Überweisung OP?

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Freak33
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Überweisung OP?

Beitrag von Freak33 » Fr, 27.04.2018 - 22:13

Hallo zusammen :)

Ich bin 22 Jahre alt und habe mich grade hier angemeldet, weil ich hoffe, hier Hilfe zu bekommen.
Ich habe seit meiner Kindheit eine Skoliose, war damals bei der Physiotherapie, habe Korsett usw. jedoch immer abgelehnt. (jaja, alles peinlich in der Pubertät..)

Habe mich dann neulich bei einem Orthopäden vorgestellt, Röntgenbilder machen lassen und mir wurde mitgeteilt, dass ich bei der BWS 17 Grad habe und bei meiner LWS 22 Grad. Er hatte mir empfohlen, Sport zu treiben und mir so einen Schein für Schuh- Einlagen gegeben. Das wars.

Ich muss sagen, dass ich mir ziemlich verar**** vorkomme. Mein linkes Bein ist 2cm kürzer als das rechte Bein, die Einlage geht aber maximal 1cm hoch. Er meinte, dass wir das erstmal so probieren werden. Mein Becken ist also auch 2cm schiefer. Mein Knie tut oft weh, es fühlt sich abgenutzt an. Ich kann nicht länger als 10 Min auf einer Stelle stehen, weil es so anstrengend ist und mich müde macht. Die Rippen stehen vorne stark raus, alles sieht so unharmonisch aus. Ich habe eine Trichterbrust und das hatte er sich auch nicht einmal angeschaut. Ich gehe nicht ins Schwimmbad, ich kann keine engen Klamotten tragen, ich gehe nicht mehr raus, weil ich mich einfach nicht wohl fühle. Es sieht absolut besch***en aus.. und auch meine Familie findet es sieht schon sehr heftig aus.

Jedenfalls habe ich auch neulich von einer neuen nicht-versteifenden OP-Methode in der Eifelklinik Simmerath gelesen und ich würde mir gerne wenigstens die LWS operieren lassen. Ich meine ganz ehrlich, irgendwann möchte ich auch Kinder haben und da hat man auch kaum Zeit um jedes Mal zur Physio und Sport zu gehen. Aber ohne Überweisung kein Termin dort. Ich bin wütend und traurig, die Methode soll wohl am besten sein, wenn die Wirbelsäule noch gut beweglich ist und man ist ja auch nicht ewig jung.. ich weiss auch, das eine OP nicht einfach so gemacht ist und fertig aber wenn ich den Vorteile/Nachtteile Faktor gegenüberstelle, dann bin ich mir sicher, dass ich damit weniger Schmerzen habe und es mir auch psychisch besser gehen würde.

Was mach ich jetzt? Werde mir aufjedenfall einen neuen Orthopäden suchen aber was wenn dieser genau das gleiche sagt? Wie stehen die Chancen operiert zu werden bei einem Cobb-Winkel von 22 Grad. Oder spielt da der starke Beckenschiefstand auch eine Rolle, bloss hat der Orthopäde dies nicht erkannt? Bitte um Hilfe!

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Raven
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Re: Überweisung OP?

Beitrag von Raven » Fr, 27.04.2018 - 22:41

Hi Freak33,

erst mal: willkommen hier im Forum :ja:
Freak33 hat geschrieben: Habe mich dann neulich bei einem Orthopäden vorgestellt, Röntgenbilder machen lassen und mir wurde mitgeteilt, dass ich bei der BWS 17 Grad habe und bei meiner LWS 22 Grad. Er hatte mir empfohlen, Sport zu treiben und mir so einen Schein für Schuh- Einlagen gegeben. Das wars.
Das wirkt mir nach dem - leider - häufigen Umgang mit Wirbelsäulenproblemen durch nicht darauf spezialisierte Orthopäden. Ein echter Beinlängenunterschied ist selten, wird jedoch häufig fälschlicherweise bei Skoliose diagnostiziert.
Allein durch Sport und das Verwenden von Schuh-Einlagen wird sich deine gesundheitliche Situation jedoch nicht verbessern.
Mein linkes Bein ist 2cm kürzer als das rechte Bein, die Einlage geht aber maximal 1cm hoch. Er meinte, dass wir das erstmal so probieren werden.
Bei einem tatsächlichen Beinlängenunterschied wird häufig so vorgegangen: Schrittweiser Aufbau des Ausgleichs durch die Einlagen.
Allerdings scheint das Problem bei dir von der Wirbelsäule auszugehen, d.h. Skoliose. Dort sollte angesetzt werden.
Mein Rat wäre:
- Stelle dich bei einem der hier empfohlenen Orthopäden vor.
- Mache geeignete Physiotherapie, etwa nach Schroth. Auch eine Reha könnte sich anbieten.
- Falls dir ein Korsett verschrieben wird: Würdest du es tragen? Auch Tragezeiten nachts können helfen, bei Erwachsenen werden meist keine 23 Stunden Tragezeit pro Tag angestrebt. Ferner gibt es heutzutage Korsetts, die wesentlich dezenter sind als das, was dir evl. damals in der Pubertät vorgeschlagen wurde. (Ging es damals um ein Korsett von ccetec oder Rahmouni? Falls nein, war das damals vorgeschlagene Korsett mit hoher Wahrscheinlichkeit auffälliger und weniger wirksam.)
Jedenfalls habe ich auch neulich von einer neuen nicht-versteifenden OP-Methode in der Eifelklinik Simmerath gelesen und ich würde mir gerne wenigstens die LWS operieren lassen. Ich meine ganz ehrlich, irgendwann möchte ich auch Kinder haben und da hat man auch kaum Zeit um jedes Mal zur Physio und Sport zu gehen. Aber ohne Überweisung kein Termin dort. Ich bin wütend und traurig, die Methode soll wohl am besten sein, wenn die Wirbelsäule noch gut beweglich ist und man ist ja auch nicht ewig jung.. ich weiss auch, das eine OP nicht einfach so gemacht ist und fertig aber wenn ich den Vorteile/Nachtteile Faktor gegenüberstelle, dann bin ich mir sicher, dass ich damit weniger Schmerzen habe und es mir auch psychisch besser gehen würde.
Eine OP sollte selbstverständlich immer der letzte Schritt sein, wenn andere Methoden keinen zufriedenstellenden Weg darstellen.
Hast du ggf. weitere Infos zu der OP-Methode aus Simmenrath? Ggf. einen Link zu einer Webseite, im besten Falle einer medizinischen Publikation?

