Skoliose mit Beinlängendifferenz
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Leosch
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- Diagnose: Skoliose, Cobb-Winkel oben 35 Grad unten 40 Grad
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Skoliose mit Beinlängendifferenz
Hallo Leute,
danke für die Aufnahme in das Forum. Ich wollte mich erkundigen, ob mir vielleicht jemand einen Ratschlag bezüglich meines Problems geben kann.
Ich bin 25 Jahre alt und war vor fast zwei Jahren zum ersten Mal als Erwachsener wegen Knieschmerzen beim Orthopäden.
Der erste Termin war mehr oder weniger ein Reinfall. Der Arzt hat mich lediglich optisch „untersucht“ und eine leichte Verkrümmung der Wirbelsäule mit sichtbarem Beckenschiefstand festgestellt.
Er hat die Hand auf meinen Fuß gelegt und eine grobe Abschätzung der Beinlängendifferenz gemacht. Daraufhin wurden mir Einlagen mit einer Erhöhung von 0,5 cm auf der linken Seite verschrieben, außerdem bekam ich die Empfehlung, regelmäßig Sport zu treiben.
Als Sport mache ich seit Jahren eigentlich Cardio, Stairmaster und Crosstrainer. Nach dem Termin wollte ich zusätzlich mit Kraftsport anfangen und habe an den Geräten bemerkt, dass ich bei den Ausführungen eine Asymmetrie habe. Dennoch habe ich weiter trainiert und die Einlagen regelmäßig getragen. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass mein Skelett – insbesondere Wirbelsäule und Nacken – angefangen hat zu knacksen.
Daraufhin habe ich einen weiteren Termin beim Orthopäden vereinbart und innerhalb eines Monats einen Termin bei einem anderen Arzt bekommen.
Dieser hat direkt gesehen, dass ich eine stärkere Verkrümmung der Wirbelsäule habe. Seine Kollegen haben mich ebenfalls untersucht. Die Beinlängendifferenz wurde erneut geprüft – diesmal mit einem Brett, das stufenweise unter das linke Bein gelegt wurde, bis die Hüfte gerade war. Ergebnis: 1,5 cm Beinlängendifferenz. Mir wurden sofort neue Einlagen verschrieben: für die kommenden sechs Monate 1 cm Erhöhung auf der linken Seite, danach 1,5 cm. In die Sportschuhe wurden direkt 1,5 cm eingearbeitet.
Zusätzlich wurde ein Röntgenbild der Wirbelsäule angefertigt. Ergebnis: eine schwere Skoliose, die bisher unentdeckt geblieben war. Der Radiologe hat einen Cobb-Winkel oben von 30° und unten von 45° festgestellt.
Die Orthopädin hat mir daraufhin Krankengymnastik verschrieben – einmal Gerätetraining und einmal die Schroth-Therapie.
Zudem bekam ich Schmerzmittel, da ich seit den Einlagen regelmäßig Schmerzen habe. Novalgin 500 mg und Ibuprofen 600 mg hatten keine wirkliche Wirkung, daraufhin wurde mir noch Celecoxib 200 mg verschrieben, was halbwegs hilft.
Seit Jahren bekomme ich außerdem Gabapentin als Bedarfsmedikament, da ich mit 20 Jahren einen Tremor entwickelt habe. Dieser tritt zwar nicht täglich auf, aber wenn ich Gabapentin nehme, verschwindet er. Blutdrucksenker und Topiramat, die normalerweise zuerst verschrieben werden, haben bei mir keine Wirkung gezeigt. Gabapentin hilft mir auch am besten gegen die aktuellen Schmerzen.
Ich habe außerdem meine Eltern gefragt: Es gab nie Auffälligkeiten oder Hinweise bei ärztlichen Untersuchungen im Kindesalter.
Meine Frage an die Community ist nun: Kann sich die Krümmung der Wirbelsäule verschlimmern? Die Beinlängendifferenz wird ja nun therapiert und sollte die Verkrümmung eigentlich etwas entlasten, oder?
Außerdem würde mich interessieren, ob der Tremor durch Druck auf die Nervenbahnen an der Wirbelsäule entstehen könnte.
Habt ihr eventuell noch weitere Ratschläge, die ich befolgen könnte?
Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen.
danke für die Aufnahme in das Forum. Ich wollte mich erkundigen, ob mir vielleicht jemand einen Ratschlag bezüglich meines Problems geben kann.
