Erwartungen an eine Adultkorsetttherapie

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Scout
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Erwartungen an eine Adultkorsetttherapie

Beitrag von Scout »

Hallo,

ich habe Dalia's, Bommenate's, Lilly's und Sandy's Threads über ihre Korsettalltage gelesen und muss sagen, dass ich sehr beeindruckt bin. Es ist fantastisch, dass Ihr Euch alle so nett unterstützt und einander Mut zusprechts.

Ich werde bald selber ein Rahmounikorsett bekommen und habe mich nun gefragt, was ich mir von und vorallem nach dieser Therapie erwarten kann und was nicht. Ich bekam bereits mit 16 Jahren ein Nachtkorsett, aber das zu tragen war für mich ein Alptraum (Atembeschwerden, Schmerzen, Panikattacken, ...). Nun bin ich zehn Jahre älter und möchte meiner Wirbelsäule etwas Gutes tun. Aber ich will auch nicht enttäuscht werden und daher keine hohen Erwartungen erwecken, sondern mir ein realistisches Ziel vor Augen halten.

Wie ich aus den verschiedenen Threads herausgehört habe, befürworten die meisten User ein Rahmouni-Korsett und KG nach Schroth. Beides hat mir mein Arzt verschrieben, somit bin ich wahrscheinlich schon auf dem richtigen Weg. Aber was genau kann ich am Ende nach z.B. zwei Jahren erwarten? Verbessern sich die Gradzahlen? Erhöhen sich die Schmerzen? Wird der Status-Quo gehalten? Gibt es in Fachjournals auch Studien darüber wie sich eine Adulttherapie auf Verlauf und Stabilität auswirkt? Gibt es dauerhafte Erfolge?

Ich weiss, dass die meisten in anderen Threads immer wieder auf ähnliche Fragen geantwortet haben. Sorry, wenn ich also unnötigerweise einen neuen Thread kreiiert habe. Aber ich dachte, vielleicht kann man die verschiedenen Meinungen hier zusammenfassen.

Vielen Dank und viele Grüsse,
Scout
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Scout hat geschrieben:Beides hat mir mein Arzt verschrieben,
Ein weiterer Orthopäde, der ein Korsett für einen Erwachsenen mit 26 verschreibt.!
Ist sicherlich für Dalias [Sammlung] München interessant.

Gruss
Klaus
Scout
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Beitrag von Scout »

Hallo Klaus,

... hihi ... ich habe seinen Namen und seine Adresse aus Dalia's Sammlung gemopst. ;)

Scout
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

ja, ja, aber es wäre gut, es in der Sammlung zu betonen, dass dieser Orthopäde für Dich Erwachsenen ein Korsett verordnet hat.

Das ist wichtig, weil es offenbar nach unserem Wissenstand sonst nur Dr. Hoffmann macht!

Gruss
Klaus
Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

Hallo Scout,

ein herzliches Willkommen auch von meiner Seite!

Du machst mich neugierig. Wir haben hier in München einen Arzt, der ein Rahmouni verschreibt???? Ich bin sprachlos.

Hast Du nicht Lust etwas mehr über ihn zu schreiben? (Wirbelsäulenganzaufnahmen, warum Adult-korsett, etc.)

Ich trage mit großem Erfolg auch ein Rahmouni-Kyphosenkorsett, 23h/Tag, und bin inzwischen (fast) gerade, allerdings nur mit.

Viele Grüße,

Karlson
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Reinhard K. Sprenger
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Dalia
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Hallo Scout,

bin im Moment ganz erschlagen von meinem Beruf, aber ich wollte hier mal kurz verkünden, dass ich mich sehr über deine Ankunft hier gefreut habe, noch ein Adult-User mehr! Das mit dem Münchner Arzt fand ich auch interessant. Karlson, Scout hat zum Arzt dort etwas geschrieben:

http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=3012

Es gibt noch keine Langzeiterfahrungen von Adult-Usern, somit sind wir alle quasi "Versuchskaninchen". ICH bin optimistisch und glaube nicht an pessimistischen Kommentare wie größere Progredienz in Folge der Adult-Korsetttherapie.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Beitrag von Kypho60 »

Dalia hat geschrieben:Es gibt noch keine Langzeiterfahrungen von Adult-Usern, somit sind wir alle quasi "Versuchskaninchen".
(alles folgende gilt nur für Erwachsene)

Hallo Dalia, ich vermute, das bezieht sich nur auf Korrektur-Orthesen.

