Die faulen Orthopäden

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

virtuelle hat geschrieben:Man muss erkennen, dass die aktuell als richtig empfundene Haltung falsch ist und sich beharrlich eine andere, bessere Haltung mit verändertem Körperschwerpunkt erarbeiten. Dass das vielleicht nicht ohne Hilfsmittel oder Rat von außen geht ist klar, aber die meiste Arbeit sollte doch von jedem Individuum selbst kommen.
Ich kann mich nur BZebra anschliessen, das ist genau die Beschreibung von Schroth, besser gesagt einer Schroth REHA, die nicht umsonst 4 Wochen dauert!
Ein eingefahrenes Körpergefühl lässt sich nicht so schnell ändern und der Rat von aussen muss schon sehr intensiv sein.
Wenn man einen Physiotherapeuten möglicherweise problemlos beliebig beanspruchen kann, noch andere Hilfsmittel (Pferd :) )hat und in der glücklichen Lage ist, seinen Körper bestens im Griff zu haben, dann ist das sicherlich leichter.
Nur ich frage mich, wie lange hat es denn bei Dir gedauert, in diese Lage zu kommen? Waren das 4 Wochen, nach denen Du wusstest, wo es darauf ankommt?
Und Rat von außen findet man sicher auch überall vor Ort. Die hier verbreitete Meinung von durchweg schlechten Orthopäden und Physiotherapeuten stimmt einfach nicht. Mein Physiotherapeut hat m.W.n. keine Ahnung von Schroth und mir trotzdem die richtige Haltung unheimlich gut vermitteln können.
Du kannst doch nicht einfach so vielen Leuten die negative Erfahrung absprechen. Und selbst wenn man daraus eine absolute Unmündigkeit der Patienten ableiten wollte, müßte man sich doch fragen, warum es den Orthopäden nicht gelingt, für eine kompetente Behandlung auch dieser Leute zu sorgen.
Bezüglich Physiotherapeuten habe ich schon jede Menge negativer Erfahrungen hinter mir. Selbst eine ambulante Schroth Therapeutin hat mir vor der REHA falsche Übungen beigebracht.
Aber das ist mir erst bewusst geworden, als ich die REHA hinter mir hatte.
Wie kann man Newbies, die erstmals ins Forum kommen und vielleicht noch ein Foto von ihrem Rücken einstellen, die Standard-Antwort geben, für eine richtige Diagnose müssen sie am besten nach Stuttgart fahren und sich zur Therapie ein Korsett machen lassen und eine mehrwöchige Reha machen ........In erster Linie sollte man solchen Leuten doch Hoffnung auf Verbesserung machen, ihnen erklären, dass viel Erfolg ganz allein in ihrer Person liegt
Also nicht abklären, wie die Situation der WS wirklich ist?
Bei Kyphose z.Bsp. nicht ermitteln, ob der Rundrücken durch die Fehlstellung der Wirbel ausgelöst ist oder nur durch muskuläre Defizite?
Nicht herausfinden, welche Bereiche tatsächlich fixiert sind und welche nicht?
Den Patienten dadurch animieren, "Selbstheilungskräfte" walten zu lassen und ohne die eigene Situation wirklich zu kennen, wohlmöglich auch Geistheiler aufzusuchen, die ja mit "Wirbelsäulenbegradigung" werben ?

Eindeutig nein!
Ich werde auch weiterhin diese Tipps geben und wenn man sich die Mühe machen würde genau zu lesen, dann sind das immer Tipps für die Erst-Versorgung und nicht gedacht für die 100% Versorgung aller bis zum Lebensende! Aber es ist in den meisten Fällen endlich der entscheidende Schritt vorwärts!
Im übrigen ist es nicht so, dass wir hier ein "muss" einbringen!
Die Leute, die hier Entscheidungen zu treffen haben, sind in erster Linie Erwachsene, die für sich selbst oder für ihre Kinder handeln müssen.
Und gerade beim Erwachsenen Korsett als ein Baustein (da steht dann "evtl." bzw. "und/oder") sieht man doch deutlich eine kontroverse Diskussion, ganz abgesehen von dem feinen Unterschied "korrigierend" oder "stützend".

Ich trage übrigens keines der beiden Varianten, weil ich eine Abwägung meiner Lebensqualität gemacht habe und das sollte man anderen auch durchaus zutrauen!

