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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Fr, 01.01.2016 - 14:09 
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Hallo,

kommt auch auf die eigenen Ansprüche an. Ich für mein Teil möchte einfach gerade werden, klingt jetzt doof, aber ist ja so im Endeffekt und natürlich beschwerdefrei.

Komplett gerade wird man nicht, zumindest nicht mit Scheuermann, wie soll das gehen, gerade durch die Keilwirbel. Hab natürlich auch schon gelesen das Keilwirbel durch Korsett aufbrechen können, aber das stelle ich mir sehr schmerzhaft vor. Und scheint ja auch nicht so gut zu sein, so stark korrigiert zu werden, da man gefahr läuft nach Abschulubg noch weiter einzusacken.

Mit Hyperkyphose, Hyperlordose ohne Keilwirbel hat man da wohl dich bessere Chancen und ich denke das ist mit viel Disziplin und tragen eines Korsetts gut machbar.

Harter Weg, aber da seh ich eine Op nicht als notwendig!

Grüße Phill


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mo, 04.01.2016 - 23:53 
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Schroth Reha 07/08 2014 Bad Sobernheim
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Hallo,
Ich finde man sollte zuerst die konservativen Therapien ausprobieren. Denn wie Dr.Steffan schon schrieb, ist die OP nicht rückgängig zu machen. Man muss sich sehr sicher sein diesen Riesenschritt zu gehen. Auch muss man mit den "Konsequenzen" solch einer OP leben können. Ich finde aber, dass letztendlich jeder für sich selbst entscheiden sollte, für was er sich entscheidet.
Ich sehe für meinen Fall die OP als einen Segen, als das Beste was ich machen lassen konnte. Ich denke aber auch, lässt man die OP machen, sollte man sehr die Muskulatur stärken. Gerade nach der OP. Ich mache meine Übungen tagtäglich, und dass für fast 45 Minuten. Macht jemand nach der OP natürlich kein Muskelaufbau wird er wohl eher Probleme bekommen, da die Muskulatur nach der OP eine sehr große Rolle spielt. Wie auch immer , die OP hat Vor- und Nachteile.
In meinem Fall spüre ich aber keine Nachteile.
Liebe grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 11:41 
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Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Hallo Viktoria,
Viktoria hat geschrieben:
Ich sehe für meinen Fall die OP als einen Segen, als das Beste was ich machen lassen konnte. Ich denke aber auch, lässt man die OP machen, sollte man sehr die Muskulatur stärken. Gerade nach der OP. Ich mache meine Übungen tagtäglich, und dass für fast 45 Minuten. Macht jemand nach der OP natürlich kein Muskelaufbau wird er wohl eher Probleme bekommen, da die Muskulatur nach der OP eine sehr große Rolle spielt. Wie auch immer , die OP hat Vor- und Nachteile.



Mir hat man damals leider gesagt, dass Muskelaufbau/Physiotherapie nur ca. ein bis zwei Jahre lang nach der OP nötig sind, zur Wiederherstellung der Alltagsfähigkeit. Die ersten Jahre nach Weglassen des Muskelaufbaus ging es mir auch gut damit - habe mich sowieso im Alltag viel bewegt (viel wandern, handwerkliche Hobbies, gehe im Alltag auch weitere Strecken zu Fuß, Gartenarbeit), sodass es nicht so schnell auffiel.
Mit der Zeit bekam ich Probleme in den Schultern: habe mir immer wieder etwas verrissen, zunächst bei anstrengenderen Bewegungen (z.B. Aufdrücken einer sehr schwergängigen Tür, Anheben eines knapp noch hebbaren Gegenstands), später bei absolut leichten Bewegungen (Jacke anziehen, Schlüssel im Schloss umdrehen, im Auto anschnallen). Auf Vergleichsfotos war zu sehen, dass ich über Jahre im Bereich der Schultern und des Rückens immer magerer geworden war, die Muskulatur war stark zurückgegangen. Mit Übungen konnte ich wieder eine normale Muskulatur v.a. oberhalb der Versteifung aufbauen und habe seitdem die Probleme mit den Schultern gar nicht mehr.