Ich bin 25 Jahre alt und war vor fast zwei Jahren zum ersten Mal als Erwachsener wegen Knieschmerzen beim Orthopäden.
Der erste Termin war mehr oder weniger ein Reinfall. Der Arzt hat mich lediglich optisch „untersucht“ und eine leichte Verkrümmung der Wirbelsäule mit sichtbarem Beckenschiefstand festgestellt.
Er hat die Hand auf meinen Fuß gelegt und eine grobe Abschätzung der Beinlängendifferenz gemacht. Daraufhin wurden mir Einlagen mit einer Erhöhung von 0,5 cm auf der linken Seite verschrieben, außerdem bekam ich die Empfehlung, regelmäßig Sport zu treiben.
Als Sport mache ich seit Jahren eigentlich Cardio, Stairmaster und Crosstrainer. Nach dem Termin wollte ich zusätzlich mit Kraftsport anfangen und habe an den Geräten bemerkt, dass ich bei den Ausführungen eine Asymmetrie habe. Dennoch habe ich weiter trainiert und die Einlagen regelmäßig getragen. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass mein Skelett – insbesondere Wirbelsäule und Nacken – angefangen hat zu knacksen.
Daraufhin habe ich einen weiteren Termin beim Orthopäden vereinbart und innerhalb eines Monats einen Termin bei einem anderen Arzt bekommen.
Dieser hat direkt gesehen, dass ich eine stärkere Verkrümmung der Wirbelsäule habe. Seine Kollegen haben mich ebenfalls untersucht. Die Beinlängendifferenz wurde erneut geprüft – diesmal mit einem Brett, das stufenweise unter das linke Bein gelegt wurde, bis die Hüfte gerade war. Ergebnis: 1,5 cm Beinlängendifferenz. Mir wurden sofort neue Einlagen verschrieben: für die kommenden sechs Monate 1 cm Erhöhung auf der linken Seite, danach 1,5 cm. In die Sportschuhe wurden direkt 1,5 cm eingearbeitet.
Zusätzlich wurde ein Röntgenbild der Wirbelsäule angefertigt. Ergebnis: eine schwere Skoliose, die bisher unentdeckt geblieben war. Der Radiologe hat einen Cobb-Winkel oben von 30° und unten von 45° festgestellt.
Die Orthopädin hat mir daraufhin Krankengymnastik verschrieben – einmal Gerätetraining und einmal die Schroth-Therapie.
Zudem bekam ich Schmerzmittel, da ich seit den Einlagen regelmäßig Schmerzen habe. Novalgin 500 mg und Ibuprofen 600 mg hatten keine wirkliche Wirkung, daraufhin wurde mir noch Celecoxib 200 mg verschrieben, was halbwegs hilft.
Seit Jahren bekomme ich außerdem Gabapentin als Bedarfsmedikament, da ich mit 20 Jahren einen Tremor entwickelt habe. Dieser tritt zwar nicht täglich auf, aber wenn ich Gabapentin nehme, verschwindet er. Blutdrucksenker und Topiramat, die normalerweise zuerst verschrieben werden, haben bei mir keine Wirkung gezeigt. Gabapentin hilft mir auch am besten gegen die aktuellen Schmerzen.
Ich habe außerdem meine Eltern gefragt: Es gab nie Auffälligkeiten oder Hinweise bei ärztlichen Untersuchungen im Kindesalter.
Meine Frage an die Community ist nun: Kann sich die Krümmung der Wirbelsäule verschlimmern? Die Beinlängendifferenz wird ja nun therapiert und sollte die Verkrümmung eigentlich etwas entlasten, oder?
Außerdem würde mich interessieren, ob der Tremor durch Druck auf die Nervenbahnen an der Wirbelsäule entstehen könnte.
Habt ihr eventuell noch weitere Ratschläge, die ich befolgen könnte?
Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen.
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Lady S
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- Diagnose: idiopathische Adoleszenzskoliose
2013: lumbal 64°, thorakal 56°, inzwischen vermutlich deutlich mehr. - Therapie: Seit 2003 Schroth-KG, 3 Rehas in Bad Salzungen.
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Re: Skoliose mit Beinlängendifferenz
Die Methode kenne ich: damit hat mir mal ein Orthopäde(!) eine Beinverkürzung rechts diagnostiziert und eine 1cm-Schuherhöhung verschrieben.
