OP nach dem Halm-Zielke-Verfahren

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
Miss Understood

Beitrag von Miss Understood »

Hallöchen,

ich wurde vor fast 6 Monaten in Bad Wildungen operiert worden. Ich habe auch ewig lang gebraucht, bis ich mich dazu durchringen konnte. Ich hatte vorher Höllenschmerzen, im Liegen, im Stehen, am Tag und in der Nacht... Schroth-Therapie, die ich jahrelang durchgezogen habe, hat nichts gebracht. Dann hab ich es mit Psychotherapie versucht, auch kein Erfolg bzgl. der Schmerzen. 2001 hab ich mich dann in Bad Wildungen vorgestellt. Den Eindruck von der Massenabfertigung hatte ich auch... Die Ärzte sind sehr unbedacht mit ihren Aussagen. Nach deren Aussagen bin ich erstmal in ein tiefes Loch gefallen.... Diesen Arzt wollte ich nie wiedersehen.... naja, 1,5 Jahre später hat er mich dann erfolgreich operiert.... ich will damit sagen... die können wirklich was. Und um Geld geht´s denen nicht primär. Die haben soviele Patienten, aus dem arabischen Ausland, Australien u.s.w., die die OP´s bar auf die Hand zahlen. Da kommt es denen auf einen mickrigen Kassenpatienten wirklich nicht an. Natürlich sind sie von ihrer Sache überzeugt, wäre ja schlimm wenn nicht.
Ich hatte am Ende eine Krümmung von 104° und im LWS-Bereich 95°.
Ein Arzt hier hatte gesagt, dass bei Kontrolle und Therapie der Patient ins hohe Alter klarkommt. Darauf würde ich aber ehrlich gesagt nicht wetten. Ich meine, ich bin 23 und schon jetzt waren Herz- und Lungenfunktion eingeschränkt. Ich glaube nicht, dass Sie das so pauschalisieren können, ohne den Patienten angschaut zu haben. Sie kommen bestimmt aus einer Kurklinik oder? Ich finde es aber gut, dass Sie sich hier zu Wort melden :-)
Wie gesagt, ich bin sehr froh, dass man mich operiert hat. Ich bin völlig schmerzfrei, ich hoffe das bleibt eine Weile so. Bin jetzt 8-9 cm größer und unglaublich gerade. Ich bin sowas von happy.
Ich habe mich auch in Neutstadt vorgestellt. Die Ärzte da sind nur zu empfehlen. Allerdings auch nicht bei jeder Skoliose. Der Dr. Halm ist sehr einfühlsam und klärt supergut auf. Bei ihm fühlt man sich gleich gut aufgehoben. Allerdings meinte Dr. Halm, dass sich bei meiner Skoliose auch Bad Wildungen anbieten würde. Denn ich hätte auch in Neutstadt nach der OP ein Korsett für ein halbes Jahr tragen müssen. Also, so wie das hier dargestellt wird, dass man nach 6 Wochen oder so gleich wieder rumhüpft stimmt auch nicht in jedem Fall. Auch meinte Dr. Halm, dass er evt. nicht sehr viel aufrichten kann, da die Gefahr einer Querschnittlähmung bei mir um einiges erhöht ist. Und da hab ich mich für Wildungen entschieden. Denn wenn ich mich einmal operieren lasse, dann sollen sie auch das Bestmögliche rausholen. Jetzt habe ich noch ne Krümmung von ca. 60°.
Wenn mir noch was einfällt, melde ich mich zu nochmal zu Wort. Wenn noch jemand Fragen hat, gerne auch per E-Mail.

Grüßle

Miss Understood
Miss Understood

Beitrag von Miss Understood »

hallo, ich wollte noch was zum thema "op in jungen jahren" sagen. Natürlich sollte man den Fortschritt "mitnehmen"... ;-) Bei mir ist es so, hätte ich mich vor 5 Jahren zu einer OP entschieden, hätte man sehr viel mehr machen können. Also, nicht nur der Fortschritt entscheidet über den Erfolg einer OP, sondern auch der körperliche Zustand. Mit ist leider in Bad Wildungen aufgefallen, dass fast alle Patienten ab 40 aufwärts sehr schlecht mit der OP umgehen können. Keine Ahnung an was das liegt. Wenn man davon ausgeht, dass ich wirklich von "oben bis unten" versteift bin, habe ich mich schon super drangewöhnt. Ich habe da so viele kennengelernt die mit der Versteifung überhaupt nicht klargekommen sind, auch wenn die Versteifung lange nicht so große Auswirkungen wie bei mir zeigt. Und das waren alles Patienten fortgeschrittenen Alters. Kann natürlich auch sein, dass es Zufall ist. Aber ich denke schon, dass man sich in jungen Jahren einfach besser anpassen kann :-)

Miss Understood.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Hallo Miss Understood (schöner Name :)),

