Janina´s OP Bericht
Verfasst: Do, 04.10.2012 - 10:19
Hier eine Zusammenfassung von Janinas Operation. Zur Vorgeschichte geht es hier:
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Dienstag, 19.06.12
Ankunft um 8:00 Uhr in der Klinik. Die Aufnahme mit dem ganzen Papierkram hat bis ca 9:00 Uhr gedauert. Dann wurde der Janina Blut abgenommen. Unter anderem wurde es daraufhin untersucht um passende Bluttransfusionen für die OP zu bestellen die aber nur im Notfall eingesetzt werden.
Danach bekamen wir einen Laufzettel für EKG, MRT (in die Röhre) und dann noch ein Gespräch mit dem Narkosearzt. Verbunden mit den ganzen Wartezeiten und Laufereien durch die Häuser waren wir damit den ganzen Mittag beschäftigt. Zusammen mit der Anreise muss man also genug Nahrung und Getränke im Rucksack dabei haben.
Mittwoch, 20.06.12
Heute morgen wurde es dann ernst. Gegen 6:00 Uhr bekam Janina zwei Beruhigungstabletten, die wirklich schnell wirkten. Um 7:15 Uhr wurde sie abgeholt und wir durften noch bis eine Türe vor dem OP Raum mit gehen. Gegen 7:30 Uhr hieß es dann Abschied nehmen. Ein für Janina, Mama und Papa sehr schwieriger Moment.
Gegen 11:30 haben wir dann einen Anruf von Dr. Niemeyer bekommen das die OP beendet wurde. Er berichtete uns vom Ablauf der OP und das alles sehr gut geklappt hat. Leider mussten wir dann noch eine weitere Stunde warten bis wir Janina auf der Überwachungsstation sehen konnten.
Auf dieser Intensivstation liegt sie derzeit immer noch und soll auch bis morgen Früh dort bleiben. Zwischendurch war sie auch immer wieder wach. Sie bewegt sich sehr gut im Bett, auch sonst kann sie alles bewegen. Das Rückenmark ist also unverletzt. Aufstehen darf sie aber erst morgen. Schmerzen hat sie nur wenig, was ganz sicher den angeschlossenen Schmerzmittel liegt. Ein dünner Schlauch geht z.b direkt in den Wirbel, die Dosierung kann sie bei Bedarf selbst mittels eines Knopfes bestimmen. Eine Überdosierung ist mit dem Gerät aber nicht möglich.
Janina ziert derzeit ein großes, langes Wundpflaster in der Rückenmitte. Es geht über die komplette Rückenlänge. Ansonsten sieht man nicht viel. Es sieht also recht gut aus derzeit.
Donnerstag, 21.06.12
Heute Vormittag durfte Janina die Intensivstation verlassen. Vorher musste sie vom Intensivbett in das normale Stationsbett umsteigen. Das sollte sie aber mit Hilfe selber machen. Sehr langsam und wackelig stand sie kurz das erste Mal nach der OP auf den eigenen Beinen, was wirklich gut war. Es hängen noch einige Sachen an ihr. Angeschlossen ist sie an einem Urinbeutel, da sie ja noch nicht wirklich laufen kann, an einem etwas dickeren Schlauch der das Wundblut ableitet, eine Flasche Antibiotika, Salzlösung und noch Schmerzmittel, wodurch sie wenig Schmerzen hat. Allerdings ist sie dadurch sehr müde und sie hat heute fast den ganzen Tag geschlafen. Zwischendurch kühlt sie mit einem Kühlpack immer wieder ihre untere Lippe, die etwas dick ist. Das kann vom Beatmungsgerät gekommen sein.
Gegen Abend konnte sie das erste Mal eine Kleinigkeit essen.
Morgen soll sie mit Hilfe die ersten Gehversuche unternehmen. Wir sind gespannt.
