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BeitragVerfasst: So, 16.10.2016 - 20:23 
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Hallo alle miteinander :)
Ich bin es mal wieder, MeAndYou.
Ich wollte euch wieder berichten, wie es meiner Tochter bis jetzt ergangen ist und wie die Heilung verläuft.
Vielen Dank an euch alle für die guten Wünsche und lieben Worte.

Nach diesem schlimmen Wochenende im September hat sich die Situation bei uns deutlich entspannt. Anfangs hatte ich permanent Panik, dass so etwas wieder passiert. Hatte Angst die Narbe einzucremen, sie anzufassen, Angst wenn Nina sich "zu viel" bewegte. Es geisterte mir ständig im Kopf herum. Auch dass keiner hier so etwas erlebte, beruhigte mich nicht unbedingt. Schriftlich aus Neustadt kam, dass ein Interkostalfaden (vermutlich) verantwortlich war.

Seitdem sind 5 Wochen vergangen und meiner Tochter geht es ziemlich gut! Mit der Zeit wird man wieder ruhiger. Probleme gab es keine mehr. Die Narbe macht sich allerdings täglich bemerkbar, aber in sehr gemäßigter Form durch leichtes kurzes Stechen an unterschiedlichen Stellen. Ich habe große Zuversicht, dass sich das alles mit der Zeit wieder normalisiert und komplett vergeht. Die Ärzte sehen die Heilung auf einem guten Weg.
Dem Rücken geht es erstaunlich gut. Schmerzen bestehen so gut wie keine, solange Nina sich zwischendurch hinlegen kann, oder auf ihrem Drehstuhl sitzt. Da kann sie schon sehr ausdauernd sitzen. Stühle in der Schule sind nach wie vor eine Herausforderung.
Bis jetzt hat sie nie länger als max. 4 Stunden ausgehalten. Ich fahre sie morgens hin, und hole sie auf Abruf wieder ab. Ist etwas anstrengend, aber geht zur Zeit ja nicht anders. Sie hat viele Einzelstunden verpasst und wird vermutlich auch noch mehr verpassen.

Morgen geht bei uns die Schule nach den Herbstferien wieder los und ich bin sehr gespannt, wie es jetzt weitergeht.
Zu Hause merkt man meiner Tochter die OP fast nicht mehr an, aber wenn wir unterwegs sind, kommen die Rückenschmerzen beim Laufen doch noch schnell wieder. Ich schätze, sie läuft ca. 800 Meter, dann fängt es schon an. Nicht heftig, aber doch so, dass sie dann keine Lust mehr hat und sich hinlegen will. Zu Hause vergeht der Schmerz dann sehr schnell wieder, nachdem sie sich kurz ausgeruht hat.
Habt ihr da Erfahrungen, wie es z.B. bei euch selbst war?
Die OP ist jetzt knapp 10 Wochen her. Sonst hat sie gar keine Schmerzen, nimmt keine Medikamente.

Zur Physio fahren wir zweimal die Woche. Anderes kann sie noch nicht wirklich machen.
Sie ist aber schon wieder erstaunlich beweglich. Kann sich wie früher Oberteile über Kopf anziehen, Rucksack tragen, Schnürsenkel zubinden. Ein Bein ist noch etwas "steifer" als das andere, lässt sich schwerfälliger heben. Ihre seelische Verfassung hat sich Gott sei Dank wieder stabilisiert. Sie war nach der OP mitunter sehr niedergeschlagen, deprimiert und hat öfter geweint. Jetzt ist sie wieder ganz "die Alte" :D Ich hoffe sehr, dass es ab jetzt nur noch bergauf geht.

Viele Grüße
Me :)


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BeitragVerfasst: Mo, 17.10.2016 - 06:38 
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Hallo,

danke für deinen weiteren Bericht :)
NinaH hat geschrieben:
Morgen geht bei uns die Schule nach den Herbstferien wieder los und ich bin sehr gespannt, wie es jetzt weitergeht.
Zu Hause merkt man meiner Tochter die OP fast nicht mehr an, aber wenn wir unterwegs sind, kommen die Rückenschmerzen beim Laufen doch noch schnell wieder. Ich schätze, sie läuft ca. 800 Meter, dann fängt es schon an. Nicht heftig, aber doch so, dass sie dann keine Lust mehr hat und sich hinlegen will. Zu Hause vergeht der Schmerz dann sehr schnell wieder, nachdem sie sich kurz ausgeruht hat.
Habt ihr da Erfahrungen, wie es z.B. bei euch selbst war?

Mit dem Laufen hatte ich zwar keine Probleme (schaffte schon weitere Strecken), aber: Viele haben anfangs dieses Problem, ist also völlig normal!
Vermutung, warum ich diese Beschwerden nicht hatte:
- ich musste nach der OP ein Korsett tragen (meine OP war 1997, somit im Vergleich zu heute altes OP-Verfahren)
- ich konnte die ersten Monate nach OP, bedingt durch Korsett und OP-Verfahren, nichts außer Stehen, Liegen, Gehen und dabei auch nur sehr wenige Bewegungen (z.B. keinesfalls Oberteile über Kopf), sodass allgemein kaum Belastung da war.

Zitat:
Die OP ist jetzt knapp 10 Wochen her. Sonst hat sie gar keine Schmerzen, nimmt keine Medikamente.

Das ist gut! V.a. für jemanden, der sich einigermaßen bewegen darf (ich hatte zwar auch bald keine Schmerzen mehr, aber konnte dafür nur extrem wenig machen).

Zitat:
Sie ist aber schon wieder erstaunlich beweglich. Kann sich wie früher Oberteile über Kopf anziehen, Rucksack tragen, Schnürsenkel zubinden.

Das ist sehr gut! Mit den heutigen OP-Verfahren geht das eher. als früher. Allgemein lässt sich, mit genügend Gewöhnung und Training (der Alltag ist nach einer solchen OP reinstes Training!) viel kompensieren. Das mag, je nach OP-Verfahren, mehr oder weniger lang dauern, aber allgemein ist letztendlich sehr viel möglich. (Auch mir merkt man meine mit Th3-L5 lange Versteifungsstrecke nicht sofort an, und von den Alltagsbewegungen gehen alle irgendwie, notfalls mit Ersatzbewegungen. Habe, ehrlich gesagt, selbst vor OP nicht gedacht, dass man mit einer so langen Versteifungsstrecke letztendlich sich z.B. die Schuhe binden, Zehennägel schneiden, Auto fahren, die Wohnung putzen... kann. Möglicherweise ging es deiner Tochter auch so und es hat sie deprimiert, davon auszugehen, jetzt von ganz viel "Abschied nehmen" zu müssen und das ihrer Einschätzung nach nicht nur temporär. So ging es mir jedenfalls erstmal. Mir hat geholfen, zu sehen, wie es operierten Patienten nach einigen Monaten bis Jahren geht, und dann natürlich auch der eigene Heilungsverlauf - zu merken, es geht wieder mehr. Die operierten Patienten, deren OP schon länger her war, habe ich übrigens in der Klinik getroffen. Patienten, die zu Kontrolluntersuchungen da waren, konnten sich auf Wunsch mit bald oder vor kurzem operierten Patienten zum Austausch treffen. War, insbesonder damals vor Verbreitung des Internets, eine immense Hilfe.)

