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OP in Neustadt (Ärger mit der DAK)
Verfasst: Do, 10.07.2003 - 00:24
von thunerfee
Im April 03 wurde meine Frau (49) in Neustadt an ihrer doppelseiten Skoliose sehr erfolgreich operiert. Bereits seit Januar diesen Jahres führe ich einen Schriftverkehr mit der DAK, da sich die KK weigert weder den Eigenbluttransport noch die Fahrtkosten zu erstatten. Wir hatten eine Entfernung von 450 km. Stattdessen hat man Kliniken für die Berechnung herangezogen (Bergmannsheil in Bochum, sowie die Franziskusklinik in Münster), da sie die nächst erreichbaren Kliniken wären. Zwischenzeitlich liegt der Fall bei der Einspruchsstelle. Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit der Kasse die eigentlich gut tun sollte?
Verfasst: Do, 10.07.2003 - 09:03
von Dr. Steffan
Das Problem ist der Zeitpunkt der Antragstellung. Sie hätten vor der Op die Dinge mit der Krankenkasse regeln müssen. Im Nachhinein ist das immer schwierig. Zu empfehlen wäre ein Schreiben Ihres Orthopäden zu der Notwendigkeit der Op in Neustadt.
Dr. Steffan
Verfasst: Fr, 11.07.2003 - 11:11
von Allegra
Ich habe mich damals, als ich vor der OP-Entscheidung stand, genau bei meiner KK (Techniker Krankenkasse) erkundigt: Sie hätten die Fahrtkosten nach Neustadt übernommen, nicht aber die Kosten zum Transport der Eigenblut-Konserven. Ich hätte dann im Abstand von je 3 Wochen vor der OP zweimal nach Neustadt fahren müssen, um mir dort Blut abnehmen zu lassen (zweimal, weil man nicht auf einmal soviel Blut abnehmen kann und die Blutkonserven sollten nicht älter als 6 Wochen sein) - die Fahrtkosten hätten sie bezahlt, weil mein Transport billiger ist als der Blut-Transport.
Ich habe mich dann aber gegen die OP entschieden.
Verfasst: Fr, 11.07.2003 - 11:20
von sloopy
Allegra hat geschrieben:die Fahrtkosten hätten sie bezahlt, weil mein Transport billiger ist als der Blut-Transport.
Interessant. Warum wäre denn dein Transport günstiger gewesen?
Verfasst: Fr, 11.07.2003 - 11:25
von Dr. Steffan
Hat die Kasse denn nicht mitgeteilt, dass man das Blut mit einem Spezialcontainer selbst mitnehmen kann, dass kostet fast gar nichts. Ich habe gerade die Op in Neustadt für eine Patientin organisiert die aus recht schlechten familiären Verhältnissen kommt. War zwar eine Menge Telefonarbeit hat aber sehr gut funktioniert. Nur deswegen die Entscheidung zur Op zurückzunehmen ist nicht der richtige Weg.
Dr. Steffan
Verfasst: Fr, 11.07.2003 - 11:30
von sloopy
DrSteffan hat geschrieben:Nur deswegen die Entscheidung zur Op zurückzunehmen ist nicht der richtige Weg.
Deshalb hat Allegra sich sicher nicht gegen die OP entschieden. Vielmehr, weil sie jetzt ihr Leben mit einem echten Rahmouni teilt und überzeugt werden konnte, dass sie bei ihren Voraussetzungen gar keine OP braucht

.
Gruß,
sloopy
Verfasst: Fr, 11.07.2003 - 11:49
von Allegra
GENAU!
Natürlich war der Eigenblut-Transport nicht der Grund für die Absage, sondern die Überzeugung, dass meine 52° mit einem guten Rahmouni und einer Reha in Bad Salzungen (im September, ich freu mich schon!) besser bedient sind

.
Die Kosten eines Bluttransports müssen immens hoch sein - deshalb hätte die KK meinen Transport gezahlt, nicht aber den Bluttransport. Dass man das Blut auch selbst nach Neustadt transportieren kann, habe ich erst später von meiner Bekannten erfahren, die es genau so gemacht hat: Sie hat sich in Frankfurt das Blut abnehmen lassen (beim Deutschen Blutspendedienst) und ist mit dem Flieger von Frankfurt nach Hamburg geflogen (das Blut im Handgepäck

, also in so einem Spezialbehälter), denn der lange Weg im Auto (ca. 6 Stunden) hätte das Blut "schlecht" werden lassen - sagte sie mir jedenfalls so.
Laut Klinikum Neustadt werden die Kosten des Bluttransports von den Kassen ganz unterschiedlich übernommen (manche übernehmen es, manche nicht) - je nach Kulanz.
Verfasst: Fr, 11.07.2003 - 13:59
von Dr. Steffan
Ah ja, kappiere, natürlich ist es besser den konservativen Weg zu gehen. Hatte mich schon gewundert.