Muskelaufbau finde ich ganz wichtig: In der ersten Zeit nach der OP fehlen selbst alltagsübliche Aktivitäten (abgesehen von Sport; aber selbst die Dinge, die man üblicherweise im Alltag macht, bauen Muskulatur ab... fällt stark auf, wenn diese mal nicht möglich sind). Ist man soweit, dass alltagsübliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden - man geht wieder zur Schule, kauft ein, kümmert sich um den Haushalt - werden manche Bereiche des Körpers, nicht nur in der Wirbelsäule, mehr oder weniger als früher belastet. Am Beispiel meiner langstreckigen Versteifung: da die Rücken- und Bauchmuskeln nicht mehr die Funktion übernehmen müssen, den Körper aufrecht zu halten, gehen sie zurück (negative Auswirkungen: Schmerzen in den Schultern, der Bauch kann mehr vorgewölbt erscheinen), Ersatzbewegungen gerade im Haushalt (in die Knie gehen statt bücken, Aufstehen aus Hockpositionen) strengen mehr an und beanspruchen dabei auch sonst nicht so stark eingesetzte Muskelpartien. Manche Tätigkeiten, die man früher im Alltag ausführte und die ganz nebenbei die Muskulatur trainierten, wird man eher abgeben, sei es, weil sie dauerhaft zu anstrengend sind, oder auch, weil sie einem jemand abnimmt obwohl es nicht zwingend notwendig wäre - Eltern oder Partner, die einem die Einkaufstasche tragen die man gut selber tragen könnte, die einem die Spülmaschine ausräumen "ach lass' mal"... insbesondere, wenn die andere Person viel über die OP weiß und es mühsam aussieht, dass man etwas anders macht (sich z.B. anders bückt) passiert das schnell. Man nimmt gerne an weil's doch bequemer ist, und hat sich schon wieder etwas weniger bewegt. Letzterer "Falle" musste ich mir auch erstmal bewusst werden :gruebel: Ich fand die Hilfsbereitschaft meines Partners - acht Jahre nach OP kennengelernt, und ich konnte sehr wohl selbstständig im Haushalt zurechtkommen - ja richtig nett, aber musste ihn da auch mal einbremsen.


Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 11:49 
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Hallo Raven,
Mein Orthopäde hier zu hause will das ich jetzt nicht mal neun Monate nach der OP (!) Komplett meine physiotherapie weglasse. Ich habe darauf gesagt ich werde ein Leben lang Physiotherapie machen , egal was er dazu sagt, da mir das in Neustadt sehr ans Herzen gelegt wurde und zwar für mein Ganges Leben. Zitat von Prof Dr Halm : "Viele denken, nach ein zwei jahren kann man die skoliose op vergessen, das stimmt aber nicht. Sport und Physiotherapie sind nach wie vor das A und O für den ganzen Körper. " ich weiß Gott sei dank das ich weitermachen muss, will es aber von mir selbst auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 12:14 
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Therapie: Chêneau-Korsett im Alter von 9 bis 14; 2002 OP (ventrale Kompressionsspondylodese Th 5-Th 12 mit Halm-Zielke-Instrumentarium); Cranyosacrale Therapie, Schmerztherapie
So unterschiedlich ist das... mir wurde damals nach der OP für ein ganzes Jahr jeglicher Sport und Physiotherapie verboten. Das erste halbe Jahr durfte ich mich auch nicht bücken oder Sachen über 5 Kilo tragen.
Zum Glück hatte ich damals eine gute Orthopädin, die mir zumindest cranyosacrale Therapie verschrieben hat. Das hat die Narben gut entstört und einen Teil der Schmerzen beseitigt.

Auch heute ist es nie ein Problem, ein Rezept für Physiotherapie zu bekommen.

Schon komisch, wie unterschiedlich das bei jedem gehandhabt wird...

Allen Operierten an dieser Stelle mal ganz liebe Grüße :)

Antje

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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 15:46 
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@affi wurdest du in Neustadt operiert?
Ich durfte auch das erste halbe Jahr nur 4kg max. heben , genauso wurde mir das bücken verboten. Anfangs sollte ich isometrische Stabilisationsübungen machen, die mein physiotherapeut und ich nach vier Monaten erweitern durften .ich darf bis April auch höchstens 10 kg heben :)


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 17:00 
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Hallo Viktoria,

du hast ganz recht. Ich gehe auch davon aus, dass dein Orthopäde keine Erfahrung mit dieser Art von OP hat und eher von OPs und Verletzungen ausgeht, bei denen letztendlich ein normaler Bewegungsablauf wiederhergestellt wird (z.B. viele Brüche).

Viele Grüße
Raven

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Hallo Antje,
affi hat geschrieben:
So unterschiedlich ist das... mir wurde damals nach der OP für ein ganzes Jahr jeglicher Sport und Physiotherapie verboten. Das erste halbe Jahr durfte ich mich auch nicht bücken oder Sachen über 5 Kilo tragen.
Zum Glück hatte ich damals eine gute Orthopädin, die mir zumindest cranyosacrale Therapie verschrieben hat. Das hat die Narben gut entstört und einen Teil der Schmerzen beseitigt.