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Mo, 17.10.2016 - 07:51 
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Hallo,

ich freue mich für deine Tochter, dass es ihr viel besser geht!

Bei mir lief alles sehr ähnlich wie deine Tochter.
Ich hatte eine ähnliche Op. gehabt (ventral, Narbe an der Seite).

Ich war damals auch erst 1 Monat nach Op. in der Schule, was ich anstrengend fand.
Ich musste auch mich oft hinlegen. Ich hatte dabei gelernt, dass ein Mittagsschlaf ganz angenehm sein kann!
Ich hatte auch Schwieriegkeiten, meinen linken Bein hochzuheben, und dazu Sensibilitätsverlust im Oberschenkel.
Bei dem Sensibilitätsproblem hatte der Chirurg gemeint, dass es nach ein paar Wochen wieder ok sein wäre. Das hat alles ein bisschen mehr Zeit gedauert, aber es ist alles wieder gut gegangen (nach Monaten oder vielleicht 1 Jahr). Nachdem ich wieder Sport getrieben hatte (6 Monaten nach Op.), hatte ich am Anfang mehr Muskelkater in diesem Bein.

Ich habe sonst auch einen warmen und trockenen Fuss gehabt. Er ist eigentlich (20 Jahren danach) immer noch trocken und warm,
aber nicht so schlimm wie nach der Op. Er stört mich nicht, er ist wie eine Heizung für den anderen Fuss :).
Meine Narbe hat auch immer noch leichte Sensibilitätsstörung, aber es ist alltags nicht störend.

Ich wünsche weiter deiner Tochter alles gutes!

Viele Grüße,
Lonee


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BeitragVerfasst: So, 11.12.2016 - 20:35 
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Hallo Ihr Lieben :)

Wieder sind einige Wochen ins Land gegangen, Weihnachten naht und ich möchte Euch noch einmal ein Update in 2016 zukommen lassen.

Die OP ist übermorgen genau 17 Wochen her. Die Zeit verging, trotz Rückschlägen, wie im Flug. Meiner Tochter, mittlerweile 15, geht es richtig gut!

Die Vermutung mit dem gerissenen Interkostalfaden hat sich letztlich bestätigt. Nachdem sich die Narbe nach diesem Zwischenfall vom September beruhigt hat, sind die Dauerschmerzen, die sie vorher immer an bestimmter Stelle der Narbe hatte, komplett verschwunden. Die Narbe sticht nur noch ganz selten mal, ist noch empfindlich, verheilt aber gut. An manchen Stellen ist sie allerdings recht breit und noch sehr rot. Ich hoffe, das gibt sich noch. Wir schmieren fleißig mit APM Creme.

Seit Ende der Herbstferien im Oktober schafft Nina fast den gesamten Unterricht. Sie hat an zwei Tagen der Woche Ganztagsunterricht, was 8 Schulstunden bedeutet. Davon schafft sie 7. Am Donnerstag schreibt sie in der 7 und 8 Stunde eine wichtige Klassenarbeit. Sie wird also das erste Mal 8 Stunden bleiben (müssen). Seit ca. 4 Wochen fährt sie morgens wieder mit dem Bus zur Schule! Es ist eine enorme Erleichterung für mich und ein Stück Freiheit für alle Beteiligten. Hört sich für manchen vielleicht komisch an, aber wir empfinden das wirklich so. Meine Tochter freut sich wieder mit ihrer besten Freundin zusammen fahren zu können und ich bin froh, dass etwas Fahrerei weniger anfällt. Nachmittags hole ich sie allerdings nach wie vor ab. Ich denke, das werde ich auch noch eine Weile fortführen.

Heute waren wir auf dem Weihnachtsmarkt und was soll ich sagen? Es war super! Leider war das Wetter schlecht, trotzdem sind wir ca. 1,5 Stunden unterwegs gewesen und Nina hatte keine Probleme mit dem Rücken! Keine Schmerzen, nichts. Ich bin richtig glücklich darüber und mein Kind erst. Wenn ich zurück denke, noch vor zwei Monaten kamen wir nicht weit, weil Schmerzen sie schnell ausbremsten, und nun? Unfassbar, wie gut es ihr wieder geht.

Es gab Momente in den letzten Monaten, in denen wir verzweifelt waren, Angst hatten die falsche Entscheidung getroffen zu haben, Ungeduld und Müdigkeit uns zugesetzt haben. Ich will an diesem Punkt nicht sagen, der Weg sei bereits geschafft. Aber ich kann sagen, dass wir ein gutes Stück voran gekommen sind. Es war nicht leicht und es wird uns auch noch weiterhin Zeit und Geduld abfordern, aber wir sind guter Dinge.

Ich danke Euch wirklich sehr, dass Ihr mich an Euren Erfahrungen teilhaben lasst. Ganz besonders Raven und auch Lonee. Das hat mir in schweren Stunden Zuversicht gegeben. Zu wissen, man ist nicht allein mit seinem Schicksal.

Ich wünsche allen eine besinnliche Weihnachtszeit, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit. In 2017 werde ich wieder berichten...es sei denn, ihr wollt es nicht mehr hören.

Danke für alles und alles Liebe
MeAndYou


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BeitragVerfasst: Mo, 12.12.2016 - 00:27 
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Hallo MeAndYou,

dankeschön für dein/euer Update, und es freut mich sehr, dass es Nina mittlerweile wieder gut geht :top:
(Es ist auch zu erwarten, dass sich noch einige bestehende Einschränkungen bessern werden.)

NinaH hat geschrieben:
Es ist eine enorme Erleichterung für mich und ein Stück Freiheit für alle Beteiligten. Hört sich für manchen vielleicht komisch an, aber wir empfinden das wirklich so. Meine Tochter freut sich wieder mit ihrer besten Freundin zusammen fahren zu können und ich bin froh, dass etwas Fahrerei weniger anfällt. Nachmittags hole ich sie allerdings nach wie vor ab. Ich denke, das werde ich auch noch eine Weile fortführen.

Kann ich arg gut nachvollziehen :ja:


Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Mo, 12.12.2016 - 06:56 
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Ich drücke euch weiterhin die Daumen, dass auch die letzten Einschränkungen sich bald auflösen bzw zur Normalität werden. :jump: :handshake:
Das hält meinen Kopf momentan auch über Wasser - das Wissen, dass es wieder besser werden wird.
Ein Glück habe ich das mit den Fäden erst jetzt gelesen, meine sollten sich allmählich aufgelöst haben. Das stelle ich mir wirklich schrecklich für deine Tochter und für dich vor...