Freitag, 22.06.12
Heute hat Janina viel geschafft. Zunächst hatte sie allerdings eine schmerzvolle Nacht, sodass die Schmerztherapie angepasst wurde. Danach wurde der Urinschlauch entfernt was hieß das Janina von dem Moment an selber zum WC laufen sollte wenn es geht. Ca 2sdt später war der Moment dann auch gekommen. Janina bekam einen hohen Rollator wo man auch die Arme drauf legen konnte. Mit Hilfe von uns und den Schwestern drehte sich Janina langsam im Bett zur Seite, richtete den Oberkörper auf saß zunächst auf der Bettkante. Dann stand sie mit Unterstützung auf. Eine kleine Pause und dann machte Janina die ersten Schritte nach der OP. Langsam aber sicher ging der Weg zum WC im Zimmer und zurück. Wirklich gut.
Nach einer Pause musste sie sich dann leider wieder etwas Quälen lassen. Das Wundpflaster musste das erste Mal gewechselt werden. Doch damit nicht genug, auch der Wundschlauch der das Blut ableitet (es Blutete aber seit gestern nicht mehr) musste aus der Wunde gezogen werden.
Ich denke man kann sich vorstellen das dieses kein schönes Gefühl war.
Nachdem dieser nun entfernt wurde, musste Janina sich erst mal erholen.
Im Laufe des Tages ging Janina 3 mal mit dem Rollator zum WC, was natürlich langsam, aber immer besser klappte. Auch wenn sie nun am Abend sehr müde und erschöpft ist, sind wir sehr zufrieden mit ihr und sind guter Dinge das sich Janinas Zustand weiter verbessert.
Samstag, 23.06.12
Janina hat immer noch wenig Appetit und man muss sie regelrecht dazu überreden wenigstens etwas zu essen damit sie wieder zu Kräften kommt. Mit dem Trinken geht es etwas besser. Der Gang zum WC ist zwar immer noch jedes Mal ein Kampf, aber sie schafft es mit Geduld.
Ich denke dass jetzt in den nächsten Tagen nicht viel passieren wird, außer das Janina hoffentlich immer mehr Fortschritte macht und die Schmerzen auch nachlassen. Dr. Niemeyer hat uns als Entlassungstermin den 30.06 in Aussicht gestellt, vorausgesetzt natürlich es treten keine Komplikationen auf.
Sonntag 24.06.12 & Montag 25.06.12
Janina hat die ersten Schritte ohne Rollator gemacht und hat heute auf einem Stuhl gesessen. Die Schmerzen lassen auch langsam nach.
Doch das wichtigste war heute das Röntgen. So ganz gerade ist sie nicht geworden, das hatte Dr. Niemeyer aber schon angekündigt.
Hier der Vergleich:


Schon heftig die langen Schrauben in der Tochter zu sehen. Erst recht wenn man weis das die nun ein Leben lang drin bleiben.
Aber nun ist es so. Wir denken das die OP das richtige war. Nun hoffen wir das Janina weiter Fortschritte macht und das Krankenhaus bald verlassen kann.
Dienstag 26.06.12
In der Nacht zum Dienstag wurde das Gerät was Schmerzmittel automatisch in bestimmten Abständen in die Wirbelsäule pumpte abgestellt.
Nachdem den ganzen Dienstag über Janina nur mit Schmerztabletten klar kam, wurde Nachmittag der dünne Schlauch gezogen. Nun war Janina
komplett ohne Fremdkörper in der Wunde, was dazu führte, das sie noch weniger Schmerzen hatte. Auch der Appetit nahm endlich wieder zu.
So sehr das wir am Abend noch eine Pizza besorgen mussten, da es ab 17 Uhr in der Klinik nichts mehr zu essen gab. Uns war es recht, Hauptsache Janina begann wieder zu essen.
Mittwoch, 27.06.2012
Janina lief genau eine Woche nach der OP komplett ohne Rollator über die Station. Wenn auch kurze Strecken. Aber das Bewegen tat ihr gut, man musste sie teilweise etwas Bremsen. Oder der Kreislauf bremste sie etwas aus. Jedenfalls waren die Ärzte hoch zufrieden und stellten nach einer positiven Nacht eine Entlassung am Donnerstag in Aussicht.