Das fühlte sich ziemlich merkwürdig an und ich humpelte irgendwie beim Gehen. Nachdem sich das auch einige Wochen später nicht gelegt hatte, habe ich die Erhöhung wieder weggelassen.
Einige Zeit später stellte sich bei einem Skoliose-Spezialisten heraus, dass ich - wenn überhaupt - die Erhöhung auf der anderen Seite brauche...
Überhaupt: um - gerade bei einer bestehenden Skoliose - eine Beinlängendifferenz exakt auszumessen, braucht es meines Wissens eine Röntgenaufnahme der Beine.
Das finde ich ehrlich gesagt inakzeptabel; da würde ich die Einlagen sofort weglassen. Willst Du etwa auf Dauer solche Schmerzmittel nehmen?
Schroth ist gut! Was sagt denn der Physiotherapeut zum Thema Einlagen und Schmerzen?
Wurde auch schon mal das Thema Skoliose-Reha in Sobernheim oder Salzungen (nur dort!) angesprochen? Eigentlich kann man Schroth ambulant kaum erlernen, das sind viel zu wenige Einheiten und viele Therapeuten haben auch nicht ausreichend Erfahrung damit.
Wahrscheinlich wird sie das tun, man spricht von ca. 1° Zunahme pro Jahr.
Mit 21 hatte ich selbst 42° und meine Skoliose blieb völlig unbehandelt bis zum 50. Lebensjahr. Inzwischen bin ich 72 und habe über 60° in beiden Bögen (also weniger Zunahme als prognostiziert) und fast keine Beschwerden (gehe jede Woche zum Bouldern
- eric
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Kyphose
Versteifung L5-S1
Bandscheiben-OP in HWS - Therapie: Korsett mit Halsteil von Rahmouni
Vorab schon einige andere Korsetts
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Re: Skoliose mit Beinlängendifferenz
Hallo,
ganz wichtig wäre zu wissen, ob die Beinlängendifferenz von der Skoliose kommt oder die Skoliose von der Beinlängendifferenz!
Sprich, ob es eine strukturelle Differenz der Beine gibt.
Danach sollte sich die Behandlung richten.
Seltsam, dass eine solche Skoliose niemandem aufgefallen ist.
Tipp: Begib dich zu einem Spezialisten, der erwachsene Skoliose behandelt.
Wo wohnst du?
Grüße Eric
ganz wichtig wäre zu wissen, ob die Beinlängendifferenz von der Skoliose kommt oder die Skoliose von der Beinlängendifferenz!
Sprich, ob es eine strukturelle Differenz der Beine gibt.
Danach sollte sich die Behandlung richten.
Seltsam, dass eine solche Skoliose niemandem aufgefallen ist.
Tipp: Begib dich zu einem Spezialisten, der erwachsene Skoliose behandelt.
Wo wohnst du?
Grüße Eric
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Leosch
- Newbie

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Re: Skoliose mit Beinlängendifferenz
Hey Leute,
vielen Dank für die bisherigen Antworten.
@Lady S
Ich hatte diese Destabilisierung auch beim Gehen, aber das wird mit der Zeit deutlich besser. Auch hat sich dadurch meine Haltung optisch schon mäßig verbessert. Zudem steht das Becken inzwischen deutlich gerader als ohne Einlagen.
Der Arzt hat mir geraten, dass auf jeden Fall die Beinlängendifferenz ausgeglichen werden muss, sonst bekomme ich wohl Probleme mit der Hüfte. Ich werde das jetzt einfach mal probieren und in zwei Jahren ein neues Röntgenbild anfertigen lassen, um zu schauen, ob es eine Verschlechterung gibt.
Bezüglich der Schmerzen meinte die Orthopädin auch, dass es am Anfang der Behandlung ziemliche Schmerzen verursachen kann, weil sich jetzt die ganze Fehlhaltung ausgleicht. Das sollte sich aber mit der Zeit legen. Schmerzmittel brauche ich eigentlich auch nur, wenn ich mehr als vier Stunden am Tag auf den Einlagen stand. Ziel ist es aber, dass ich zukünftig gar keine Schmerzmittel mehr brauche – dafür bin ich noch zu jung.