Ich finde es erstaunlich, wie schnell die Mädels heute schon wieder in die Schule gehen... ich bin nach der 1. OP 3 Monate Zuhause geblieben. Aber es freut mich, dass die meisten - wie auch deine Tochter - gut damit zurecht kommen :)

Ich wünsche euch weiterhin eine gute Zeit mit weiteren Fortschritten :D

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BeitragVerfasst: Mo, 12.12.2016 - 21:18 
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Hallo affi,
affi hat geschrieben:
Ich finde es erstaunlich, wie schnell die Mädels heute schon wieder in die Schule gehen... ich bin nach der 1. OP 3 Monate Zuhause geblieben. Aber es freut mich, dass die meisten - wie auch deine Tochter - gut damit zurecht kommen :)

primärstabile Implantate (die früher einigermaßen alltagstaugliche Bewegungen erlauben) und häufig kürzere Versteifungsstrecken sind da wohl das Geheimnis. Finde ich jedenfalls auch super :top:
Zum Vergleich: Nach meiner OP 1997 durfte ich für ein halbes Jahr nicht sitzen, nicht einmal auf der Toilette fürs "große Geschäft" und auch nicht für eine minikurze Autofahrt von 5 Minuten im zurückgelassenen Autositz, nein, einfach gar nicht. Fürs Aufstehen aus dem Bett gab es eine spezielle Transfer-Technik, um ohne den üblichen Zwischenschritt des Sitzens aus dem Bett zu kommen. Danach hieß es wieder, Sitzen antrainieren. Nach acht Monaten nach OP konnte ich dann ca. 15 Minuten (unter Schmerzen) am Stück sitzen und somit z.B. wieder in die Schule gefahren werden und auch wieder in die Stadt, um so Termine wie Zahnarzt, Optiker etc. wahrnehmen.
War damals Stand der Technik - die OP verlief komplikationslos und ich habe allgemein eine robuste Gesundheit, werde schnell wieder fit.

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Di, 13.12.2016 - 20:17 
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Therapie: Op in 1995, Versteifung T12-L3
Hallo MeAndYou,

vielen Dank für die Nachrichten :) !
Es ist toll, dass es deiner Tochter immer besser geht.
Ich wünsche euch auch eine sehr schöne Weihnachtszeit!


@Raven/Antje
bei meiner Op. in 1995 war ich auch erst nach 1 Monat in der Schule, ohne Korsett.
Ich habe das schon geschafft, aber rückblickend war es anstrengend.
Auch wenn die Versteifung klein und das Implantat sehr stabil waren, empfand ich die Op. als grossen Eingriff.
2 Monate zu Hause wären viel besser gewesen.
Bei dir Raven muss das natürlich viel anstrengender gewesen sein: so lange ohne sitzen zu können, das kann ich mich kaum vorstellen :respekt: .

Viele Grüße


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BeitragVerfasst: Mi, 14.12.2016 - 04:09 
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Hallo Lonee,
Lonee hat geschrieben:
Bei dir Raven muss das natürlich viel anstrengender gewesen sein: so lange ohne sitzen zu können, das kann ich mich kaum vorstellen :respekt: .

größtes Problem ist: Als "Nichtsitzer" ist man ziemlich immobil. Als Nichtsitzer kann man in kein Auto, keinen Bus (im Bus stehen sollte ich ja auch nicht), nicht außer Haus auf Toilette (für zu Hause gibt es eine Toilettensitzerhöhung, um im Stehen einigermaßen sauber Wasser zu lassen und Stuhlgang zu machen) und auch ansonsten nicht länger außer Haus (für Ruhepausen konnte ich nur liegen, und das nur auf einem erhöhten Bett). Es ist wirklich schwierig, da im Alltag so gut wie alles - irgendwo hin kommen, Gegenstände erreichen, eine Mahlzeit einnehmen - ans Sitzen oder zumindest sitzähnliche Körperhaltungen gebunden ist.
Was ich in der Zeit machen konnte:
- spazieren gehen
- Besuch zu Hause haben; jemanden besuchen konnte ich nicht
- Beschäftigungen, die man im Stehen machen kann: ich trainierte daher, möglichst lange am Stück an einem Stehschreibtisch stehen zu können, weil ich so einiges machen konnte, das ich gerne mag: lesen, schreiben, zeichnen, Dokumentarfilme sehen, Brettspiele und Knobelspiele spielen und auch für die Schule lernen
- Beschäftigungen, die man flach liegend machen kann (da kann man eigentlich nur Musik oder Hörbücher hören, flach liegend hält man ein Buch nicht lange, und kann auch zu keinem Fernseher hinsehen)

Die Zeit vertrieb ich mir v.a. mit lesen, zeichnen und Schulsachen nacharbeiten im Stehen. Ich habe das psychisch ziemlich gut verkraftet, wohl auch, weil die meisten meiner Hobbies selbst unter den Umständen durchführbar sind, meine Schule bzgl. Hausunterricht mitmachte (die Klinik empfahl pauschal, auch bei guten Noten, das Jahr zu wiederholen, was mir sehr widerstrebte; die Schule war hingegen sehr kooperativ und erlaubte Selberlernen mit etwas Hausunterricht und Tests dann während des Hausunterrichts schreiben, sodass ich kein Schuljahr wiederholen musste), und weil ich kontinuierlich Fortschritte bemerkte (meine Riesensorge vor OP war: nach OP vielleicht nicht ausbildungstauglich zu werden).

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Mi, 14.12.2016 - 07:15 
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Ich wurde in den Herbstferien im Oktober operiert und fing "kurz" nach den Weihnachtsferien wieder mit der Schule an. In der Zwit habe ich nur allein nachgearbeitet - eine Mitschülerin stellte mit ihre Mitschriften zur Verfügung und sammelte die Arbeitsblätter immer doppelt. Das Schuljahr musste ich auch nicht wiederholen. Die Halbjahrestest habe ich mitgeschrieben. In der Zeit der Abwesenheit habe ich keine Tests geschrieben. Irgendwie hat das trotzdem alles hingehauen :lach:

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BeitragVerfasst: Mi, 14.12.2016 - 19:56 
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Hallo affi,

affi hat geschrieben:
Ich wurde in den Herbstferien im Oktober operiert und fing "kurz" nach den Weihnachtsferien wieder mit der Schule an. In der Zwit habe ich nur allein nachgearbeitet - eine Mitschülerin stellte mit ihre Mitschriften zur Verfügung und sammelte die Arbeitsblätter immer doppelt.

für einen kurzen Zeitraum geht das :ja:

affi hat geschrieben:
Das Schuljahr musste ich auch nicht wiederholen. Die Halbjahrestest habe ich mitgeschrieben. In der Zeit der Abwesenheit habe ich keine Tests geschrieben. Irgendwie hat das trotzdem alles hingehauen :lach:

Je nach Schulform und Bundesland muss das Schuljahr wiederholt werden, wenn eine bestimmte Anzahl an Fehltagen überschritten wurde, auch, wenn diese entschuldigt sind und auf eine durchgängige Krankschreibung nach z.B. einer schweren OP zurückzuführen sind. Erhält man Hausunterricht und schreibt Tests währenddesse mit, zählt das nicht als Fehlzeiten. (Hauptgrund für den Hausunterricht war für mich die Möglichkeit, so Tests mitschreiben zu können die normal zählten - muss ja eine entsprechende Aufsichtsperson da sein. Lernen konnte ich auch alleine.)