Donnerstag, 28.06.12
Heute Morgen bei der Visite, 12 Mann (!) Stürmten das Zimmer um 7:50 Uhr, wurde Janinas zustand besprochen. Nachdem alle Werte gut waren und Janina endlich wieder nach Hause wollte, gab Dr. Niemeyer sein OK. Janina durfte heute, 8 Tage nach der OP, das Krankenhaus schon wieder verlassen.
Ausgestattet mit einem Bericht für den Hausarzt, einer Schulsportbefreiung bis Dezember, sowie mit einem Implantate-Pass für die Kontrolle beim Fliegen, machten wir uns endlich wieder auf den Weg nach Hause.
Die Nachbehandlung der Wunde soll nun der Hausarzt erledigen. Er braucht nach Aussage von Dr. Niemeyer nur die Knoten vom Faden zu lösen, dann verschwindet dieser in der Wunde und löst sich von selber auf. Es muss also nicht der ganze Faden gezogen werden.
Janina darf in den ersten 6 Wochen nicht stürzen, man muss also in diesen Wochen sehr aufpassen was sie macht. In den ersten 3 Monaten darf sie auch kein Fahrrad fahren.
Schulsport nur bedingt, alles was mit Ausdauer zu tun hat ist ok, aber Geräteturnen nicht. Deswegen hat sie erst Mal eine Befreiung bekommen und soll dann wöchentlich selber entscheiden was sie mitmacht oder nicht.
Isometrische Krankengymnastik und Schwimmen soll sie jetzt intensiv machen, da kümmern wir uns gerade drum. Ansonsten sind wir erst Mal sehr froh alles überstanden zu haben und das Janina wieder zu Hause ist. Der Rest kommt jetzt mit der Zeit.
Janina vor der OP

Nach der OP

Frische Narbe

Janinas Größe bei Einlieferung: 1.51m.
Janina bei der Entlassung: 1.61m! Beide Messungen auf Station.
Schon heftig was das ausmacht.
Freitag, 13.07.12
Janinas Narbe sieht aktuell auch sehr gut aus.
Janina hat noch etwas mit ihrer rechten Schulter zu kämpfen, dort klagt sie meistens über Schmerzen.
Wir vermuten das Sehnen oder einfach nur die Muskulatur noch etwas gereizt sind.
Am 24.09 müssen wir nochmal zur Kontrolle nach Hamburg.
Schmerzmittel nimmt Janina nur noch nach Bedarf. Ansonsten kann sie sich bewegen wie sie möchte. So sieht die Narbe ca. einen Monat nach der OP aus:

Montag, 30.07.12
Janina hat leider immer noch Schmerzen in der rechten Schulter. Dr Niemeyer hatte uns aber schon vorgewarnt das Janina noch längere Zeit mit Schmerzen zu tun haben wird, war ja doch ein massiver Eingriff. Diese Schmerzen sind aber nicht kontinuierlich, sondern kommen in kurzen Schüben.
Ansonsten geht es ihr ganz gut. Von der Narbe sind nun auch die letzten Krusten abgefallen.
Schwimmen waren wir inzwischen auch schon ein paar Mal, das tut ihr ganz gut sagt sie.
Janina berichtet aber, dass wenn sie mit den Schulterblättern an die Stangen kommt, sie das Gefühl hat das diese vibrieren. Eigentlich ja nicht möglich, da diese fest verschraubt sind. Aber als Außenstehender ist das natürlich schwer zu beurteilen und zu mindestens vom Gefühl her scheint es so zu sein.
Janina hält auch ab und zu den Kopf etwas schief. Sie ist noch den schiefen Rücken gewöhnt was sie mit dem Kopf ausglich. Nun ist der Rücken ja fast gerade, dennoch verfällt sie hin und wieder mit dem Kopf in die Ausgleichsposition. Wird sich wohl mit der Zeit legen denke ich.
