Anke Strähle hat geschrieben:Hallo!
Ich habe am 28.09.04 einen Termin in Neustadt, zwecks Frage der OP.
Sag mal, warum fährst Du denn von Plochigen nach Neustadt zum Vorgespräch?
Am 1. Okt. ist (nach meinem Wissen) prof. Halm bei Dr. Hoffmann und führt solche Gespräche zusammen mit Dr. Hoffmann persönlich.
Es ist da ein Termin von jemand frei geworden, der sich bereits definitiv entschieden hat sich NICHT operieren zu lassen. Da könntest Du inn den freigewordenen Termin reinschlüpfen und sparst Dir die lange Fahrt nach Neustadt!
In Neustadt siehst Du Prof. Halm selbst eher nicht und wirst von einem jüngeren (in der Klinik-Hierarchie weiter unten ) Arzt (aber auch sehr kompetent!) betreut.
Ich war bei so einem Vorgespräch dabei und muss sagen, daß wenn ich in der Situation wäre, ich mich erst dann versteifen lassen würde, wenn ich wirklich vorher ALLES konservativ mögliche versucht habe und damit keinen Erfolg erzielen konnte.
Die Chirurgen neigen schon ein bischen dazu diesen gewaltigen Eingiff etwas zu verharmlosen. Wenn man aber zu den einzelnen Punkten und Risiken konkret nachhakt, dann kristallisiert es sich schon heraus, daß es weder ohne hohes Risiko abläuft, noch können sie Dir eine Garantie auf Schmerzreduzierung oder gar Schmerzbefreiung geben. Die OP ist nur eine Chance mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dafür.
Hast Du denn schon mal ein Rahmouni-Korsett versucht und eine Reha in einer Schroth-Klinik gemacht?
Hier mal ein vorläufiger Entwurf für einenen Fragenkatalog:
(einige Fragen kann ich nun nach diesem Vorgespräch schon beantworten)
Welche Vorbereitung für die Op:
Eigenblutspende (Wo, wieviel, in welchen Abständen, Transport)
max 3 Eigenblutspenden in einem Zeitraum von 6 Wochen vor der OP. Eigenblut darf gesetzlich nicht länger als 6 Wochen gelagert werden.
Diese reichen bei großen Fusionsstrecken leider nicht und man bekommt trotzdem noch Fremdblut. Das Fremdblutrisiko ist rel. gering, da es inzwischen sehr gut auf HIV und Hepatitis-Viren usw... untersucht wird.
Den Bluttransport MUSSeine Fachfirma (z.B.
www.bluttaxi.de ) machen. Die Kostenübernahme ist VORHER mit der KK abzuklären!
Fitness?
je fitter man /frau herz-kreislauf-lunge ist, um so leichter übersteht man die OP. Also sich vorher nicht "durchhängen" lassen, sondern sich zur OP-Vorbereitung SCHONEND in einem therapeutisch ausgerichteten Fitness-Studio auftrainieren.
Bisher genommene Medikamente vorher absetzen?
Das entscheidet der Anästesist im Narkose-Vorgespräch! Auf jeden fall eine vollständige Liste der Medikamente und die Medikamente selbst mitbringen!
Tetanus?
Das Risiko einer Tetanusinfektion durch die OP ist gleich NULL. Es soltte trotzdem sinnvollerweise ein tetanus Impfschutz bestehen.
Grundsätzliches zur Klinik:
Anzahl der Op`s pro Jahr?
Ca. 100 Kyphosen und Wirbelgleiten. ca. 100 Skoliosen.
Wieviele Op`s misslingen?
BISHER IN NEUSTADT NOCH KEINE!!!!
Dauer der Op?
Operationsart: Dorsal/ventral?
ca. 6-9 Stunden. Es wird seitlich UND von Hintten geöffnet.
Wieviel Jahre Erfahrung mit der Op-Art?