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Sa, 17.12.2016 - 02:41 
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose
Hallo MeAndYou, super! :zustimm: Aber steigert die Unternehmungen bitte nur langsam und macht weiterhin Pausen, sonst gibt es Rückschritte. Ansonsten weiterhin gute Besserung für deine Tochter! :)

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Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)


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BeitragVerfasst: Mi, 12.04.2017 - 23:29 
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Hallo Ihr Lieben :)

Ostern steht vor der Tür; ein guter Zeitpunkt hier wieder einmal zu berichten, wie es meiner Tochter in der Zwischenzeit ergangen ist.

Die OP ist nun 8 Monate her. Man merkt nur noch wenige Einschränkungen (z.B. beim Bücken), was ich immer noch erstaunlich finde. Wenn ich zurück denke wie hart die Anfangszeit war, ist es sogar noch erstaunlicher. Nina geht's sehr gut. Sie hat keine Schmerzen mehr. Weder beim lange sitzen, noch beim längere Strecken laufen. Sie muss nicht mehr früher den Unterricht verlassen und sich nach der Schule auch nicht mehr zwingend hinlegen. Manchmal macht sie es noch, aber das ist selten geworden.

Im Februar war eine Kontrolluntersuchung in Neustadt. Wir haben einen neuen Oberarzt. Der vorherige hat es scheinbar nicht lange in der Klinik ausgehalten und ich habe nur durch Zufall erfahren, dass er weg ist und wir jetzt zu einem anderen Arzt müssen. Dieser war jedenfalls sehr zufrieden mit dem Verlauf. Die Röntgenbilder sind in Ordnung, der Korrekturgrad ist geblieben und er war baff, wie beweglich Nina ist. Laut Klinik dürfte sie jetzt langsam Joggen. Bisher haben wir es aber auf Walken beschränkt. Irgendwie ist ihr noch nicht so wohl bei dem Gedanken. Ich lasse sie entscheiden, welches Tempo sie geht.
Nach wie vor fahre ich 1-2 mal die Woche zur Physiotherapie mit ihr. Sie bekommt immer "Hausaufgaben" in Form diverser Übungen, die sie dann zu Hause machen soll. Auch das klappt gut. Mich allerdings nervt die Fahrerei etwas, denn für 20-30 Minuten Physio, bin ich fast eine Stunde unterwegs. Besonders wenn ich nachmittags in Lohn und Brot stehe, ist das lästig. Aber was muss, das muss :ja:

Ende Januar gab es Zwischenzeugnisse. Die Fehltage waren nicht ohne, das war ja klar. Aber die Noten waren trotzdem ziemlich gut. Nur Zweier und ein paar Dreier. Ich bin echt stolz auf sie, das muss ich sagen. Sie ist so stark und hat sich nie unterkriegen lassen. Ein bisschen gemein finde ich die Diskussionen, oder sollte ich sagen Neiddebatten, die in letzter Zeit zunehmend von einem Teil der Mädchen ihrer Klasse geführt werden. Man zweifelt an, dass Nina nicht am Sportunterricht teilnehmen kann und unterstellt ihr unterschwellig, sie simuliert. Es wird ihr geneidet, dass sie nach wie vor die Pausen im Klassenraum bleiben darf (mit einer Freundin), es wird gemeckert und gelästert, wenn ihr Klassenkameraden einen Platz im Bus freihalten, damit sie nicht im Gedränge stehen muss. Von der Schule hole ich sie auch weiterhin mit dem Auto ab, aber ihre Klasse macht derzeit einmal die Woche eine Berufsvorbereitung und von da muss sie mit dem Bus zurückfahren. Na ja, es ist glücklicherweise nur eine Minderheit von 3, 4 Mädchen. Der Rest der Klasse steht voll hinter ihr. Mich ärgert das Gezicke immer mehr, als Nina selbst :lach:

Im September fliegt sie mit der Klasse nach Rom. Sie freut sich schon, denn auf die letzte Klassenfahrt im Sommer konnte sie wegen der OP nicht mit. Ich freue mich für sie und finde, das Mädel hat es sich redlich verdient :ja: . Das wird die letzte Fahrt auf der Gesamtschule sein, die Abschlussfahrt also. Nina hat sich nun entschlossen danach, also in 2018, auf die Oberstufe zu wechseln und ihr Abi zu machen. Danach will sie studieren - Lehramt.
Ich bin gespannt, was die Zukunft bringen wird.

Ich wünsche uns allen ein frohes Osterfest, viel Gesundheit und eine ordentliche Portion Zuversicht.

Ganz liebe Grüße
:)


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BeitragVerfasst: Mi, 12.04.2017 - 23:53 
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Danke für deinen erneuten Zwischenbericht :)


NinaH hat geschrieben:
Laut Klinik dürfte sie jetzt langsam Joggen. Bisher haben wir es aber auf Walken beschränkt. Irgendwie ist ihr noch nicht so wohl bei dem Gedanken. Ich lasse sie entscheiden, welches Tempo sie geht.

Ist sie früher gejoggt? Selber habe ich Joggen nie angefangen, weil ich schon das Rennen seit OP umständlicher finde. Der Körper schwingt einfach nicht mehr so mit, es prellt mehr... Mir persönlich ist zwecks Fitness strammes Walken sowie auch das Gehen weiter Strecken im Alltag und in der Freizeit das Wandern lieber. Bei letzterem dann: lange Strecken - auch mal 20 bis 30 km an einem Tag - aber nur mit Minimalgepäck, den größeren Anteil des Gepäcks übernimmt dann jemand der mit dabei ist, wie Partner, Freundin etc.
Zitat:
Nach wie vor fahre ich 1-2 mal die Woche zur Physiotherapie mit ihr. Sie bekommt immer "Hausaufgaben" in Form diverser Übungen, die sie dann zu Hause machen soll. Auch das klappt gut. Mich allerdings nervt die Fahrerei etwas, denn für 20-30 Minuten Physio, bin ich fast eine Stunde unterwegs. Besonders wenn ich nachmittags in Lohn und Brot stehe, ist das lästig. Aber was muss, das muss :ja:

Wahrscheinlich nervt sie die Fahrerei auch ;)
Wie lange hat sie noch Physio?