bei mir war das auch der Fall, wobei Physiotherapie ab OP erlaubt war. Dazu ist jedoch zu sagen: die Physiotherapie begann mit ganz einfachen isometrischen Übungen, etwa einen Luftballon von einer zur anderen Hand reichen, die Beine im Liegen im Bett leicht anwinkeln, im Stehen leicht die Knie beugen, Treppen laufen üben, Ankleiden üben, alleine aus dem Bett aufstehen üben. Im ersten halben Jahr ging die Physiotherapie auch kaum darüber hinaus. Die Übungen sollten aber täglich zweimal für ca. 15 Min. gemacht werden.
Da bei mir eine Versteifung bis L5 stattfand und noch nichtprimärstabile Implantate verwendet wurden (1997 gab es nichts oder kaum etwas anderes), war innerhalb des ersten Jahres jegliches Bücken oder in die Hocke gehen, auch jegliches Sitzen (inkl. Sitzen auf der Toilette!) verboten, Liegen auf dem Boden auch verboten (wegen der dabei erforderlichen Bewegungen beim Hinlegen und Aufstehen). Sobald ich wieder mit dem Sitzen beginnen durfte, gehörte auch das zur Physiotherapie: wenn man lange Zeit nicht sitzen und nicht die Beine/Hüfte zu stark anwinkeln darf, verkürzen die Muskeln in dem Bereich enorm und man muss es tatsächlich wieder erlernen. Das Tragen von Lasten über 5 kg und das Ausüben stärkerer Druck- und Zugbewegungen war auch erst nach einem Jahr erlaubt. Physiotherapie, die etwas sportlicher wurde, war erst nach ca. einem Dreivierteljahr erlaubt, etwa Übungen mit dem Theraband, Gymnastikball, Seilzug, Minigewichten (diese 500-Gramm-Fitnesshanteln), im Stehen die Knie "bis zur Brust" (bzw. soweit wie möglich) hochziehen, Übungen im Liegen am Boden ähnlich leichter Pilates-Übungen. Sport (inkl. noch eher zu den Alltagshandlungen zählende Bewegungen wie Radfahren, Rennen etc.) war erst nach einem Jahr erlaubt.

An diejenigen, denen jegliche Physiotherapie verboten wurde: Wurden in der Klinik irgendwelche sehr einfachen Übungen/Bewegungsmuster gezeigt, die dennoch erlaubt/empfohlen waren? Gab es Empfehlungen zu Alltagshandlungen, z.B. häufiger spazieren gehen, welche leichten Haushaltstätigkeiten erlaubt sind, wie bestimmte Bewegungen (z.B. aus dem Bett aufstehen) durchzuführen sind?


Viele Grüße
Raven

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Zuletzt geändert von Raven am Di, 05.01.2016 - 19:14, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 18:54 
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Hallo Raven,
Ja dieser Orthopäde, also hier zu hause, kennt sich mit Skoliose nicht aus. Deswegen hatte er mich zu Dr.Verres überwiesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 19:20 
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Hi,

ich habe trotzdem vor jeden großen Respekt der so eine Op durch hat. Die Schmerzen sind aktuell so anstrengend bei mir, das ich wie gesagt schon oft mit dem gedanken Op spiele, aber da sagt mir keiner das es besser wird.

Daher will ich die Korsetttheapie doch lieber vorher ausprobieren. Diese Schmerzen rauben einen jegliche Lebensqualität.

Grüße Phill


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 20:34 
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@Viktoria: Ich wurde im Seehospital Sahlenburg in Cuxhaven operiert. Die haben das heute schon gar nicht mehr im Angebot ;) Aber Dr. Halm kennt den Dr. Muschik gut, der damals die OP gemacht hat und ich wurde auch schon mit seinem Halm-Zielke-Instrumentarium operiert.

@Raven: Ich hatte noch im Krankenhaus auch ein paar Einheiten zum Aufstehen, Treppen steigen und sitzen. Und war dann in den 3 Monaten, die ich danach nicht zur Schule durfte, immer viel spazieren. Das sollte ich machen. Aber in der Zeit hatte ich keine Anleitungen von einem Therapeuten mehr. Und auch zu anderen alltäglichen Handgriffen habe ich nicht wirklich eine Einweisung bekommen.
Ich hab, seit ich hier aktiv bin, auch viel mit meiner Mutter über die Zeit damals gesprochen. Und wir kommen immer wieder zu dem Schluss, dass sich da viel getan hat in den letzten 15 Jahren. Als ich mit 9 mein erstes Korsett bekam, wurde ich auch vom Schulsport befreit und durfte kein Handball mehr spielen oder anderen Sport machen. Alle jungen KorsettträgerInnen hier sind ja fleißig am sporteln. Macht das alle weiter!! :)

Richtige Physiotherapie habe ich eigentlich erst 2 Jahre nach der OP wieder angefangen in der Schroth-Klinik in Bad Sobernheim. Da ich die Kur allerdings ziemlich bescheiden fand, hab ich die Übungen danach Zuhause nicht weiter gemacht :rolleyes: Im Nachhinein ist man ja immer schlauer...