Zu einer Reha hat mir die Krankengymnastin geraten. Leider kann ich laut Orthopäde diese erst in ein paar Monaten beantragen, da zwischen Erstdiagnose und Reha zunächst konventionelle Therapien erfolgen müssen. Da werde ich aber auch mal der Krankenkasse eine E-Mail schreiben und nachfragen, ob das wirklich so stimmt. Im Internet habe ich dazu nämlich nichts Konkretes gefunden. Aber langfristig ist eine Reha das Beste und wird von mir auch angestrebt.
@Eric
Aber ich hatte mir mit 16 Jahren einmal das Sprunggelenk inklusive Schienbein gebrochen. Das wurde auch operiert und genagelt. Physiotherapie oder Ähnliches wurde mir damals nicht verschrieben. Vielleicht kam es durch das Wachstum und dem Bruch zu einer Längendifferenz. Ich weiß es leider nicht.
Einen Spezialisten möchte ich auch noch aufsuchen.
Aktuell wohne ich in Dresden.
Grüße
vielen Dank für die bisherigen Antworten.
@Lady S
Ich hatte diese Destabilisierung auch beim Gehen, aber das wird mit der Zeit deutlich besser. Auch hat sich dadurch meine Haltung optisch schon mäßig verbessert. Zudem steht das Becken inzwischen deutlich gerader als ohne Einlagen.
Der Arzt hat mir geraten, dass auf jeden Fall die Beinlängendifferenz ausgeglichen werden muss, sonst bekomme ich wohl Probleme mit der Hüfte. Ich werde das jetzt einfach mal probieren und in zwei Jahren ein neues Röntgenbild anfertigen lassen, um zu schauen, ob es eine Verschlechterung gibt.
Bezüglich der Schmerzen meinte die Orthopädin auch, dass es am Anfang der Behandlung ziemliche Schmerzen verursachen kann, weil sich jetzt die ganze Fehlhaltung ausgleicht. Das sollte sich aber mit der Zeit legen. Schmerzmittel brauche ich eigentlich auch nur, wenn ich mehr als vier Stunden am Tag auf den Einlagen stand. Ziel ist es aber, dass ich zukünftig gar keine Schmerzmittel mehr brauche – dafür bin ich noch zu jung.
Zu einer Reha hat mir die Krankengymnastin geraten. Leider kann ich laut Orthopäde diese erst in ein paar Monaten beantragen, da zwischen Erstdiagnose und Reha zunächst konventionelle Therapien erfolgen müssen. Da werde ich aber auch mal der Krankenkasse eine E-Mail schreiben und nachfragen, ob das wirklich so stimmt. Im Internet habe ich dazu nämlich nichts Konkretes gefunden. Aber langfristig ist eine Reha das Beste und wird von mir auch angestrebt.
@Eric
Ja, das habe ich mir schon gedacht. Aber ich weiß nicht, wie das ermittelt werden kann. Die Orthopädin konnte dazu auch nicht viel sagen...Ganz wichtig wäre zu wissen, ob die Beinlängendifferenz von der Skoliose kommt oder die Skoliose von der Beinlängendifferenz!
Aber ich hatte mir mit 16 Jahren einmal das Sprunggelenk inklusive Schienbein gebrochen. Das wurde auch operiert und genagelt. Physiotherapie oder Ähnliches wurde mir damals nicht verschrieben. Vielleicht kam es durch das Wachstum und dem Bruch zu einer Längendifferenz. Ich weiß es leider nicht.
Einen Spezialisten möchte ich auch noch aufsuchen.
Aktuell wohne ich in Dresden.
Grüße
- Klaus
- Moderator/in

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Re: Skoliose mit Beinlängendifferenz
Hallo Leosch,
ja, man muss schon zwischen einer echten und einer funktionellen Beinlängendifferenz unterscheiden.
Eine echte Beinlängendifferenz mit tatsächlich unterschiedlich langen Beinen gibt es aber selten. Das kann man nicht einfach mit einer Hand oder einem Stufenbrett testen. Wie Lady S schon geschrieben hat geht das z. Bsp. über entsprechende Röntgenaufnahmen. Man findet im Netz auch andere Verfahren.
Bei Skoliose ist eher von einer funktionellen Beinlängendifferenz auszugehen, die zum Beckenschiefstand führen kann. Dabei können Einlagen zwar hilfreich sein, aber die konservative Behandlung der Skoliose und damit auch des Beckenschiefstandes sieht in der Regel anders aus.