Zitat:
Nur Zweier und ein paar Dreier. Ich bin echt stolz auf sie, das muss ich sagen. Sie ist so stark und hat sich nie unterkriegen lassen.

:top: :top:
Zitat:
Ein bisschen gemein finde ich die Diskussionen, oder sollte ich sagen Neiddebatten, die in letzter Zeit zunehmend von einem Teil der Mädchen ihrer Klasse geführt werden. Man zweifelt an, dass Nina nicht am Sportunterricht teilnehmen kann und unterstellt ihr unterschwellig, sie simuliert. Es wird ihr geneidet, dass sie nach wie vor die Pausen im Klassenraum bleiben darf (mit einer Freundin), es wird gemeckert und gelästert, wenn ihr Klassenkameraden einen Platz im Bus freihalten, damit sie nicht im Gedränge stehen muss.

Hier wäre es meiner Meinung nach angebracht, wenn passende Lehrer (Klassenlehrer, Sportlehrer) nochmal eindringlich etwas zu der Situation sagen.


Zitat:
Nina hat sich nun entschlossen danach, also in 2018, auf die Oberstufe zu wechseln und ihr Abi zu machen. Danach will sie studieren - Lehramt.
Ich bin gespannt, was die Zukunft bringen wird.

Alles auch mit einer versteiften Wirbelsäule möglich :) (Ich habe übrigens auch studiert, dazu nach zunächst einem Realschulabschluss (und einer Ausbildung; Wechsel direkt in die Oberstufe war in meinem Bundesland auch bei sehr guten Noten nicht möglich) das Abitur nachgeholt.) Wenn gesundheitlich alles gut läuft, kann man auch mit einer versteiften Wirbelsäule ziemlich viel machen.
Was manche Leute irritiert, aber auch darauf stellt man sich ein: Dass manche Dinge umständlich sind, die als "leicht" gelten (bücken, bei Zweitürerauto auf den Rücksitz klettern, niedrig sitzen etc.), man dafür aber oft andere Dinge kann, die einem nicht zugetraut werden, wenn schon Dinge aus der ersteren Kategorie schwierig sind (z.B. fit wandern, voll arbeiten).

Zitat:
Ich wünsche uns allen ein frohes Osterfest, viel Gesundheit und eine ordentliche Portion Zuversicht.

Danke :) Und das wünsche ich euch auch :top:

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Do, 13.04.2017 - 15:15 
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Hallo Raven :)


Nein, sie ist früher nicht gejoggt. Findet schnelles Laufen auch relativ unangenehm. Schmerzt zwar nicht, aber fühlt sich für sie "merkwürdig" an. Sie meint, es wäre so eine Art Schweregefühl im Rücken. Ihre Art zu Laufen sieht auch etwas "unelastisch" aus. Mir fällt gerade kein besseres Wort ein. Walken, strammes Gehen etc. fällt ihr hingegen gar nicht schwer, daher belassen wir das so. Sie soll das Tempo vorgeben.

Ja, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie ist auch mächtig genervt von der Physio. Wie lange sie es noch bekommt, weiß ich nicht. Bisher bekommen wir die Verordnungen dafür regelmäßig und ohne Probleme oder Kommentare. Ich gehe daher davon aus, es wird noch ein Weilchen so weitergehen.

Das haben die Lehrer bereits mehrfach getan. Es wurde alles besprochen, erklärt und um Verständnis gebeten. Beim letzten Mal beschwerten sich zwei Mädels in der Verfügungsstunde, dass Nina immer noch die Pausen im Klassenraum verbringen darf, während alle anderen raus müssten. Sie würde doch längst wieder umher "sprinten" und wäre demzufolge nicht mehr krank. Der Lehrer verwies wieder auf die Schwere der OP, dass sie ein Attest hat und meinte: Nun freut euch doch mit ihr, dass die Genesung so gut voranschreitet. Antwort der Mädels: Neeeeeeeeeeeeee.
Na ja, daraufhin brach der Klassenlehrer die Diskussion ab - Nina bleibt im Klassenraum, basta. Ende. Aus.
Ich kann die Mädchen ja sogar ein Stück weit verstehen. Die haben keine Ahnung was meine Tochter mitgemacht hat und auch weiterhin mitmacht. Sie sehen nur, dass es ihr nach außen wieder ganz gut geht und wollen diese "Privilegien" auch für sich. Reden bringt auch nichts. Sie wollen es nicht verstehen, können es vielleicht auch ganz einfach nicht. Es ist glücklicherweise aber kein Tagesthema, sondern kocht von Zeit zu Zeit immer mal wieder auf.

Bei uns in Niedersachsen kann man mit einem erweiterten Realschulabschluss direkt auf die Oberstufe wechseln. Mit einem "normalen" geht es allerdings nicht. Um den qualifizierten Realschulabschluss zu bekommen, muss sie in mindestens 3 von 4 Leistungskursen auf E-Niveau sein. Ich meine mit mind. befriedigenden Noten, bin mir da aber nicht sicher. Ich denke ein Studium wird ihr mehr Möglichkeiten im künftigen Berufsleben eröffnen. Ehrgeiz hat sie, den Willen auch. Aber wenn sie am Ende doch lieber eine Ausbildung machen möchte, ist es auch ok. Sie hat verschiedene Berufe die sie interessieren und nicht für alle muss man studieren. Momentan ist ihr Favorit eben ein Lehramtstudium. Es ist ihr Leben und sie soll glücklich und möglichst zufrieden sein. Ich habe keinen Zweifel, dass man auch mit versteifter Wirbelsäule ein Studium und noch sehr viel mehr schaffen kann :ja:
Man vergisst mit der Zeit, dass die Wirbelsäule nicht gesund ist - als Außenstehender, oder nicht Betroffener. Man muss sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass in unterschiedlichen Situationen Einschränkungen vorkommen können. Nina kann problemlos im Auto nach hinten klettern, ist aber beim Bücken grundsätzlich schwerfällig. Ich vergesse das manchmal einfach, wenn ich sie bitte mir etwas aufzuheben oder so. Und ja, man unterschätzt die Fähigkeiten manchmal :)

Sorry für's nicht zitieren - ich bekomme das irgendwie nicht hin.