Aber wie sieht es mit Erfahrungen von Stützkorsetten aus ?
Dr. Steffan hat früher z.B. geschrieben, dass er Adult-Korsetts bei Schmerzen verschreibt.

@ Dr. Steffan: Über wie viele Korsett-Patienten mit Schmerzen liegen Erfahrungen vor. Wie verläuft die Behandlung (Dauer, tägl. Tragezeit, Komplikationen, Schmerzstärke ohne / mit Korsett, Zustand nach Abschulung etc.)

Auch in den USA werden wohl zahlreiche Schmerz-Patienten mit "braces" versorgt. Hat hier jemand Infos bzgl. der von Scout angesprochene Fragen?

Würde mich auch brennend interessieren.

Gruß
Kypho 60

PS. Mir fällt gerade ein, dass ich mal eine recht kontrovers Diskussion (ich glaube im dt. Ärzteblatt) verfolgt habe. Aber da ging es um Mieder und Bandagen. So etwas meine ich hier aber nicht.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Kypho60 hat geschrieben:Aber wie sieht es mit Erfahrungen von Stützkorsetten aus ?
........Aber da ging es um Mieder und Bandagen. So etwas meine ich hier aber nicht.
Hallo Kypho 60,

also Stützkorsette sind Kompressions-Orthesen.
Im Sprachgebrauch ist da manchmal auch von festen Bandagen die Rede.
Oder wie es bei www.ormed.de bei der LumboStar heisst:

Wichtig:
Die Kompressionsorthese LUMBOstar besteht aus unelastischen Komponenten für sichere Stabilität und hohe Entlastung. Deshalb ist die Wirkung mit einer elastischen Versorgung (z.B. Bandage) nicht vergleichbar.


Die Diskussion über dieses Thema wird hier immer wieder geführt und endet auch wieder ganz schnell.

Offenbar gibt es da wenige konkrete Erfahrungen, insbesondere wenn es über die Schmerzkomponente hinausgeht.
Jüngstes Beispiel: die nicht empfohlene Tragezeit während der Nacht, was z.Bsp. bei mir eine vorstellbare Indikation wäre, meine tiefsitzende Kyphose in der nächtlichen Seitenlage "einzudämmen".
Auch tagsüber könnte ich mir eine "Haltungsverbesserung" aufgrund meiner ("leider") hohen Beweglichkeit vorstellen.
Die Schmerzkomponente ist bei mir gering (Stärke 2 auf Skala 0-10), aber auch höher, wenn in falscher Alltags-Haltung intensivere Bewegungen ausgeführt werden.

Insofern bin ich sehr daran interessiert, was neben der Schmerzreduzierung (dauerhaft ?, auch bei kurzfristigem Nicht-Tragen?) noch als positive Nebenwirkung auftreten kann.

Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass die Muskelaktivität in einer Kompressions-Orthese sehr viel geringer ist, als in einer Extensions-Orthese. Allerdings habe ich in einem Test gemerkt, dass durch meine grundsätzlich hohe Beweglichkeit noch genügend Spiel da war, mich zusätzlich aufzurichten. Sozusagen eine erweiterte feste Mahn-Bandage. (siehe auch entsprechenden aktuellen Post)

Gruss
Klaus
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Silas
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Schroth KG

Beitrag von Silas »

Hallo Scout,

es ist nicht möglich, eine allgemeingültige Aussage zu Deiner Frage zu treffen, bei jedem sieht es etwas anders aus.

Bei mir sieht das Ergebnis nach einem Jahr ungefährt so aus:

- die als fixiert eingestufte WS ist wieder wesentlich beweglicher
- der Rippenbuckel ist fast komplett weg
- die Haltung ist wesentlich besser
- teilweise Aufrichtung der Verkrümmung
- Verbesserung des Zustands von Hüft- und Kniegelenken

- die Schmerzen sind an einigen Stellen anders, allerdings ist die Schmerzsituation weiterhin unbefriedigend
- die Lungenfunktion hat sich nicht verbessert

Viele Grüße
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
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