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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Fr, 24.03.2017 - 22:08 
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Diagnose: mein 16 jähriger Sohn hat eine Skoliose (am Ende fast 90° in der BWS, 70° in der LWS) und ist jetzt seit dem 23.3.17 operiert und hat jetzt 54° thorakal und 30° lumbal
Therapie: wir hatten ein Korsett von CCTec, haben Spiraldynamik, Vojta, Osteopathie, Schroth gemacht und machen mit Spiraldynamik auch nach der OP weiter
Nun ist der thread schon wieder älter, aber auch ich äußere mich mal dazu, auch wenn ich noch nicht so viel dazu schreiben kann.
Mein Sohn wurde gestern operiert und ich sitze im Krankenhaus und bewache gerade seinen Schlaf, der heute ständig von großen Schmerzen gestört wurde, was aber einen Tag nach der OP völlig normal ist, auch wenn es die Mama natürlich völlig fertig macht.

Wir haben alles und damit meine ich wirklich ALLES vorher ausprobiert. Zu Dr. Wilke gepilgert, CCtec Korsett, Schroth, Vojta, Spiraldynamik, Osteopathie (zwei verschiedene), tiefer Faszienarbeit und zum Schluss noch Geistheiler und Symptom Aufstellung (so wie eine Familienaufstellung), aber das Symptom ließ sich durch nichts wirklich beeindrucken und es waren am Ende hochthorakal fast 80°, die jetzt operiert wurden. (natürlich auch im LWS Bereich die Gegenskoliose)
Und an der Stelle fanden wir es dann irgendwann alle sinnvoll, dass es diese OP's gibt. Prof. Niemeyer hätte meinen Sohn am liebsten schon vor zwei Jahren operiert, weil die BWS jetzt schon sehr steif war und er sie nicht ganz gerade bekommen hat. Natürlich sind die Rippen auch schon stark deformiert, das waren sie allerdings vor zwei Jahren auch schon. Und sie hätten das auch gleich noch mitmachen können, indem sie die Rippen ausgesägt hätten (wenn ich das richtig verstanden habe), aber mein Sohn meinte vorher, dass es ihm nicht so wichtig sei, dass er einen Rippenberg hat.
Und er kann es in zwei Jahren noch machen lassen, wenn er möchte, das wäre allerdings vor allem kosmetischer Natur, wie man uns hier sagte.

Nun werden wir sehen, wie es nach der OP gehen wird und wie er wieder auf die Füße kommt. Aber in unserem Fall würde ich sagen, dass es sinnvoll war, die OP machen zu lassen. Das hatte uns auch Herr Wilke gesagt. Von daher tippe ich an dieser Stelle noch auf Segen, dass es das gibt
Aber wirklich wissen wird man es nie, weil man nie weiß, wie sich die andere Alternative entwickelt hätte

Ich nehmen gern Tipps entgegen, worauf wir jetzt achten müssen
liebe Grüße an euch da draußen, Operierte und nicht-operierte und ich bin nach wie vor der Ansicht, dass man erstmal alles ausschöpfen sollte, was die konservativen Methoden zu bieten haben, denn dass das kein Spaziergang ist mit der OP ist uns von Anfang an klar gewesen und wir hätten es mit allen Mitteln lieber vermieden, wenn es denn eine Aussicht auf Erfolg gegeben hätte in den 2,5 Jahren, die wir jetzt gekämpft haben

Sängerin


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Fr, 24.03.2017 - 22:28 
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Hallo Sängerin,

dann hoffe ich mal, dass es Deinem Sohn sehr schnell besser geht und Du wenigstens noch ein bischen Schlaf findest. Morgen sieht das bestimmt besser aus. :ja:

Du kannst voller Überzeugung sagen, dass ihr wirklich alle konservativen Möglichkeiten probiert habt. Ich fand Deine sehr detallierten Berichte immer sehr beeindruckend und empfinde sie nach wie vor als ganz wichtige Orientierungshilfe.

Viele Grüße von Hannover nach Hamburg.
Klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Sa, 25.03.2017 - 00:22 
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Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Hallo Sängerin,

danke für deine Zwischenmeldung, und viel viel gute Besserung an deinen Sohn :up:

Sängerin52 hat geschrieben:
Und sie hätten das auch gleich noch mitmachen können, indem sie die Rippen ausgesägt hätten (wenn ich das richtig verstanden habe), aber mein Sohn meinte vorher, dass es ihm nicht so wichtig sei, dass er einen Rippenberg hat.
Und er kann es in zwei Jahren noch machen lassen, wenn er möchte, das wäre allerdings vor allem kosmetischer Natur, wie man uns hier sagte.

So war das auch bei mir - 55-Grad-Skoliose mit starker Rotation, klar sind die Rippen nicht gleichmäßig, aber ich ließ das auch sein. Für das (für mich) bisschen Kosmetik war es mir die Sache nicht wert, dass ein weiterer OP-Teil durchgeführt wird und es streng genommen auch nicht ganz normal aussehen wird (dann wären da zwar symmetrischere Rippen, aber dafür eine zusätzliche Narbe). Und "Rippensachen" sollen ja auch recht schmerzhaft sein *keinen-bock-drauf*
Ließ ich dann auch so, und hat mich nie nie gestört, auch nicht unter den engsten Tops oder am Strand :) (Erfahrungsgemäß können insbesondere Nichtskoliotiker die asymmetrischen Rippen sowieso nicht zuordnen. Wenn man sich das mal im Spiegel bei einer normalbeweglichen Person mit normalem Rücken anguckt: steht man minimal schief, oder bewegt man sich etwas, sehen die Rippen auch schon asymmetrisch aus. Wenn ich mal Freunden erklärte, was Merkmale einer Skoliose sind und es an mir selbst zeigte, fragten sie mich allen Ernstes, was an den Rippen sein soll - und nein, die wollten nichts beschönigen :ja: Aber als Skoliotiker weiß man eben, was diese Asymmetrie bedeutet.)

