marko30rtalt hat geschrieben:Hab ein Stützkorsett verschrieben bekommen, kann es am kommenden Freitag abholen.
Hallo Marco...
Ein Stützkorsett?
Das ist ein sehr weiter Begriff! Was ist das für ein Korsett? Ein Rahmouni nach Gipsabdruck? oder irgend ein Fertigteil? Auf der Verordnung ist ganz sicher nicht "STützkorsett" gestanden.
marko30rtalt hat geschrieben: Hab aber meine Röntgenbilder+ CT-Aufnahmen gesehen, glaube ernsthaft nicht das nur mit dem Korsett in den Griff zu bekommen.
Keinesfalls bekommt man das "nur" mit Korsett in Griff. Da muss auch das Muskelkorsett dazukommen. Ein Stützkorsett klingt etwas deprimierend passiv. Wie für jemand der sich vor Schwäche selbst nicht mehr aufrecht halten kann.
marko30rtalt hat geschrieben:
Muss auch beruflich was anderes in zukunft anstreben, da ich ein körperliche Tätigkeit mit viel heben, montieren und überkofarbeiten verrichten muß. Bloß das Arbeitsamt und LVA stellen sich quer, ist nämlich nur Job was ich da mache (ohne Lehre). Das ist auch der Grund warum sie mir nicht weiterhelfen wollen, nur wenn ich quasie in einem Beruf arbeite (mit abgeschlossener Ausbildung).
Warst Du schon in einer Reha? Z.B. in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim? dort wird auch eine sozialmedizinische Begutachtung durchgeführt. Z. B. welche Arbeiten Du noch machen kannst oder nicht mehr machen solltest. Mit dem Gutachten kannst Du dann zur Agentur für Arbeit.
marko30rtalt hat geschrieben:
Die Schmerzen bekomm ich nur mit Schmerzmittel in den Griff (Tramal long 100mg). Hab wirklich schon jahrelang dagegen angekämpft, doch damit hab ich mir leider auch ein wenig die Wirbelsäule verschliessen (zusätzlich).
Typisch. Hast Du versucht das Tramal zu reduzieren, wenn du hochdosiertes Vitamin E nimmst?
marko30rtalt hat geschrieben:
KG machte ich die ganzen Jahre über + Krafttraining.
Welche KG? Ich habe jahrelang KG und krafttraining gemacht, was mir außer Verschlimmerung nichts gebracht hat. Erst die Schroth-Reha hat mir zusammen mit dem Rahmouni-Korsett aus dem Schmerzkreis herausgeholfen.
marko30rtalt hat geschrieben:
War auch bei Dr. Hoffmann, hat mir das Korsett verschrieben, was mir aber langfristig nur etwas ein Stütze bietet.
Ein Korsett sollte Dir aber SOFORT eine Entlastung, Korrektur und Aufrichtung geben. Wegen nur "etwas Stütze"- langfristig- würde ich meinen "Panzer" nicht tragen.
marko30rtalt hat geschrieben:
Nichts desto trotz werd ich so lange suche nach möglichkeiten einer OP (auch im Ausland vorstellbar) bis ich fündig geworden bin.
Glaubst Du irgendwo im Ausland eine bessere OP zu bekommen als als z.B. in Neustadt oder Tübingen?
Bei Kyphosen beginnt die OP-Indikation "offiziell" bei mindestens 70° Cobb. Du kannst sicher jemand finden, der Dich schon wesentlich früher versteift. Es gibt Kliniken, die ganz scharf drauf sind, die Leute schon mit viel weniger Grad Cobb auf den OP-Tisch zerren. Aber genau solche WS-OP-Kliniken haben keinen guten Ruf.
marko30rtalt hat geschrieben:
Hoffe das klingrt jetzt nicht zu pesimistisch, aber wir leben ja in einer fortschrittlichen Zeit, das sollte man die OP mögl. nicht unterschätzen.
marko30rtalt hat geschrieben:
Schreibt mir doch bitte noch über euere Erfahrungen.