Darauf hat der Arzt damit geantwortet, daß er sich sowohl bei Prof. Halm als auch bei Dr. Feteke uneingeschränkt sofort und ohne Bedenken" auf den Tisch" legen würde, wenn eine eine WS-OP bräuchte. Es klang echt glaubwürdig!
Welches Implantat/Material?
Grundsätzlich ist das Halm-Zielke-Implantat aus Titan. leichter, stabiler und weniger allergen als Edelstahl.
Wird eine Halo-Extension notwendig?
Das kommt sehr auf die Skoliose an und ob es gelingt das Release (Freilegung der Bandscheiben) und die Fixation ( Einbau des Implantates) in EINE OP zu legen. Das kann oft erst in der OP selbst entschieden werden. In Neustadt wird aber normalerweise versucht die HaloTraktion zu umgehen.
Wie lange ist der Klinikaufenthalt?
Je nach Schwere der OP und dem Allgemeinzustand des Patienten zwischen 3- bis 9 Wochen.
Zur persönlichen Situation:
Fusionsstrecke, wie lang?
Begradigung der Verkrümmung?
Voraussichtliche Größe nach Op?
Größenverlust nach einigen Jahren?
Fortschreiten der Verkrümmung?
Im versteiften Bereich ist keine Progredienz mehr möglich. Das HZI ist da völlig stabil.
Schmerzmittelwirksamkeit nach jahrelanger Medikamenteneinnahme?
Da gab auch der Anästesist etwas ausweichede und leicht unsichere Antworten.
Was kann erreicht werden an Schmerzfreiheit?
Schmerzfreiheit kann und wird NICHT garantiert! Aber die Reduzierung der Schmerzen durch die OP hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, kann aber auch nicht 100% garantiert werden.
Langzeitprognose zur Schmerzreduzierung
Gibt es KEINE!
Kontakt zu anderen operierten Skoliosen/ Kyphosen
Hier gab uns der Art einen Zettel mit versch. Internet URL
Zuoberst UNSER FORUM!!!!
Mit welchen Einschränkungen muß man leben?
Bewegungseinschränkung?
Körperliche Belastbarkeit?
Das kann sehr individuell verschieden sein. Wer schon vorher ziemlich steif und verkrampft war, wird durch die OP kaum Bewegungseinschränkungen spüren. Jedenfalls weniger als wenn man ein Korsett trägt!
Nach der OP einige Monate nicht mehr als 3-5 kg heben und tragen!
Nach der Op
Welche Medikamente werden verabreicht, um Schmerzen und Übelkeit zu unterdrücken?
Da kümmert sich die Anästesie drum. Man erhält eine "Schmerzmittelpumpe" und kann die notwendige Dosis selbst bestimmen, damit man es aushält.
Tips für Unterkunft für Angehörige möglich?
http://www.ostseeservice.de/cgi-bin/l/r ... ct&id=2173
Telefonische Auskunft für Angehörige
Welche Gymnastik nach der Op?
Wasserbett geeignet für Operierte?
Nachsorge nur in Neustadt oder bei einem ortsansässigen Orthopäden?
In Deinem Fall (Würtemberg) macht das Doc Hoffmann!
Wohin kann man sich in einem Notfall (z.B. nach Sturz) wenden?
An die nächste Notfallaufnahme einer Akut/Unfallklinik!
Wie lange bin ich nach der Op nicht arbeitsfähig?
Jugendliche Operierte sind schon 4 Wochen nach der Op in die Schule gegangen. Es gibt Erwachsene die nach 6-8 Wochen wieder fit waren. Aber auch solche die bis zu 6 Monate gebraucht hhaben sich von der Op zu erholen. Auch hier gibt es kEINE GARANTIEN!!!
Kann man nach Einsetzen des Implantates noch an MRT-Untersuchungen teilnehmen?
Ja, da Titan nicht magnetisierbar ist.
Grundsätzlich Kur nach Op? Nach welchem Zeitraum, wo, wie lange?
Das muss individuell entschieden werden.
Gruß Toni