Wilkommen im Forum.
Zu folgendem Statement von Dir eine Kurze Erläuterung:
gepostet von miss understood
Ein Arzt hier hatte gesagt, dass bei Kontrolle und Therapie der Patient ins hohe Alter klarkommt. Darauf würde ich aber ehrlich gesagt nicht wetten. Ich meine, ich bin 23 und schon jetzt waren Herz- und Lungenfunktion eingeschränkt. Ich glaube nicht, dass Sie das so pauschalisieren können, ohne den Patienten angschaut zu haben. Sie kommen bestimmt aus einer Kurklinik oder?
Ob Lungen und Herzfunktionen durch eine Skoliose eingeschränkt werden hängt nicht vom Alter ab.
Du hattest über 100°, hier ging es um gerade mal 54°.
Herz- und Lungenfunktion sind bei diesen Gradzahlen noch nicht beeinträchtigt und werden es mit größter Wahrscheinlichkeit auch nicht werden.
Eine Veringerung der Vitalkapazität beginnt erst ab 60° und erst ab 90° geht man von einer absoluten OP-Indikation aus, weil man hier davon ausgeht, daß es zwangsläufig zu genau diesen Einschränkungen (Herz, Lunge) - so wie das auch bei Dir der Fall war - und damit zu einer verkürzten Lebenserwartung kommt.

Allein wegen einer Gradzahl von paar-und-fünfzig Grad läßt man sich besser nicht operieren. Es ist ja schließlich ein Risiko und ob man davon dann bei einer so geringen Skoliose profitiert, an Lebensqualität gewinnt, steht da eher in den Sternen.
Insbesondere wenn man keine oder kaum körperliche Probleme mit seiner Skoliose hat kann es gut sein, daß die Folgen der OP dann schwerwiegender sind als die der nichtoperierten Skoliose.

Was Bad Wildungen angeht. Ich war jetzt erst in Bad Sobernheim und habe dort operierte Skoliose Patienten getroffen, die sehr zufrieden mit ihrem OP-Ergebniss waren (mehr Luft, kaum noch Rippenbuckel, keine Einschränkungen ...).
Aber selbst diese Patienten haben im selben Satz noch die Einschränkung gemacht, daß Bad Wildungen aber wirklich nicht für Jedermann geeignet ist, weil dort z.B. auch 12-jährigen Mädchen mit gerade mal 40° anstatt einer Korsett-Therapie eine Operation empfohlen wird.

Und genau das ist der Grund, warum man sich bei der Frage nach der Notwendigkeit einer OP besser nicht bei den operativ tätigen Ärzten beraten läßt.
Die OP-Kliniken operieren leider nicht nur solche Fälle wie Dich, bei denen eine OP wirklich notwendig ist, sondern auch solche, bei denen man sich die OP hätte sparen können.

Liebe Grüße,
BZebra
Miss Understood

Beitrag von Miss Understood »

Solche Patienten habe ich leider noch nicht getroffen,die "sinnlos" operiert worden. Also in Bad Wildungen waren nur "schwere" Fälle. Ich muss sagen, grundsätzlich fangen Einschränkungen der Lebensfunktion nicht unbedingt erst mit 100° oder mehr an. Also was ich da für Leute gesehen hab. Die hatten fast nix und mussten mit Morphiumpflaster leben. Also, ich meinte damit nur, dass es immer individuell einzuschätzen ist. Du kannst das nicht alles so pauschalisieren. Das was Du hier erzählst mag grundsätzlich stimmen. Ich hab diese Bücher auch alle gelesen. Hab die Krankheit schon ne Ecke, leider :-( Aber mir ist eben aufgefallen, dass jeder anders mit der Krankheit umgeht. Auch Patienten mit weniger als 50° können Einschränkungen der Lebensqualität erfahren, gerde was die Psyche betrifft. Ich muss sagen auf dem Gebiet muss noch sehr viel getan werden. Ich studiere Psychologie und möchte später mal solche Menschen versuchen zu therapieren. Leider wird das überall vernachlässigt.
Ich finde solche Foren zur Informationssammlung sehr gut. Das hat mir auch sehr geholfen. Nur bin ich froh, dass ich die Meinungen nicht zur Entscheidungsfindung hinzugezogen habe. Eben grad wenn es um Neustadt geht. Ich dachte auch, cool, keiner brauch ein Korsett und hüpft dann wieder in der Gegend rum. Tja, da hab ich mir da einen Termin geholt und bin fast vom Stuhl gefallen was der mir gesagt hat. Die meisten malen sich bei Neustadt sonst was aus. Aber niemand sagt, dass die eigentlich fast nur Skoliosen operieren, bei denen das Risiko sehr gering ist, also diese idiopathischen Skolisen. Mich z.B. haben sie eben auch nach Bad Wildungen empfohlen. Wie gerne hätte ich mich in Neutstadt operieren lassen, aber Dr. Halm meinte, er würde es machen, aber Bad Wildungen hätte bei meiner Ausprägung einfach mehr Erfahrung. Aber in diesem Forum geht es nehme ich mal an fast ausschließlich um die Wachstumsskoliosen, hat ja fast jeder. Die Diagnosefindung scheint den Ärzten aber auch sonderlich schwer zu fallen.
Naja, ich finde eben nur, dass die meisten auf Bad Wildungen rumhacken, die wären brutal und würden alles und jeden operieren .Die sind doch gut. Ok, man brauch ein dickes Fell, die Ärzte sind sehr direkt und man muss sich durchsetzen können. Das lernt man da aber wirklich sehr schnell :-) Und ja, die operieren sehr viele "verhunzte" OP´s. Bad Wildungen ist für die meisten, die woanders schon mal mit negativem Ergebnis operiert worden, die letzte Rettung. So habe ich das zumindest empfunden.
Ich hoffe ich bin niemandem zu nahe getreten, bin immer sehr direkt.

