zurück gekommen ist, und voll Enthusiasmus berichtet hat, wie die Salzunger Therapeuten bei seiner Frau eine GANZ NEUE Übungsvariation erfunden habe (zwischen zwei Stäben ohne Stäbe), und dann auchnoch dazu schreibt, dass DAS - in ähnlicher Fasson wie du das jetzt auch machst - in Bad Sobernheim so nie möglich gewesen wäre (warum auch immer?).

Was soll ich dazu sagen, wenn ich schon x-mal während meiner Rehas miterlebt habe, wie den Patienten, die sich in ihre Stäbe hängen lassen oder bei denen das einfach nicht gut aussieht, eben die Stäbe geklaut werden. Es war nichts weiter als eine vollkommen gängige in Sobi ständig vorkommende Übungsvariation.
Ich hab sie gekannt, die Salzunger haben sie eben nicht gekannt und mussten das Rad erst wieder neu erfinden.

Es ist für mich einfach naiv, zu glauben, von jemandem eine ordentliche Ausbildung erwarten zu können, der selbst kaum eine hatte. Von nichts kommt halt einfach nichts. Und Schroth, zu seinem allergrößten Teil, steht in eben in keinem Buch geschrieben! Das MUSS direkt weitergegeben werden.

--

Für die anderen Dinge, weiß ich nicht ob ich mich da wiederholen soll:

Ich hab schon x-mal geschrieben, dass es in Sobernheim die so genannte 1er-Gruppe gibt. Jede nicht behandlungsbedürftige Mini-Skoliose kommt da rein! Entweder es wird entschieden, dass die Skoliose behandlungsbedürftig ist, dann wird sie behandelt. Wenn nicht, dann wird sie nicht extra behandelt bzw. man darf sich darauf beschränken, nach seinem eigenen Atemmuster in die ein oder andere Stelle zusätzlich reinzuatmen.

Und Gradzahlen spielen dabei überhaupt keine Rolle! Es geht nur nach Notwendigkeit!

Und wenn Therpeuten eine Übung die in der Literatur aufgeführt ist nicht kennen ("Snake in the Montain"), dann musst du dich beim Autor beschweren, dass der eine in der Praxis nicht geläufigen Begriff verwendet hat!

Und ich weiß übrigens auch, was eine Sitzkyphose ist, ohne dass jemals in einem Buch gelesen zu haben! Und das obwohl ich selbst keine habe! Erstaunlich, gell! ;)
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Dalia hat geschrieben:Bitte? Natürlich kenne ich Schroth.
Ich meinte natürlich eine Schroth-REHA, denn das ist ja die Voraussetzung für ein erfolgreiches richtiges praktisches Schrothen.
Dalia hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, dass sehr viele Leute, die in der einen Reha-Klinik waren, die andere gar nicht mehr ausprobieren wollen. Was auch für die jeweilige Reha-Klinik spricht
.
Genau das ist es ja.
Abgesehen davon, dass in meiner Situation eine 2.REHA schwer möglich ist, wenn ich nicht privat zahle, habe ich meinen Klärungsbedarf erledigt.
Dalia hat geschrieben:Ich finde es gewagt zu behaupten, in Sobi keine bessere Therapie für Kyphose zu bekommen, wenn man das nicht selbst ausprobiert hat.
Natürlich kann man alles ausprobieren, auch Korsette von verschiedenen OT's. Aber es muss doch möglich sein, für sich persönlich ein Fazit zu ziehen und es hier zu posten.
Für mich persönlich gibt es keine bessere Therapie meiner "persönlichen Kyphose" :) in Bad Sobernheim, nachdem ich meine Situation nachbearbeitet habe und aus einer Nachfrage entsprechende Schlüsse gezogen habe.
Toni hat geschrieben:Ich muss aber sagen, daß die Sportlehrer und " Kraftraum-Aufseher" teilweise NULL Ahnung von Schroth und Haltung hatten oder nicht gut aufpassten.
Aber wenn eine der Schroth-Therapeuten im Kraftraum "Aufsicht" hatte, dann war das mindestens so hochwertig wie in den "Orginal-Schroth" -Stunden.
Da gebe ich Dir recht.
Deswegen glaube ich, dass man nach der ersten REHA grundsätzlich unbedingt noch eine zweite braucht, um wesentlich optimaler mit eigener Kompetenz an die Sache zu gehen. Zumindest mir geht es so, dass es Zeit braucht, bis man die Dinge verinnerlicht hat, insbesondere, wenn man kritisch ist.
Toni hat geschrieben:Was ich den Salzungern arg ankreide ist die teilweise katastrophale Inkompetenz der "Ärzte", speziell auch bei operierten Schmerzpatienten!
Wie Du selbst andeutest, ist mit einer praktischen Kompetenz der Stationsärzte in beiden Kliniken nicht zu rechnen. Da finde ich es noch von Vorteil, dass man durchaus 2 Termine mit Dr. Steffan während der REHA in Bad Salzungen haben kann.