Liebe Grüße :)


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BeitragVerfasst: Do, 13.04.2017 - 17:14 
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Hallo,
NinaH hat geschrieben:
Nein, sie ist früher nicht gejoggt. Findet schnelles Laufen auch relativ unangenehm. Schmerzt zwar nicht, aber fühlt sich für sie "merkwürdig" an. Sie meint, es wäre so eine Art Schweregefühl im Rücken. Ihre Art zu Laufen sieht auch etwas "unelastisch" aus.

das ist bei mir ähnlich. Mit einer Versteifung macht der Oberkörper viele der kleinen Bewegungen, die normalerweise beim Laufen und erst recht beim Rennen/Joggen durchgeführt werden, nicht mit. Normalerweise rotiert dabei der Oberkörper rhythmisch, die Bandscheiben fangen Stöße ab etc., was so alles nicht mehr möglich ist.
Schnelles Laufen würde ich so beschreiben: Fühlt sich an, als wäre der Untergrund viel, viel holperiger. Mache ich das mal - z.B. den gerade an der Haltestelle einfahrenden Bus noch erreichen wollen - sagen auch andere, dass es tollpatschig, holperig etc. aussieht.

NinaH hat geschrieben:
Der Lehrer verwies wieder auf die Schwere der OP, dass sie ein Attest hat und meinte: Nun freut euch doch mit ihr, dass die Genesung so gut voranschreitet. Antwort der Mädels: Neeeeeeeeeeeeee.
Na ja, daraufhin brach der Klassenlehrer die Diskussion ab - Nina bleibt im Klassenraum, basta. Ende. Aus.

Da hätte ich die Diskussion auch abgebrochen.

NinaH hat geschrieben:
Ich kann die Mädchen ja sogar ein Stück weit verstehen. Die haben keine Ahnung was meine Tochter mitgemacht hat und auch weiterhin mitmacht. Sie sehen nur, dass es ihr nach außen wieder ganz gut geht und wollen diese "Privilegien" auch für sich.

In der Tat kennen viele in dem Alter nur die Situation "man ist eine Woche im Krankenhaus, ruht sich noch ein paar Tage zu Hause aus, geht wieder in die Schule und pfeift auf all die elterlichen oder ärztlichen Ratschläge". Krankheit und OP sind bei den meisten in dem Alter "nur" Blinddarmentzündung, die Mandeln rausbekommen, kleinere Sportverletzung etc. Ich war auch die erste Person an meiner Schule, die länger fehlte und länger eingeschränkt war - für Lehrer wie auch Mitschüler eine komplett fremde Situation.
Und in der Tat wirkt man nach einer Versteifung bald auf den ersten Blick recht gesund. Ich kenne das auch gut, dass sich z.B. Leute gewundert haben, warum ich denn eine Sportbefreiung habe... (Das waren dann Leute, die die OP nicht mitbekommen haben, z.B. in der Berufsausbildung, bei OP war ich noch Realschülerin.) Die sehen auf den ersten Blick nur: keine Krücken, keine Hilfsmittel, macht im Alltag die üblichen Sachen, sitzt aufrecht (was fast automatisch als fit, gesund, sportlich gilt).

NinaH hat geschrieben:
Bei uns in Niedersachsen kann man mit einem erweiterten Realschulabschluss direkt auf die Oberstufe wechseln. Mit einem "normalen" geht es allerdings nicht. Um den qualifizierten Realschulabschluss zu bekommen, muss sie in mindestens 3 von 4 Leistungskursen auf E-Niveau sein. Ich meine mit mind. befriedigenden Noten, bin mir da aber nicht sicher.

Das finde ich gut :ja: Mittlerweile geht das in allen Bundesländern; als ich im entsprechenden Alter war, ging das in meinem nicht, egal wie gut die Noten waren. Es gab auch keine Brückenkurse o.ä., sondern es musste erstmal eine Berufsausbildung dazwischengeklemmt werden. Ich habe aber immerhin etwas Interessantes gefunden, bei dem die Versteifung auch nicht nachteilig war :)

NinaH hat geschrieben:
Man vergisst mit der Zeit, dass die Wirbelsäule nicht gesund ist - als Außenstehender, oder nicht Betroffener. Man muss sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass in unterschiedlichen Situationen Einschränkungen vorkommen können. Nina kann problemlos im Auto nach hinten klettern, ist aber beim Bücken grundsätzlich schwerfällig. Ich vergesse das manchmal einfach, wenn ich sie bitte mir etwas aufzuheben oder so. Und ja, man unterschätzt die Fähigkeiten manchmal :)


Kenne ich alles sehr gut... Für Leute, die einen schon länger kennen (in meinem Fall: meine Eltern - meine OP war vor nunmehr 20 Jahren! - , mein Mann - den kenne ich seit 12 Jahren -) wird das irgendwann normal. Bei Menschen, die mich erst kürzer kennen - Kollegen im Beruf, oder in einem Verein, oder neue Bekannte - sorgt es eher für Verwirrung. Etwa, warum für mich die Wander-Tagestour kein Problem ist, mir die Bootsfahrt bei einem Ausflug aber echt Mühe bereitet (für die Bootsfahrt muss man in ein schwankendes Boot klettern, längere Zeit niedrig sitzen, und dann wieder aus diesem schwankenden Boot raus.. geht irgendwie, aber da muss mir jemand helfen). Oder warum ich leider meiner älteren Kollegin (Seniorin) nicht mal eben flott mit dem Verstauen von Gepäck helfen kann und evl. sie das sogar besser schafft als ich.
Das Unterschätzen passiert tendenziell, wenn man mich erst in einer umständlichen Situation erlebt hat (Bekannte sehen erst, wie umständlich ich vom Autorücksitz aufstehe oder etwas vom Fußboden wegputze - war paar Tage zu Gast - , und reden "mit Engelszungen" auf mich ein, ob ich denn den Winterspaziergang mit Hund nicht lieber sein lassen will...) oder jemand nur den Begriff "Wirbelsäulenversteifung" mitbekommt.

Zitat:
Sorry für's nicht zitieren - ich bekomme das irgendwie nicht hin.

Das geht so: Beim Antworten klickst du auf den Button "Quote", und schreibst zwischen das
Code:
[quote]
und das
Code:
[/quote]
den Text, den du zitieren möchtest.
Beispiel

Code:
[quote]Sorry für's nicht zitieren - ich bekomme das irgendwie nicht hin.[/quote]


wird zu

Zitat:
Sorry für's nicht zitieren - ich bekomme das irgendwie nicht hin.


Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Fr, 14.04.2017 - 14:36 
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Raven hat geschrieben:
Hallo,
... sitzt aufrecht (was fast automatisch als fit, gesund, sportlich gilt). ...

DAS habe ich auch oft gehört => "Du sitzt immer so schön gerade." "Wäre nie draufgekommen, daß das sowas hintersteckt." "Habe Dich immer für super-sportlich und beweglich gehalten." usw.
Okay - meine rückseitige Berg-und-Tal-Landschaft verstecke ich auch supergeschickt hinter sehr langen Haaren.


