Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Fragen und Antworten zu den SCHROTH-Rehabilitationszentren für Wirbelsäulendeformitäten
Vogel2501
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Vogel2501 »

Ich glaube es ist leider wirklich so, sehr oft dreht sich alles nur ums liebe Geld. Gott sei Dank nicht immer.

Selbst beim Thema: OP oder Korsettversorgung, habe ich gerade erst einen Bericht gelesen, wo ganz klar gesagt wird, dass viele OPs sehr schnell empfohlen werden, weil man mit so einer OP deutlich mehr Geld verdienen kann als mit einer Korsettversorgung.

Das Bestmögliche für den Patienten... das wäre schön.

Euch noch eine schöne Woche

die Vogelmama
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Dalia
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Dalia »

Es fällt mir nicht leicht, dass hier offen anzusprechen. Aber da ich aus persönlicher Erfahrung weiß, wie sehr es sich auf de Psyche im Erwachsenenalter auswirkt, wenn man in der Kindheit bzw. im Jugendalter wesentliche Chancen verpasst hat, möchte ich es hier trotzdem erwähnen, was ich jüngst von einem Patienten erfahren habe, der in Bad Sobernheim war und das hier nicht öffentlich erwähnen möchte. Ganz ehrlich: Mich macht das unheimlich wütend.

Erst vor wenigen Tagen war eine Mutter mit ihrem Sohn bei CCtec. Der Sohn kommt mit seiner Skoliose nicht klar, lehnt das Korsett ab und trägt es zu wenig, aber es korrigiert sehr gut. Also wurde dem Jungen nun von ärztlicher Seite vorgeschlagen, sich ein leichter zu tragendes Korsett von Sanomed anpassen zu lassen.

Die Mutter ist völlig fertig, weil der Junge dem Arzt natürlich mehr glaubt und das Korsett sehr gut korrigiert hat. Ist dem Jungen aber dabei auch klar gemacht worden, dass das möglicherweise einen deutlich verminderten Korrektureffekt bedeutet?

Es wäre viel besser gewesen zu hinterfragen, warum der Junge das Korsett nicht trägt, und das bei CCtec anzusprechen. Jeder fähige Orthopädietechniker ist in der Lage, ein Korsett zu bauen, das sich besser tragen lässt; dann muss dem Jungen aber auch bewusst gemacht werden, dass dadurch der Korrektureffekt möglicherweise reduziert wird bzw. die Korsetttherapie verlängert wird (Abschulung dann vielleicht erst mit 20 Jahren statt mit 18/19 Jahren wegen sehr guter Korrektur).

Wenn ich dran denke, wie sehr mein Arzt mich in meiner Kindheit (mit ca. 13 Jahren) bzgl. der Korsetttherapie demotiviert hat, könnte ich wirklich an die Decke gehen. Ich trug mein Korsett ca. zehn Jahre lang 23 Stunden, aber die ersten sechs Jahre nur Plastikmüll, so dass meine sehr rigide Skoliose nicht mehr wirklich verbessert werden konnte. Ich frage mich noch heute, wozu habe ich mich mit Plastikmüll gequält?

Früher oder später wird der Junge das Sanomed-Korsett auch als unbequem empfinden und wenn das zu wenig korrigiert, hat das gravierende Langzeitfolgen, sowohl für die Skoliose als auch für die Psyche. :nein:

Daher bitte ich jede Mutter und jeden Vater darum, kritisch zu bleiben, sich umfassend zu informieren, und ggfs. gegenüber ihren eigenen Sprösslingen streng zu bleiben. Sollte sie/er das nicht durchhalten, kann mit dem Kind bspw. vereinbart werden, dass es ein halbes Jahr lang selbst entscheidet, wie es mit der Skoliose umgeht, unter der Bedingung, dass vorher, währenddessen und nachher Rückenfotos gemacht werden, um den Verlauf im Auge zu behalten.
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Silas »

Ich bin absolut fassungslos darüber, was in Bad Sobernheim so passiert.

Es ist traurig zu hören, dass in einer eigentlich so empfehlenswerten Fachklinik solche Missstände herrschen.

