Re: Operative Bekämpfung der Kyphose ohne Versteifung (?)
Verfasst: Sa, 30.07.2005 - 01:07
Hallo
Ich möchte mit diesem Beitrag eine Diskussion wieder aufnehmen die von vor längerer Zeit von Krolik angestossen worden ist.
(MEDIZINISCHES, ERFAHRUNGSAUSTAUSCH -> Operation -> Operative Bekämpfung der Kyphose ohne Versteifung (?)) ,
Krolik, du dachtest darüber nach ob operative Verfahren die die Wirbelsäulen nicht versteifen (Bandscheibenimplantate und ähnliche flexible Verbindungsstücke) zur korrektur lokaler Kyphosen angewandt werden könnten.
Ich finde diesen Gedanken interessant, nicht zuletzt da ich , ähnlich wie der in deinem Posting beschriebene Fall, eine Tiefsitzende Kyphose habe (T10) die nur durch wenige (zwei oder drei - musss noch mal nachgucken) verformte Wirbel verursacht ist. Mit verformt meine ich keilförmig verändert. Zudem sind die Deckplatten zerklüftet wodurch die Wirbelzwischenräume schmaler und die Bandscheiben in ihre Funktion behindert ist .Dadurch ist der betreffende Teil relativ fixiert. Scheuermann eben.
Durch die eigentlich nur auf die zwei Wirbel beschränkte Abweichung wird leider die komplette WS in eine Fehlstatik gezwungen wodurch alle anderen Wirbelgelenke verstärkt belastet sind. Insbesondere die angrenzenden Gelenken werden dadurch daß sie kompensatorisch die Bewegungen des fixierteren Teiles ausgleichen müssen überbelastet und „leiern aus“. (salopp gesagt)
Ähnlich wie Krolik stelle ich mir die folgende Überlegung:
Wenn es gelingen würde die veränderten Wirbelzwischenräume der Betroffenen Keilwirbel durch flexible Implantate zu ersetzen ,die sowohl den ursprünglichen Abstand zwischen den Wirbeln wiederherstellen also auch die Keilform kompensieren, so könnte das zu einer verbesserte WS Statik und verbesserten biomechanischen Eigenschaften führen.
Theoretisch.
Könnte so eine Operation in Zukunft machbar und einigermaßen sicher sein?? Werden die Risiken sich im Rahmen halten. Wird der erhoffte Nutzen eintreten? Welche Erfahrungen bestehen bis jetzt? Was sagt die Fachwelt dazu?,
Ich weis, daß es in gewisser Hinsicht müßig ist sich darüber Gedanken zu machen, und man ist versucht sich eventuell falsche Hoffnungen zu machen. Um Missverständnisse zu vermeiden will ich deswegen gleich daraufhin weisen daß ich mit diesem Posting nicht allgemein Operationen gutheißen will. OPerationen an der Wirbelsäule sind aüßerst Risikobehaftet und abgesehen von extremen Fällen ist die konservative Behandlung mit Schroth und evtl Korsett die beste Wahl.
Trotzdem möchte ich die obengenanten Fragen gerne Diskutieren, auch deswegen weil sich im bereich der Bandscheibenimplantate einiges tut.
Krolik, hast du zu diesem Thema in der Zwischenzeit noch etwas herausgefunden?
Warum genau beschäftigst du dich mit dem Thema ? Bist du selbst oder eine dir bekannte Person von einer tiefsitzenden BWS Kyphose betroffen?
Ich habe mir vorgenommen systematischer Informationen zu versammeln zu folgenden Fragen:
Welche flexiblen (Bandscheiben) Implantate gibt es ?
Welche Erfahrungen wurden damit gesammelt im Hinblick auf:
Stabilität, Funktionalität, Haltbarkeit und eventuelle Komplikationen bei der Operation und später, u.ä.
Kämen diese Implantate, oder eine abgewandelte Form davon in Frage für bestimmte Formen der Scheuermannschen Erkrankung? (insbesondere können die Implantate auch an die verformten Deckplatten, die bei der Scheuermann Erkrankung auftreten angepasst werden? )
Gibt es damit Erfahrung?
VErschiedene Quellen kämen in Anmerkung:
Studien die in renommierten Zeitschriften veröffentlicht wurden, (Zugang kann ich über Datenbanken meiner Universität bekommen), direkte Informationen von Klinikern und Patienten, und das Internet.
Beim Internet muß man leider davon ausgehen daß die meisten Informationen weder fundiert , noch differenziert und oft manipulativer Absicht sind.
Ein erste unsystematische Suche im Internet ergab, daß verschiedene Bandscheibenimplantate bestehen und diese Verwendung in der klinischen Praxis finden. (Siehe auch die Bilder in Kroliks Posting) Die Hersteller, manche Kliniken und Chirurgen , medizintechnisch orientierte Marketing und Trendforschungeinrichtungen, sowie manche Medien feiern diese als Zukunftsweisend und beurteilen die ersten Ergebnisse überaus positiv. Kritischerer und wahrscheinlich kompetentere Stimmen sind zurückhaltender, und weisen u.a. hin auf Komplikationen, auf das nichtvorhandensein von Langzeitstudien, auf die nicht optimale Haltbarkeit und Bewegungsfähigkeit der künstlichen Bandscheiben und auf den engen Indikationsbereich.
