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BeitragVerfasst: Mi, 12.07.2017 - 12:51 
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Diagnose: Idiopathische Skoliose
Therapie: Korsett im Alter von 12- 16, Rückengymnastik und Übungen, Schroth
OP 30.06.17, Korrekturspondylodese Th3-th11
Hallo liebes Forum,

Ich bin seit Sonntag aus der Klinik (Schön Klinik Neustadt/Holstein) zurück und da ich heute schon etwas länger sitzen kann, möchte ich ganz kurz über meine OP berichten.
Ich war bei Dr. Trobisch, um mir eine 2. Meinung zu holen, da mir Dr. Hoffmann die OP empfohlen hatte. Dr. Trobisch meinte auch, dass die von Dr. Hoffmann empfohlene Versteifung der Brustwirbelsäule bei mir mehr Sinn machen würde, für VBT war ich leider nicht mehr geeignet, für Apifix auch nicht mehr. Diese OP Methoden hätte ich natürlich vorgezogen, aber dafür war meine Krümmung nicht mehr flexibel genug. Ich habe mich dann für die OP in Neustadt entschieden, da ich sehr viele positive Erfahrungsberichte über diese Klinik gelesen hatte und ich war in der Kombisprechstunde bei Dr. Hoffmann und der Chirurg aus Neustadt hatte einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. In Neustadt stellte sich heraus, dass ich nur 64% Lungenfunktion habe, also hatte ich mir das doch nicht eingebildet, dass ich schlechter Luft bekomme als früher. Ich hoffe, das wird dann besser sein in ein paar Monaten, wenn ich wieder richtig fit bin :) Die schlechte Lungenfunktion und meine Schmerzen in der BWS und LWS, die auch durch Physiotherapie nach Schroth nicht besser geworden sind, waren mein Hauptbeweggrund mich für die OP zu entscheiden, außerdem hatte ich 4 Jahre lang ein Korsett, was mir nicht geholfen hat. Der Rippenbuckel war für mich kein Grund, aber es freut mich natürlich trotzdem, dass er jetzt durch die OP fast komplett verschwunden ist.
So sah meine Wirbelsäule vor der OP aus (50° Cobb in der BWS, 40° lumbal):
https://picload.org/view/rpcpcowl/img_1687.jpg.html
Am Freitag den 30.06.17 wurde ich dann operiert, ich hatte natürlich ziemlich Schiss, aber es ist alles gut gegangen :)
Die OP hat 4 Stunden gedauert, ich wurde von Th3-th11 versteift, also 9 Wirbel, geplant war von Th4-th11, aber während der OP zeigte sich, dass sich eine kyphotisches "adding-on" ergeben könnte, deshalb wurde th3 auch mit reingenommen, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich habe nur 300 ml Blut verloren, was ich ziemlich erstaunlich finde bei so einer OP :) Die ersten 3 Tage nach der OP konnte ich leider nicht aufstehen, weil mir immer schlecht geworden ist beim Versuch aufzustehen (Kreislauf), aber danach ging es jeden Tag bergauf :) Die Schwestern in Neustadt waren wirklich immer sehr nett. Meine Zimmernachbarin, eine 14-Jährige, war auch sehr lieb und wir haben uns immer gegenseitig Mut gemacht.
Am 4. Tag nach der OP konnte ich schon ziemlich gut laufen.
So sieht das Ergebnis der OP aus, von 50° auf 3° Cobb in der BWS, unten sind es nur noch 20°:
https://picload.org/view/rpcpccor/img_1685.jpg.html
Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich ziemlich zufrieden :), ich sehe im Moment äußerlich noch schiefer aus als vor der OP, aber meinte Physiotherapeutin meinte gestern, da sei normal (durch die Schonhaltung) nach der OP und werde sich wieder ändern, wenn ich länger Physiotherapie gemacht habe und wenn die Schmerzen weg sind.
Meine Narbe heute morgen (ca. 30 cm, schätze ich):
https://picload.org/view/rpcpciwi/img_1731.jpg.html