Gruss
Klaus
mohnblume.muenchen
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Und vielleicht sind Fehlhaltungen und Wirbelsäulenschäden, die aus Fehlhaltungen resultieren, eine ganz typische (chronische) "Krankheit" bei der der Patient nur "Heilung" erfahren kann, wenn er fähig ist, sich in Teilen seines Lebens 180 Grad zu drehen und Fehler und Schuld auch einmal bei sich selbst zu suchen.
Hallo, virtuelle! Da fallen mir ja bald die Augen raus, wenn ich das lese. :grosseaugen: Ich wüsste nicht, was ich an meiner Krankheit selbst verschuldet hätte, außer dass ich den Ärzten vertraut habe, die meinten, es wär ja nicht so schlimm. Das hast Du doch hoffentlich nicht so gemeint?!?

Und zur "gesunden" Wirbelsäule:
Eine gesunde Wirbelsäule misst sich für mich nicht an Gradzahlen sondern allein an ihrer Funktionstüchtigkeit.
Wenn man sich vor Schmerzen nicht mehr richtig bewegen kann, dann ist die WS nicht mehr 100% funktionstüchtig und wenn ich ein Korsett trage, damit ich keine Schmerzen habe und somit ein "normales" Leben führen kann, ist das doch nur mehr als o.k., oder?
...und wenn wir keine Luft mehr kriegen, wenn die Wellen uns besiegen, weiß ich doch: wir hab´n die Perlen uns verdient. ("Perlentaucher" / Rosenstolz)
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chilli-pepper
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Beitrag von chilli-pepper »

Hallo virtuelle,

warum meldest du dich eigentlich nicht an??? Ich wollte nachdem ich einiges von dir las mal deine Geschichte lesen, geht aber nicht-oder doch???
Man muss erkennen, dass die aktuell als richtig empfundene Haltung falsch ist und sich beharrlich eine andere, bessere Haltung mit verändertem Körperschwerpunkt erarbeiten. Dass das vielleicht nicht ohne Hilfsmittel oder Rat von außen geht ist klar, aber die meiste Arbeit sollte doch von jedem Individuum selbst kommen.


Also ich war dazu nicht in der Lage - obwohl ich schlimme Schmerzen hatte!!!

Ich weiß nicht, wieviel Jahre ich gebraucht hätte um so ein tolles Körpergefühl kennenzu lernen, wie es mir in "nur" 4 Wochen Reha
gelungen ist. Da kann ich BZebra, Klaus und mohnblume nur zustimmen.

Du scheinst noch keine gemacht zu haben , sonst wüßtest du wovon du redest. :nein:

In meiner Familie ist Skoliose seit mind. 4 Generationen Thema, im Moment sind 7 Personen davon betroffen.
Wir haben mehrere Varianten "ausprobiert"-
"keine Behandlung"- weil es früher kaum Alternativen gab, Behandlung mit Korsett in Wachstumsphase (ich),
Behandlung mit Korsett u. anschließender OP (Nichte) usw.
Mit dem Wissen von heute, hoffen wir nun meiner jüngsten Nichte
(8 Jahre)besser helfen zu können, wenn es sein muss auch mit einem guten Korsett.
Denn das ist alle Male einfacher zu ertragen, als die jahrelangen Schmerzen bei einer schlimmen Skoliose...


Was bitte willst du also sagen? Dass uns ein Pferd zum ultimativen Glück fehlt?

Versteh mich bitte nicht falsch, ich denke auch, dass es noch viele gute Therapeuten gibt, auch wenn sie keine Schroththerapeuten sind-
aber man muss lernen sie auch zu erkennen und dazu befähigt einen schon das Forum , finde ich.

Ich weiß nicht wie alt du bist, wie schlimm deine Skoliose, oder wie viel Jahre du gebraucht hast , um dich richtig zu entdecken-
wäre ja mal interessant zu erfahren...

Liebe Grüsse chilli-pepper
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Vorab: Ich habe die Postings nach Virtuellers Posting nicht gelesen, weil mir die Zeit dazu leider fehlt.

Hallo Virtuelle,

es wäre hilfreich zu wissen, wie viel Grad Skoliose du hast und wie alt du bist bzw. Ich vermute, du bist im jungen Erwachsenenalter und hast eher wenig Grad nach Cobb.
Wie kann man Newbies, die erstmals ins Forum kommen und vielleicht noch ein Foto von ihrem Rücken einstellen, die Standard-Antwort geben, für eine richtige Diagnose müssen sie am besten nach Stuttgart fahren und sich zur Therapie ein Korsett machen lassen und eine mehrwöchige Reha machen
Ich kenne das Forum wesentlich besser als du und kann in diesem Punkt dir sehr klar widersprechen: Hier werden auch andere OTs, Orthopäden empfohlen und auf die "Gefunden"-Sammlung verwiesen. Dabei wird auch immer nach Dringlichkeit differenziert - ist "Ärztehopping" vertretbar oder verweist man lieber gleich auf Stuttgart, weil man keine Alternative kennt?
(davon abgesehen, dass im Erwachsenenalter eine vollkommene Genesung nicht möglich ist).
Das stimmt nur begrenzt, denn es hängt von Art und Ausmaß der Beschwerden ab, und vollständige Genesung wird hier auch nicht versprochen.