Außerdem läuft sie noch etwas stocksteif als hätte sie einen Besenstiel verschluckt, aber ohne mich jetzt darüber lustig zu machen. Auch hier denke ich dass sich das mit der Zeit und vor allem mit Krankengymnastik beheben lässt.
Mit dem Verlauf der Dinge sind wir also sehr zufrieden und gerade Janina genießt sehr den Sommer mit den hohen Temperaturen ohne Korsett tragen zu müssen. Diese OP hat sich also in unseren Augen sehr gelohnt. Es waren ja "nur" die 3 Tage nach der OP wo es Janina wirklich schlecht ging, danach ging es steil Bergauf und nach insgesamt 10 Tagen war sie schon wieder zu Hause.
Montag, 24.09.12
Heute waren wir nochmal zur Kontrolle in Hamburg. Alles so weit in Ordnung. Janina muss aber noch weiter Krankengymnastik machen und es ist evt. eine Reha in Bad Sobernheim Anfang nächsten Jahres geplant. Mit Sport wie z.b. Mountainbike fahren sollte sie sich aber wegen der Sturzgefahr noch weiter zurück halten. Es dauert 1 Jahr bis alles so weit verknöchert ist dads es keine Komplikationen mehr geben kann. Die Narbe sieht auch immer besser aus:

Janina klagt aber noch über Taube Stellen im Bereich der Narbe. Der Arzt sagte allerdings dass es auch noch eine Zeitlang so sein wird.
Evt. kann es sogar sein das einzelne Stellen auf der Haut für immer Taub bleiben können. Janina wird sich aber daran gewöhnen.
Bis jetzt sind wir also sehr zufrieden mit dem Verlauf und die Entscheidung zur OP war immer noch eine sehr gute.
Die neue Rückenoptik an sich stört Janina gar nicht. Im Sommer trug sie trotzdem Kleidung mit offenen Rücken. Nur mit der Sonneneinstrahlung mussten wir etwas aufpassen, da die Haut an der Narbe natürlich noch sehr empfindlich ist.
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Dienstag, 19.06.12
Ankunft um 8:00 Uhr in der Klinik. Die Aufnahme mit dem ganzen Papierkram hat bis ca 9:00 Uhr gedauert. Dann wurde der Janina Blut abgenommen. Unter anderem wurde es daraufhin untersucht um passende Bluttransfusionen für die OP zu bestellen die aber nur im Notfall eingesetzt werden.
Danach bekamen wir einen Laufzettel für EKG, MRT (in die Röhre) und dann noch ein Gespräch mit dem Narkosearzt. Verbunden mit den ganzen Wartezeiten und Laufereien durch die Häuser waren wir damit den ganzen Mittag beschäftigt. Zusammen mit der Anreise muss man also genug Nahrung und Getränke im Rucksack dabei haben.
Mittwoch, 20.06.12
Heute morgen wurde es dann ernst. Gegen 6:00 Uhr bekam Janina zwei Beruhigungstabletten, die wirklich schnell wirkten. Um 7:15 Uhr wurde sie abgeholt und wir durften noch bis eine Türe vor dem OP Raum mit gehen. Gegen 7:30 Uhr hieß es dann Abschied nehmen. Ein für Janina, Mama und Papa sehr schwieriger Moment.
Gegen 11:30 haben wir dann einen Anruf von Dr. Niemeyer bekommen das die OP beendet wurde. Er berichtete uns vom Ablauf der OP und das alles sehr gut geklappt hat. Leider mussten wir dann noch eine weitere Stunde warten bis wir Janina auf der Überwachungsstation sehen konnten.