Soweit mal von mir, freue mich auf Antwort
David
Ich möchte mit diesem Beitrag eine Diskussion wieder aufnehmen die von vor längerer Zeit von Krolik angestossen worden ist.
(MEDIZINISCHES, ERFAHRUNGSAUSTAUSCH -> Operation -> Operative Bekämpfung der Kyphose ohne Versteifung (?)) ,
Krolik, du dachtest darüber nach ob operative Verfahren die die Wirbelsäulen nicht versteifen (Bandscheibenimplantate und ähnliche flexible Verbindungsstücke) zur korrektur lokaler Kyphosen angewandt werden könnten.
Ich finde diesen Gedanken interessant, nicht zuletzt da ich , ähnlich wie der in deinem Posting beschriebene Fall, eine Tiefsitzende Kyphose habe (T10) die nur durch wenige (zwei oder drei - musss noch mal nachgucken) verformte Wirbel verursacht ist. Mit verformt meine ich keilförmig verändert. Zudem sind die Deckplatten zerklüftet wodurch die Wirbelzwischenräume schmaler und die Bandscheiben in ihre Funktion behindert ist .Dadurch ist der betreffende Teil relativ fixiert. Scheuermann eben.
Durch die eigentlich nur auf die zwei Wirbel beschränkte Abweichung wird leider die komplette WS in eine Fehlstatik gezwungen wodurch alle anderen Wirbelgelenke verstärkt belastet sind. Insbesondere die angrenzenden Gelenken werden dadurch daß sie kompensatorisch die Bewegungen des fixierteren Teiles ausgleichen müssen überbelastet und „leiern aus“. (salopp gesagt)
Ähnlich wie Krolik stelle ich mir die folgende Überlegung:
Wenn es gelingen würde die veränderten Wirbelzwischenräume der Betroffenen Keilwirbel durch flexible Implantate zu ersetzen ,die sowohl den ursprünglichen Abstand zwischen den Wirbeln wiederherstellen also auch die Keilform kompensieren, so könnte das zu einer verbesserte WS Statik und verbesserten biomechanischen Eigenschaften führen.
Theoretisch.
Könnte so eine Operation in Zukunft machbar und einigermaßen sicher sein?? Werden die Risiken sich im Rahmen halten. Wird der erhoffte Nutzen eintreten? Welche Erfahrungen bestehen bis jetzt? Was sagt die Fachwelt dazu?,
Ich weis, daß es in gewisser Hinsicht müßig ist sich darüber Gedanken zu machen, und man ist versucht sich eventuell falsche Hoffnungen zu machen. Um Missverständnisse zu vermeiden will ich deswegen gleich daraufhin weisen daß ich mit diesem Posting nicht allgemein Operationen gutheißen will. OPerationen an der Wirbelsäule sind aüßerst Risikobehaftet und abgesehen von extremen Fällen ist die konservative Behandlung mit Schroth und evtl Korsett die beste Wahl.
Trotzdem möchte ich die obengenanten Fragen gerne Diskutieren, auch deswegen weil sich im bereich der Bandscheibenimplantate einiges tut.
Krolik, hast du zu diesem Thema in der Zwischenzeit noch etwas herausgefunden?
Warum genau beschäftigst du dich mit dem Thema ? Bist du selbst oder eine dir bekannte Person von einer tiefsitzenden BWS Kyphose betroffen?
Ich habe mir vorgenommen systematischer Informationen zu versammeln zu folgenden Fragen:
Welche flexiblen (Bandscheiben) Implantate gibt es ?
Welche Erfahrungen wurden damit gesammelt im Hinblick auf:
Stabilität, Funktionalität, Haltbarkeit und eventuelle Komplikationen bei der Operation und später, u.ä.
Kämen diese Implantate, oder eine abgewandelte Form davon in Frage für bestimmte Formen der Scheuermannschen Erkrankung? (insbesondere können die Implantate auch an die verformten Deckplatten, die bei der Scheuermann Erkrankung auftreten angepasst werden? )
Gibt es damit Erfahrung?
VErschiedene Quellen kämen in Anmerkung:
Studien die in renommierten Zeitschriften veröffentlicht wurden, (Zugang kann ich über Datenbanken meiner Universität bekommen), direkte Informationen von Klinikern und Patienten, und das Internet.
Beim Internet muß man leider davon ausgehen daß die meisten Informationen weder fundiert , noch differenziert und oft manipulativer Absicht sind.
Ein erste unsystematische Suche im Internet ergab, daß verschiedene Bandscheibenimplantate bestehen und diese Verwendung in der klinischen Praxis finden. (Siehe auch die Bilder in Kroliks Posting) Die Hersteller, manche Kliniken und Chirurgen , medizintechnisch orientierte Marketing und Trendforschungeinrichtungen, sowie manche Medien feiern diese als Zukunftsweisend und beurteilen die ersten Ergebnisse überaus positiv. Kritischerer und wahrscheinlich kompetentere Stimmen sind zurückhaltender, und weisen u.a. hin auf Komplikationen, auf das nichtvorhandensein von Langzeitstudien, auf die nicht optimale Haltbarkeit und Bewegungsfähigkeit der künstlichen Bandscheiben und auf den engen Indikationsbereich.
Soweit mal von mir, freue mich auf Antwort
David