Am 9. Tag post-op durfte ich bereits nach Hause, im Moment halte ich die Schmerzen mit Ibuprofen klein, ich hoffe dass es weiterhin jeden Tag weniger wird.
Ich hoffe, dass ich mit meinem kurzen Bericht Allen, die die OP noch vor sich haben oder sich überlegen, sie evt. mal in Erwägung zu ziehen, Mut machen konnte :) Die erste Woche nach der OP war schon sehr hart, trotz Schmerzmittel war es vor Allem nachts teilweise echt ziemlich schlimm, aber danach wird es jeden Tag besser, wenn man das hinter sich gebracht hat. Man sollte es sich gut überlegen und darauf achten, dass die Ärzte viel Erfahrung mit Skoliose OPs haben und dass es Neuromonitoring gibt (das Monitoring war bei mir laut meinem OP Bericht immer unauffällig während der gesamten OP, zum Glück :)), deshalb habe ich mich auch für eine Klinik 700 km von meinem Wohnort entfernt entschieden.
LG, Felis


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BeitragVerfasst: Mi, 12.07.2017 - 21:27 
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Diagnose: Habe selber Skoliose thorakolumbal 67°;
meine Tochter (13J.) hat Skoliose 23° und 26° trägt ein Korsett und macht Schroth KG sowie Manuelle Therapie
Therapie: ich: Schroth, Schmerzkorsett, Manuelle Therapie, Spiraldynamik
Tochter: Schroth, Korsett, Manuelle Therapie
Vielen Dank Felics für deinen Bericht. Schön, dass alles so gut verlaufen ist. Ich drücke dir die Daumen, dass der Genesungsprozess weiterhin positiv verläuft. Alles Gute für Dich!


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BeitragVerfasst: Mi, 12.07.2017 - 23:12 
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Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Auch von mir viel gute Besserung :top: und dankeschön für deinen ausführlichen Bericht!
Gut, dass nur deine BWS versteift werden musste (ich habe ja nach oben hin die selbe Versteifungsstrecke da die eine Krümmung auch hochthorakal war, nach unten hin leider wesentlich länger da Hauptkrümmung in der LWS sehr tief war, mit oben und unten je 55 Grad Cobb und unten die raschere Verschlechterung) und sich hoffentlich der Rest von selbst aufrichten wird.

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Fr, 04.08.2017 - 19:03 
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OP 30.06.17, Korrekturspondylodese Th3-th11
Danke euch Beiden :)
Jetzt brauche ich nur noch 1 Ibuprofen (600 mg) am Tag, die Schmerzen werden immer weniger :)
Die ersten 3 Wochen nach der OP waren am schlimmsten, vor Allem nachts, aber jetzt ist es nachts wieder zum Aushalten.

Ich habe eine etwas dämliche Frage: Bedeutet Resektion des Bandscheibenapparates zwingend, dass die Bänder und die Bandscheiben entfernt wurden, oder evt. nur die Bänder? Ich habe das jetzt in meinem OP Bericht gelesen, den habe ich mir extra geben lassen. Ich hatte immer gelesen, dass beim dorsalen Zugang die Bandscheiben nicht entfernt werden und die Ärzte haben davon auch nicht gesprochen, deshalb irritiert mich das etwas ^^

LG, Felis


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BeitragVerfasst: Fr, 04.08.2017 - 22:14 
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Hallo Felis,

ja, das klingt nach Enfernung auch der Bandscheiben. Bei mir (dorsale OP) wurde dergleichen aber nicht durchgeführt, ich habe mir den OP-Bericht auch geben lassen.

Zitat:
Die ersten 3 Wochen nach der OP waren am schlimmsten, vor Allem nachts,

War bei mir auch so, als Grund vermute ich: Nachts ist man nicht durch Beschäftigung (telefonieren, Handyspiele, fernsehen etc.) abgelenkt und versucht, zur Ruhe zu kommen - die Schmerzen drängen sich dann in den Vordergrund.

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Sa, 05.08.2017 - 07:21 
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Therapie: Op in 1995, Versteifung T12-L3
Hallo Felissilvestriscatus,

erstmal wünsche ich dir eine gute Genesung!
Du bist sehr mutig, dich für die Op. entschieden zu haben, nachdem viele hier in Forum dich davon abgeraten haben.
An deiner Stelle, hätte ich viel mehr Zeit gebraucht.
Aber ich bin eher eine Angsthase: schon damals, ein Tag vor meiner Op, wollte ich aus dem Krankenhaus wegfliehen :D

Zu den Bandscheiben, solltest du deinen Chirurg nachfragen, wenn du ihn triffst, was er genau gemacht hat.
Bei mir wurden sie entfernt, aber dann durch Knochen von einer meinen Rippen ersetzt.
Ich hatte auch erst nach der Op. erfahren, was der Chirurg alles an mich gemacht hatte, und ich war, muss ich zugeben, geschockt!

