jenny0102 hat geschrieben:Hallo!
Ich hoffe es kann mir wer von euch weiterhelfen. Unserer Tochter 19 Monate steht leider eine OP bevor.
Warum OP? Was ist denn die Diagnose?
Congenitale Skoliose?
Wieviel Grad Cobb?
jenny0102 hat geschrieben:Es gibt da jetzt eine neue Operationsmethode, wo die "Begradigung" nicht an der Wirbelsäule, sondern mit Hilfe von Klammern an den Rippen erfolgt.
Das kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen!
Die einzige Klammer-OP-Methode gegen Skoliose, die ich kenne, ist das an Shriner´s Children Hospital USA erfundene "Intervertebral-body-stapling"
http://www.shrinershq.org/whatsnewarch/ ... t8-01.html
Das sieht für Laien so aus als würden die Klammern an den Rippen ansetzen, aber sie werden IN DEN Wirbelkörper eingebracht und sollen den WK spreizen und das spiegelbildliche Gegenteil von Keilwirbeln bilden.
Da aber nach einer Hypothese die Skoliose nicht von den Knochenteilen der WS ausgeht sondern aus einer Wachstumsasymetrie der Muskeln, Sehnen usw... ist möglicherweise die Aufdehnung der WK durch Federstahlklammern der falsche oder unzureichende Ansatz.
Auch Dr. Niemayer, Uniklinik Tübingen hat in einem Referat darüber berichtet. Allerdings waren nach seinen Kenntnissen darüber die Erfahrungen bisher eher negativ! Keine Derotation der WK gegeneinander, da der Eingriff minimalinvasiv erfolgt sehr lange Liegezeit und Röntgenmonitor= sehr hohe Strahlenbelastung, keine Lanzeiterfahrung und nur sehr bescheidene Korrekturwerte.
Es kann aber leicht sein, daß es sich tatsächlich um ein völlig neues Verfahren handelt, das tatsächlich an den Rippen ansetzt. Dann weis ich überhaupt noch gar nix drüber!
jenny0102 hat geschrieben:Anschließend bekommt sie dann ein Korsett.
Ich kenne einen gerade akuten Fall, wo ein Mädchen aus Tirol von einer Orthopädietechniker, der für die Uniklinik Innsbruck arbeitet, ein verheerend schlechtes und völllig untaugliches Skoliose-Korsett abgeliefert hat. Der Zuständige Arzt der Uniklinik Innsbruck hat es trotzdem als "gut" bbefunden, obwohl es fast gar nicht korrigiert und eine Pelotte sogar in die falsche Richtung gedrückt hat.
Also ACHTUNG!!! Der Qualitätsstandart im Skoliosekorsettbau ist in Innsbruck nur mit äußerster Vorsicht und unabhängiger Qualitätssicherung zu genießen.
Die Innsbrucker Skoliose-Chirurgen scheinen wahllos zwischen "Nichtstun" veralteten Harrington-OP´s und völlig neuen Experimental-Methoden herumzuhüpfen ohne erkennbare klare Linie und Konzept.
jenny0102 hat geschrieben:
Ende März haben wir einen Termin in Innsruck, wo diese Methode einzigartig in Österreich durchgeführt wird.
Bitte lasst es EUCH ganz genau alles erklären und verständlich erläutern. Lasst Euch BEWEISE für die Wirksamkeit der methode bringen, am besten Kontakt zu anderen Eltern, die schon Erfahrungen nach dieser methode haben.
Hohlt Euch eine unabhängige Zweitmeinung ein. Eine solche OP-Entscheidung mit einer bisher unbekannten und unerpropten Methode will sehr reiflich überlegt sein. Andererseits können bei Säuglings- und Kleinkind-Skoliose auch ein Monat zögern ein großes Versäumnis sein!
Ich würde Euch raten so schnell wie möglich eure Tochter Bei Dr. Hoffmann in Leonberg vorzustellen und unabhängig von den Innsbruckern mal seine Meinung anzuhören.
jenny0102 hat geschrieben: Näheres wissen wir noch nicht, bzw. konnte uns der Orthopäde wo wir waren noch nicht sagen.
Bitte, kennt irgendwer von euch diese Operationstechnik?
jenny0102 hat geschrieben:
Danke für eure Hilfe
Jenny