@Phill: es ist sicher nicht die schlechteste Entscheidung, erst noch andere weniger "radikale" Behandlungen auszuprobieren. Die OP läuft dir ja als letzter Ausweg nicht weg. Ich wünsch dir, dass du bald einen guten Umgang mit deinen Schmerzen und eine Reduzierung von den Schmerzen erreichst.

Liebe Grüße

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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Di, 05.01.2016 - 22:35 
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Hallo Antje,
affi hat geschrieben:
Und wir kommen immer wieder zu dem Schluss, dass sich da viel getan hat in den letzten 15 Jahren. Als ich mit 9 mein erstes Korsett bekam, wurde ich auch vom Schulsport befreit und durfte kein Handball mehr spielen oder anderen Sport machen. Alle jungen KorsettträgerInnen hier sind ja fleißig am sporteln. Macht das alle weiter!! :)

ich stimme dir zu :ja: Meine Skoliosebehandlung begann vor mehr als 22 Jahren, die OP ist 18 Jahre her.
Getan hat sich da wirklich viel, jedenfalls, solange man an Skoliosespezialisten gerät. Betone dabei v.a. bessere Korsettversorgung, primärstabile Implantate, mehr (?) Reha-Angebot. Mein damaliges Korsett war, gemessen an heutigen guten, der berühmte "Plastikschrott" :rolleyes:

Sportbefreiung hatte ich übrigens ab dem Korsett nicht, jedoch eine Benotungsbefreiung und Befreiung von allen Sportarten mit Sprüngen/Stauchungen. Komplette Sportbefreiung ab OP und dann dauerhaft, wobei die dauerhafte nicht allein aufgrund der Versteifung ausgestellt wurde, sondern weil ich zusätzlich Koordinationsprobleme habe (die nichts mit der Skoliose oder der OP zu tun haben, und auch nicht mit Physiotherapie/"mehr Bewegung" erkennbar zu verringern sind). In der Kombination langstreckige Versteifung und Koordinationsprobleme fand und finde ich die Befreiung auch sehr sinnvoll.

Von Rehas hat man mir damals nichts gesagt, weder vor noch nach der OP. Darauf, dass es sowas gibt, bin ich erst ca. 10 Jahre nach OP durch das Forum gekommen (habe allerdings keine Reha gemacht).

Hallo Phil,

sehe das auch so wie Antje: versuche es erstmal mit konservativer Behandlung. Und halte uns darüber auf dem Laufenden, wie es dir damit geht :ja:

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mi, 13.01.2016 - 16:12 
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Hi Raven, Affi und allen anderen,

für mich persönlich kommt ja zu der Scheuermannkomponennte, die optische Komponennte die einen zwar körperlich keine Schmerzen bereitet, aber seelisch.

Ich tuh mich schwer das so hinzunehmen. Scheuermann, Skoliose, egal was davon, es frisst deine psyche auf von innen. Klar gibt es Personen die kommen damit besser klar und Personen die nicht gut damit klar kommen.

Ich für meinen Teil gehör wo eher zu Punkt 2. Da man mit einer Op schon teilweise tolle Ergebnisse erzielen kann was eine Begradigung und somit einer psychischen Genesung helfen kann, dass darf man wohl nicht unterschätzen (nur zu welchen Preis). Klar rennt ein Op nicht weg, aber ich denk auch immer um so jünger man ist, um so besser verkraftet man eine solch schwere Op.

Grüße Phill


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mi, 13.01.2016 - 17:28 
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Hashimoto Thyreoiditis
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Klar vertragen jüngere meist Operationen besser, nur was ist wenn du aufgrund genau dieser Operation mit 80 nochmal operiert werden musst? Ok, lange hat es gehalten, dennoch sehr schwierig.

Also sollte man schon abwägen inwieweit man sich operien lässt.

Ich glaube da werden einige, die sich operieren lassen haben auf dem Boden der Tatsachen landen. Aber besonders im Punkt inwieweit eine solche Operation lange hält finde ich sollten die Ärzte viel besser aufklären. Und im Punkt nachoperien aufgrund der Versteifungsoperation.


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mi, 13.01.2016 - 17:43 
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Phill hat geschrieben:
Ich für meinen Teil gehör wo eher zu Punkt 2. Da man mit einer Op schon teilweise tolle Ergebnisse erzielen kann was eine Begradigung und somit einer psychischen Genesung helfen kann, dass darf man wohl nicht unterschätzen (nur zu welchen Preis). Klar rennt ein Op nicht weg, aber ich denk auch immer um so jünger man ist, um so besser verkraftet man eine solch schwere Op.


Ich hatte es ja in einem früheren Beitrag schon geschrieben: Ich habe immer noch einen deutlich sichtbaren Rippenbuckel trotz OP.
Trotz OP wirst du wahrscheinlich noch einen gewissen Rest Kyphose behalten.
Außerdem hast du dann ne große Narbe. Das ist auch nicht ohne. Meine wird im Schwimmbad oder so auch öfters angestarrt - ok, inzwischen hab ich auch ein Tattoo drumherum, das zieht dann erst recht Blicke an.