Was mir absolut nicht in den Kopf will, ist die Frage nach dem Warum??? Es wäre schön, wenn jemand aus der Klinik erklären könnte, was da vor sich geht.
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Dalia »

Silas, ich glaube, das ist leider nicht mal ein klinikspezifisches Problem, sondern passiert überall, viele Orthopäden wollen eine möglichst schonende Korsetttherapie anbieten. Wenn sie das tun, müssen sie aber auch explizit deutlich machen, dass die Korrekturwirkung dann erheblich geringer sein wird.
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Silas »

Na ja, ich bin halt ein grundsätzlicher Gegner der Korsett light Versorgung auf Kosten der Korrektur und mir fällt es schwer dieses Handeln bei eigentlich kompetenten Ärzten nachzuvollziehen.
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Sabona »

Hallo,
wenn man Dr. Steffan bei seinem Vortrag über das "richtige" Korsett beim Forumstreffen in Bad Salzungen genau zugehört hat, dann hat sich dieser Trend für Sobernheim eigentlich abgezeichnet.

LG
kiki68
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von kiki68 »

hallo Sabona,

kannst du dies bitte etwas genauer erklären? Hat Dr. Steffan eine Erklärung dafür gegeben, wieso man platt gesagt, lieber eine bequemere Korsettversorgung bevorzugt und dafür die Korrektur etwas vernachlässsigt. Gibt es dafür eine medizinische Begründung? Oder habe ich dich jetzt falsch verstanden mit deinem posting?

Gruß
Kiki
Sabona
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Sabona »

Hallo Kiki,
nein, du hast mich nicht missverstanden. Ich persönlich habe seinen Korsettbeitrag in diese Richtung verstanden.
Vielleicht liest du mal den Bericht von Schwarze Schnecke hier im Forum, die sehr gut Dr. Steffan auch wiedergegeben hat.
Für ihn ist eine gute Compliance bei einer durchschnittlichen Korrektur ohne gravierende Nebenwirkungen wichtig. Medizinisch glaube ich, hat er es nicht begründet.
Einerseits hat er vielleicht recht. Was nützt das beste, korrigierende Korsett, wenn es nicht getragen wird. Andrerseits verbaut er aber jenen Patienten, die bereit sind das auf sich zu nehmen, die Chance auf die beste Korrektur.
So wie ich Dr. Steffan aber einschätze, ist er auch bereit ein hoch korrigierendes Korsett zu unterstützen, falls gewünscht. Ich habe ihn immer als sehr offenen, kompetenten und zuhörenden Arzt erlebt. Und das ist wirklich selten.

LG
kiki68
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von kiki68 »

hallo Sabona,

danke für deine Antwort. Es ist auch schön zu lesen, dass Dr. Steffan zwar seine Meinung zum Thema verträgliches Korsett - Korrektur hat, aber auch mit sich reden lässt. Um so ärgerlicher ist es für mich, dass wir während unserer Reha über die verschiedenen Ansätze gar nicht beraten worden sind (es war nicht Dr. Steffan), sondern einfach zu sanomed gebucht worden sind. Ich hoffe nun, dass wir bei unserem 1. Kontrolltermin bei Dr. Verres einen ebenso offenen und kompetenten Arzt vorfinden werden, der uns über das für und wider individuell aufklärt. Ich weiß auf alle Fälle, dass ich bei der nächsten Reha vorab beantrage, nicht wieder zu dem Klinikarzt von dieser Reha zu kommen. Also, wenn ich ich schreibe, meine ich natürlich immer für meine Tochter, nur damit hier keine Unklarheit entsteht.