Miss Understood.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Keine Sorge, Du trittst hier niemandem zu nahe :).

Die Aussagen über die operierten 40°-Skoliosen bezogen sich nur auf Bad Wildungen (alles Statements von Patienten die dort operiert wurden).
Ich war auch selbst schon als Besucherin von ein paar Operierten da und habe solche Patienten dort kennen gelernt (Im Prinzip kenne ich nur Bad Wildungen, sonst keine andere OP-Klinik).

Wenn ich hier von Einschränkungen der LebensFUNKTIONEN (nicht gleich Lebensqualität) schreibe, dann meine ich damit Einschränkungen von Herz und Lunge; also was zur Verminderung der Lebenserwartung führt. Schmerzen zählen da nicht zu. Genauso wie unter die körperlichen Probleme auch nicht die psychischen Probleme zählen. Nur mal so am Rande zum besseren Verständnis ;).

LG,
BZebra
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Beitrag von Allegra »

Hallo mal wieder,

ich habe mich immer noch nicht für oder gegen eine OP entscheiden können. Ich habe so viele Informationen gesammelt, pro und contra, auch in diesem Forum hier (super!!!) und bin eigentlich genauso unsicher wie vorher, nur auf höherem Niveau.

Ich habe am 25. März einen Termin bei Dr. Steffan in Bad Salzungen. Ich will noch einmal eine Meinung eines konservativ behandelnden Arztes hören. Und dann werde ich mich wohl definitiv entscheiden müssen. Ich könnte alternativ zur OP eine Intensiv-Reha machen und intensiv wieder anfangen KG zu machen - ein konservativer Neustart, sozusagen. Aber werde ich es durchhalten, mein Leben lang intensiv zu turnen und doch insgeheim immer mit der Angst zu leben, dass die Skoliose trotzdem schlimmer wird? Ihr seht, ich bin verwirrt und unentschieden wie eh und jeh. Aber Danke für die vielen Diskussionen!

Jenny
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Beitrag von Allegra »

Hallo nochmal!
Ich habe noch eine Frage: Ich arbeite an der Uni, bin also mit Forschung vertraut, allerdings nicht im Bereich Medizin. Könnte mir jemand eine Datenbank von Medical Journals nennen bzw. die Namen der relevanten Fachjournals im Bereich Skoliose-Forschung? Ich würde gerne mal Studien lesen zum langfristigen Verlauf von Skoliosen sowie Auswertungen über den langfristigen Erfolg von Skoliose-OPs und überhaupt was über den Status Quo der Forschung. Ich habe es satt, immer nur vage Prognosen und intuitive Einschätzugnen zu hören, ich hätte gerne mal handfeste statistische Auswertungen.

Danke!

Jenny
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Vergiss es ;), es gibt keine "handfesten statistischen Auswertungen" der aktuellen OP-Verfahren. Wie auch, sie sind ja schließlich neu.

Zu den Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Skoliosebehandlung: Wenn Du Dir mal ein paar von denen durchliest, dann wirst Du ganz schnell merken, daß die meisten nichts mit der Realität und erst recht nichts mit dem Satus Quo zu tun haben.
Da gibt es z.B. diverse Untersuchungen die belegen, daß Krankengymnastik oder Korsettbehandlung, also die konservative Skoliosebehandlung, rein garnichts bringen.
Klar daß man zu solchen Ergebnissen kommt, wenn man von der Behandlung nichts versteht. Wäre ungefähr so, wie wenn ich ein paar Brücken bauen würde, die mangels meiner Berechnung alle zusammenbrechen und ich folgere daraus, daß man keine stabilen Brücken bauen kann ;).

Was Dir am meisten weiterhelfen würde wäre eine REHA. Erst da bekommst Du wirklich einen Eindruck und Überblick um was es geht und lernst Dich selbst, Deinen Körper und Deine Skoliose kennen und besser einzuschätzen. Es bringt Dir definitv mehr als Zig fehlerbehaftete und teils noch gefälschte Statistiken zu lesen; wenn Du in der Forschung arbeitest (hab ich auch mal getan) dann weißt Du ja auch sicher auf welche abenteuerlichen Weisen viele Untersuchungsergebnisse zustande kommen ;).

Sich informieren ist gut, aber an einer bestimmten Stelle kommst Du damit nicht mehr weiter. Da mußt Du Deine Erfahrungen dann auf praktischem Wege sammeln, und die unabänderbare Reihenfolge ist nunnmal KG -> Korsett -> OP, andersrum ist ungeschickt ;).