Kannst du noch was zur Versteifungsstrecke sagen? Davon hängen auch einige Tipps ab.
Zitat:
Ich nehmen gern Tipps entgegen, worauf wir jetzt achten müssen

Gerade bei LWS-Beteiligung der Versteifung würde ich immer empfehlen (und haben evl. die Ärzte auch schon gesagt): Sitzen öfter durch Stehen ersetzen, sofern es die Kondition (bald wieder) zulässt. Bei den heutigen Verfahren darf man glücklicherweise oft innerhalb einer Woche schon wieder sitzen, aber auch danach erstmal nur reduziert. Da ist es ggf. sinnvoll und nötig, auch zu Hause etwas anzupassen, z.B. etwas, an dem sich im Stehen ein Tisch benutzen lässt, um stehend zu lesen, Laptop zu benutzen etc. Manche Operierte wollen zu Hause noch viel liegen, ggf. auch mehr schlafen, manche wollen eher "aktiv" (natürlich nicht körperlich) sein und lesen, Laptop, puzzlen, zeichnen, lernen; sowas geht im Bett mit Versteifung oft sehr schlecht.

Üblicherweise ist in der ersten Zeit alles unangenehm, was Erschütterungen und plötzliche Bewegungen verursacht. Wie habt ihr die Heimreise geplant?

Ansonsten finde ich immer wichtig: schonen, aber nicht "über-schonen". Bestimmte Verhaltensregeln (Sport etc., sportähnliche Tätigkeiten, Sachen mit Sturzgefahr erstmal tabu) müssen zunächst sein, betüddeln tut auch mal ganz gut, aber Dinge die den Rücken nicht belasten aber man evl. irgendwie unter "für einen Kranken zu anstrengend" auffasst, ruhig erlauben wenn er das möchte. Damit meine ich: zu Hause Freunde einladen wenn er möchte (die sollten wissen was Sache ist, logo), auch mal länger spazierengehen wenn er das kreislauf- und schmerzmäßig packt, und wenn er wieder früh für die Schule lernen möchte oder einen relativ frühen Schulbesuch ausprobieren möchte (angenommen, Anfahrt und Aufenthalt dort sind medizinisch kein Problem, also kein Bus-Geschubse etc.), okay - das lenkt ab!


Viele Grüße
Raven

_________________
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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 Betreff des Beitrags: Re: OP Segen oder Fluch!
BeitragVerfasst: Sa, 25.03.2017 - 09:13 
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Diagnose: mein 16 jähriger Sohn hat eine Skoliose (am Ende fast 90° in der BWS, 70° in der LWS) und ist jetzt seit dem 23.3.17 operiert und hat jetzt 54° thorakal und 30° lumbal
Therapie: wir hatten ein Korsett von CCTec, haben Spiraldynamik, Vojta, Osteopathie, Schroth gemacht und machen mit Spiraldynamik auch nach der OP weiter
Die Versteifungsstrecke ist, wenn ich es richtig verstanden habe - oben bin ich noch nicht ganz klar gewesen, wie weit die Stäbe gehen - unten jedenfalls ist der letzte zwischen L 3 und L4 und oben glaube ich zwischen Th 3 und 4, kann aber auch Th 3 und 2 sein, das habe ich so schnell nicht richtig verstanden. Und ich hatte auch das Gefühl, dass sie mich einfach beruhigen wollten und nicht so recht mitbekommen haben, dass ich nicht Angst haben, sondern einfach nur Infos haben wollte.
Und die waren auch echt noch geschlaucht, das merkte man. Wir haben ihn quasi aus dem OP in die Intensivstation, dort verkabelt, dann gesehen und kurze Zeit später waren auch die Ärzte da und neben allem anderen meinten sie halt auch, dass es für sie anstrengend war, weil unser Sohn so groß ist und einen breiten Brustkorb hat
Sie sagten, wir sähen und das RöBi noch genau an die Tage, ich bin gespannt.
Gesessen hat er gestern und heute schon jeweils einmal, das war sehr, sehr schmerzhaft, aber heute schon besser als gestern
Und Prof Niemeyer meinte, er könne gleich wieder in die Schule gehen, wenn er wollte. Es gäbe keinerlei Gefahren bezüglich schubsen, drängeln, sogar hin fallen
Er muss 7-10 Tage bleiben und die Rückreise würden wir mit der Bahn machen, Auto würde zu viel ruckeln sagten sie hier
Ich hoffe, dass sie uns ein paar Schmerzmittel für die Reise mitgeben, aber mal sehen wie es in ein paar Tagen aussieht.

Danke für eure Anteilnahme, das tut gut. Vor allem mir, weil es doch alles nicht so leichte Entscheidungen sind, die man da als Eltern trifft und da ist die Erfahrung, die dieses Forum bietet echt Gold wert

Ich eröffne vielleicht mal einen neuen thread, damit ich das Thema hier nicht sprenge. Und vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, der sich operieren lassen möchte oder muss weiter, wenn es ein paar weitere Erfahrungsberichte gibt, wie so etwas heutzutage hier in HH als Beispiel verläuft

einen guten Tag euch allen
Sängerin


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