Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Fragen zum Thema Wirbelsäulen OP's
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Raven
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Re: Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Beitrag von Raven » Fr, 09.08.2019 - 18:44

Hallo Malve,
Malve hat geschrieben:
Fr, 09.08.2019 - 08:08
Und wenn du einen höhenverstellbaren Schreibtisch hast, fragen deine Kollegen auch nach. Das ist ja auch in Ordnung. Ich geh heute auch sehr offen mit meiner Behinderung um, will aber ausdrücklich keine Rücksichtnahme, ich sage es, wenn ich etwas nicht kann.
klar, die Nachfragen kommen (kommen sie bei mir auch rasch: anderer Schreibtischstuhl, bei irgendeiner Aktivität nicht dabei/ nur zum Zusehen dabei, kann nicht mit anpacken ("hilf' bitte mal Stühle in den Seminarraum tragen" - kann ich klar nicht), oder die "wunderbare" Einstiegsfrage unter jungen Leuten, was mein Lieblingssport ist...).
Ich gehe damit auch offen um. Verschweigen, rumducksen oder gar lügen führt erst recht zu einem unpassenden Umgang mit einem.
Häufig hilft es, sich vorab schon zu überlegen, was man sagt; ich versuche, das nüchtern, informativ und nicht mitleidsweckend zu nennen (z.B. betonen, dass mir ein Stehschreibtisch oder ein anders geformter Schreibtischstuhl hilft und besser meinen Bedürfnissen entspricht als normale Büromöbel... ich möchte nicht, dass fälschlicherweise der Eindruck entsteht "oh je, die Arme muss stehen/ sitzt auf ihrem Stuhl (lehnenloser Kniestuhl) so komisch").

Was ich ebenso nicht mag: Mitleid/ unpassende "Schonung" durch andere. Tendenziell wollen mir Leute, die mich nicht gut kennen, nämlich Dinge ausreden, die ich in Wirklichkeit gut kann, sehen aber die tatsächlichen Probleme nicht. Hier bin ich konsequent: Ich sag's, wenn ich etwas nicht kann/ Hilfe möchte, basta.

Viele Grüße
Raven
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Re: Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Beitrag von uhu » Mo, 12.08.2019 - 19:32

Hallo,

ich habe auch im "Urschleim" 23 Jahre nach der OP angefangen.
Wichtig sind Krümmungsgrad und/oder Versteifungstrecke.
Ebenso wichtig ist eine Einschränkungsliste. Ich habe mich ca. acht Wochen beobachtet, was geht und was nicht: u. a. Freizeitdinge, die nicht funktioniern, habe ich aufgelistet (dabei immer mit Gleichaltrigen vergleichen). Z. B. geht Kino überhaupt nicht, oder Konzertbesuche mit Stehplätzen. Auch alltägliche Hausarbeiten wie Gardinenaufhängen, Bettbeziehen, usw. Gartenarbeit wäre auch ein gutes Thema.
Dem Orthopäden (einmal zum Röbi-Machen und nie wieder!) und dem Hausarzt habe ich meine Einschränkungsübersicht mitgegeben, damit sie "Futter" für Ihre Gutachten haben.
Laut Liste hätten es bei mir mind. 50 GdB werden müssen. Geworden sind es 40. Widerspruch. Abgelehnt. Klage - in der Klagebegründung steht nichts anderes als in meiner Widersprungsbegründung - nur halt in Juristendeutsch. Dann komlett neue Runde mit allen Ärzten. Ergebnis: 50G. :gut:

Achte darauf, daß Du einen unbefristeten Ausweis bekommst, sonst haste die Rennereien alle zwei Jahre und besser wird es definitiv nicht mehr.

Will sagen: Nur Mut und einem noch längerem Atem! Laß Dich weder vom Versorgungsamt, noch vor der Formularflut oder gar blöden Sprüchen abbringen. Der o. g. Orthopäde meinte zu mir: "Sie kriegen doch eh nichts" (mit Hinweis auf die Liste der Versorgungsmedizinische
Grundsätze) wurde er sehr kleinlaut. :D

Gruß uhu

PS: Die 40 hatte ich rückwirkend bis zur OP und die 50 rückwirkend zur Antragsstellung. Mit dem endgültigen Schriebs zum Finanzamt => habe vier (?) neue Steuerbescheide bekommen samt Rückerstattung.