Gruß
Kiki
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Klaus
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Klaus »

Sabona hat geschrieben:Für ihn ist eine gute Compliance bei einer durchschnittlichen Korrektur ohne gravierende Nebenwirkungen wichtig. Medizinisch glaube ich, hat er es nicht begründet.
Einerseits hat er vielleicht recht. Was nützt das beste, korrigierende Korsett, wenn es nicht getragen wird. Andrerseits verbaut er aber jenen Patienten, die bereit sind das auf sich zu nehmen, die Chance auf die beste Korrektur. So wie ich Dr. Steffan aber einschätze, ist er auch bereit ein hoch korrigierendes Korsett zu unterstützen, falls gewünscht
Ich denke, diese Einstellung hat er schon lange, bereits in 2007/2008 hat er ähnliches in Bad Salzungen gesagt, allerdings mehr auf meinen Fokus der Erwachsenen-Versorgung bezogen.

Diese Einstellung läßt natürlich auch die Möglichkeit offen, mit entsprechenden Interpretationen bestimmte Korsettbauer zu bevorzugen und im Umkehrschluss bestimmte Korsettbauer nicht einzubeziehen.
Ich habe ihn immer als sehr offenen, kompetenten und zuhörenden Arzt erlebt. Und das ist wirklich selten.
Das ist aber leider gleichzeitig sein Problem.
Gerade bei dem Jubiläumsforumstreffen hatten wir ja das ausgesprochene Glück, so viel unterschiedliches Fachpublikum zu haben, von dem Dr. Steffan sich offensichtlich einen guten gemeinsamen Start erhoffte. Ich übrigens auch.
Bereits die "Nachlese zum Forumstreffen" hat mir aber gezeigt, dass man das nicht unter einen Hut bekommen kann ! Die Ansichten sind einfach zu unterschiedlich und die Emotionen kommen viel zu schnell hoch.

Die komplette kompetente wenig angreifbare Versorgung in einer Klinik, so wie wir uns das in der Unterschiedlichkeit der Meinungen vorstellen, wird es nicht geben können. Und das ist sicherlich bitter für ihn, weil ich davon überzeugt bin, dass er das immer "irgendwie" angestrebt hat, ohne ahnen zu wollen, welche Kritik da automatisch auf ihn zukommt.

Das ist in der Tat selten, weil sich kein anderer Arzt aus gutem Grund auf so etwas einlassen will.

Gruß
Klaus
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Burgfrau »

Hallo Forum,

an dem Zustand in Bad Sobernheim hat sich nichts geändert. Mein Sohn war gerade zur Kur in der Schroth-Klinik. Fast alle Jugendlichen bekommen Korsette von Sanomed. Über cctec wird nicht gesprochen, es ist als wären sie dort gar nicht ansäßig. Eine Mitrehabilitantin meines Sohnes bekam eine Empfehlung zum Korsett. Sie wollte es heimatnah von Rahmuoni bauen lassen, dass wurde aber von der Ärztin nicht akzeptiert. Die würde sie nur mit einem Korsett von Sanomed unterstützen.
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von sloopy »

Hallo Burgfrau!
Burgfrau hat geschrieben:an dem Zustand in Bad Sobernheim hat sich nichts geändert. [...] Fast alle Jugendlichen bekommen Korsette von Sanomed. Über cctec wird nicht gesprochen, es ist als wären sie dort gar nicht ansäßig.
Schade und mir absolut unverständlich! Ich kann das überhaupt gar nicht nachvollziehen und würde es nicht glauben, wenn ich es nicht immer wieder aus den verschiedensten Quellen hören würde. Ich find es einfach nur schlimm für die vielen Patienten, die blind auf die Sobernheimer Ärzte vertrauen. Eigentlich denkt man ja auch, dass man in DER Skolioseklinik bestens (umfangreich und allumfassend) informiert wird und rechnet nicht damit, dass manche Informationen scheinbar bewußt nicht kommuniziert werden. Wirklich traurig...
Burgfrau hat geschrieben:Eine Mitrehabilitantin meines Sohnes bekam eine Empfehlung zum Korsett. Sie wollte es heimatnah von Rahmuoni bauen lassen, dass wurde aber von der Ärztin nicht akzeptiert. Die würde sie nur mit einem Korsett von Sanomed unterstützen.
Eine Ärztin, die nicht akzeptiert, dass eine Patientin sich für einen anderen Korsettbauer als Sanomed entscheidet??? Und das in einer Klinik, die deutschlandweit führend in der Skoliosetherapie ist?!? Das geht ja wohl gaaar nicht!!! Es wird echt immer besser... :wall:

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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Dalia »

Burgfrau hat geschrieben:Eine Mitrehabilitantin meines Sohnes bekam eine Empfehlung zum Korsett. Sie wollte es heimatnah von Rahmuoni bauen lassen, dass wurde aber von der Ärztin nicht akzeptiert. Die würde sie nur mit einem Korsett von Sanomed unterstützen.
Das ist mir vollkommen unbegreiflich vor dem Argument, dass Rahmouni sich in der Nähe des Wohnortes befindet. Liegt da wirklich kein Missverständnis vor? :eek:
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Klaus »

Burgfrau hat geschrieben:Sie wollte es heimatnah von Rahmuoni bauen lassen, dass wurde aber von der Ärztin nicht akzeptiert. Die würde sie nur mit einem Korsett von Sanomed unterstützen.
Dalia hat geschrieben:Liegt da wirklich kein Missverständnis vor? :eek:
Mal ganz unabhängig von der auch nach meinen Informationen absolut nicht guten Gesamt-Situation, ein Arzt muss akzeptieren, dass jemand eine andere Versorgung wählt. Aber er muss diese Versorgung nicht unterstützen , wenn er davon nicht überzeugt ist. Das ist schon ein kleiner aber wichtiger Unterschied, der schnell zu Mißverständnissen führen kann.

Gruß
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Lya500 »

Hallo,

man muss aber nicht auf diese Art und Weise die Patienten vergraulen, dass gehört sich einfach nicht :nein: .

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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von bluecat »

Hallo an alle :)

Ich bin ja auch gerade zur Reha in Sobi.
Ein großes Kompliment muss ich echt mal loslassen:
Es wurde hier noch nie so gut darauf geachtet, dass die Kinder ihr Korsett tragen!
Ich finde es richtig klasse wie viele Kinder mittlerweile zwischendrin und auch in der Freizeit ihr Korsett tragen oder es nur direkt zur Therapie ausziehen und direkt wieder reinschlüpfen.
Alle Achtung.
Aber ich kann Burgfrau leider nur bestätigen.
Wenn man mich auf mein Korsett anspricht und fragt woher ich es habe und ich sage von Cctec, kommt immer die Frage ob ich in Berlin oder Hamburg war. Wenn ich antworte, dass es hier aus der Klinik ist, guckt man mich ganz verdutzt an, weil kaum einer weiß, dass Cctec in der Klinik ist.
Sanomed ist da schon eher bekannt hier im Ort.
Und dann kommt die Frage, warum hat man mir das nicht gesagt.
Wie soll ich darauf reagieren???
Ich will mich echt nicht einmischen und auch keinen in die Bredullie bringen.
Ich habe lange überlegt ob ich hier überhaupt was poste, weil ich für mich hier keine Nachteile in der Reha möchte.

Nur ich weiß mittlerweile nicht mehr was ich davon halten soll :|
Vor allem was ich Antworten soll. Ich kann ja richtig Ärger damit auslösen und ich will keinen schlecht machen.
Ich dachte immer wenn ein Kind hier mit einem neuen Korsett versorgt wird werden alle ortsansässigen Techniker erwähnt.

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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Klaus »

Lya hat geschrieben:man muss aber nicht auf diese Art und Weise die Patienten vergraulen, dass gehört sich einfach nicht :nein: .
Ich denke, das Problem liegt daran, dass es aus der Historie heraus ein Bestreben gegeben hat, eine optimale Gesamtversorgung in den beiden REHA Kliniken zu entwickeln.
Dazu gehörte eben auch die Korsettversorgung mit den unterschiedlichen Ansätzen der Korsettbauer, die sich im Laufe der Zeit auch jeweils geändert haben.
Das unter einen Hut zu bekommen, hat offensichtlich nicht geklappt. Allein die zwangsläufige bzw. von Patienten geforderte Beurteilung von unterschiedlichen Korsetten bei der REHA und der ambulanten Sprechstunde hat wohl zu erheblichen teils juristischen Problemen geführt.
Ganz abgesehen von wirtschaftlichen Interessen, die es überall gibt!