Bei dir klingt es - etwas überspitzt gesagt - nach "Ich lass meinen Rücken operieren und dann mag ich mein Aussehen". Das ist der falsche Ansatz, glaube ich... Denn da wirst du wahrscheinlich eine Enttäuschung erleben. Auch nach einer OP ist optisch nicht gleich alles gut! Wenn du solche Probleme mit dem "anders sein" hast, solltest du eher an deiner Psyche als an deinem Rücken arbeiten :/

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BeitragVerfasst: Mi, 13.01.2016 - 18:25 
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Hallo Phil,

Dem, was affi geschrieben hat, stimme ich zu :ja:
Und die Frage ist auch: Selbst, wenn im bekleideten Zustand optisch alles normal aussieht - wie verkraftet man mit dem Hintergrund, psychisch unter "Anderssein" zu leiden, nun ein Anderssein bzgl. der körperlichen Leistungsfähigkeit?
Selbst habe ich mich z.B. nach der OP gefreut, endlich im Alltag normaler auszusehen - für mich als weiblicher Teenager hieß das: das erste Spaghettiträgertop, erstmals im Freibad nicht grübeln müssen wohin mit dem Korsett, erstmals im Freibad keine Tuscheleien woher die (korsetttypischen) Druckmale kommen *ein Traum*
Psychisch eine Menge abverlangt hat es mir aber - und ich hätte das wohl gerade in einem psychisch labilen Zustand viel schlechter weggesteckt - nun eine Einschränkung zu haben, die man erstmal (in Alltagskleidung) nicht sieht und die "niemand" kennt. Die Reaktionen von Leuten aushalten, die einen als faul anblaffen, wenn man jemanden darum bittet, einem den Koffer in die Bahn zu heben. Leute, die einen anmotzen, wenn man leider nicht jemand anderem beim Tragen und Heben helfen kann. Leute, die nicht verstehen, warum man als junger Erwachsener um einen Sitzplatz im Bus bittet. Bekannte, die nicht verstehen, warum man nicht "alles mitmachen" kann, obwohl die OP "doch schon so lange her" ist. Immer wieder sportliche oder anderweitig körperlich zu hohe Anforderungen, die einem einfach begegnen, wenn man jung ist - war selber mehrmals zunächst entsetzt, was sich Leute für Betriebsausflüge, Unternehmungen mit Bekannten, gar Geschenken an körperlich Anspruchsvollem ausdenken, aber klar, die gehen von körperlich normal belastbaren jungen Erwachsenen aus.

Ich komme damit klar. Aber: Ich musste damit erstmal klarkommen lernen. Wie das z.B. ist, wenn einem obiges immer wieder passiert, oder wie das ist, wenn man "vor versammelter Mannschaft" einen Ausflug gewinnt, den man niemals machen kann, oder wenn man erstmalig in einer Bewerbung "disabled" ankreuzt. Die erste Zeit (Jahre!) hat das schon an mir genagt, obwohl ich mich selber ganz in Ordnung fand (also keine Selbstvorwürfe, keine Selbstablehnung, aber trotzdem das Gefühl "doofe Welt, in die ich nicht reinpasse", "warum gehen bloß alle von Unbehindertsein aus", "ihr seid gesund, und ihr wisst es nicht mal zu schätzen").

Zitat:
Ich tuh mich schwer das so hinzunehmen. Scheuermann, Skoliose, egal was davon, es frisst deine psyche auf von innen. Klar gibt es Personen die kommen damit besser klar und Personen die nicht gut damit klar kommen.

Dafür habe ich Verständnis, und genau deshalb mein Rat zur Vorsicht bzgl. OP.
Meine Meinung ist eben nicht "Man muss das so hinnehmen, das Aussehen hat egal zu sein" sondern "Wenn das Aussehen/ das Anderssein belastend ist, ist es leider wahrscheinlich, dass allein die OP nicht zu einem besseren psychischen Befinden verhilft".

Wenn du eine OP anstrebst, könnte für dich zusätzlich eine psychologische Therapie sinnvoll sein. Ich weiß von Operierten, die das gemacht haben, z.B. zur Vorbereitung auf die OP und auch nur Nachbereitung. (Hatte ich nicht; als bei mir die OP anstand, hätten sich meine Eltern darum kümmern müssen, war ja erst 13; für meine Eltern war alles mit Psych* tabu und peinlich, alles Befinden außer körperliches unwichtig, somit gab es das nicht.) Solche Therapien können einem auch helfen, auf Erlebnisse wie oben genannte passend zu reagieren.