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BeitragVerfasst: Fr, 14.04.2017 - 17:54 
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Hallo uhu,

uhu hat geschrieben:
DAS habe ich auch oft gehört => "Du sitzt immer so schön gerade." "Wäre nie draufgekommen, daß das sowas hintersteckt." "Habe Dich immer für super-sportlich und beweglich gehalten." usw.


viele stellen sich unter "Rückenproblemen" oder "einer deformierten Wirbelsäule" einzig und allein einen Buckel vor.

Für sportlich - jedenfalls für mindestens das, was man von einer Person in meinem Alter erwartet, eher noch mehr - werde ich auch öfter gehalten. Dann kommt die Frage, warum ich mich nichts fürs Fußballmatch aufstellen lasse oder nicht zum Betriebsausflug in den Klettergarten oder zum Kart-Fahren mitkomme. (Da ich in einer Branche arbeite, in der ca. 90% der Beschäftigten männlich sind, sind solche Unternehmungen häufig sportlich. Und sowas könnte eine Frau von altersgemäß normalem Gesundheitszustand auch mitmachen, die anderen Frauen sind da auch immer gut mit dabei. Wir haben in zwei Wochen auch wieder "outdoor team-building activities"... Ich bin dabei, paar Sachen kann ich sicher mitmachen und habe auch kein Problem mit Zugucken, habe den Organisator aber vorgewarnt.)

uhu hat geschrieben:
Okay - meine rückseitige Berg-und-Tal-Landschaft verstecke ich auch supergeschickt hinter sehr langen Haaren.


Zwar auch langhaarig (bis zum Gesäß, nicht zum Kaschieren gedacht, mag's einfach); sofern die Narbe gerade nicht sichtbar ist, sieht mein Oberkörper aber für Laien tatsächlich normal aus, auch wenn die Haare z.B. hochgesteckt sind. Das kombiniert mit aufrechtem Sitzen, einer schlanken Statur und einer Bevorzugung eher sportlicher Kleidung (finde ich persönlich bequemer... und mit LWS-Versteifung finde ich persönlich eine Trekking- oder Cargo-Hose viel angenehmer als eine knallenge Jeans, mehr Bewegungsfreiheit) führt oft zum Eindruck: sportlich. (Selber sehe ich sowas wie Rippenbuckel, einseitig vorstehendes Schulterblatt und sich unter der Haut abzeichnende Implantate sehr wohl. Leute mit normaler Wirbelsäule erkennen das üblicherweise nicht, selbst wenn ich es ihnen zeige; schönreden wollen sie nichts, sie merken es echt nicht, weil sie sich nie weiter damit befasst haben, wie normale Wirbelsäulen aussehen.)
Beweglichkeit wird mir gerne zugeschrieben, da ich in manchem tatsächlich beweglicher bin - natürlich nicht im Rücken, aber die steife WS auszugleichen, macht anderweitig beweglicher.
Hin und wieder wurde ich von Menschen, die von der Versteifung wissen, schon zu den "eingebauten Gelenken und Scharnieren" gefragt, die es natürlich nicht gibt. Die Frage war ernst gemeint, und bezog sich bei technisch versierteren Menschen auf für die Gelenke verwendete Materialien und wie häufig diese ausgetauscht werden müssten. Diejenigen konnten sich nicht vorstellen, dass man eine Versteifung so gut kompensieren kann, und gingen davon aus, man hätte alle paar Wirbel ein Gelenk eingebaut.

Viele Grüße
Raven

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BeitragVerfasst: Fr, 14.04.2017 - 21:19 
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Therapie: OP 1993
Raven hat geschrieben:
Hallo uhu,

uhu hat geschrieben:
DAS habe ich auch oft gehört => "Du sitzt immer so schön gerade." "Wäre nie draufgekommen, daß das sowas hintersteckt." "Habe Dich immer für super-sportlich und beweglich gehalten." usw.


viele stellen sich unter "Rückenproblemen" oder "einer deformierten Wirbelsäule" einzig und allein einen Buckel vor.

Für sportlich - jedenfalls für mindestens das, was man von einer Person in meinem Alter erwartet, eher noch mehr - werde ich auch öfter gehalten. Dann kommt die Frage, warum ich mich nichts fürs Fußballmatch aufstellen lasse oder nicht zum Betriebsausflug in den Klettergarten oder zum Kart-Fahren mitkomme. (Da ich in einer Branche arbeite, in der ca. 90% der Beschäftigten männlich sind, sind solche Unternehmungen häufig sportlich. Und sowas könnte eine Frau von altersgemäß normalem Gesundheitszustand auch mitmachen, die anderen Frauen sind da auch immer gut mit dabei. Wir haben in zwei Wochen auch wieder "outdoor team-building activities"... Ich bin dabei, paar Sachen kann ich sicher mitmachen und habe auch kein Problem mit Zugucken, habe den Organisator aber vorgewarnt.)

uhu hat geschrieben:
Okay - meine rückseitige Berg-und-Tal-Landschaft verstecke ich auch supergeschickt hinter sehr langen Haaren.


Zwar auch langhaarig (bis zum Gesäß, nicht zum Kaschieren gedacht, mag's einfach); sofern die Narbe gerade nicht sichtbar ist, sieht mein Oberkörper aber für Laien tatsächlich normal aus, auch wenn die Haare z.B. hochgesteckt sind. Das kombiniert mit aufrechtem Sitzen, einer schlanken Statur und einer Bevorzugung eher sportlicher Kleidung (finde ich persönlich bequemer... und mit LWS-Versteifung finde ich persönlich eine Trekking- oder Cargo-Hose viel angenehmer als eine knallenge Jeans, mehr Bewegungsfreiheit) führt oft zum Eindruck: sportlich.

Zwillingsschwester!!! :knuddel:
Haare: sowohl als auch, im Sommer drehe ich sie auch manchmal hoch
Narbe: ist eigentlich nie zu sehen
schlanke Statur: :top: (bis vor kurzem war mein BMI noch "magersuchtgefährdet")
lockere Kleidung: :top:
Raven hat geschrieben:
(Selber sehe ich sowas wie Rippenbuckel, einseitig vorstehendes Schulterblatt und sich unter der Haut abzeichnende Implantate sehr wohl. Leute mit normaler Wirbelsäule erkennen das üblicherweise nicht, selbst wenn ich es ihnen zeige; schönreden wollen sie nichts, sie merken es echt nicht, weil sie sich nie weiter damit befasst haben, wie normale Wirbelsäulen aussehen.)

geht mir genauso => ich sehe jegliche Deformität sofort <= egal ob Arbeit/Stadtbummel/Party
stimmt => ich mußte das auch erst erklären/zeigen/demonstrieren und die Gesichtszüge entgleiten richtig, wenn ich ein RöbI raushole :lach: (mache ich aber nur im Einzelfall!)
Raven hat geschrieben:
Beweglichkeit wird mir gerne zugeschrieben, da ich in manchem tatsächlich beweglicher bin - natürlich nicht im Rücken, aber die steife WS auszugleichen, macht anderweitig beweglicher.
Hin und wieder wurde ich von Menschen, die von der Versteifung wissen, schon zu den "eingebauten Gelenken und Scharnieren" gefragt, die es natürlich nicht gibt. Die Frage war ernst gemeint, und bezog sich bei technisch versierteren Menschen auf für die Gelenke verwendete Materialien und wie häufig diese ausgetauscht werden müssten. Diejenigen konnten sich nicht vorstellen, dass man eine Versteifung so gut kompensieren kann, und gingen davon aus, man hätte alle paar Wirbel ein Gelenk eingebaut.