Liebe Grüße,
BZebra
Zuletzt geändert von BZebra am Di, 04.02.2003 - 01:18, insgesamt 5-mal geändert.
Tobias78
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Beitrag von Tobias78 »

Hallo Jenny!

Ich kann Dir auch nur diesen Link anbieten auf eine Datenbank der US-National Library of Medicine, falls Du das nicht schon kennst. Es gibt hier angeblich ca. 9000 Artikel zu Skoliose. Ich habe dort nach Artikeln zu Scheuermann gesucht und auch einige gefunden. Aber viel weitergeholfen hat es mir auch nicht, die Texte sind meist sehr knapp (ist nur die Zusammenfassung des eigentlichen Artikels und den darf man als normaler Mensch glaube ich nicht lesen) und vor allem kann man sie nicht einschätzen, also man weiß nicht, ob der jeweilige Artikel von einer guten, namhaften Klinik bzw. einem anerkannten Arzt verfaßt ist oder von irgendwelchen Kurpfuschern. Kannst ja mal schauen, vielleicht hilft es Dir weiter.
Ich habe es auch satt immer nur so wage Aussagen zu hören. Ich meine, natürlich gibt es für aktuelle Op-Verfahren keine Langzeitergebnisse, die gibt es auch in anderen Bereichen der Medizin nicht. Aber z.B. CD wird glaube ich seit 1984 verwendet und die Zielke-VDS seit ca. 1975. Das sind immerhin schon ca. 20-30 Jahre. Es kann doch nicht sein, daß es dafür nirgendwo auf der Welt statistische Auswertungen gibt. Und anhand dieser Daten und der aufgetretenen Probleme müßte man das Langzeitrisiko auch für die aktuellen Op-Verfahren abschätzen bzw. hochrechnen können (kann sein, daß ich das schon mal geschrieben hab). Das muß doch irgend jemand gemacht haben!
Herr Halm hat mir "meine Op" kürzlich als relativ harmlos geschildert. Probleme seien ganz selten, die Langzeitergebnisse gut, die Patienten nur ganz selten unzufrieden. Lügt er mich wider besseren Wissens an, bloß um Geld zu verdienen? Es deckt sich jedenfalls überhaupt nicht mit den Aussagen, die man hier im Forum liest. Man liest hier wenig positive Op-Berichte, aber vielleicht sind die meisten Operierten so glücklich und zufrieden, daß sie nicht mehr in solchen Foren "rumhängen".
Ach ja, in dem Buch von Dr. Weiß sind ein paar quantitative Angaben zur Op, allerdings beziehen sie sich nur auf die unmittelbaren Op-Komplikationen. Kannst Du hier nachlesen.

Viele Grüße,
Tobias
Allegra
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Beitrag von Allegra »

Hallo Tobias,

danke für die Informationen! Ich werde mir die Datenbank mal ansehen, auch wenn man anhand der Abstracts wahrscheinlich nicht viele Infos rausfiltern kann. Aber wahrscheinich besser als nichts!

Ich habe Kontakt zu einer 25-Jährigen, die sich kürzlich (im Dezember 2002) von Dr. Halm operieren ließ. Alles klasse gelaufen, nach 3 Wochen raus aus der Klinik, die Schmerzen waren zu ertragen und jetzt geht sie schon wieder shoppen (nicht dass das so wichtig wäre...aber man sieht: Ihr Leben verläuft wieder normal). Natürlich gibt es noch Einschränkungen und auch diese typischen "Muskelkater-Schmerzen" nach der OP (ist ja eine enorme Umgestaltung für den Rücken) sind noch nicht ganz verschwunden. Aber ihr Rücken ist jetzt ganz gerade! Natürlich hört man dann auch wieder anderes, auch hier im Forum, wo die Schmerzen und Einschränkungen nach der OP doch enorm waren usw. Schmerz ist sowieso sehr individuell, egal ob mit oder ohne OP. Und vieles hängt einfach von der individuellen körperlichen und psychischen Konstitution und vor allem natürlich vom Skoliosetyp (thorakal, thorakolumbal) und der Schwere der Skoliose ab. Und die allgemeinen Risiken - tja, da muss man wohl auf sein Glück hoffen.

Ich glaube nicht, dass Dr. Halm die OP verharmlost. Es hört sich zwar alles schnell und unkompliziert an. Er hat mich aber auch darauf hingewiesen, dass es ein schwerer Eingriff ist, den man sich gut überlegen muss. Er sagte:"Wissen Sie, für uns Wirbelsäulenchirurgen in Neustadt ist das aus technischer Sicht Routine. Aber für Ihren Körper ist es ein schwerer Eingriff." Ich habe großes Vertrauen zu ihm. Wenn, dann lasse ich mich von ihm operieren. Wenn. Meine Hauptangst ist einfach die, dass ich nach der OP vielleicht mit größeren Schmerzen und Einschränkungen leben muss als vor der OP. Und dass ich es dann bereuen könnte.

Ich glaube übrigens, dass viele glücklich Operierte das Thema "Skoliose" aus ihrem Leben gestrichen haben und nicht mehr in Foren wie diesem auftauchen.