Wenn Korsett und Reha im Erwachsenenalter empfohlen wird, geht es um etwas anderes als um vollkommene Genesung. Es geht vielmehr darum, die Gesundheit maximalmöglich zu verbessern.
Wie kommt man rein vom Betrachten von Fotos auf solch eine "Diagnose"?
Hier werden keine Diagnosen aufgestellt, sondern Vermutungen, keine Befehle erteilt, sondern Empfehlungen gegeben. Und wir betrachten nicht nur Fotos, sondern stellen auch Fragen und lesen die damit verbundenen Erfahrungsberichte.
In erster Linie sollte man solchen Leuten doch Hoffnung auf Verbesserung machen, ihnen erklären, dass viel Erfolg ganz allein in ihrer Person liegt.
Das tun wir auch. Da ich das Forum erheblich besser als du kenne, kann ich das mit 100%iger Sicherheit bestätigen.
Und Rat von außen findet man sicher auch überall vor Ort.
Das Forum ist leider voller Gegenbeweise. Sagen wir es so: Rat findet man sicher überall, ob ob er auch der richtige ist? Wir können hier nur empfehlen, was wir kennen. Wir können auch nur empfehlen, bei uns unbekannten Orthopäden vor Ort kritisch zu bleiben. Wir können die Orthopäden in ganz Deutschland nicht für euch testen. Das müsst ihr selbst tun.

Solange wir keine Infos über Orthopäden haben, können wir nur die empfehlen, über die Gutes berichtet wird und das sind hier im Forum leider extrem wenige. Hier in diesem Punkt kannst du uns keine Schuld geben, denn wir können nichts für die eklatant schlechte medizinische Behandlungssituation in Bezug auf Skoliosen und Kyphosen.
Mein Physiotherapeut hat m.W.n. keine Ahnung von Schroth und mir trotzdem die richtige Haltung unheimlich gut vermitteln können.
So ungewöhnlich ist das nicht. Schmerzen kann man auf verschiedene Art und Weisen bekämpfen, da gibt es in der Tat nicht nur Schroth. Doch bei Schmerzen ist eine Empfehlung für Schroth diejenige, die voraussichtlich am erfolgversprechendsten ist.

Wenn wir Schroth empfehlen, geht es uns viel mehr als nur um Schmerzreduktion. Bei sehr vielen hilft nur noch Schroth, während bei dir eine andere Krankengymnastik ausgereicht hat.
Wenn man sich tagtäglich die meiste Zeit in ein Korsett zwängt, wo ist da die Aussicht auf eine gesunde Haltung, die man problemlos den ganzen Tag über selbstständig aufrecht erhaltend kann?
Anscheinend hast du keine oder nur schlechte Korsetterfahrung. An ein Korsett kann man sich gewöhnen, so dass man mit ihm eine harmonische, gesunde Einheit bilden kann. Außerdem dient das Korsett dazu, eine bessere Haltung außerhalb korsettfreien Zeiten zu erreichen. Wie man hier liest, ist das möglich.
Man kann Menschen nicht mit Gewalt in eine bestimmte Haltung zwängen, auch wenn diese dann theoretisch korrekt wäre.
Ein Korsett übt keine Gewalt aus. Das entscheidet der, der das Korsett anzieht, selbst. Doch niemand übt Gewalt gegen sich aus, sofern er nicht psychisch krank ist. Nach deiner Argumentation dürfte es dann auch keine Zahnspangen geben. Vielleicht auch keine Brillen, die Augenfehlhaltungen korrgieren.

Ich trage jede Nacht mein Korsett, selbst an den heißen Tagen (ich schlafe unter dem Dach), und ich ich liege sehr gern im Korsett. Ich mag mein Korsett und sehe in ihm einen Freund.
Ich sehe keinen Sinn darin, eine über Jahre hinweg angelernte Fehlhaltung mit Korsett möglichst schnell gerade biegen zu wollen
Eine Fehlhaltung wird nicht "angelernt". :nein:
Und vielleicht sind Fehlhaltungen und Wirbelsäulenschäden, die aus Fehlhaltungen resultieren, eine ganz typische (chronische) "Krankheit" bei der der Patient nur "Heilung" erfahren kann, wenn er fähig ist, sich in Teilen seines Lebens 180 Grad zu drehen und Fehler und Schuld auch einmal bei sich selbst zu suchen.
Diese Aussage ist eine Ohrfeige für alle Menschen, die schwerbehindert oder chronisch krank sind.