Im Laufe einer erfolgreichen Behandlung wird man die Einlage aber entsprechend anpassen müssen, weil sie der Korrektur durch Schroth (Korsett) entgegenstehen kann.
Beim Gerätetraining bin ich skeptisch, weil bei Skoliose eigentlich ein asymmetrisches Vorgehen angesagt ist. Es sei denn, Schroth Therapie und Gerätetraining wird von einer Schroth Therapeutin durchgeführt.
Zu Deinen Schmerzen ist noch zu sagen, dass Du eine asymmetrische Skoliose mit ganz unterschiedlich hohen Gradzahlen hast. Eine solche Skoliose ist laut einer Studie beschwerdeanfälliger als eine symmetrische Skoliose mit gleichen oder ähnlichen Winkeln.
Leider gibt es nur 2 Spezialisten, die für Erwachsene in Frage kommen. Wichtig, Spezialisten sind in unserem Forum nur diejenigen konservativ arbeitenden Ärzte, die sich durch positive Erfahrungsberichte seit mindestens 2010 herausgebildet haben. Negative Berichte aus den einzelnen Regionen gibt es massenhaft und leider immer wieder neu.
viewtopic.php?f=25&t=6472
Eine Frage, die ich allen männlichen Usern mit Fehlstellungen stelle, hast Du evtl. auch einen Rundrücken (Hyperkyphose) und Hohkreuz (Hyperlordose)? Das sieht man in einem seitlich gesehenen Röntgenbild, was leider oft in der Diagnostik fehlt.
Gruß
Klaus
ja, man muss schon zwischen einer echten und einer funktionellen Beinlängendifferenz unterscheiden.
Eine echte Beinlängendifferenz mit tatsächlich unterschiedlich langen Beinen gibt es aber selten. Das kann man nicht einfach mit einer Hand oder einem Stufenbrett testen. Wie Lady S schon geschrieben hat geht das z. Bsp. über entsprechende Röntgenaufnahmen. Man findet im Netz auch andere Verfahren.
Bei Skoliose ist eher von einer funktionellen Beinlängendifferenz auszugehen, die zum Beckenschiefstand führen kann. Dabei können Einlagen zwar hilfreich sein, aber die konservative Behandlung der Skoliose und damit auch des Beckenschiefstandes sieht in der Regel anders aus.
Schroth KG (und möglicherweise auch ein Korsett) sind ein wichtiger Baustein und es ist durchaus positiv, dass sie Dir das als Erwachsener verordnet hat. Dabei geht es insbesondere um verkürzte Strukturen (Muskeln, Bänder und Sehnen), die überall im Körper vorhanden sein können!Die Orthopädin hat mir daraufhin Krankengymnastik verschrieben – einmal Gerätetraining und einmal die Schroth-Therapie.
Im Laufe einer erfolgreichen Behandlung wird man die Einlage aber entsprechend anpassen müssen, weil sie der Korrektur durch Schroth (Korsett) entgegenstehen kann.
Beim Gerätetraining bin ich skeptisch, weil bei Skoliose eigentlich ein asymmetrisches Vorgehen angesagt ist. Es sei denn, Schroth Therapie und Gerätetraining wird von einer Schroth Therapeutin durchgeführt.
Da Gerätetraining bzw. Kraftsport symmetrisch ausgeführt wird, ist das bei Skoliose als Behandlungsform eher kontraproduktiv. Es dient bestenfalls als allgemeine Muskelpflege in normalen, nicht verkürzten Strukturen. Da spielt auch das Körpergefühl eine große Rolle, wo Du ja offenbar jetzt erst bemerkt hast, dass Du asymmetrisch bist. Bei einer Schroth REHA lernst Du das individuell richtige Körpergefühl und den Begriff "korrigierte Haltung". Erst dann kannst Du auch einschätzen, ob Geräte-Fitnesstraining / Kraftsport etwas bringen kann oder nicht.Nach dem Termin wollte ich zusätzlich mit Kraftsport anfangen und habe an den Geräten bemerkt, dass ich bei den Ausführungen eine Asymmetrie habe. Dennoch habe ich weiter trainiert und die Einlagen regelmäßig getragen. Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass mein Skelett – insbesondere Wirbelsäule und Nacken – angefangen hat zu knacksen.