BZebra hat geschrieben:Ja, ich hoffe doch! Andernfalls würdest du ja in Raum stellen, dass Du innerhalb deiner 4 Wochen Reha soviel gelernt und gesehen hättest, wie ich in meinen 48 Wochen!

Klaus, das wird sicherlich nicht an deinem Ego kratzen, wenn ich dir vor diesem Hintergrund jetzt sage, dass du in Sachen Schroth - 4 gegen 48 - kaum Erfahrung hast!
Kein Problem mit dieser Aussage. :) :D
Nur ich behaupte ja nicht, dass die Schroth Therapie in Sobi schlechter oder mangelhafter sei, schon deshalb nicht, weil ich nicht dort war!
Wenn ich sage, dass ich eine bessere Therapie für mich persönlich nicht erkennen kann, dann ist das ein Fazit, was ich hier ganz subjektiv feststelle, ohne Sobi dabei anzugreifen.
Oder wird das etwa so verstanden?.
BZebra hat geschrieben:Ich kann Dir definitiv sagen, dass man in solch einem kurzen Zeitraum, nur einen kleinen Ausschnitt der Übungen, Übungsvarianten und Tricks mitbekommt, die es so gibt, und in vielen vielen Wiederholungsrehas kommt immernoch etwas hinzu, was man bis dato noch nicht gemacht hat und was man noch nicht kannte.
Das habe ich in BaSa auch mitbekommen, dass es noch viel mehr Übungen gibt, aber ich wurde sowieso extra bedient :) und hatte dann meine spezielle "Mr. Schroth 2005" Übung :) mit 3 Schroth-Bänkchen.
BZebra hat geschrieben:Ich hab schon x-mal geschrieben, dass es in Sobernheim die so genannte 1er-Gruppe gibt. Jede nicht behandlungsbedürftige Mini-Skoliose kommt da rein!
Ja, das ist die Diskussion, die ich meinte. Nur handelt es sich um eine Sekundär-Skoliose bei Hyperkyphose.
Und da kann ich auch nur wiederholen, dass die Praxis in BaSa für mich völlig überzeugend war.

Gruss
Klaus

Hallo rainbow,
wie geht es Dir? :)
Zuletzt geändert von Klaus am So, 08.10.2006 - 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Dalia »

