Wieviel Risikoaufschlag für Skoliose bei Privatkassen?

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kruk
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Wieviel Risikoaufschlag für Skoliose bei Privatkassen?

Beitrag von kruk »

hallo!

ich hab mich hier angemeldet, um vllt hilfe und neutrale auskunft zu bekommen:

ich habe durch eine beinlängendifferenz eine doppelte skoliose (krümmung bis 27°) ,d ie bisher mit einfachen absatzerhöhungen "therapiert" wurde.

da ich zum ersten nächsten jahres aus der familienversicherung meines vaters rausfliege und mich selbst versichern muss und das leider aufgrund meiner versicherungsvorgeschichte (von kleinauf privat versichert,daher keine freiwillige versicherung in der gesetzlichen möglich) und weil ich als "beamtin auf widerruf" eingestellt werde, nur privat ;( möglich ist, brauche ich dringend rat:

was ich weiß: als skoliosepatient bekommt man teilweise 40% risikoaufschlag auf die versicherungsgebühr. es soll aber auch kassen geben, die weniger verlangen. allerdings kommt es (hab ich gehört) gerade bei den kassen, die mit billigen tarifen werben häufig dazu, dass nachträglich (wenn man dann einmal nach versicherungseintritt in behandlung geht) noch einen aufschlag draufbekommt.


wer hat erfahrung mit privaten kassen?

ich brauche ganz dringend neutrale auskunft,d a bei mir vor allem das risiko besteht, dass ich so schnell nicht aus der kasse wieder herauskommen werde und eine verbeamtung (ich wollte nä. jahr noch eine psychotherapie machen) von vornherein ausgeschlossen ist. hinzu kommt, dass ich neben meiner skoliose noch für eine andere gesundheitliche beeinträchtigung aufschläge kassieren muß, so dass es sicher richtig teurer wird.

ich habe deswegen auch große angst für den rest meines lebens (womöglich noch arbeitslos ) auf einem hohen tarif sitzen zu bleiben oder am ende (weil er unbezahlbar geworden ist ) ganz ohne versicherungsschutz dazustehen.

wäre sehr dankbar für antworten!

mareike
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Mareike,

klingt fast so, als wirst du Referendarin. Ich kann dir leider keine KK empfehlen (die, bei der ich bin, ist sehr teuer :erschreck:, aber auch sehr gut), aber ich kann dir vielleicht einen Teil der Ängste nehmen.

Wenn du Beamte auf Widerruf bist und dann die Arbeit verlierst, bist du berechtigt Arbeitslosengeld II zu beziehen (ALG I bezieht man LEIDER nur, wenn man mindestens 12 Monate gearbeitet hat UND arbeitslosenversichert war, Zweiteres trifft aber auf Verbeamtete nicht zu). ALG II entspricht übrigens Hartz IV. :erschreck: :D In diesem Fall bist du berechtigt, in eine gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Du kannst aber eine private Zusatzversicherung abschließen PLUS eine Anwartschaft für die PVK, damit sie dich später wieder zurücknimmt. Ist leider auch teuer, aber immer noch billiger als sich zu 100 % bei der PVK zu versichern.

ALG II musst du sofort beantragen, sobald klar ist, dass du Job verlierst. Wenn du das erst danach machst, ist aber innerhalb eines bestimmten Zeitraums auch eine rückwirkende Versicherung in die Gesetzliche möglich.

Ist es nicht möglich, erst die Psychotherapie zu machen und später Beamte auf Widerruf zu machen? Dann müsstest du halt jetzt ALG II beantragen und eine andere Arbeit suchen (falls du bisher nicht gearbeitet hast, sondern "nur" studiert). Sonst ärgerst du dich vielleicht, dir die Verbeamtung verbaut zu haben.

Dalia
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Gamma
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Beitrag von Gamma »

Hallo Mareike,

das hört sich bei Dir eher unproblematisch an. Du bist momentan privat versichert und wirst es auch in Zukunft als Beamtin sein. Das ist schön für Dich, da es geringere Wartezeiten, je nach Tarif Chefarztbehandlung und weniger Probleme mit der Genehmigung von besonderen Hilfsmitteln, Rehas etc. bedeuten kann. Wenn Du bei Deinem jetzigen Versicherer bleibst und dort ab Januar einen Tarif wählst, der gleichwertige oder weniger Leistungen wie Dein aktueller Tarif hat, dann gibt es keine erneute Gesundheitsprüfung und auch keine Risikoaufschläge für Vorerkrankungen. Die gibt es nur, wenn Du in einen Tarif mit mehr Leistungen oder komplett den Versicherer wechselst.