Wenn man allein schon den nach meiner Ansicht wirklich positiven Ansatz betrachtet, der beim Jubiläumstreffen in Bad Salzungen bisher einmalig gemacht wurde und dann die nachfolgende Online-Diskussion verfolgt hat, kommt man zu dem Schluss, dass eine vielseitige Korsett-Versorgung unter einem Dach einfach nicht möglich ist. Offensichtlich rudert man dahingehend zurück und der Patient ist sauer, weil man ihm die bekannte Alternative verweigert bzw. erschwert.
Besser wird die Situation natürlich, wenn diese Alternative, wie auch immer, den Ort verlassen hat. Und das ist aber schlimmer, als wenn es schon immer nur eine Möglichkeit vor Ort gegeben hätte.

Gruß
Klaus
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Therapie: Korsett als Jugendliche, damals auch allg. KG; jetzt Schroth und Spiraldynamik;
Reha: Aug/Sep 2011 in Bad Sobernheim, Mai/Jun 2016 in Bad Salzungen
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seit 2015 CCtec

Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von mick »

@bluecat:
bluecat hat geschrieben:Wie soll ich darauf reagieren???
Also, ich würde nichts an die große Glocke hängen, aber wenn jemand fragt, die Herkunft des Korsetts nicht verleugnen. Du bist nicht in irgendeiner Weise zur Verschwiegenheit darüber verpflichtet und die Tatsache, dass es Patienten gibt, die in der Klinik früher ein Cctec verschrieben bekamen oder die Wahlmöglichkeit hatten und in letzter Zeit viele ohne Wahlmöglichkeit zu Sanomed geschickt wurden, kann ohnehin jeder in diesem öffentlichen Forum lesen.
Auf die Frage nach dem "warum hat man mir das nicht gesagt" würde ich gar nichts sagen, denn das wären reine Vermutungen. Also einfach "ich weiß es nicht". Das kann auch eigentlich nur der zuständige/verordnende Arzt beantworten, der ist dafür der richtige Ansprechpartner.
bluecat hat geschrieben:Ich kann ja richtig Ärger damit auslösen und ich will keinen schlecht machen.
Genau deshalb würde ich nur Tatsachen erwähnen (wo du dein Korsett her hast) und jegliche Spekulationen, die in einer Gerüchteküche enden, vermeiden ;)
Dann dürftest du eigentlich keine Probleme bekommen.

Viele Grüße,
mick
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Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von Burgfrau »

Zitat "Das ist mir vollkommen unbegreiflich vor dem Argument, dass Rahmouni sich in der Nähe des Wohnortes befindet. Liegt da wirklich kein Missverständnis vor?"

Hallo Dalia,

das ist leider kein Mißverständnis. Ich habe meinen Sohn wiederholt gebeten die Situation genau zu schildern. Seine Mitrehabilitantin bekam eine Empfehlung zum Korsett. Sie wollte es von Rahmuoni bauen lassen, dort war sie schon als Jugendliche in Behandlung, die Stationsärztin wollte sie aber bei Sanomed sehen. Die Ärztin sagte klar, sie würde die Entscheidung für Rahmuoni nicht akzeptieren, wenn das Mädchen einen anderen Korsettbauer wählen würde hätte sie keinerlei ärztliche Unterstützung mehr zu erwarten. Erschreckend, aber wahr.
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Therapie: seit 22.11.11 mittlerweile 6.Korsett; Sobi 2012+13+14+15+17+18 seit 14.5.13 Rahmouni Korsett, beste Korr. bisher auf 30/26°
Wohnort: Österreich, Vbruck

Re: Vorgehensweise der Korsettversorgung in Bad Sobernheim

Beitrag von ramona99 »

Meine Tochter war im Juli auch in Sobi. Leider hat niemand gemerkt, dass ihr Korsett so gut wie nicht korrigiert!!
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