Auf dieser Intensivstation liegt sie derzeit immer noch und soll auch bis morgen Früh dort bleiben. Zwischendurch war sie auch immer wieder wach. Sie bewegt sich sehr gut im Bett, auch sonst kann sie alles bewegen. Das Rückenmark ist also unverletzt. Aufstehen darf sie aber erst morgen. Schmerzen hat sie nur wenig, was ganz sicher den angeschlossenen Schmerzmittel liegt. Ein dünner Schlauch geht z.b direkt in den Wirbel, die Dosierung kann sie bei Bedarf selbst mittels eines Knopfes bestimmen. Eine Überdosierung ist mit dem Gerät aber nicht möglich.
Janina ziert derzeit ein großes, langes Wundpflaster in der Rückenmitte. Es geht über die komplette Rückenlänge. Ansonsten sieht man nicht viel. Es sieht also recht gut aus derzeit.
Donnerstag, 21.06.12
Heute Vormittag durfte Janina die Intensivstation verlassen. Vorher musste sie vom Intensivbett in das normale Stationsbett umsteigen. Das sollte sie aber mit Hilfe selber machen. Sehr langsam und wackelig stand sie kurz das erste Mal nach der OP auf den eigenen Beinen, was wirklich gut war. Es hängen noch einige Sachen an ihr. Angeschlossen ist sie an einem Urinbeutel, da sie ja noch nicht wirklich laufen kann, an einem etwas dickeren Schlauch der das Wundblut ableitet, eine Flasche Antibiotika, Salzlösung und noch Schmerzmittel, wodurch sie wenig Schmerzen hat. Allerdings ist sie dadurch sehr müde und sie hat heute fast den ganzen Tag geschlafen. Zwischendurch kühlt sie mit einem Kühlpack immer wieder ihre untere Lippe, die etwas dick ist. Das kann vom Beatmungsgerät gekommen sein.
Gegen Abend konnte sie das erste Mal eine Kleinigkeit essen.
Morgen soll sie mit Hilfe die ersten Gehversuche unternehmen. Wir sind gespannt.
Freitag, 22.06.12
Heute hat Janina viel geschafft. Zunächst hatte sie allerdings eine schmerzvolle Nacht, sodass die Schmerztherapie angepasst wurde. Danach wurde der Urinschlauch entfernt was hieß das Janina von dem Moment an selber zum WC laufen sollte wenn es geht. Ca 2sdt später war der Moment dann auch gekommen. Janina bekam einen hohen Rollator wo man auch die Arme drauf legen konnte. Mit Hilfe von uns und den Schwestern drehte sich Janina langsam im Bett zur Seite, richtete den Oberkörper auf saß zunächst auf der Bettkante. Dann stand sie mit Unterstützung auf. Eine kleine Pause und dann machte Janina die ersten Schritte nach der OP. Langsam aber sicher ging der Weg zum WC im Zimmer und zurück. Wirklich gut.
Nach einer Pause musste sie sich dann leider wieder etwas Quälen lassen. Das Wundpflaster musste das erste Mal gewechselt werden. Doch damit nicht genug, auch der Wundschlauch der das Blut ableitet (es Blutete aber seit gestern nicht mehr) musste aus der Wunde gezogen werden.
Ich denke man kann sich vorstellen das dieses kein schönes Gefühl war.
Nachdem dieser nun entfernt wurde, musste Janina sich erst mal erholen.
Im Laufe des Tages ging Janina 3 mal mit dem Rollator zum WC, was natürlich langsam, aber immer besser klappte. Auch wenn sie nun am Abend sehr müde und erschöpft ist, sind wir sehr zufrieden mit ihr und sind guter Dinge das sich Janinas Zustand weiter verbessert.
Samstag, 23.06.12
Janina hat immer noch wenig Appetit und man muss sie regelrecht dazu überreden wenigstens etwas zu essen damit sie wieder zu Kräften kommt. Mit dem Trinken geht es etwas besser. Der Gang zum WC ist zwar immer noch jedes Mal ein Kampf, aber sie schafft es mit Geduld.
Ich denke dass jetzt in den nächsten Tagen nicht viel passieren wird, außer das Janina hoffentlich immer mehr Fortschritte macht und die Schmerzen auch nachlassen. Dr. Niemeyer hat uns als Entlassungstermin den 30.06 in Aussicht gestellt, vorausgesetzt natürlich es treten keine Komplikationen auf.