Soweit es Deine Finanzen zulassen, würde ich Dir empfehlen, in Deinem aktuellen Tarif oder nem ähnlichen zu bleiben. Wenn Du jetzt bei der Versicherung sparen möchtest mit einem Tarif, der weniger leistet, kann es passieren, wenn Du in Zukunft mal Reha, besondere Hilfsmittel oder ne OP mit Chefarztbehandlung möchtest, dass Du dann aus eigener Tasche kräftig was drauflegen musst. Und das kann dann bei ner Skoliose schon mal in die Tausender gehen. Dann später wieder mehr zu versichern bedeutet natürlich Risikoaufschläge.

Soweit ich weiß gibt es eine zweimonatige Frist, in der Du den Wechsel ohne Risikoaufschläge vornehmen kannst. Die müsste für Dich im November oder Januar beginnen. Bleib wo Du bist und lass Dir von Deinem Versicherer mehrere Angebote machen. Über die Frist werden die Dich darin informieren.

Bei meiner Versicherung waren Angebote mit Selbstbeteiligung (SB) übrigens oft sogar dann noch günstiger, wenn die Krankheitskosten über die SB hinausgehen. Klingt zwar paradox, aber die lohnen sich dann egal ob Du hohe Krankheitskosten hast oder absolut gar keine. Würde mich jedensfalls interessieren, ob das bei Deiner Versicherung auch so ist.

Gruß,
Gamma
kruk
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Beitrag von kruk »

@Dalia: Du hast die Lage erfasst. Die Info bezgl. Hartz IV habe ich schon und halte sie auch als meinen letzten Ausweg im Auge.
Deinen Vorschlag, jobmässig eine Schleife zu fahren, um in den GKV -schutz zu kommen, habe ich auch schon in Erwägung gezogen.

@Gamma: Deine Kommentare haben mich dagegen wirklich verletzt. :(

""das hört sich bei Dir eher unproblematisch an. Du bist momentan privat versichert und wirst es auch in Zukunft als Beamtin sein. "


Du hast überhaupt keine Empathie, so wie Du argumentierst. Und hast vor allem gar nicht richtig gelesen.

Ich werde niemals BEamtin sein. Mir steht auch gar nicht das Interesse danach. Meine Ausbildung mitd em Status "BEamtin auf Widerruf" zur Erreichung des 2. Staatsexamens (nur mit ersten Examen gilt man nebenbei als Studienabbrecher) ist lediglich auf zwei Jahre befristet, da ich momentan in finanziellen Nöten bin und als ehemalige Lehramtstudentin (FRanzöisch und Englisch) schon alles versucht habe, um irgendeinen sozialversicherungspflichtigen Job ausserhalb der Schule zu bekommen, von dem ich dauerhaft leben könnte, ohne bei meinen Eltern unterzukriechen, wo ich derzeit wirklich lebe (Honorarjobs in Nachhilfeschulen sind kein Problem, aber ich steh als Selbstständige derart auf wackeligen Füssen -mal hier ein Vierwochen-VErtrag, dann einen Dreimonatsvertrag, dann 8 Wochen nichts.. ich kann so nicht existieren, zudem ich mir endlich was Eigenes aufbauen möchte und in den nächsten zwei Jahren bzw. seit langem schon eigentlich auch sehnlichst ein Kind wünsche (mit dem Referendariatsgehalt hätte ich zumidnest zwei Jahre Sicherheit...>mein Freund ist nebenbei gesagt seit zwei Jahren dauerarbeitslos.).

Die Schule ist einfach kein BErufsfeld für mich und aufgrund einer Sache in meinem LEben, die meine Seele kaputt gemacht hat (kann ich hier nicht öffentlich drüber sprechen) brauche ich ausserdem schon eigentlich seit längerem ernsthaft Hilfe, aber ich traue mich nicht, weil ich weiß, dass, solange ich keinen Job habe, ich auch krankenversicherungsmäßig nicht abgesichert bin. Wenn ich jetzt (solange noch in Papas VErsicherung) eine Therapie anfange, werde ich von keiner privaten Kasse mehr aufgenommen. Eine psychotherapeutische BEhandlung ist ein Ausschlußkriterium für 5 bis 10 Jahre. In der alten VErsicherung kann ich unter keinen Umständen bleiben, da sie schon seit vielen Jahren für NEumitglieder geschlossen ist, sich im Auslaufen befindet. Von daher verlieren sich deine Tipps (auf die ich sicher 20 mal allein gekommen wäre sowieso im Sande).