Zu deiner Aussage zur pessimistischen Einstellung des Forums:

Ich glaube, du bist die, die die Pessimistin ist, denn ich nehme hier ein optimistisches Forum wahr. Jeder entscheidet allein, wie er die Welt wahrnimmt. Wenn du entschieden hast, dass das Forum negativ eingestellt ist, dann ist das deine rein subjektive Wahrnehmung. Man kann es mit einem Glas vergleichen: Für die einen ist das Glas halb leer, für die anderen halb voll.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Die wahre Lehre

Beitrag von peter 1 »

Hallo 'virtuelle',
bleib Du mal besser in Deinem Versteck und treibe die Diskussion hier weiter an. Deine persönlichen Daten wollen die anderen nur haben, um Dich besser angreifen zu können. Mit dem Persönlichen schweift man dann vom Grundsätzlichen ab. -
Ab und zu ist es notwendig, auch eine Grundsatzdebatte zu führen, um die gedankliche Grundstruktur des Skoliose-Forums deutlich zu machen und vielleicht ein bißchen weiter zu entwickeln. Dazu eignen sich Deine Beiträge hier ganz gut, wie der lebhafte Fortgang der Debatte zeigt. -

Ich will mich jetzt am Wochenende auch mal wieder einklinken.
Bis dann, mit solidarischen Grüßen an alle, Peter.
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Re: Die wahre Lehre

Beitrag von Dalia »

peter 1 hat geschrieben:bleib Du mal besser in Deinem Versteck und treibe die Diskussion hier weiter an. Deine persönlichen Daten wollen die anderen nur haben, um Dich besser angreifen zu können.
Eine Registrierung erwarte ich nicht. Doch es wirkt nicht sehr selbstbewusst, aus dem Hintergrund heraus zu kritisieren. Außerdem, was soll bei einer Registration passieren? Von PN-Angriffen ist uns bisher äußerst selten berichtet worden (übrigens etwas, das wir ablehnen) und auch Gästepostings lassen sich genauso zurückverfolgen wie registrierte Postings. Wir Admins hätten zudem die Möglichkeit, alle Gästepostings in Postings mit einem registrierten Nick umzuwandeln. Aber wir gestehen jedem Anonymität zu, solange sie nicht gezielt missbraucht wird. Wer sich nicht registriert, muss sich immer wieder der Frage stellen lassen, ob er glaubwürdig ist oder ob sein Gastnick nicht auch noch von jemand anderem benutzt wird.

Ich habe außerdem vor den Postings von jemand, der sich registriert hat und eine forumskritische Meinung vertritt, sehr viel mehr Respekt. Bestes Beispiel ist Reniesta. Auch eine J-Maria hat Mut, unter einem bekannten Nick zu ihren Postings zu stehen.
Ab und zu ist es notwendig, auch eine Grundsatzdebatte zu führen, um die gedankliche Grundstruktur des Skoliose-Forums deutlich zu machen
Peter, ich glaube nicht, dass du die Grundstruktur des Forums so gut wie ich kennst. :)
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Die Grundstruktur des Forums

Beitrag von peter 1 »

Hallo Dalia,
ich bin vom Anfang an dabei.
Gruß, Peter.
(Was ich nicht gut kenne, ist die Computerei.)
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Dalia
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Re: Die Grundstruktur des Forums

Beitrag von Dalia »

peter 1 hat geschrieben:ich bin vom Anfang an dabei.
Es kommt nicht nur darauf an, seit wann man im Forum ist, sondern wie intensiv man hier mitliest. Außerdem hast du dich im Juli 2003 registriert, ich mich im August 2003. Wahrlich ein großer Unterschied. ;) Oder warst du vorher schon als Gast unterwegs? Außerdem gelten die ersten Jahre für mich nicht, um die jetzige Atmosphäre zu beurteilen, denn das Forum hat sich verändert. Früher waren es viel mehr BZebra, Toni, sloopy, netkitty; BZebra war eine ganze Weile von der Bildfläche verschwunden und ist wieder mehr da, was ich schön finde. Heute sind zum Teil andere Stammschreiber unterwegs.
Zuletzt geändert von Dalia am Sa, 21.07.2007 - 10:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Dalia hat geschrieben: Diese Aussage ist eine Ohrfeige für alle Menschen, die schwerbehindert oder chronisch krank sind.
Danke, Dalia! Genau das wollte ich sagen!!