Sonntag 24.06.12 & Montag 25.06.12
Janina hat die ersten Schritte ohne Rollator gemacht und hat heute auf einem Stuhl gesessen. Die Schmerzen lassen auch langsam nach.
Doch das wichtigste war heute das Röntgen. So ganz gerade ist sie nicht geworden, das hatte Dr. Niemeyer aber schon angekündigt.
Hier der Vergleich:


Schon heftig die langen Schrauben in der Tochter zu sehen. Erst recht wenn man weis das die nun ein Leben lang drin bleiben.
Aber nun ist es so. Wir denken das die OP das richtige war. Nun hoffen wir das Janina weiter Fortschritte macht und das Krankenhaus bald verlassen kann.
Dienstag 26.06.12
In der Nacht zum Dienstag wurde das Gerät was Schmerzmittel automatisch in bestimmten Abständen in die Wirbelsäule pumpte abgestellt.
Nachdem den ganzen Dienstag über Janina nur mit Schmerztabletten klar kam, wurde Nachmittag der dünne Schlauch gezogen. Nun war Janina
komplett ohne Fremdkörper in der Wunde, was dazu führte, das sie noch weniger Schmerzen hatte. Auch der Appetit nahm endlich wieder zu.
So sehr das wir am Abend noch eine Pizza besorgen mussten, da es ab 17 Uhr in der Klinik nichts mehr zu essen gab. Uns war es recht, Hauptsache Janina begann wieder zu essen.
Mittwoch, 27.06.2012
Janina lief genau eine Woche nach der OP komplett ohne Rollator über die Station. Wenn auch kurze Strecken. Aber das Bewegen tat ihr gut, man musste sie teilweise etwas Bremsen. Oder der Kreislauf bremste sie etwas aus. Jedenfalls waren die Ärzte hoch zufrieden und stellten nach einer positiven Nacht eine Entlassung am Donnerstag in Aussicht.
Donnerstag, 28.06.12
Heute Morgen bei der Visite, 12 Mann (!) Stürmten das Zimmer um 7:50 Uhr, wurde Janinas zustand besprochen. Nachdem alle Werte gut waren und Janina endlich wieder nach Hause wollte, gab Dr. Niemeyer sein OK. Janina durfte heute, 8 Tage nach der OP, das Krankenhaus schon wieder verlassen.
Ausgestattet mit einem Bericht für den Hausarzt, einer Schulsportbefreiung bis Dezember, sowie mit einem Implantate-Pass für die Kontrolle beim Fliegen, machten wir uns endlich wieder auf den Weg nach Hause.
Die Nachbehandlung der Wunde soll nun der Hausarzt erledigen. Er braucht nach Aussage von Dr. Niemeyer nur die Knoten vom Faden zu lösen, dann verschwindet dieser in der Wunde und löst sich von selber auf. Es muss also nicht der ganze Faden gezogen werden.
Janina darf in den ersten 6 Wochen nicht stürzen, man muss also in diesen Wochen sehr aufpassen was sie macht. In den ersten 3 Monaten darf sie auch kein Fahrrad fahren.
Schulsport nur bedingt, alles was mit Ausdauer zu tun hat ist ok, aber Geräteturnen nicht. Deswegen hat sie erst Mal eine Befreiung bekommen und soll dann wöchentlich selber entscheiden was sie mitmacht oder nicht.
Isometrische Krankengymnastik und Schwimmen soll sie jetzt intensiv machen, da kümmern wir uns gerade drum. Ansonsten sind wir erst Mal sehr froh alles überstanden zu haben und das Janina wieder zu Hause ist. Der Rest kommt jetzt mit der Zeit.
Janina vor der OP

Nach der OP

Frische Narbe

Janinas Größe bei Einlieferung: 1.51m.
Janina bei der Entlassung: 1.61m! Beide Messungen auf Station.