Viele Grüße
Jenny
Tomma
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Beitrag von Tomma »

"Ich glaube übrigens, dass viele glücklich Operierte das Thema "Skoliose" aus ihrem Leben gestrichen haben und nicht mehr in Foren wie diesem auftauchen." - Jenny Tina

Das trifft bestimmt nur auf einige wenige Ausnahmen zu.
Nach einer OP ist trotzdem noch oft KG angesagt. Schmerzen hat man immer wieder mal,zwar nicht mehr so oft wie vor der OP, wenn sie denn gut gelaufen ist. Durch eine OP ist die Skoliose "leider" nicht weggeblasen.
Man hat neue und andere Einschränkungen. Und lebt weiter mit seiner Skoliose (und das nicht gerade schlecht). :)

MfG TOMMA
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Beitrag von BZebra »

Aber ich muß mal genz ehrlich sagen, in Jenny Tinas Fall mit so wenig Graden (54° waren es glaube ich), da wird man aus einer OP wohl kaum positiven Nutzen ziehen können und das Risiko bleibt.

Alles ist halt relativ, und man sollte besser nicht mit Kanonen nach Spatzen schießen. Am Ende ist der Schaden dann womöglich noch größer als zuvor.

LG,
BZebra
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Beitrag von Allegra »

Hallo BZebra,

ja, ich weiss, ich denke ja oft genauso wie Du. Und dann gibt es wieder Tage, wo ich mir sage: sei nicht so feige, wenn Du noch länger wartest, wird es doch nur immer schlimmer und dann müssen sie noch mehr versteifen ...denk an die Zukunft...usw.

Ich freue mich auf's Forum-Treffen. Viele Gedankengänge kann man hier nicht so präzise ausdrücken - face to face geht es besser.

Lieben Gruß
Jenny
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Beitrag von BZebra »

Geh nach Sobernheim oder Bad Salzungen zur Kur, wenn Du willst, lass Dir ein Korsett anfertigen, was Du dann jede Nacht trägst ... das wird dann nicht schlimmer.

Alles was Du tun mußt ist mit einer ordentlichen konservativen Therapie anzufangen und Dir dabei mal selbst ein Bild über das viel zu geringe Ausmaß Deiner Skoliose für eine OP zu machen.

Zukunftsängste brauchst Du mit der Skoliose eigentlich keine haben. Ich hätte mehr Zukunftsängste, wenn ich auf etliche meiner Bandscheiben und der Beweglichkeit meiner WS verzichten müßte, und das auch noch irreversibel mein Leben lang.

LG,
BZebra
Tobias78
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Beitrag von Tobias78 »

Hallo!
Tomma hat geschrieben: Durch eine OP ist die Skoliose "leider" nicht weggeblasen.
Doch, ich denke 54° kriegt man heute (so gut wie) vollständig weg.
BZebra hat geschrieben:Aber ich muß mal genz ehrlich sagen, in Jenny Tinas Fall mit so wenig Graden (54° waren es glaube ich), da wird man aus einer OP wohl kaum positiven Nutzen ziehen können und das Risiko bleibt.
Ich wollte Dich schon immer mal fragen, warum Du Dir da so sicher bist. Kennst Du viele Fälle mit ähnlichen Skoliosen, die operiert wurden und nicht zufrieden(er) sind (das ist keine rhetorische Frage!)? Kennst Du keinen, dem es nach der Op besser ging? Bist Du der Meinung, psychische Beeinträchtigungen "zählen nicht"?

Viele Grüße,
Tobias
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Hi Tobias,

ob die Skoliose nach der OP weg ist oder nicht spielt bei der geringen Gradzahl eigentlich keine Rolle mehr. Ob es z.B. 30° oder 0° sind ist vollkommen egal, die WS ist dann sowieso versteift.
Die Versteifung ist dann auch das größere Problem als solch eine geringe Verkrümmungen.

Was aber definitiv eine Rolle spielt, ist daß Du durch die OP Funktionen Deines Körpers verlierst: Die Beweglichkeit Deiner Wirblesäule.
Die WS besteht ja schon aus guten Gründen aus mehren Knochen und Gelenken, ist ja schließlich evolutionär so entstanden. Und die OP an sich ist auch nicht ohne.

Was Tomma meint ist daß man nach einer OP nicht geheilt ist. Je nach dem wie schlimm denn nun das Ausmaß der WS-Verkrümmung vor der OP war ist man danach vielleicht noch "kränker" als zuvor. Warum glaubst Du bekommt man als Operierter eher einen bestimmten Behinderungsrad anerkannt als ein nicht Operierter?
Tobias1978 hat geschrieben:Ich wollte Dich schon immer mal fragen, warum Du Dir da so sicher bist. Kennst Du viele Fälle mit ähnlichen Skoliosen, die operiert wurden und nicht zufrieden(er) sind (das ist keine rhetorische Frage!)? Kennst Du keinen, dem es nach der Op besser ging? Bist Du der Meinung, psychische Beeinträchtigungen "zählen nicht"?
Eher das Gegenteil. Dadurch daß ich so lange in Sobernheim war kenne ich sehr sehr viele nicht operierte Skoliosen von allen möglichen Gradbereichen und allen möglichen Varianten. Ich denke ich kann mir schon ganz gut vorstellen, was 54° bedeuten; jetzt mal ganz davon abgesehen, daß ich selbst auch mal soviel Grad hatte.