@Virtuelle u. @Peter1: Mir kommt hier der Verdacht, dass wir als Behinderte/chron. Kranke diskriminiert werden sollen. Wenn jemand mit Trisomie 21 geboren wird, dann kann der Null und Nichts dafür, aber wenn ein anderer Gendefekt besteht oder eine Hormonstörung - oder was auch immer für Skoliose/Hyperkyphose verantwortlich ist - dann ist man selbst dran schuld. Alles klar :nein:

Bitte nennt doch mal konkret, welche Fehlverhalten an der Krankheit mit dran Schuld sein sollen! Denn scheinbar habt Ihr die ja so gut vermieden (Euch um 180° gedreht), dass Ihr uns heute wertvolle Tipps geben könnt.
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Die faulen Patienten

Beitrag von peter 1 »

Hallo mohnblume,
weil Du mich mit angesprochen hast, will ich hier kurz antworten, damit sich Dein Ärger reduziert.
Dein Verdacht ist unzutreffend. 'virtuelle' und ich sind Skoliose-Patienten wie Du. Ich habe zusätzlich zur Skoliose noch andere Einschränkungen.
Sicher gibt es Skoliotiker/innen, die ganz spezifisch so stark gesundheitlich geschädigt sind, dass sie kaum etwas im Sinne von 'virtuelles' Beitrag für sich tun können. Die meisten Skoliotiker/innen könnten aber mehr für sich tun. Diesem Grund-gedanken von 'virtuelle' stimme ich nachdrücklich zu. Ein großes Hemmnis dafür ist die Psyche der Betroffenen. Die Fest-stellung der Skoliose ist für fast alle ein Schock und den verarbeiten sie nur schwer und sehr unterschiedlich. Die meisten von ihnen versuchen diese Erkrankung zu ignorieren solange sie nicht weh tut. Auf diese Skoliotiker/innen war einer der Grund-gedanken von 'virtuelle' bezogen. Und das ist ja auch einer der Grundgedanken in diesem Forum: "Ihr könnt mehr für die Bewältigung euerer Skoliose tun! Die Operation ist nur der letzte Ausweg."
Mehr zu diesem Thema etwas später an diesem Wochenende.
Gruß, Peter.
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Beitrag von Klaus »

Peter1 hat geschrieben:Ab und zu ist es notwendig, auch eine Grundsatzdebatte zu führen, um die gedankliche Grundstruktur des Skoliose-Forums deutlich zu machen und vielleicht ein bißchen weiter zu entwickeln. Dazu eignen sich Deine Beiträge hier ganz gut, wie der lebhafte Fortgang der Debatte zeigt. -
Die provozierte Grundsatzdebatte zeigt mir, dass sich hier Admins und andere aktive User (auch weiterhin) einig darüber sind, dass die grundsätzlichen Dinge hier schon richtig laufen und der Ansatz von virtuelle nicht richtig nachvollzogen werden kann.

Die Diskussion ist auch deshalb so lebhaft, weil @virtuelle Dinge rein bringt, die bezüglich "Schuld an der eigenen Situation" schon einen Angriff zumindest auf emotionaler Ebene bedeutet!
Peter1 hat geschrieben:bleib Du mal besser in Deinem Versteck und treibe die Diskussion hier weiter an. Deine persönlichen Daten wollen die anderen nur haben, um Dich besser angreifen zu können. Mit dem Persönlichen schweift man dann vom Grundsätzlichen ab
Eine Grundsatzdiskussion kann nur aus dem Persönlichen heraus geführt werden, sonst ist sie sinnlos!!

virtuelle greift hier schon Leute an, die in ihren Erfahrungsberichten ganz konkret die persönliche Situation schildern. Insofern ist es absolut unfair, sich selbst dabei als gast herauszunehmen, weil die konkrete Situation eines gastes in den posts schwer nachzuvollziehen sind.
Abgesehen davon kenne auch ich nicht die Historie von virtuelle, ich habe ja konkret gefragt, ob sie in 4 Wochen gelernt hat, ihre Situation richtig anzugehen.

Im übrigen denke ich, dass gäste mit ihrer Anonymität gern ihre Situation hier posten können. Die meisten sehen dann auch ein, dass eine Registrierung Vorteile für das eigene Vorwärtskommen bringt.

Aber aus der Deckung heraus als gast einen Großteil der Poster anzugreifen, ohne die eigene Situation konkret klarzustellen, ist für mich nicht zu akzeptieren. Schon deshalb nicht, weil es bislang über die registrierten User jede Menge Anstösse gegeben hat (und weiter geben wird), Meinungen und Tipps für andere konkreter und differenzierter darzustellen.
Peter1 hat geschrieben:Und das ist ja auch einer der Grundgedanken in diesem Forum: "Ihr könnt mehr für die Bewältigung euerer Skoliose tun! Die Operation ist nur der letzte Ausweg."
Das ist doch schon wieder eine ganz andere Diskussion!