Das ist eigentlich auch so, weil alle ambulanten Maßnahmen erst ausgeschöpft bzw. erfolglos sein müssen. Auch wenn das bei Skoliose/Hyperkyphose in der Regel sowieso meistens der Fall ist. Selbst die schon gezielte ambulante Schroth Therapie ist nicht zu vergleichen mit einer stationären Schroth REHA. Sie dient aber anfangs zum "Reinschnuppern" vor einer REHA und danach zur Kontrolle.Zu einer Reha hat mir die Krankengymnastin geraten. Leider kann ich laut Orthopäde diese erst in ein paar Monaten beantragen, da zwischen Erstdiagnose und Reha zunächst konventionelle Therapien erfolgen müssen. Da werde ich aber auch mal der Krankenkasse eine E-Mail schreiben und nachfragen, ob das wirklich so stimmt.
Zu Deinen Schmerzen ist noch zu sagen, dass Du eine asymmetrische Skoliose mit ganz unterschiedlich hohen Gradzahlen hast. Eine solche Skoliose ist laut einer Studie beschwerdeanfälliger als eine symmetrische Skoliose mit gleichen oder ähnlichen Winkeln.
Das möchte ich Dir unbedingt raten!Einen Spezialisten möchte ich auch noch aufsuchen.
Aktuell wohne ich in Dresden.
Leider gibt es nur 2 Spezialisten, die für Erwachsene in Frage kommen. Wichtig, Spezialisten sind in unserem Forum nur diejenigen konservativ arbeitenden Ärzte, die sich durch positive Erfahrungsberichte seit mindestens 2010 herausgebildet haben. Negative Berichte aus den einzelnen Regionen gibt es massenhaft und leider immer wieder neu.
viewtopic.php?f=25&t=6472
Eine Frage, die ich allen männlichen Usern mit Fehlstellungen stelle, hast Du evtl. auch einen Rundrücken (Hyperkyphose) und Hohkreuz (Hyperlordose)? Das sieht man in einem seitlich gesehenen Röntgenbild, was leider oft in der Diagnostik fehlt.
Gruß
Klaus
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Leosch
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- Therapie: KG-Gymnastik und Schroth-Therapie
Re: Skoliose mit Beinlängendifferenz
Hallo Klaus,
danke für deine ausführliche Nachricht.
Ich habe mich gestern auf einer längeren Zugfahrt einmal genauer in die ganze Thematik eingelesen. Du hast recht, viele Orthopäden verschreiben Einlagen, die das Problem überhaupt nicht lösen. Beim nächsten Röntgentermin werde ich dann auch die Füße röntgen lassen.
Ich werde auch versuchen, einen Termin in Berlin zu bekommen. Kurzfristig werde ich aber wohl diesen Spezialisten ausprobieren und euch dann schreiben, was er gesagt hat https://www.wirbelsäulenzentrum-dresden.de/
In Dresden scheint die Versorgung wirklich nicht besonders gut zu sein. Die Skoliosesprechstunde dort kann ich mir auch sparen, da nur eine Operation in Frage kommt und an anderen Therapieformen offenbar überhaupt kein Interesse besteht.
Liebe Grüße
Leo
danke für deine ausführliche Nachricht.
Ich habe mich gestern auf einer längeren Zugfahrt einmal genauer in die ganze Thematik eingelesen. Du hast recht, viele Orthopäden verschreiben Einlagen, die das Problem überhaupt nicht lösen. Beim nächsten Röntgentermin werde ich dann auch die Füße röntgen lassen.
Von einem Korsett war nicht die Rede. Es hieß nur, dass sich die Skoliose eventuell verstärken wird, ein Korsett sei aber nicht notwendig beziehungsweise würde nichts bringen, da ich bereits ausgewachsen sei. Auch das werde ich noch einmal bei einem Spezialisten abklären lassen.Schroth-KG (und möglicherweise auch ein Korsett)
Ich werde auch versuchen, einen Termin in Berlin zu bekommen. Kurzfristig werde ich aber wohl diesen Spezialisten ausprobieren und euch dann schreiben, was er gesagt hat https://www.wirbelsäulenzentrum-dresden.de/
In Dresden scheint die Versorgung wirklich nicht besonders gut zu sein. Die Skoliosesprechstunde dort kann ich mir auch sparen, da nur eine Operation in Frage kommt und an anderen Therapieformen offenbar überhaupt kein Interesse besteht.