Mit so einer Skoliose muß man nicht unglücklich sein, und sofern man die Schmerzen in den Griff bekommt kann man damit auch sehr gut leben, es gibt da wesentlich schlimmeres. 54° sind sowohl optisch als auch körperlich nicht so schlimm, daß man dafür die gesundheitlichen Beeinträchtigungen einer OP in Kauf nehmen müßte ("Kanonen für Spatzen").

Wenn sich jemand aus psychischen Gründen bei den Gradzahlen operieren lassen will (gesundheitliche spielen in dem Gradbereich ja keine Rolle), dann können wir da echt nur empfehlen nach Sobernheim oder Bad Salzungen zu gehen und dort eine Kur zu machen.
Nach dem was man dort sieht, erlebt und an Erfahrungen sammelt ändert man seine Einstellung dazu grundlegend. Du lernst dort sowohl psychisch als auch körperölich mit Deiner Skoliose umzugehen und auch die Sache nicht überzubewerten oder zu dramatisieren.

Ich denke der wichtigste Unterschied, den es zwischen operierter und nicht-operierter Skoliose gibt, ist daß Du bei einer OP ein für Dich nicht kalkulierbares Risiko eingehst. Es gibt Leute bei denen geht es gut, es gibt andere bei denen geht es in die Hose und es gibt keinen der Dir definitiv sagen kann, wie es ist damit richtig alt zu werden (so lange gibt es diese OPs ja noch nicht). Der eine Körper verkraftet es prima, der andere nur ganz schlecht. Was mit Dir während oder nach einer OP geschieht liegt weitgehend außerhalb Deines Einflußbereichs und die Halbgötter in Weiß auf die man sich so gerne verläßt gibt es auch nicht.
Bei einer konservativen Skoliose-Behandlung sieht das ganz anders aus. Da hast Du alles selbst in der Hand und selber die Kontrolle über das was geschiet. Meine Gesundheit würde ich nur ungern aus der Hand geben, nicht an jemanden der sich weniger gut mit meinem Rücken auskennt als ich selbst (das sind alle) und ich würde sie erst recht nicht für eine Operation aufs Spiel setzen, die die Relevanz einer fragwürdigen Schönheits-OP hat.

Letzteres spielt bei Jenny Tina glaube ich auch nicht die primäre Rolle. Ich denke da ist es mehr die Angst vor dem, was mit ihrem Rücken in den nächsten Jahren passiert oder passieren könnte, und diesbezüglich können wir ihr ganz sicher weiter helfen; und genau an der Stelle, da bin ich mir wirklich SICHER; sie klagt ja noch nicht mal über besondere Beschwerden.

Aber natürlich gibt es für alles auch seine Grenzen. Es gibt auch Skoliosen, bei denen ich mich wahrscheinlich operieren lassen würde. Auch aus rein optischen Gründen. Aber das könnte ich nicht an der Gradzahl fest machen. Ich hab auch schon Leute kennen gelernt, die hatten sowohl oben als auch unten jeweils über 80° und das sah aus wie 40°, keine Schmerzen, keine Bewegungseinschränkungen, sportlich und ein mega Lungenvolumen.

... was war noch mal die Frage ;) ... Ach ja, nicht rhetorische Frage nach Leuten die zufriedener nach einer OP waren.
Ja, da kenne ich auch Leute. Alle diejenigen, die das Glück hatten daß alles gut gegangen ist (kannst Du ja auch hier im Forum lesen) und alle diejenigen, die eine solch starke Skoliose hatten, daß sich die OP, trotz etwaiger Einschränkungen, immernoch gelohnt hat.
Zufriedener ist man ja immer dann, wenn es einem besser geht, und das "Besser Gehen" erreicht man bei geringen Gradzahlen nun mal sicherer mit konservativer Behandlung als mit einer generell risikobehafteten OP. Ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit und des Risikos. Wenn es keinen gäbe, dem eine OP etwas bringt, dann würden sie bestimmt nicht mehr durchgeführt.
Diejenigen die ihre OP bereuen, von denen kannst Du auch hier im Forum lesen und Du triffst auch einige davon in Sobernheim.
Es gibt sowohl das eine, wie auch das andere; damit erzähle ich jetzt aber wahrscheinlich nichts neues; und die von Dir so heiß begehrte zuverlässige Statistik darüber gibt es leider nicht.