Gruss
Klaus
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Beitrag von chilli-pepper »

:eek:

peter1 schrieb folgendes:
bleib Du mal besser in Deinem Versteck und treibe die Diskussion hier weiter an. Deine persönlichen Daten wollen die anderen nur haben,
um Dich besser angreifen zu können. Mit dem Persönlichen schweift man dann vom Grundsätzlichen ab. -
Was bitte soll denn das bedeuten???? Ich fühl mich nicht angesprochen , gibts hier was , was ich verpasst habe???


Das Einzige, in dem ich virtuelle ansatzweise zustimme ist :
Man hat schon den Eindruck, das hier oft der gleiche Arzt empfohlen wird, wenn man neu im Forum ist.
Aber ansonsten hab ich schon Schwierigkeiten zu folgen...

Gruß chilli-pepper
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

chilli-pepper hat geschrieben:Was bitte soll denn das bedeuten???? Ich fühl mich nicht angesprochen , gibts hier was , was ich verpasst habe???
Es geht allein darum, dass die persönliche Situation von virtuelle nicht bekannt ist und für solche Kritik, wie sie virtuelle nun mal äussert, bekannt sein sollte.
Sonst ist eine Diskussion nicht glaubhaft.
chilli-pepper hat geschrieben:Man hat schon den Eindruck, das hier oft der gleiche Arzt empfohlen wird, wenn man neu im Forum ist.
Als ich neu im Forum war und viele Orthopäden über ca. 40 Jahre erfolglos besucht hatte, war der Tipp mit Dr. Steffan der Durchbruch für mich. Sollte ich da etwa wirklich alle Orthopäden Hannovers und Norddeutschlands :) weiter durch probieren?
Bei Dr. Steffan war damals leichter ein Termin zu bekommen als heute, sonst hätte ich aufgrund der langen Fahrt nach Stuttgart zu Dr. Hoffmann vielleicht noch länger gezögert.

Ich kann also alle gut verstehen, die schon aufgrund der langen Anreise nicht glauben wollten, dass es nur den einen für eine komplette Erst-Versorgung mit Röntgen-Ganz-Aufnahmen geben sollte.

Mittlerweile sind wir aktuell beim"Baukastenprinzip" angekommen (das Forum entwickelt sich auch weiter) und wie Du selbst weißt, geht es ja schon bei Röntgen-Ganz-Aufnahmen los, wo selbst in Berlin offenbar nicht ganz klar ist, wo man die bekommt, zumindest nicht bei dem oft zitierten Dr. Thomas. Also Hannoveranern (Braunschweigern und Göttingern) kann ich ihn nur unter dieser Einschränkung empfehlen.
Und bei Hamburgern ist es leider so, dass Dr. Hoffmann dort herausgenommen wurde, aber ein konkreter Weg in Hamburg fehlt.

Also ein Neuer im Forum will doch nun konkret wissen, was er tun muss, um kompetent versorgt zu werden. Wenn die regionalen Informationen dazu aus welchem Grund auch immer fehlen, dann bleibt in den meisten Fällen doch nur der Tipp mit Dr. Hoffmann.

Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal betonen, dass wir hier in erster Linie von der Erwachsenen-Versorgung sprechen, die sich schwieriger gestaltet, als die von Kindern und Jugendlichen.
Und ich gehe davon aus, dass Erwachsene schon in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen. Nur bedarf es offensichtlich dazu eines "Durchbruchs", der meiner Ansicht nach nur durch eine kompetente Erst-Versorgung und dem entsprechenden Behandlungsweg erfolgen muss. Die persönlichen Variationen kommen dann automatisch danach.

Gruss
Klaus
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zurück zu "Die faulen Orthopäden"

Beitrag von peter 1 »

Hallo an alle,
nun will ich mich in dieses Thema wieder einklinken und bitte um Nachsicht, dass es etwas gedauert hat. - Der Beitrag wird etwas länger als von mir sonst üblich.

Ich setze bei dem letzten Beitrag von Klaus ein. Er schrieb: "Es geht allein darum, dass die persönliche Situation von virtuelle nicht bekannt ist und für solche Kritik, wie sie virtuelle nun mal äussert, bekannt sein sollte. Sonst ist eine Diskussion nicht glaubhaft." -
Ich erkläre, dass ich (Peter) mich nicht hinter dem Alias 'virtuelle' verstecke. Ich kenne 'virtuelle' nicht. Wenn für die Kritik, wie sie 'virtuelle' äussert, eine Verantwortlichkeit für die Glaubhaftigkeit der Argumentation nötig erscheint, dann stehe ich dafür gerne ein. Denn 'virtuelle' hat seinen / ihren ersten Beitrag zu diesem Thema am 14.7.2007 um 15:10 Uhr mit dem Satz begonnen: "Bin ganz und gar Peters Meinung." und führt dann Einzelheiten in meinem Sinne aus. Also will ich bis er / sie sich wieder meldet seine / ihre Argumentation übernehmen, abgesehen von der Pferdegeschichte.