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Re: Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Beitrag von Offdroddler » Di, 13.08.2019 - 15:46

Hallo,
ein genereller Tipp bei Ablehnungen: Immer die Unterlagen, Gutachten des MdK etc, die zur Ablehnung geführt haben, anfordern. Meist sieht man dann, dass sich niemand wirklich mit der individuellen Sache beschäftigt hat und kann daraus einen schönen Widerspruch formulieren.

Liebe Grüße
Offdroddler

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Re: Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Beitrag von uhu » Di, 13.08.2019 - 22:25

Mir ist auch noch was eingefallen: Falls die Röbi als CD vorhanden sind => nur Kopien versenden und diese, wie alles andere auch, mehr als eindeutig beschriften.
Falls Du eine weitere Stelle (Gutachter/RA/Beratungsstelle/o. ä.) kontaktieren willst/mußt, stehste sonst ohne da. Vorm Versorgungsamt bekommst Du (im Normalfall) alles zurück, aber erst, wenn alles endgültig abgeschlossen ist.

Ich hatte beim ersten Antrag gleich ganz dreist ein Foto mitgeschickt, das ich zum einen mit Fotoecken auf das Antragsanschreiben geklebt habe und zum anderen hinterdrauf beschriftet habe. Ein Foto wollten die anschließend mehrfach und ich konnte immer verweisen, daß es längst vorlag. (Kuriosum: Tag A kam die Aufforderung, eins einzusenden, und am Tag B war den Ausweis da => also über nix wundern.)

Gruß uhu

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Re: Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Beitrag von Raven » Di, 13.08.2019 - 23:05

uhu hat geschrieben:
Di, 13.08.2019 - 22:25
Mir ist auch noch was eingefallen: Falls die Röbi als CD vorhanden sind => nur Kopien versenden und diese, wie alles andere auch, mehr als eindeutig beschriften.
Kann ich bestätigen. Zudem würde ich diese nie im Original aus der Hand geben (gleiche Regel wie bei Zeugnissen).
PS: Die 40 hatte ich rückwirkend bis zur OP und die 50 rückwirkend zur Antragsstellung. Mit dem endgültigen Schriebs zum Finanzamt => habe vier (?) neue Steuerbescheide bekommen samt Rückerstattung.
Mein GdB wurde rückwirkend seit OP anerkannt.

Viele Grüße
Raven
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Re: Schwerbehindertenausweis 30 Jahre nach OP

Beitrag von Caroline B. » Sa, 28.12.2019 - 11:55

Offdroddler hat geschrieben:
Mi, 07.08.2019 - 09:34
Hallo Mary,

ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten, dass es scheinbar sinnvoll ist, ein Anschreiben beizulegen, aus dem hervorgeht, welche Einschränkungen man hat. Der GdB wird zwar grob nach der Diagnose vergeben, aber es geht um einen Nachteilsausgleich, der Nachteile, die man gleichaltrigen, nicht eingeschränkten Personen gegenüber hat, ausgleichen soll. Auch wenn Du derzeit meinst, dass Du keine großen Beschwerden hast, ist es sinnvoll eine nahestehende Person einzubeziehen, weil einem bisweilen nicht bewusst ist, was man „ungewöhnlich“ macht. In meinem letzten Antrag habe ich detailliert nach Teilbereichen (Körperpflege, Haushalt, Freizeit/Teilhabe...) meine Einschränkungen aufgeführt.
Es wäre auch sinnvoll, wenn der behandelnde Arzt einbezogenen wird, die Versorgungsämter (oder zuständigen Stellen) fragen dort an.
Ich hatte von 1993 bis 2017 bei einer Strecke von L3- S1 lediglich GdB 30. Bei allen Anträgen auf Neufeststellung wurde eine Höherbewertung abgelehnt. Eine Erwerbsminderung spielt zwar bei der Feststellung offiziell keine Rolle, verdeutlicht aber meine Einschränkungen, ich bin bereits seit 2006 Erwerbsminderungsrentner. Seit 2017 und einer Strecke von L1-S1 habe ich einen GdB 50.
Hier findest Du die Richtlinien zur Festlegung des GdB, ich weiß nicht, ob es eine aktuellere Ausführung gibt, da ich mich seitdem nicht mehr aktiv damit beschäftigt habe https://www.gesetze-im-internet.de/vers ... 00008.html

Ich wünsche Dir viel Erfolg und weiterhin wenig Beschwerden!
Offdroddler
Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich habe eine Freundin, bei der war es auch besser, dass sie noch eine Art Schreiben des Arztes beigelegt hat. OB er jetzt noch weitere Fragen beantwortet hat, weiß ich jedoch nicht. Alles Gute

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