Schon heftig was das ausmacht.
Freitag, 13.07.12
Janinas Narbe sieht aktuell auch sehr gut aus.
Janina hat noch etwas mit ihrer rechten Schulter zu kämpfen, dort klagt sie meistens über Schmerzen.
Wir vermuten das Sehnen oder einfach nur die Muskulatur noch etwas gereizt sind.
Am 24.09 müssen wir nochmal zur Kontrolle nach Hamburg.
Schmerzmittel nimmt Janina nur noch nach Bedarf. Ansonsten kann sie sich bewegen wie sie möchte. So sieht die Narbe ca. einen Monat nach der OP aus:

Montag, 30.07.12
Janina hat leider immer noch Schmerzen in der rechten Schulter. Dr Niemeyer hatte uns aber schon vorgewarnt das Janina noch längere Zeit mit Schmerzen zu tun haben wird, war ja doch ein massiver Eingriff. Diese Schmerzen sind aber nicht kontinuierlich, sondern kommen in kurzen Schüben.
Ansonsten geht es ihr ganz gut. Von der Narbe sind nun auch die letzten Krusten abgefallen.
Schwimmen waren wir inzwischen auch schon ein paar Mal, das tut ihr ganz gut sagt sie.
Janina berichtet aber, dass wenn sie mit den Schulterblättern an die Stangen kommt, sie das Gefühl hat das diese vibrieren. Eigentlich ja nicht möglich, da diese fest verschraubt sind. Aber als Außenstehender ist das natürlich schwer zu beurteilen und zu mindestens vom Gefühl her scheint es so zu sein.
Janina hält auch ab und zu den Kopf etwas schief. Sie ist noch den schiefen Rücken gewöhnt was sie mit dem Kopf ausglich. Nun ist der Rücken ja fast gerade, dennoch verfällt sie hin und wieder mit dem Kopf in die Ausgleichsposition. Wird sich wohl mit der Zeit legen denke ich.
Außerdem läuft sie noch etwas stocksteif als hätte sie einen Besenstiel verschluckt, aber ohne mich jetzt darüber lustig zu machen. Auch hier denke ich dass sich das mit der Zeit und vor allem mit Krankengymnastik beheben lässt.
Mit dem Verlauf der Dinge sind wir also sehr zufrieden und gerade Janina genießt sehr den Sommer mit den hohen Temperaturen ohne Korsett tragen zu müssen. Diese OP hat sich also in unseren Augen sehr gelohnt. Es waren ja "nur" die 3 Tage nach der OP wo es Janina wirklich schlecht ging, danach ging es steil Bergauf und nach insgesamt 10 Tagen war sie schon wieder zu Hause.
Montag, 24.09.12
Heute waren wir nochmal zur Kontrolle in Hamburg. Alles so weit in Ordnung. Janina muss aber noch weiter Krankengymnastik machen und es ist evt. eine Reha in Bad Sobernheim Anfang nächsten Jahres geplant. Mit Sport wie z.b. Mountainbike fahren sollte sie sich aber wegen der Sturzgefahr noch weiter zurück halten. Es dauert 1 Jahr bis alles so weit verknöchert ist dads es keine Komplikationen mehr geben kann. Die Narbe sieht auch immer besser aus:

Janina klagt aber noch über Taube Stellen im Bereich der Narbe. Der Arzt sagte allerdings dass es auch noch eine Zeitlang so sein wird.
Evt. kann es sogar sein das einzelne Stellen auf der Haut für immer Taub bleiben können. Janina wird sich aber daran gewöhnen.
Bis jetzt sind wir also sehr zufrieden mit dem Verlauf und die Entscheidung zur OP war immer noch eine sehr gute.
Die neue Rückenoptik an sich stört Janina gar nicht. Im Sommer trug sie trotzdem Kleidung mit offenen Rücken. Nur mit der Sonneneinstrahlung mussten wir etwas aufpassen, da die Haut an der Narbe natürlich noch sehr empfindlich ist.