Alles gute, erhole dich gut und sei vorsichtig!
Viele Grüße,
Lonee


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BeitragVerfasst: Mo, 07.08.2017 - 18:55 
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OP 30.06.17, Korrekturspondylodese Th3-th11
Hallo Raven,

Das vermute ich auch, außerdem habe ich das Gefühl, dass längeres Liegen einfach nicht so gut ist, wenn ich in Bewegung bleibe, habe ich viel weniger Schmerzen oder gar keine. Aber im Gehen schlafen wird etwas schwierig :lach:
Das wundert mich jetzt, warum haben die bei mir (auch dorsaler Zugang) die Bandscheiben dann eigentlich entfernt :?: Und dass mir das beim Aufklärungsgespräch niemand gesagt hat wundert mich noch mehr... :eek: :/ Eigentlich ist es ja nicht so schlimm, aber ich hätte es gerne vorher gewusst.

Hallo Lonee,

Danke :) Keine Sorge, ich wäre auch am liebsten weggelaufen :D , ich glaube, das ist normal, dass man kalte Füße bekommt ^^

LG, Felis


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BeitragVerfasst: Mo, 07.08.2017 - 21:37 
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Hallo Felis,
Felissilvestriscatus hat geschrieben:
Und dass mir das beim Aufklärungsgespräch niemand gesagt hat wundert mich noch mehr... :eek: :/ Eigentlich ist es ja nicht so schlimm, aber ich hätte es gerne vorher gewusst.

manches wird erst während der OP entschieden, z.B. sogar die exakte Versteifungsstrecke.

Die Details sind auch je nach Patient und je nach Verfahren unterschiedlich. Bei mir wurden z.B. keine Bandscheiben entfernt, aber es wurde trotzdem Knochenspanmaerial angelagert. Dieses stammte bei mir weder aus einer Rippe, noch den Dornfortsätzen oder dem Beckenkamm (üblich), sondern aus dem übrigen Knochenmaterial der Hüft-OP einer anderen Person (selten, wusste ich vorher; bei mir wollte man nichts eigenes verwenden, da die Versteifungsstrecke so lang ist und ich zum Zeitpunkt der OP erst 13 Jahre alt und sehr zierlich war).

Die Entscheidung zur OP fiel mir auch gar nicht leicht, meinen Eltern ebenso nicht (wer lässt das schon "gerne" an seinem Kind durchführen? Ferner sind weder meine Eltern noch ich vom Typ "operieren lassen und alles ist gut, geht schneller als Physiotherapie und Korsett" - absolut nicht).
Obwohl ich mich in der Klinik sehr gut aufgehoben gefühlt habe, und meine Gedanken waren "die machen etwas für mich, damit es mir besser geht!", war dennoch immer ein mulmiges Gefühl dabei; ist, glaube ich, auch ganz normal.

Bzgl. schlafen: Mir hat es geholfen, wenn es grundsätzlich schon möglich war, mit den Medikamenten runterzugehen oder sie ganz wegzulassen, möglichst müde ins Bett zu gehen. Also: länger aufgeblieben, und "der Körper holt sich schon seinen Schlaf". V.a., wenn noch keine Notwendigkeit besteht, morgens wegen Schule, Uni, Beruf etc. munter früh auf der Matte zu stehen.

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Di, 08.08.2017 - 23:17 
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Hallo Raven,

Da hast du Recht, eigentlich sollte ich auch nur von Th4-Th11 versteift werden und es wurde dann während der OP entschieden von Th3-Th11 zu versteifen, um ein "kyphotisches adding-on" zu verhindern, so steht es im OP Bericht.
Das finde ich auch gut, dass sie das gemacht haben :) Bei mir wurden auch Knochenspäne von einem Spender eingesetzt, obwohl ich nicht zierlich bin ^^, zu mir wurde gesagt, das sei jetzt so üblich, kein Material mehr aus einer Rippe oder der eigenen Hüfte zu entnehmen bei einer OP vom dorsalen Zugang aus.

Mir fiel die Entscheidung auch nicht leicht, mein Freund hat mir Mut gemacht :) Ich war schon mehrmals kurz davor, doch alles abzusagen, vor Allem weil meine Mutter so nervös war...Für Eltern muss das echt hart sein :(

Danke für den Tipp :)

LG, Felis


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