Viele Grüße
Raven

Ich habe einen Kollegen, der häufiger Rücken/Bandscheibe hat. Dem biete ich dann eine von meinen Stangen an (Angebot ist inzwischen auf eine Geste zusammengeschrumpft). Er: "Nee, kann ich nicht annehmen. Dann fällst Du ja auseinander" :D

@Nina:

Toll, das strammen Gehen funktioniert. Unbedingt weiter machen. Insgesamt bin ich dafür alles ausprobieren, was man sich zutraut und was mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren geht.

Von Physio war ich als Jugendliche auch mega genervt. Fand ich total doof und auch sinnlos. Inzwischen hat sich meine Meinung geändert, auch wenn z. Z. mein innerer Schweinehund etwas stärker ist.

Ebenso toll, daß Deine Tochter Ziele hat. Den Lehrerberuf kann ich mir sehr gut skoliose-kompatibel vorstellen. Schließlich hat sie Rücken und nicht Kopf!

LG uhu


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BeitragVerfasst: Fr, 14.04.2017 - 23:00 
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Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Zitat:
Narbe: ist eigentlich nie zu sehen

Die ist schon mal zu sehen: rückenfreie Tops (auch wenn man die Narbe damit sieht, ist mir egal; bei hohen Temperaturen trage ich Tops und mag nicht im T-Shirt schwitzen nur damit alles bedeckt ist) und Haare hochstecken oder nach vorne nehmen (wenn es so heiß ist, dass ich rückenfreie Spaghettiträgertops trage, ist mir auch für über den Rücken hängende Haare zu warm).
Mit Korsett war bestimmte Kleidung ja nie tragbar, und vor der Korsettbehandlung war ich eher zu jung dazu. Das erste rückenfreie Spaghettiträgertop meines Lebens wurde nach OP angeschafft :)

Leute, die den Grund der Narbe nicht kennen, gucken zwar mal irritiert, daran habe ich mich aber gewöhnt (zuallermeist ist Gucken nicht böse gemeint; Leute gucken eben, wenn sie etwas Ungewöhnliches sehen, länger hin). Wenn jemand fragt - meist wird ein Unfall vermutet - nenne ich den Grund je nach Sympathie und je nach Situation/ möglicher Länge des Gesprächs mehr oder weniger ausführlich.


Zitat:
Toll, das strammen Gehen funktioniert. Unbedingt weiter machen. Insgesamt bin ich dafür alles ausprobieren, was man sich zutraut und was mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren geht.

Der Meinung bin ich auch. Solange bestimmte Dinge nicht zur Regel werden, darf man ruhig auch mal Unbequemeres ausprobieren (natürlich sofern nicht gefährlich).
Auch ich bin in den Jahren nach OP zum Zelten mitgegangen - ist unbequem, macht aber nix kaputt und der Spaß bei so mancher Geburtstagsparty oder Abschlussparty war's mir wert -, bin auf Klassenfahrt mitgefahren. Abschlussfahrt nach Italien, das waren über 9 Stunden im Bus, würde ich mir für eine Urlaubsreise nie zumuten (da nehme ich ein näheres Reiseziel oder fliege), aber ich wollte nunmal mit... hatte nach Ankunft derbe Rückenschmerzen von der Sitzerei, aber der Spaß dabei war's locker wert.

Ich bin auch der Meinung: Wenn die Dinge ungefährlich, evl. etwas unbequem sind und man sie selber will, ist das okay! Problematisch finde ich es, wenn jemand etwas mitmacht, nur um nicht aufzufallen. Bei letzterem sind Jugendliche schon eher anfällig. Ich erinnere mich da auch an Berichte anderer im Forum, die ihre OP vor Freunden (... waren dann wohl eher lose Bekannte) kaschieren wollten und einfach ohne etwas zu sagen früh mit zum Skifahren gegangen sind (oder wollten), oder früh nach OP mit Schwung in einen Pool gesprungen sind.

Wenn Bewegungsabläufe für andere evl. ein bisschen umständlich und langsam aussehen, muss man teilweise auch lernen, sich gegen "Überbehütung" zu wehren. Es gibt bei mir z.B. durchaus Dinge, bei denen ein bisschen Hilfe oder besser gesagt "jemand anderes macht's" echt praktisch ist - Doppelmatratzen wenden, Getränkekisten in den Kofferraum heben oder unterm Küchenspülbecken den Abfluss wieder fit machen ist mit Versteifung echt doof :rolleyes: - aber man lernt sich zu behelfen und die üblicheren Dinge im Haushalt gehen dann auch.
Ich habe meinem Partner anfangs (kennengelernt Jahre nach Versteifung, somit war ich daran gewöhnt wie ich Dinge zu machen habe) einige Male sagen müssen, dass er nicht sofort angesprungen kommen muss, nur weil etwas umständlicher aussieht - ich hab' 'nen Mund um um Hilfe zu bitten ;) und brauche die nur dann :lach: Ist ja nett gemeint, aber oft auch unnötig, vorausgesetzt, man hat wirklich "nur" die Versteifung und nicht weitere Probleme wie z.B. Schmerzen.

Zitat:
Ebenso toll, daß Deine Tochter Ziele hat. Den Lehrerberuf kann ich mir sehr gut skoliose-kompatibel vorstellen. Schließlich hat sie Rücken und nicht Kopf!

Zustimmung :ja:
Letzteren Spruch habe ich auch häufiger benutzt, wenn jemand mir (weil ich ja soooo arm dran wäre und mir mal was gönnen solle) geistig anspruchsvolle oder auch mal stressige Sachen ausreden wollte. Z.B. auch schon in der Klinik etwas Anspruchsvolles lesen, oder einen geistig herausfordernden Beruf ausüben wollen und dann tatsächlich tun (da denke ich mir eher: ist doch gut, wenn man einen Traumberuf hat, der auch mit einer versteiften Wirbelsäule umsetzbar ist und man nicht etwas nehmen muss, was eher zweite oder dritte Wahl wäre).

Viele Grüße
Raven

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