Viele Grüße
Raven

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Geschlecht: weiblich
Diagnose: Vor OP: rechtskonvexe Thoraksialskoliose Th3-L1 75 ° , linkskonvexe Gegenschwingung L2-4 43°, Marfan
Therapie: KG, Korsett (3 Jahre), Halo-Extension, OP (1998) Versteifung Th12-L2, kleine Restkrümmung.
Hallo Phil,
Ich weiß das Diskussionsthema ist schon bißchen älteren Datums, aber es beschäftigt doch immer wieder...
Kann vielen der Aussagen nur zustimmen. OP ja oder nein sollte man gut abwägen und fallabhängig betrachten (spreche aus Erfahrung, habe die OP bereits hinter mir). Zuerst sollte man es mit Therapie bzw Korsett versuchen. Op nur wg der Optik sollte man gut überdenken und und die Folgen bzw. die durch die Op sich ändernden Umstände in Betracht ziehen  (denn es ändert sich einiges). Außerdem wird in den meisten Fällen ein Rest Skoliose übrig bleiben bzw. sichtbare Spuren hinterlassen.
In meinem Fall war es so dass die OP nötig war, da die rechte Schulter immer weiter nach unten ging. Und Therapie und Korsett es nicht gestoppt sondern nur leicht verzögert haben. Und bevor Organschäden etc. aufgetreten wären, wurde ich operiert.
Mal abgesehen von den physischen Folgen /Problemen die eine WS-Op (gilt denke ich mal für OPs jeglicher Art) nach sich zieht (also ich meine eventuelle Schmerzen, Medikamenteneinnahme, Therapie  , generell im Alltag wieder zurecht kommen etc), man sollte auch die psychische Komponente nicht vergessen. Musste ich auch feststellen nach der Op. Hatte ich mir so auch nicht vorgestellt. Ich war schon immer eher schüchtern,  aber nach der OP war ich teilweise völlig überfordert. Kämpfe heute immer noch damit. Hab leider schon viele schlechte Erfahrungen /Erlebnissen gemacht (ähnliche wie  in den Beiträgen vor meinem genannt wurden). Und es fällt mir z.B. dadurch auch recht schwer auf andere zuzugehen / Kontakte zu knüpfen. Brauche länger bevor ich mich jmd öffne und Nähe zulasse. Aber ich muss dazu sagen es sind nicht alle Mitmenschen so. Habe das Glück meinen (kleinen) Freundeskreis vor kurzem um so ein wunderbare Person erweitern zu dürfen ;)
Du siehst also es gibt immer wieder solche Glücksmomente im Leben :) . Auch wenn sie wie bei mir (die eben mit ihrer Unsicherheit wg Aussehen etc zu kämpfen hatte) etwas länger gebraucht haben  :)
Und such dir auf jeden Fall Personen mit denen du dich persönlich austauschen kannst. Die gleiche oder ähnlich Erfahrungen haben oder z.B. dieses Forum hier. Diese Möglichkeit hatte ich leider damals nicht. Und von den "gesunden" Menschen wirst leider oft nicht verstanden oder man verurteilt dich/steckt dich in irgendeine Schublade etc. Ich wäre froh drum gewesen jmd zum austauschen gehabt zu haben, hätte einiges erleichtert oder wäre anders gelaufen....
Und auch vom körperliche her ist es bei jedem anders. Ich z.B bin fast Beschwerdefrei. Ab und zu hab ich mit Verspannungen zu kämpfen, wenn es mal extrem stressig war oder ich es übertrieben hab (aber das passiert auch bei "normalen" also nicht skolioseerkrankten). Mache regelmäßig Physio und das hilft mir. Brauche aber keine Schmerzmittel. Hab ich damals nach der OP bald möglichst abgesetzt.

Lg umbrella


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: So, 25.09.2016 - 19:33 
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Das Thema beschäftigt mich auch. Ich habe seit 3 Monaten in wachsendem Umfang mit Blockaden und starken Verspannungen zu tun. Noch gebe ich nicht auf lasse mich operieren. zumal sich hoffentlich mein Zustand so langsam stabilisiert und es noch recht warscheinlich ist, dass es mir nach einer OP schlechter geht wie zuvor.