Und solche Kommentierungen sind jawohl unter der Gürtellinie, richtig verletzend und gemein. Das ist mehr wie niederschmetternd hier so "empfangen" zu werden.. ;(




"Das ist schön für Dich, da es geringere Wartezeiten, je nach Tarif Chefarztbehandlung und weniger Probleme mit der Genehmigung von besonderen Hilfsmitteln, Rehas etc. "

Blasphemie in Reinkultur..

zudem das für mich mehr oder minder "Klischees" sind. (Bist du wirklich privat vollversicherter bzw. wie lange Erfahrung hast du mit der PKV?? )

Ich kann von solchen Erlebnissen nichts berichten. Gehe aber auch selten zum Arzt und wenn, dann muss ich auf meinen Orthopädentermin auch 4-6 Wochen warten und im Wartezimmer ist eine Stunde ebenfalls Minimum. Die Mär vom bevorzugten Privatpatienten halte ich für einen Ausnahmefall. Kann mir aber gut vorstellen, dass der GEdanke "Ich bin privat versichert und daher was Besseres" bei einigen Versicherten der Privaten zu hochnäsigem VErhalten führt, dem sich der Arzt u. Personal dann zu beugen haben. Dazu gehört aber immer eine Portion Arroganz udn Unverschämtheit. Und ein Arzt, der mich aufgrund meiner privaten VErsicherungslage bevorzugt, der ist in meinen Augen keinen Cent mehr wert im Gegenteil. Bei einem solchen MEdiziner würde ich mich nicht in sicheren Händen fühlen, der MEnsch wäre mir höchst unheimlich. Der Arzt soll den Fokus auf den Menschen legen und nicht aufs Geld (habe einen chronisch Kranken in der Familie und wenn der in die Klinik kommt, eine hilflose PErson/Pflegefall, klingelt als erstes immer die Zentrale und fragt nach der Chefarztabrechnung. Leid und persönliche Not interessieren da keinen; es geht nur ums Unterschriftsetzen und Abkassieren.. in so einem System möcht ich mich nicht aufhalten.. kalte, herzlose Welt.


Wäre schön, wenn mir jemand noch wirklich was zum Eingangsbeitrag und geschilderten Problem ("Risikoaufschlag bei SKoliose") sagen könnte.

viele grüße

mareike
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Beitrag von Dalia »

Hallo kruk,

ich kann zum Eingangsposting nichts sagen, aber ich wollte sagen, dass Gamma es anscheinend nicht wusste, dass man als "Beamter auf Widerruf" den Beamtenstatus nach Abschluss der Ausbildungsphase wieder verliert. Aber das ergibt sich eigentlich schon aus dem Titel.

Die bevorzugte Behandlung, wenn man in der PVK ist, stimmt auch nur bedingt. Ich war früher auch immer privat versichert und wurde z.B. im Krankenhaus mit der Frage, ob ich denn wirklich ein Einzelzimmer benötige, in Verlegenheit gebracht. Einzelzimmer hatte ich fast nie (ich hätte es allerdings fordern können, aber das erschien mir inhuman). Im Jahr 2004 war es so, dass ich in ein 6-Betten-Zimmer OHNE Bad gekommen wäre, wenn ich nicht zufällig durch die Einnahme von Aspirin den OP-Termin versaubeutelt hätte. Ich wäre für einige Tage bettlägrig gewesen und hätte auf den Topf gemusst.

Bist du sicher, dass du den Beamtenstatus nie bekommst? Wenn man behindert ist, wird man bevorzugt eingestellt, aber ich kenne die Hintergründe bei dir natürlich nicht (eine Psychotherapie z.B. ist ein ungünstiges Kriterium, aber wenn sie notwendig ist, ist sie notwendig). Auf jeden Fall fliegt der Beamtenstatus einem nicht einfach so zu (auch zu Recht), das bekomme ich in meinem Freundeskreis deutlich zu spüren. Der Beamtenstatus ist allerdings auch nicht immer so toll, wie immer behauptet wird, aber wennman ihn hat, hat man schon einen sehr sicheren Arbeitsplatz und man verdient mehr.

Ich kann deine Sorgen sehr gut verstehen, bin selbst in einer ähnlichen Situation und finde es auch sehr deprimierend, von den Eltern abhängig zu sein.

Dalia
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Gamma
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Beitrag von Gamma »

Hallo kruk,

entschuldige, dass meine Tipps an Deiner Situation vorbeigingen. Ich muss Deinen Beitrag wohl nur halb gelesen haben. Sorry! Ich frage mich gerade, ob ich Artikel, die am Freitag, dem 13., verfasst wurden, in Zukunft noch beantworten soll? ;)

Auch ich habe erlebt, dass eine private Versicherung nicht immer von Vorteil ist. Deshalb steht in meinem Posting auch, dass eine PKV Vorteile "bedeuten kann", aber nicht muss.

Vielleicht hast Du in der Zwischenzeit gehört, dass die Gesundheitsreform uns einige positive Neuerungen beschert? Die PKV darf sich ab 1.7.07 ihre Versicherten nicht mehr aussuchen. Und sie wird verpflichtet, Sozialtarife einzuführen. Wirf mal einen Blick in die März-Ausgabe von FINANZtest, Seite 75. PKV-Versicherte können außerdem ab 2009 in den Basistarif eines anderen Versicherungsunternehmens wechseln. Dabei bleibt auch ein Teil der Altersrückstellungen erhalten.

Gruß,
Gamma
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