Viele Grüße
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
OP-Röntgenbilder

Freak33
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Re: Überweisung OP?

Beitrag von Freak33 » Sa, 28.04.2018 - 09:04

Hey Raven,

danke für deine Antwort! Eigentlich waren die Bewertungen der drei dort arbeitenden Orthopäden sehr gut, 2 von 3 waren sogar „ausgebucht“. Echt schade, bin dafür jeweils 2 Stunden hingefahren. Er sagte auch, dass Sport das Ganze im besten Fall einfach nur „aufhalten“ würde.

Also, was Reha angeht, ich war mit 13 für 3 Wochen in Bad Sobernheim. Auf sowas wie Physiotherapie habe ich keine Lust mehr, muss ich ehrlich sagen. Ich bin weniger beständig und vorallem dann nicht, wenn, hier z.B. der Orthopäde, irgendwas verschreibt ohne mich richtig ernst zu nehmen.

Also was das Korsett betrifft, ich würde es tragen, wenn ich wüsste, dass ich es irgendwann nicht mehr brauchen würde und die Wirbelsäule grader sein würde. Hmm, ich hatte damals leider einen sehr sehr schlechten Orthopäden und ich war auch noch zu jung, um zu verstehen, was eine Skoliose wirklich bedeutet.. wollte nicht zur Reha, kein Korsett, bis der Orthopäde mir schrieb, dass er die Therapie abbrechen würde, wenn ich nicht zur Reha gehen würde. Bin dann hingegangen und bin jetzt, 10 Jahre später, das erste mal wieder bei einem anderen Orthopäden. Mir wurde damals auch kein Korsett vorgestellt, ich sagte, dass ich keine möchte und mir wurde auch keins gezeigt. Ist alles echt unglücklich gelaufen.

Mh, ich schicke hier später etwas dazu rein, bin grade am Handy on.

Liebe Grüsse,

Freak33

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Re: Überweisung OP?

Beitrag von kuddelmuddel123 » So, 29.04.2018 - 22:15

Hallo Freak33,

ich bin mir nicht sicher, ob Du nach einer OP ohne weitere Physiotherapie Deinen Zustand verbessern kannst.
Bislang habe ich nur mitbekommen, dass man auch nach einer OP sich um seine Wirbelsäule kümmern muss.
Meist bedeutet das, dass man seine Muskeln kräftigen muss und das möglichst genau die richtigen.

--> bevor Du ernsthaft über eine OP nachdenkst, solltest Du auch herausfinden, was Du damit wirklich erreichen kannst und was nicht. Dies solltest Du nicht nur von Operateuren sonder auch von konservativ arbeitenden Ärzten erfragen. Es gibt halt nach einer OP keinen Weg zurück. Bei anderen Behandlungen kannst Du diese aufhören und was neues probieren, falls es nicht zu Dir passt.

VG, Kuddelmuddel

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Re: Überweisung OP?

Beitrag von Klaus » Mo, 30.04.2018 - 12:13

Hallo Freak33,
dass ich bei der BWS 17 Grad habe und bei meiner LWS 22 Grad.
Also von den Gradzahlen her, ist das für einen Erwachsenen eigentlich eine relativ harmlose Situation.
Optisch hast Du offenbar ein Problem, was am besten ein Spezialist klären kann.
http://www.skoliose-info-forum.de/viewt ... =25&t=6472
Herausstehende Rippen (Glockenthorax?) und Trichterbrust sind möglicherweise mit weiteren anderen Fehlstellungen verbunden. Insofern ist erst einmal eine kompetente ausführliche Diagnose erforderlich, die dann auch mögliche Behandlungsoptionen enthält.
Deshalb kann hier keiner sagen, ob Du mit einer OP risikolos alle Probleme beseitigen kannst und dann auch noch ohne jegliche Physiotherapie bzw. eigene Muskelpflege auskommen kannst.

Gruß
Klaus

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