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mo, 26.09.2016 - 08:03 
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Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Hallo Umbrella, hallo Phil,

Zitat:
Mal abgesehen von den physischen Folgen /Problemen die eine WS-Op (gilt denke ich mal für OPs jeglicher Art) nach sich zieht (also ich meine eventuelle Schmerzen, Medikamenteneinnahme, Therapie  , generell im Alltag wieder zurecht kommen etc), man sollte auch die psychische Komponente nicht vergessen. Musste ich auch feststellen nach der Op. Hatte ich mir so auch nicht vorgestellt. Ich war schon immer eher schüchtern,  aber nach der OP war ich teilweise völlig überfordert. Kämpfe heute immer noch damit. Hab leider schon viele schlechte Erfahrungen /Erlebnissen gemacht (ähnliche wie  in den Beiträgen vor meinem genannt wurden). Und es fällt mir z.B. dadurch auch recht schwer auf andere zuzugehen / Kontakte zu knüpfen. Brauche länger bevor ich mich jmd öffne und Nähe zulasse. Aber ich muss dazu sagen es sind nicht alle Mitmenschen so. Habe das Glück meinen (kleinen) Freundeskreis vor kurzem um so ein wunderbare Person erweitern zu dürfen ;)

Die psychischen Folgen können auch ganz unterschiedlich sein. Einiges, was du beschreibst, erinnert mich an dich: Schon vorher eher schüchtern, und ich war auch immer ein zurückhaltender Mensch (bin das immer noch), hatte als Jugendliche große Probleme mit Mobbing (jahrelang), immer nur mit maximal einer Person befreundet gewesen, immer noch jemand der nur sehr selten neue Leute kennenlernt.
Die OP (mit 13 Jahren) habe ich psychisch aber trotzdem gut weggesteckt, und würde sagen, die hat mich psychisch nur insoweit verändert, dass ich mir noch mehr sage "ach Leute, wisst ihr, ich mach' mein Ding", "wer mich nicht so mag wie ich bin, kann nunmal nicht mit mir befreundet sein".
Unter dem Korsett (das mir trotz hoher Tagezeiten über Jahre nicht geholfen hat) hatte ich mehr psychisch gelitten als unter er OP. Die OP war eher: "Jetzt wird mal etwas gemacht, das hilft. Es geht mir zwar erstmal körperlich schlechter, aber dann geht's bergauf!" (Optik war für mich persönlich sekundär. Das große Korsett, wie es damals üblich war, störte mich schon optisch - da gingen echt nur XXL-Oberteile und -Hosen drüber, nicht nur zum Kaschieren, sondern sonst hätten die gar nicht drübergepasst. Aber ansonsten.. ich fand sogar den "Skolioserücken" mit deutlichem Rippenbuckel vor OP völlig okay, auch in Badebekleidung. Bin aber allgemein jemand, der "trotz" weiblichem Geschlecht ziemlich aussehensunkritisch ist, und das sogar als Teenager war. Jemand, der es überhaupt nicht verstehen konnte, warum andere Haarfarben, Figur, Größe etc. so wichtig finden. Da hat aber bei mir wohl sogar die Skoliose dazu beigetragen: Bei mir führten das Korsett, die dauernden Arztbesuche, die dauernde Physiotherapie eher dazu, dass ich meine Ansprüche herunterschraubte und von meinem Körper nicht mehr wollte als schmerzfrei, einigermaßen im Alltag funktionierend und "arztfrei".)

Schlechte Erfahrungen mit Mitmenschen habe ich glücklicherweise nicht im allernächsten Umfeld - also Freunde - gemacht. Dass Leute es nicht verstehen - Arbeitskollegen, vage Bekannte - kommt vor.

Zitat:
Und such dir auf jeden Fall Personen mit denen du dich persönlich austauschen kannst. Die gleiche oder ähnlich Erfahrungen haben oder z.B. dieses Forum hier. Diese Möglichkeit hatte ich leider damals nicht. Und von den "gesunden" Menschen wirst leider oft nicht verstanden oder man verurteilt dich/steckt dich in irgendeine Schublade etc. Ich wäre froh drum gewesen jmd zum austauschen gehabt zu haben, hätte einiges erleichtert oder wäre anders gelaufen....

Finde ich auch ganz wichtig :ja:

Zitat:
Und auch vom körperliche her ist es bei jedem anders. Ich z.B bin fast Beschwerdefrei. Ab und zu hab ich mit Verspannungen zu kämpfen, wenn es mal extrem stressig war oder ich es übertrieben hab (aber das passiert auch bei "normalen" also nicht skolioseerkrankten). Mache regelmäßig Physio und das hilft mir. Brauche aber keine Schmerzmittel. Hab ich damals nach der OP bald möglichst abgesetzt.
[/quote]
Bei mir ist das glücklicherweise auch so. Es gibt natürlich Dinge, die mir wesentlich schwerer fallen als Leuten mit einer "normalen" Wirbelsäule, diese sind aber zumeist entweder gut vermeidbar (auf dem Boden sitzen, gebückt im Garten arbeiten, schwere Einkäufe tragen, an einem Tag am Stück einen Großputz machen... muss man nicht zwingend, das geht auch anders) oder interessieren mich nicht, sodass ich es nicht als Verzicht empfinde (z.B. Camping, bestimmte Sportarten, bestimmte Berufe).
Wenn Verspannungen oder Schmerzen, dann eher, weil ich ausnahmsweise mal etwas mitmachen musste "wie Gesunde", sprich, bei einer an und für sich machbaren Fahrt zu wenig Pause (aufgrund anderer Mitreisender), oder wenn ein grundsätzlich machbares Studium oder eine Ausbildung einen kleinen nicht so optimalen Anteil enthält (z.B. technisches Studium, hinterher auch in dem Bereich uneingeschränkt arbeiten zu können, die Werkstattpraktika im Studium waren aber nicht so angenehm).

