Autsch, Lerchenschrei!
Ich hoffe sehr, dass Du nicht einer dieser Dresdner Fachleute bist, sondern nur Patient oder Außenstehender; denn in diesem bisschen Text sieht man ja schon Wissenslücken ohne Ende.
Schon mal versucht, einen kompakten Knochen irgendwie zu korrigieren? Wenn es bei Dir geklappt hat, bitte teile mir das mit. Bin sehr interessiert daran, wie das funktioniert.
Sollte eigentlich jedem - auf jeden Fall dem, der sich mal mit den Grundlagen von Schroth und damit auch den notwendigen Korrekturen im Korsett auseinandergesetzt hat - bekannt sein, um was es da geht.
Es geht darum, die durch Skoliose oder Hyperkyphose/-lordose hervorgerufene Beckenfehlstellung zu korrigieren, die quasi IMMER gegeben ist, weil sich eine Skoliose nicht nur auf die Wirbelsäule beschränkt, sondern sich zur Aufrechterhaltung eines optimalen Gleichgewichts durch den gesamten Bewegungsapparat zieht, von Kopf bis zu den Füßen inklusive und je nach Lage der Hauptkrümmungen besonders auch das Becken betreffend.
Hier geht es darum, das Becken aufzurichten wo notwendig (bei Hyperlordosen z.B. oder um Ausweichbewegungen zu verhindern), es seitlich hereinzuraffen, zu entdrehen ect. pp. Nix von wegen "kompakten Knochen korrigieren".
Du wirst in der Tat feststellen, dass das Becken noch mit am einfachsten zu korrigieren ist, weil Kippbewegungen des Beckens, seitliches heraus- und hereinschieben und das Verdrehen zu den normalen Bewegungsmöglichkeiten des Beckens gehören, was auch jeder Mensch ohne es extra lernen zu müssen kann (nur eventuell eben begrenzt oder nicht lange genug). Versuche mal im Gegensatz dazu einen Rippenbuckel hereinzuraffen; das gehört nicht zum normalen Bewegungsspektrum eines Menschen und ist deshalb entsprechend schwieriger.
Für was soll das gut sein. Die Basis einer geraden Wirbelsäule ist ein gerades Becken. Gebeugte Kniegelenke führen zu Beckenschiefstand! Bei Beckenschiefstand trotz durchgestreckter Kniegelenke werden Absatzbrettchen untergelegt
Hier geht es darum, zu verhindern, dass der Patient während des Gipsens ein Knie stärker beugt als das andere, wie das typisch für Skoliotiker ist; man verlagert das Gewicht auf ein Bein und das andere wird entsprechend so stark gebeugt, dass die Hüfte in eine Position kommt, wie es skoliotisch am bequemsten ist, sei es mit oder ohne Beinlängendifferenz, bei beidem der Fall.
Der Patient steht beim Gipsen nicht frei mit gebeugten Knien da, sondern er lehnt mit den Knien auf einer Stange. Verkürzungsausgleiche werden dabei entsprechend berücksichtigt und eingestellt.
Bilder vom Gipsabdruck wie er bei Rahmouni gemacht wird sind z.B. hier zu sehen
http://www.rahmouni.de/skoliose/rumpforthese.htm und falls Du ein Skoliose-Fachmann sein solltest, kennst Du sicherlich diese
Publikation hier, in der eine detaillierte Beschreibung von Herrn Rahmouni über seine Vorgehensweise zu finden ist.
Mit durchgestreckten Knien (als Gegenteil von leicht gebeugt), kann das Becken auch nicht aufgerichtet werden, was die Grundlage des physiologischen Stehens ist. Ob bei Schroth oder beim Gipsen, das Becken als Grundlage Basis der Korrektur muss korrigiert werden, und dafür sind durchgestreckte Knie nicht dienlich.
Ich blätter hier schon eine ganze Weile in diesem Forum und so langsam bekomme ich das Gefühl, einige Nutzer glänzen hier nur mit Unwissenheit, falschen Behauptungen und Klugscheißereien.

Muss ich Dir wohl notgedrungen zustimmen, nach Deinem Beitrag hier. Das war wohl eher ein Satz mit X.
In welcher Weise hast Du denn mit Skoliose-Korsett-Versorgungen zu tun? Hoffentlich kein Fachmann!