Was ich noch sagen wollte: Ich finde das echt gut, daß Du es jetzt erst mal mit einem Korsett ausprobierst. Du hast irgendwo mal die Frage gestellt, was Dir die ganze Korsett-Therapie letztendlich an Korrekturerfolg bringen soll. Ich denke als Ziel solltest Du Dir nicht setzen, daß Du nach ein paar Jahren Dein Korsett wieder komplett abschulst und grade bist, sondern daß Du es schaffst, die Korrektur den Tag über zu halten und das Korsett nur noch nachts trägst.
Hast nämlich den entscheidenen Vorteil, daß Du als Mann so eine Nachtkorsett-Versorgung unendlich ausdehenen kannst, ohne daß Dir dabei z.B.eine Schwangerschaft dazwischen kommen könnte ;) und ohne daß sie Dich in Deiner Lebensqualität einschränkt.
Ich hab ganz lange nur nachts Korsett getragen (5 Jahre); um ehrlich zu sein hab ich das während der ganzen Zeit fast komplett vergessen.

Aber letztendlich mußt Du halt selbst sehen, welche Variante für Dich die optimalste ist. Die Entscheidung zu einer OP kann Dir keiner abnehmen und wenn Du ernsthaft versucht hast auch mit anderen Mitteln Deiner Kyphose beizukommen (Korsett, Sobernheim, Bad Salzungen), dann ist die Entscheidung dazu mit Sicherheit gut überlegt und nicht mangels besseren Wissens und Erfahrung wie "mit Kanonen nach Spatzen geschossen".
Was Dir auch helfen kann wäre z.B. der Rat von Dr.Hoffmann. Er wird Dir sicherlich nicht unbegründet zu einer OP raten.

Liebe Grüße,
BZebra

p.s. Ups, ganz schön lang geworden ;). Herr Dr. Weiß untersetllt diesem Forum im übrigen, daß hier unbegründet zur OP geraten würde.
Allegra
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Beitrag von Allegra »

Hallo BZebra, hallo Tobias!

BZebra hat recht, es geht mir nicht um eine "Schönheits-OP". Ich kann mit meiner Optik gut leben. Wen es stört, der ist halt nicht mein Freund.

Nein, mir geht es wirklich um die Angst vor der Verschlimmerung. Seitdem ich voll berufstätig bin und wirklich viel arbeite (ich liebe meinen Job), oft 12 Stunden am Tag und mehr, spüre ich, wie die Skoliose schlimmer wird. Mein Rücken fühlt sich schiefer an, der Rippenbuckel, so kommt es mir, nimmt zu. Sicher auch deswegen, weil ich nicht mehr so viel KG machen kann wie früher und auch weniger Sport treibe. Natürlich, ich sollte eigentlich Prioritäten setzen und VIEL TURNEN, aber ehrlich esagt, mein Job ist mir sehr wichtig und ich kann und will nicht mein ganzes Leben nur nach der Skoliose ausrichten. Das klingt vielleicht hart, aber wenn man so lange schon mit Skoliose zu tun hat, tritt wohl irgendwann ein "Burnout-Syndrom" auf. Bei mir jedenfalls. Ich habe furchtbare Angst, dass sich die Skoliose trotz meines Alters noch einmal rapide verschlechtern könnte. Ich habe schon manchmal Schmerzen (wenn ich viel laufe, viel hebe usw.), auch oft morgens direkt nach dem Aufstehen, aber die sind meistens gut auszuhalten. Ich habe da so meine eigenen Srategien bei Schmerz: Dehnübungen, sich strecken usw. Hilft mir ganz gut.

Hinzu kommen die Meinungen der Ärzte: Meine Internistin schlägt immer die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie mich sieht, nach dem Motto: "Warum ist das nicht operiert?", mein Orthopäde denkt genau so, und auch Dr. Halm und Dr. Metz-Stavenhagen raten zur OP. Jetzt bin ich gespannt auf die Meinung von Dr. Steffan, die ich ja bald hören werde (habe wie gesagt einen Termin bei ihm).

Ich finde die Aussagen von BZebra sehr einleuchtend, ich stimme ihr voll zu. Aber dagegen steht eben das eigene Empfinden (ich habe das Gefühl, ES WIRD SCHLIMMER), die Aussagen der Ärzte und meine Angst vor der Zukunft.

Mein Entscheidungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.

Ich danke Euch für den regen Austausch, ich finde das ganz wunderbar, man fühlt sich nicht so allein!

Jenny
Tobias78
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Beitrag von Tobias78 »

Hallo!