Mein Ansatzpunkt zum Thema "Die faulen Orthopäden" ist im Fortgang der Diskussion völlig aus dem Blick verschwunden. Ich will die zwei wichtigsten Sätze darum wiederholen:
"Hier in diesem Forum kommt eine selbstkritische Reflektion über das eigene Verhalten so gut wie nicht vor." 12.07. - 23:21h
"der Inhalt meiner Beiträge hier ist nicht die Kompetenz der Ärzte, sondern ich will hier die selbstkritische Reflektion über das eigene Verhalten der Skoliotiker/innen ansprechen." 13.07. - 13:24h.

Es herrscht unter den Skoliotiker/innen, die sich in diesem Forum zu Wort melden, teilweise eine undifferenzierte Forderungshaltung gegenüber medizinischen Fachkräften wie Ärzten, Orthopädietechnikern, Physiotherapeuten u.a. ohne einen Funken an Reflektion des eigenen Verhaltens. Ein Beispiel dafür ist mein Anfangszitat zu diesem Thema: "Kann mir vielleicht jemand sagen, wie ich meinen Orthopäden dazu bringen kann mehr zu tun!" Niemandem ist hier aufgefallen, dass in dieser Formulierung eine unverschämte Forderung steckt. Dass meine Überschrift "Die faulen Orthopäden" ironisch gemeint war oder wenigstens gemeint sein könnte, ist auch niemandem hier aufgefallen. Das zeigt die hier vorherrschende Grund-einstellung zu diesem Thema. Sowohl deshalb als auch aus alltagspraktischer Erfahrung im Umgang mit Skoliotiker/innen lässt sich gegen meine Forderung nach mehr Selbstreflektion der Skoliotiker/innen überhaupt nichts einwenden.

Manche Entgegnungen zu Beiträgen von 'virtuelle' beruhen auf Mißverständnissen, wie zwei Beiträge von Dalia und Mohnblume. Andere Entgegnungen sind Haarspaltereien, indem man mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten einen anderen als den immanenten Sinn in die Aussagen hinein interpretiert. Die Argumentationsart, die man hier lesen kann, ist pure Skoliose-Scholastik!

Zusätzlich zu dem Verständnis, das man hier im Forum zurecht für Klagen von Skoliotiker/innen über unbefriedigende Aufklärung, Diagnose, Therapie u.a. aufbringt, ist es notwendig, auch das eigene Verhalten der Skoliotiker/innen kritisch zu hinterfragen. 'virtuelle' hat dazu wichtige gedankliche Ansätze geliefert. Ich will weitere Aspekte nachliefern. Auch solche kritischen Reflektionen nützen den Betroffenen!

Soweit zu dem Thema "Die faulen Orthopäden". Zu dem anderen Schwerpunkt dieser Diskussion über die "Stimmung" in diesem Forum melde ich mich extra.

Aus früherer Erfahrung mit solchen Grundsatzdiskussionen will ich abschließend sagen: Dieses Skoliose-Forum erfüllt eine wichtige informative und sozialpsychologische Funktion in der Skoliose-Szene, die durch keine anderen gesellschaftlichen Institutionen abgedeckt wird. Die Admins erbringen mit dem Management der Webseite und mit ihren inhaltlichen Beiträgen - ehrenamtlich - eine große Leistung! Diese stelle ich auch mit der Forderung nach kritischer Selbstreflektion nicht in Frage.

Mit solidarischen Grüßen Peter.
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Peter, ich reiße keine Zitate aus dem Zusammenhang heraus, sondern mache nur durch exaktes Zitieren bewusst, wie wenig reflektiert, sachlich und wissenschaftlich Virtuelle argumentiert. Sie reflektiert nicht sachlich, sondern greift Forumsmitglieder an. Auf dieser Ebene ist keine vernünftige Diskussion möglich. Und deshalb klinke ich mich hier aus, in der Hoffnung, dass andere viel wichtigere Threads diesen hier überholen.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
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'virtuelles' Angriffe

Beitrag von peter 1 »