Das wurde gemacht, ich habe das Bild angehängt. Beim Orthopäden wurde dazu allerdings überhaupt nichts gesagt. Kannst du etwas auf dem Bild erkennen, das für mich relevant sein könnte? Ich habe da leider überhaupt keine Expertise.Eine Frage, die ich allen männlichen Usern mit Fehlstellungen stelle: Hast du evtl. auch einen Rundrücken (Hyperkyphose) oder ein Hohlkreuz (Hyperlordose)? Das sieht man in einem seitlich aufgenommenen Röntgenbild, das leider oft in der Diagnostik fehlt.
Liebe Grüße
Leo
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- Klaus
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Re: Skoliose mit Beinlängendifferenz
Hallo Leosch,
Dazu muss man wissen, dass es unterschiedliche Bauarten für unterschiedliche Zwecke gibt. Es gibt nicht nur "das Korsett".
Hier sind die praktischen Erfahrungen von Ärzten gefragt, die sich insbesondere bei Erwachsenen auskennen. Das sind nun mal die wenigen Spezialisten in unserer Liste. Und bei den aktuell 2 Spezialisten gibt es auch noch Unterschiede bezüglich der Vielfalt von Bauarten.
Da geht es um die neurochirurgische Behandlung! Das ist bestenfalls eine Möglichkeit einer reinen Schmerzbekämpfung, wenn die konservative Therapie (ohne Tabletten) mit Schroth KG, Korsett und anderen Maßnahmen nicht weiterhilft und man eine übliche Operation ablehnt.
Dazu müsste man die entsprechenden Winkel kennen. Die sollten eigentlich auch in einer seitlichen Aufnahme grundsätzlich ermittelt werden.
Die natürliche BWS Kyphose bewegt sich in einem Bereich von 25°-40°. Die natürliche LWS Lordose in einem Bereich von 35°-55°.
Ferner könnte man vermuten, dass die HWS steilgestellt ist. Also eine Abschwächung der natürlichen HWS Lordose.
Gruß
Klaus
Also ein Korsett kann je nach Diagnose schon eine mögliche Behandlungsoption sein. Insbesondere bei jungen Erwachsenen bis ca. 29 Jahre.Von einem Korsett war nicht die Rede. Es hieß nur, dass sich die Skoliose eventuell verstärken wird, ein Korsett sei aber nicht notwendig beziehungsweise würde nichts bringen, da ich bereits ausgewachsen sei. Auch das werde ich noch einmal bei einem Spezialisten abklären lassen.
Dazu muss man wissen, dass es unterschiedliche Bauarten für unterschiedliche Zwecke gibt. Es gibt nicht nur "das Korsett".
Hier sind die praktischen Erfahrungen von Ärzten gefragt, die sich insbesondere bei Erwachsenen auskennen. Das sind nun mal die wenigen Spezialisten in unserer Liste. Und bei den aktuell 2 Spezialisten gibt es auch noch Unterschiede bezüglich der Vielfalt von Bauarten.
Meinst Du Dr. Wilke? Der behandelt ja leider keine Erwachsenen mehr, nur noch Bestandskunden.Ich werde auch versuchen, einen Termin in Berlin zu bekommen.
Den Begriff "Spezialist" in der Überschrift muss man immer kritisch sehen.Kurzfristig werde ich aber wohl diesen Spezialisten ausprobieren und euch dann schreiben, was er gesagt hat
.Als zertifizierter Spezialist mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie
Da geht es um die neurochirurgische Behandlung! Das ist bestenfalls eine Möglichkeit einer reinen Schmerzbekämpfung, wenn die konservative Therapie (ohne Tabletten) mit Schroth KG, Korsett und anderen Maßnahmen nicht weiterhilft und man eine übliche Operation ablehnt.
Also eine Hyperkyphose/Hyperlordose hast Du wohl nicht, es sieht eher so aus, als ob die natürliche BWS Kyphose etwas abgeschwächt ist.Kannst du etwas auf dem Bild erkennen, das für mich relevant sein könnte?
Dazu müsste man die entsprechenden Winkel kennen. Die sollten eigentlich auch in einer seitlichen Aufnahme grundsätzlich ermittelt werden.
Die natürliche BWS Kyphose bewegt sich in einem Bereich von 25°-40°. Die natürliche LWS Lordose in einem Bereich von 35°-55°.
Ferner könnte man vermuten, dass die HWS steilgestellt ist. Also eine Abschwächung der natürlichen HWS Lordose.
Gruß
Klaus