Hallo Georg,
georg hat geschrieben:Vielleicht soll sogar meine ganze Wirbelsäule versteift werden. Weiß jemand was über die Folgen? Wie eingeschränkt ist man nach der OP?
zunächst mal: Herzlich willkommen hier

Eine Versteifung der kompletten (!) Wirbelsäule wird nur ganz extrem selten vorgenommen; ich vermute, dass bei dir eine langstreckige Versteifung im Brust- und Lendenwirbelbereich geplant ist (Halswirbelsäule wird nur extrem selten versteift). Eine langstreckige Versteifung, Th3 - L5, wurde bei mir vorgenommen - siehe auch Link in der Signatur.
In welcher Klinik/ welchen Kliniken hast du dich bislang vorgestellt? Wie geht es dir allgemein - noch deutliche Krümmungszunahme, Schmerzen, wo befindet sich die Krümmung (BWS oder LWS)?
Einschränkungen nach der OP sind abhängig von:
- Versteifungsstrecke
- etwaigen Komplikationen, Folgeerscheinungen (unter diese fallen nicht nur ganz große Komplikationen wie Lähmungen, sondern z.B. auch bleibende Schmerzen, die so vor der OP nicht vorhanden waren, bleibende Missempfindungen im OP-Bereich o.ä.)
- dem für dich typischen Alltag (ausgeübter oder angestrebter Beruf, Hobbies etc. - wer hier eher Interessen mit hohen körperlichen Anforderungen hat, wird sich bei objektiv gleicher Restbeweglichkeit eingeschränkter empfinden als jemand, der moderatere Anforderungen an seinen Körper stellt).
Allgemein ist für den Zustand nach der Genesung (die sich etliche Monate hinzieht) bzgl. einer gut verlaufenen Versteifungs-OP zu sagen:
- Das Erscheinungsbild ist in den allermeisten Fällen normal, d.h., man bewegt sich nicht "roboterhaft"; Menschen, die von der Versteifung nichts wissen, bemerken diese zumeist nicht.
- Selbstständig zu leben (Haushalt, Freizeit, Job, Autofahren etc.) stellt in den meisten Fällen kein Problem dar. Aus eigener Erfahrung: manches wird natürlich mühsamer, grundlegend aber zumeist leicht verändert machbar (ich würde z.B. keine superschweren Einkaufstaschen schleppen - stattdessen nehme ich einen Trolley; bei Umzügen helfe ich natürlich nicht bei den schwersten Möbelstücken mit etc.).
- Die Auswahl an Berufen und Freizeitbetätigungen wird sich zumeist einschränken, wobei hier keine pauschalen Urteile darüber möglich sind, was für dem individuellen Patienten zuträglich ist. Oft verhält es sich so, dass grundlegend vieles möglich bleibt, aber einiges davon mühsamer wird oder nur noch gelegentlich (statt häufig) ausgeübt werden sollte.
- Sport ist auch mit Versteifung möglich; im ersten Jahr ist darauf zu verzichten (bis auf Physiotherapie und Schwimmen). Bzgl. Sport ist vieles möglich, aber etliches nicht empfehlenswert (z.B. Extremsportarten, Sportarten mit sehr starker Sturzgefahr - es gibt z.B. durchaus Patienten mit Versteifung, die die schlimmsten Abfahrtspisten hinunterbrettern, "kann" man machen, aber nicht empfehlenswert...).
- Schwangerschaft, Geburt sind auch mit Versteifung möglich, bei sehr langstreckigen Versteifungen evl. Kaiserschnittentbindung
Rundum: Eine Versteifungs-OP verändert vieles, sollte daher wohlüberlegt sein, bedeutet aber nicht das Ende von Aktivität.
Zur weiteren Information empfehle ich dir sehr das Forum unter
www.skoliose-op.info (ich bin dort auch vertreten); dort gibt es fast nur bereits operierte oder noch vor der Entscheidung der OP stehende Patienten, während hier im Forum nur wenige Operierte unterwegs sind.
Viele Grüße,
Raven