Verfasst: Mi, 16.07.2003 - 16:10
von Tienele
Hi ihr alle!!
Ich wurde ja auch in Neustadt operiert und bei mir hat die AOK weder Transport-, noch Fahrkosten übernommen. Ich habe das im Voraus mit denen geklärt, da hat auch ein Schreiben von Dr.Hofmann nichts gebracht. So ein Bluttransport würde 1000 Euro kosten. Also habe ich in einer elektrischen Kühlbox mein Blut selbst transportiert und wir hatten einen Anfahrtsweg von ca. 7 Std. Daß ich das tun kann hat mir aber die Schwester bei der Blutentnahme gesagt, nicht die Kassse! Die meinten ebenfalls, daß sie nur die Kosten bis Langensteinbach oder Schlierbach übernehmen, also die nächst nähere Klinik
Verfasst: Do, 17.07.2003 - 09:40
von Allegra
Die AOK ist bekannt dafür, dass sie erstmal alles ablehnt, was geht. Scheint eine der übelsten Kassen zu sein.
Wie gesagt: Die Kostenübernahme des Bluttransports ist kassenabhängig. Da werden wohl einige Patienten einfach Pech haben und ihr Blut selber schleppen müssen.
Verfasst: Do, 24.07.2003 - 10:23
von Gast
Bin gestern aus Neustadt wieder gekommen. OP ist am 8.9. Bezüglich dieses Berichts habe ich dort gefragt, wegen dem Selbsttransport (wohne 330 km von Neustadt weg). Man sagte mir dort, dass das nicht mehr geht.
Bluttransport
Verfasst: Fr, 29.08.2003 - 12:41
von thunerfee
Hallo,
als mein Sohn im Juni in Neustadt operiert wurde, hat er in Dortmund bei der Blutbank einmal Blut für die Op spenden müssen und dort wurde mir geraten, dass Blut selber zu transportieren. Da wir morgens um kurz vor sechs schon im Zug gesessen haben, konnten wir das Blut bei der Blutbank um kurz nach fünf abholen und die hatten das Blut für uns richtig verpackt. Es waren 2 Steroporbehälter und bei der Blutbank sagten sie mir, dass die Temperatur ungefähr für 8 Std. hält. Da wir um elf Uhr in Neustadt waren, reichte das aus. In Neustadt waren sie zwar erst verwundert über diese Vorgehensweise, aber das Blut war in Ordnung und somit konnte keiner etwas sagen. Ich würde es wieder so machen, denn die Kosten hätten sich ungefähr 570 Euro von Dortmund nach Neustadt betragen und die kann man sich doch wirklich sparen. Deswegen einfach nochmal nachfragen, auch in Neustadt, denn diese Vorgehensweise wurde mir von der Dortmunder Blutbank geraten und die sollten sich doch mit so etwas bestens auskennen.
Bis dann,
lieben Gruß,
Ingrid
Bluttransporte werden von fast allen Kassen bezahlt
Verfasst: Fr, 08.10.2004 - 07:01
von Bluttaxi
Eigenbluttransporte werden - zumindest wenn sie von uns durchgeführt werden - von allen gängigen gesetzlichen und privaten Kassen, sowie Beihilfestellen bezahlt. Welche genau, ist auf der Seite
www.bluttaxi.com/kassen.html nachzulesen.
Folgende Kassen zahlen GENERELL keinen Cent:
gesetzlich: DAK und KKH
privat: DKV
Ansonsten ist das recht unproblematisch. Die Patienten rufen uns gebührenfrei auf 0800-BLUTTAXI (0800-25888294) an und geben Ihre Daten durch. Wir reichen einen Kostenvoranschlag bei der Kasse ein und lassen ihn genehmigen. Die Transportrechnung geht dann direkt an die Kasse.
Patienten-Eigentransporte sind seit Inkrafttreten der neuen Transfusions-Gesetze eigentlich nicht mehr zulässig, weil in der Vergangenheit damit zu viel schief gegangen ist und Blut vernichtet werden mußte. Es gibt allerdings immer noch einige schwarze Schafe unter den Herstellungsbetrieben, die den Patienten das Blut "auf gut Glück" verpacken und mitgeben. Da dies allerdings nur mit Eis-Kühlung verpackt ist und der Patient auch keine Temperaturkontrolle während des Transportes hat, braucht es auch einen mutigen Arzt in der Zielklinik, der dieses Blut annimmt und retransfundiert ohne Angst zu haben, mit einem Bein im Gefängnis zu stehen, sollte das Blut tatsächlich Schaden genommen haben.
Gruß,
Das BLUTTAXI-Team