Schmerzmittel besitze ich auch nicht.
Nach OP konnte ich meine auch bald absetzen (allerdings: das war ein altes OP-Verfahren, nach dem noch ewig kaum etwas im Alltag machbar war - anfangs bloß stehen und liegen...).

Viele Grüße
Raven

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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mo, 26.09.2016 - 10:50 
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Hallo,

ja der Post ist schon etwas älter, aber schön dass das Thema noch zum Nachdenken anregt bzw der ein oder andere sich dazu äußert.

Man findet nicht viele Infos zum Thema Leben nach der Op, um so wichtiger das sich einzelne Betroffene dazu äußern.

Denke viele die dieser Schritt bevorsteht haben offene Fragen zum Thema. Ich selber möchte keine Op sondern alles mir mögliche versuchen es Muskulär hinzubekommen.

Sowas bedarf sehr sehr viel Zeit, zumal wenn man an mehreren Baustellen arbeitet, aber WS Probleme sind eh Lebensaufgaben die einen nie verlassen werden und ich denke das sollte einigen klar werden.

Grüße Phill


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Mo, 26.09.2016 - 11:30 
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Hallo Phill,

Phill hat geschrieben:
Denke viele die dieser Schritt bevorsteht haben offene Fragen zum Thema. Ich selber möchte keine Op sondern alles mir mögliche versuchen es Muskulär hinzubekommen.

kann ich voll und ganz verstehen. Auch ich war sicherlich nicht OP-begeistert (bei jeder Kontrolluntersuchung während meiner Korsettbehandlung war die OP "das Damoklesschwert, das über mir schwebte"), und versuchte, solange es noch aussichtsreich war, die Grade konservativ runterzubekommen, d.h., fleißig Korsett und Physiotherapie (meine Einstellung war "Egal ob das Korsett nicht schön aussieht oder die Physiotherapie Zeit frisst: Behandlung konsequent durchziehen, den Rücken braucht man ein Leben lang!"). Es gibt Leute, die eine OP auch beschwerdefrei und/oder bei geringen Gradzahlen unbedingt wollen, weil sie sich erhoffen, es handele sich um einen im Vergleich zur Korsetttherapie und Physiotherapie einmaligen, kurzzeitigen Aufwand. Das war bei mir nicht so, da mir erstens "schwante", dass sowas keine einfache OP sein kann - schon als der erste Orthopäde sagte "bei sehr hohen Gradzahlen gibt es die Möglichkeit einer Operation, bei der die Wirbelsäule mit Metallelementen versteift wird" - und ich genau wusste, da wird versteift und was das heißt, und dann auch, als die OP tatsächlich anstand, die Aufklärung sehr ehrlich war (bei nicht primärstabiler Instrumentierung sind die Genesungszeiten sehr lang und die ersten Monate bis ein Jahr mit heftigen (!) Einschränkungen verbunden, da überlegt man es sich umso genauer, ob das wirklich stattfinden soll).

Auch trotz guter persönlicher Erfahrung mit der Skoliose-OP würde ich keinesfalls (!) vorschnell dazu raten, und sehe auch allgemein nicht OPs als einen einmaligen, kurzzeitigen Aufwand. Manche Menschen fragen bei Beschwerden rasch nach einer OP, ich möchte erstmal alles Konservative
"abklappern" (Verhaltensänderung -> bringt diese nichts: Therapie ohne Medikamente -> bringt diese nichts: Therapie mit Medikamenten -> bringt diese nichts: OP nach ausführlicher Information .... als allgemeines Schema; alles passt natürlich nicht zur Behandlung von Wirbelsäulendeformitäten).

Phill hat geschrieben:
Sowas bedarf sehr sehr viel Zeit, zumal wenn man an mehreren Baustellen arbeitet, aber WS Probleme sind eh Lebensaufgaben die einen nie verlassen werden und ich denke das sollte einigen klar werden.

Zustimmung :ja: Die OP hat für mich viel verbessert, aber eine normale Wirbelsäule ist das natürlich längst nicht - und die Einschränkungen wären vielleicht geringer, hätte ich eine gute Physiotherapie erhalten können sowie eines der heutigen hochwirksamen Korsetts. (Ich meine das nicht mit traurigem Blick zurück sondern ganz rational: Mit heutigen konservativen Methoden bekommt man viele 55-Grad-Skoliosen bei 13jährigen Mädchen noch einigermaßen hin.)

Viele Grüße
Raven

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