Petra du hattest wahrscheinlich ein Skoloise die operiert werden
musst, oder? Was genau und wie würde operiert?
Ich antworte hier mal für Petra, weil es ihr noch sehr schwer fällt auch nur wenige Minuten am Computer zu sitzen. Ich bin gut informiert, da ich die ersten paar Tage nach der OP auf der Intensivstation bei ihr war und mehrmals wöchentlich mit Petra telefoniere.
Petra hatte KEINE (oder kaum) Skoliose, sondern eine Hyperkyphose 94° und extremer Hyperlordose wegen bisher unbehandeltem M. Scheuermann.
Petra geht es leider 6 Wochen nach der OP noch sehr schlecht. Sie hat sehr große Schmerzen und das Aufsein fällt ihr sehr schwer. Sie kann nicht oder kaum sitzen, nicht bücken oder sich nicht nach vorne beugen, nicht über den Kopf greifen. Sie hat Atemnot und ein Spannungsgefühl in der Brust, viel schlimmer als jemals in ihrem Rahmouni Korsett. Sie fühlt sich auch wesentlich steifer als im Korsett.
Rein orthopädisch betrachtet ist die OP ein Riesenerfolg. Sie ist unglaublich begradigt und aufgerichtet. Ihre WS ist nun völlig normal gerade. Aber völlig versteift.
marko30rtalt hat geschrieben:
Glaubst du das es die richtige Entscheidung war?
Im Moment noch "bereut" Petra ihre OP-Entscheidung. Es war ein gigantisches Schmerzerlebnis.
Jugendliche scheinen diese OP wesentlich leichter "wegzustecken".
Petra konnte bisher noch nicht mal die Morphin-Dosis reduzieren. Eine Reduzierung von 60 mg Oxigesic auf 50 mg ist gescheitert, weil die Schmerzen unerträglich groß geworden sind und Petra gar nicht mehr aufstehen konnte. Ihre Leberwerte sind nach der OP sehr schlecht geworden, (kein Wunder wenn man weiß mit wieviel Chemie ( Antibiotika, div. Medikamente, Narkose- und Schmerzmittel) man vollgstopft wird.
Erschwerend kam hinzu, daß Petra schon lange als Schmerzpatientin an hohe Dosen Analgetika gewöhnt war.
Jedenfalls ist eine Scheuermann-Kyphose-OP mit einer Fusionsstrecke von Th 2 bis L2 mit MPDS-Titan-Implantat(Micomedia-Posteriores-Doppelstab-System) ventral über Thoraxöffnung versteift mit Rippenentnahme als Versteifungs- Bandscheibenersatzmaterial bei Erwachsenen alles andere als eine Kleinigkeit!
Das was ich relativ hautnah bei Petra miterleben durfte, hat mich sehr darin bestärkt, daß zuerst ALLES an therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollte, bevor man sich aus verzweiflung zu diesem großen Schritt entschließt.
Es gab weder vorher noch nachher eine Aussage oder eine Prognose über Schmerzfreiheit oder auch nur nur Schmerzreduktion durch die OP!
Wir können nur hoffen, daß es Petra langsam wieder etwas besser geht. Ich bin da sehr zuversichtlich.
Aber erst mal muss sich Petra wieder von der OP erholen.
Vermutlich darf Petras OP nicht mit den Skoliose-OP´s relativ junger Menschen verglichen werden. Junge Operierte erholen sich oft unglaublich schnell.
Gut möglich, daß Petra in einem halben Jahr die OP nicht mehr bereut und froh ist, daß sie es hat machen lassen. Das hoffen wir sehr.
marko30rtalt hat geschrieben:
Wenn du magst könnte man ja auch mal telefonieren und Informationen
austauschen.
Grüße.
Du bist mit den konservativen Therapiemöglichkeiten noch lange nicht richtig austherapiert. Erwarte von einer OP nicht die schnelle und angenehme Lösung für die WS-Probleme.
Ich jedenfalls werde mit Schroth und Korsett weiterkämpfen bis ich das Besteck abgebe. Dessen bin ich mir nun mehr denn je sicher!
Gruß Toni