@BZebra
Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort!!! Ein paar Sachen möchte ich noch dazu sagen, auch wenn es eigentlich nicht in dieses Thema paßt (Entschuldigung).
Du hast natürlich recht, daß die Beweglichkeit der WS ihren Sinn hat und evolutionär entstanden ist. Andererseits denk ich aber: Ich muß keine Mamuts mehr jagen und außerdem ist die WS evolutionär bei 99,x% mit 0° Skoliose und ca. 40° Kyphose entstanden. Vielleicht ist ein Teil der WS-Beweglichkeit tatsächlich entbehrlich.
Und Du hast auch damit recht, daß man nach einer Op sein „WS-Schicksal“ nicht mehr in der Hand hat. Das macht mir auch große Sorgen und natürlich ist das bei der konservativen Therapie anders. Aber Herr Halm sagt mir, ich habe nach einer Op 35-40°. Dagegen ist bei den konservativen Therapieverfahren was die Korrektur betrifft alles sehr dubios. Wenn ich das alles ausprobiere und mich selbst überzeuge bin ich 40. Wenn ich morgen in Neustadt anrufe und zusage, vielleicht beginnt dann schon im Sommer für mich ein neues Leben!
Jetzt wirst Du sagen, mein Ziel sollte nicht die Korrektur sein und man kann auch so sehr gut leben. Manche vielleicht, ich wahrscheinlich nicht. Sicher, in Sobernheim sind sie wohl verständnisvoll und eine Skoliose/Kyphose ist was ganz normales, aber hier im normalen Leben eben nicht. Und da ist auch niemand verständnisvoll. In diesem Forum haben auch schon Leute geschrieben(hast sicher gelesen), die waren öfters in Sobernheim und sie haben einen Partner den es (angeblich) nicht stört und Freunde, usw. und sind trotzdem ziemlich unglücklich. Aber im Prinzip sollte man schon vor einer Op nach Sobernheim gehen, nur es kostet so viel Zeit (also nicht der eigentliche Aufenthalt, sondern die Wartezeiten, usw.).
Ich empfinde es im Moment so, daß die konservativen Methoden (Schroth, Korsett) nur sehr schwach motivierend sind aber sehr geeignet um mich was die Op betrifft total zu verunsichern. Ich kann im Moment an nichts anderes mehr denken, ein ständiges hin und her.

@Jenny
Es geht mir auch so wie Dir, wenn man Schmerzen hat kommt einem die Krümmung schlimmer vor. Sie ist es aber wohl nicht. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich regelmäßig vermessen läßt (ohne Röntgen). Dann siehtst Du, ob und wieviel die Skoliose zunimmt. Ich denke jedenfalls, Du kannst Dir noch Zeit lassen mit der Entscheidung, ich glaube nicht, daß 5 Jahre und/oder 5° das Ergebnis einer eventuellen Op merklich verschlechtern bzw. das Risiko erhöhen. Ich persönlich hätte allerdings schon mehr Angst vor der (gesundheitlichen) Zukunft wenn ich operiert wäre.


Viele Grüße,
Tobias
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BZebra
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Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Tobias78 hat geschrieben:Ich muß keine Mamuts mehr jagen

:D Musste ich echt drüber schmunzeln.

Zum Thema:
Ich persönlich würde mit einer Korsett-Therapie im Erwachsenenalter weniger das Ziel verfolgen dadurch nach 10 - 20 Jahren intensiver Behandlung wieder gerade zu werden, sondern eher das Korsett als ein Mittel verwenden, was Dir unmittelbar helfen soll.

Das heißt mit möglichst geringem Aufwand Deine Schmerzen zu bekämpfen (z.B. nur Nachts tragen) und zu einer auch ohne Korsett haltbaren verbesserten Haltung zu kommen (WS-Deformitäten haben ja nahezu immer einen gewissen nicht fixierten Anteil, der durch eine bessere aufrechtere Haltung problemlos korrigiert werden kann).
Letzteres dürfte natürlich bei jedem unterschiedlich sein und wenn die Verkrümmung groß ist, dann ist es halt unter Umständen nurnoch ein Tropfen auf den heißen Stein. Ob Du damit zufrieden sein kannst oder es Dir reicht, das kannst natürlich nur Du entscheiden.
Tobias78 hat geschrieben:Ich denke jedenfalls, Du kannst Dir noch Zeit lassen mit der Entscheidung, ich glaube nicht, daß 5 Jahre und/oder 5° das Ergebnis einer eventuellen Op merklich verschlechtern bzw. das Risiko erhöhen.
Und da beschwehrst Du Dich - mit Deinen 24 Jahren - daß die Wartezeiten in Sobernheim so lange sind. ;D

@Jenny Tina

Während Deiner Entscheidungsfindung kannst Du derweil schon mal im Hinterkopf behalten, daß Du mit einer Nachtkorsett-Versorgnung einer eventuellen Verschlechterung effektiv entgegenwirken kannst, ohne dabei großartig viel Zeit zu verlieren (abends anziehen, morgends wieder ausziehen, das wars).
Ansonsten bedeutet eine Krankengymnastische Behandlung 30 Minuten KG am Tag. Diese 30 Minuten sollte Dir Dein Körper wert sein. Wenn Du als Operierte auch langfristig leistungsfähig bleiben möchtest kommst Du um diese 30 Minuten sowieso nicht drum herum, und selbst als nicht Skoliotiker sollten diese 30 Minuten (z.B. als Sport) schon zur Gesundheitsvorsorge drin sein (von Rückenschmerzen und Osteoporose kann jeder betroffen sein).

Deiner "To-Do-List-before-OP" füge außerdem noch eine Reha in Sobernheim oder Bad Salzungen hinzu ;) und Besuch in Stuttgart bei Dr.Hoffmann und Rahmouni.

LG,
BZebra
Gast

Beitrag von Gast »

Ey Ey Sir! :D :ja:

Jenny
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