Hallo Dalia,
ich habe die Beiträge von 'vituelle' nochmal gelesen und kann darin keine Angriffe auf Forumsmitglieder erkennen. 'virtuelle' vertritt nur engagiert die Gesichtspunkte der Eigenverantwortlichkeit der Skoliotiker/innen und der möglichen Vielfalt der Skoliose-Therapien über Schroth hinaus.
Gruß, Peter.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Peter1 hat geschrieben:Mein Ansatzpunkt zum Thema "Die faulen Orthopäden" ist im Fortgang der Diskussion völlig aus dem Blick verschwunden. Ich will die zwei wichtigsten Sätze darum wiederholen:
"Hier in diesem Forum kommt eine selbstkritische Reflektion über das eigene Verhalten so gut wie nicht vor."
Ok, dann fangen wir wieder von vorn an :) :

am 14.7.
Klaus hat geschrieben:
Peter1 hat geschrieben:der Inhalt meiner Beiträge hier ist nicht die Kompetenz der Ärzte, sondern ich will hier
die selbstkritische Reflektion über das eigene Verhalten der Skoliotiker/innen ansprechen.
So ganz verstehe das nicht.
Was soll denn das Ziel solcher selbstkritischen Reflektionen in diesem Forum sein? ....
Also dann erkläre mir mal bitte, was Du von diesen selbstkritischen Reflektionen konkret in der Praxis erwartest?

Gruss
Klaus
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Peter1 hat geschrieben:ich habe die Beiträge von 'vituelle' nochmal gelesen und kann darin keine Angriffe auf Forumsmitglieder erkennen
In den bereits zitierten folgenden Aussagen sehe ich schon einen Angriff, nämlich gegen alle, die die Schuld nicht auch bei sich selbst sehen und gegen alle, die negative Erfahrungen konkret gepostet haben und auch weiterhin fast täglich neu posten.
virtuelle hat geschrieben:Und vielleicht sind Fehlhaltungen und Wirbelsäulenschäden, die aus Fehlhaltungen resultieren, eine ganz typische (chronische) "Krankheit" bei der der Patient nur "Heilung" erfahren kann, wenn er fähig ist, sich in Teilen seines Lebens 180 Grad zu drehen und Fehler und Schuld auch einmal bei sich selbst zu suchen. Und dabei kann einem kein Arzt helfen, wenn er auch noch so gut Röntgenaufnahmen machen und Winkel messen kann und auch kein Therapeut, der Schroth in und auswendig kennt.
virtuelle hat geschrieben:Die hier verbreitete Meinung von durchweg schlechten Orthopäden und Physiotherapeuten stimmt einfach nicht.
Gruss
Klaus
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Peter1 hat geschrieben:Hallo mohnblume,
weil Du mich mit angesprochen hast, will ich hier kurz antworten, damit sich Dein Ärger reduziert.
Ein großes Hemmnis dafür ist die Psyche der Betroffenen

@Peter: Nun, ich bin nur eine Miniskoliose und haupts. Kyphose, trotzdem stimme ich Dir in bezug auf die Bedeutung der Psyche zu.

ABER: da muss differenziert werden!
1. psychische Veränderungen /Depressionen durch die weit fortgeschrittene Erkrankung (dadurch: Verlust des Selbstwertgefühls, sich-zurückziehen, nichts-tun, Minderung des eigenen Antriebs, "es wird ja eh nicht mehr besser")
2. der innere Schweinehund!! Der verhindert, dass man bei geringen Graden / Beschwerden trotzdem nichts tut, obwohl man könnte. Evtl. fehlt die Einsicht oder man ist zu bequem, selbst etwas zu tun.

In BaSa gibt es ja einige Seminare (z.B. Schmerzbewältigung) die darauf abzielen sollen. Wo es allerdings dran mangelt ist die Motivation - die muss man schon selbst mitbringen! Ein kleines Lob ("hey, da tut sich ja was, mach weiter, du schaffst es!") würde schon viel bringen.

Ich hatte in den 4 wochen psychologische Betreuung (wenn es auch schwer war erstmal Termine zu bekommen) und bin jetzt noch in Therapie. Und troztdem komme ich grad so über die Runden.

@Peter u. virtuelle: Wollt ihr die in diesem Punkt schlechte med.-psych.-Betreuung kritisieren oder nach Punkt 2. die Leute ansprechen, die ihren A... nicht hochkriegen, obwohl sie dazu in der Lage wären??

LG, mohnbluemchen
...und wenn wir keine Luft mehr kriegen, wenn die Wellen uns besiegen, weiß ich doch: wir hab´n die Perlen uns verdient. ("Perlentaucher" / Rosenstolz)
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die Psyche

Beitrag von peter 1 »

Hallo Klaus, ich kann erst später auf Deine längeren Beiträge eingehen.

Hallo Mohnblume,
auf Deine Frage hin wiederhole ich: mein Thema "Die faulen Orthopäden" war nicht auf mehrfach Schwerbehinderte bezogen. Es geht mir auch vorerst nicht um die psychotherapeutische Betreuung von Skoliotiker/innen. Es geht mir so wie 'virtuelle' um die eigene psychische Einstellung der 'normalen' Skoliotiker/innen zu ihrer Erkrankung. Diese sollte auch hier im Forum mehr thematisiert werden. Mehr dazu später.
Gruß, Peter.
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