Hallo Klaus,
Klaus hat geschrieben:Ich meinte natürlich eine Schroth-REHA, denn das ist ja die Voraussetzung für ein erfolgreiches richtiges praktisches Schrothen.
Dass mir kein Missverständnis aufkommt: Ich bin mir sicher, richtig Schroth anzuwenden, aber mein Übungsinventar ist sehr reduziert und meine Ausstattung auch entsprechend.
Klaus hat geschrieben:
Dalia hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, dass sehr viele Leute, die in der einen Reha-Klinik waren, die andere gar nicht mehr ausprobieren wollen. Was auch für die jeweilige Reha-Klinik spricht
.
Genau das ist es ja.
Allerdings ist es auch so, wenn man nur die eine Klinik kennt und sie gut findet, muss das noch nicht bedeuten, dass sie auch besser ist als die andere Klinik. Aber ich verstehe es voll und ganz, wenn man sagt, ich will nur nach BaSa oder ich will nur nach Sobi. So wie ich es hier lese, kann man mit keiner der beiden Kliniken was verkehrt machen (bin gespannt, ob ich von BZebra gleich wieder was auf den Deckel kriege).
Hallo rainbow,
wie geht es Dir? :)
Das interessiert mich auch, hoffentlich haben wir ihn nicht rausgedrängt. Aber dafür hat er umfassende Antworten zu Sobi und BaSa bekommen. :D
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Beitrag von lisalein »

Ooo also hier is ja die Kagge ganz schön am Dampfen^^*grinz* also ich war scho 2 ma in Salzungen un ich würd auch jeder Zeit wieder dort hin... und meine Therapeuthin die auch Schroth durchführen KANN war sehr begeistert wie gut ich das hinbekomme und wie sich meine Haltung insgesamt verändert hat. Also ich war ja diese Sommerferien in BaSa und dort waren EINIGE patienten die schon mal in Sobernheim waren ( auch erwachsene) und die fanden es alle in BaSa besser und wollen lieber dort wieder hin. Die Umgebung und auch die größe der Klinik, die Strenge und sooo soll halt besser in BaSa sein... für mich ist die Umgebung sehr wichtig und wie die Leute mit mir umgehen, wenn ein regelrechter TOTALER Drill herrscht dann bin ich depri un seelisch am Ende un dann klappt gar nix mehr...und meiner Meinung nach können die Therapeuten GUT korregieren und Schroth durchführen, obwohl ich nur eine sehr leichte Skoliose habe (größtenteils Kyphose) , haben sie mich immer wieder korregiert und des war ja eigntlich ne Symetrische gruppe...
so dele
glg lisalein
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Beitrag von Rainbow »

Nö, ihr habt mich nicht vergrault.

In der Zwischenzeit habe ich das Korsett bekommen, ging viel schneller als ich gedacht habe. Ich habe mit einem Kampf mit der Krankenkasse gerechnet.

Die Reha in Bad Salzungen habe ich Anfang des Jahres gemacht. Und ich glaube die Ärzte und Diätassistentinnen werden mich in guter Erinnerung gaben. Ich habe eine Lebensmittelallergie und die hat mich nach einer Woche Aufenthalt erwischt.

Was mir mehr gegen den Strich ging, war das die Therapeuten und Ärzte mir das Korsett ausreden wollten, wäre schädlich es zu tragen, bei mir würde es eh nix mehr nützen usw. Ging jeden Tag so. Schließlich sagten es sogar andere Teilnehmer in der Reha. Ich war nach ca. 10 bis 14 Tagen so wütend gewesen, ich hätte am liebsten jeden der es zu mir gesagt hat, das Korsett an den Kopf geschmissen.
Agrimon
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Beitrag von Agrimon »

Hallo Lisalein,

habe eben deinen Bericht gelesen und musste schmunzeln. Ich denke, als Jugendlicher versteht man die strenge etwas anders, als die Erwachsenen. Auch wenn du meinst, sie sind streng zu dir, dann meinen sie es nicht so wie es aussieht.
Bei manchen Patienten muss man eben etwas strenger sein, damit die Therapie auch anschlägt. Ich war auch schon in BaSa und finde es dort überhaupt nicht so streng, eher recht lustig. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Nimm es von der kockeren Seite.

Gruß Agrimon
bin eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und noch Interesse für andere Dinge hat

Meine Skoliose-Geschichte: Meine Skoliose
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