Der erste Urlaub mit und im Korsett
Verfasst: Sa, 04.06.2005 - 13:13
Es war Anfang Mai als ich mit einigen Bekannten an den Wörthersee in Österreich fuhr um dort eine Woche Urlaub zu verbringen. Mein Rahmouni Korsett hatte ich erst einige Tage zuvor abgeholt und ich dachte mir, ich nehme es doch am Besten gleich mit um mich in dieser Urlaubswoche daran zu gewöhnen und um die Anfangsphase besser bewäligen zu können.
Die Koffer wurden gepackt und auf gings Richtung Süden. Da wir sehr früh morgens losfuhren und ich das Korsett die Nacht über getragen hatte beschloss ich, es doch für die Autofahrt gleich anzulassen. Meine Versicherung hatte von Anfang an grünes Licht im Bezug auf das Autofahren mit Korsett gegeben (besser fragt man vorher als das es im Schadensfall ein böses Erwachen gibt!)
Das mein Auto über eine Automatikschaltung verfügt wurde mir gleich positiv bewußt - den rechten Arm konnte ich ganz entspannt auf der Mittelarmlehne abstützen
. (Mittlerweile fahre ich mit unserem Firmen-LKW aber auch mit einem Schaltgetriebe ohne größere Probleme)
Die ersten zwei Stunden Autofahrt gingen rum und ich merkte zunehmend einen stechenden Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Kurz darauf half alles "Zähne zusammenbeißen" nichts mehr. Ich mußte auf einem Ratsplatz anhalten und mich aus dem Korsett befreien. Da die mitreisenden Freunde bis dahin nichts von meiner Korsett-Therapie wußten hies es erst einmal den Bekannten die notwendigkeit dieser Orthese zu erklären... (wieso,weshalb,warum...)
Befreit aus dem Schraubstock ging es weiter in Richtung München. In der Ferienwohung angekommen viel ich tot ins Bett und schlief auch gleich ein. Wieder aufgewacht kreisten meine Gedanken gleich wieder ums Korsett und ich bschloss es mir wieder anzuziehen. Oh schitt - der Schmerz war sofort wieder da
! "Was soll´s, daß wird wohl normal sein", dachte ich mir und so riss mich zusammen und sammelte meine Kräfte um mich mit meinen Freunden an den Esstisch zu setzen. Ich hatte nichts über dem Korsett angezogen und so wurde ich natürlich unter einigen prüfenden Blicken mit Fragen überschüttet. Ich beantwortete diese gerne, schließlich braucht man sich ja wegen seiner Krankheit nicht zu verstecken, hm!
Es wurde beschlossen, in den ca. 3 km entfernten Ort Reifnitz zu laufen und ich stimmte zu. Etwas "Angst" hatte ich ja schon davor mitzulaufen - ich hatte bisher noch keinerlei Erfahrungen mit einem Ausflug zu Fuss machen können.
Gesagt getan - los gings. Die ersten zwei km schlug ich mich wacker aber dann wurden die Schmerzen fast unerträglich
. Ich mußte anhalten und mich, an den "Pelottenhörnchen" festhaltend im Korsett hochziehen. Das brachte auch etwas Linderung aber kurz darauf kam zu meiner großen Erleichterung eine Sitzbank zu ausruhen. Einige Minuten später konnte ich den Marsch wieder fortsetzen.
In Reifnitz angekommen gingen wir erst einmal in einen Biergarten um uns auszuruhen. Meine Schmerzen im Lendenwirbelbereich waren zu diesem Zeitpunkt fast unerträglich aber was sollte ich machen - ausziehen ging ja wohl nicht
!? Wir bestellten uns was zum Essen und ich dachte mir, ich gehe vorher noch meinem menschlichen Bedürfnis eines Toilettenbesuches nach. Oh weh, ich glaube ich habe mich in einer öffentlichen Toilette noch nie so beklemmend gefühlt und mich derart verrenken müssen um ...
. Einmal ist immer das Erste mal - die Feuertaufe war hiermit also auch überstanden und das ohne das Korsett ausgezogen zu haben!!!
Stunden später machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, zurück in die FeWo. Jede nur zur Verfügung stehende Ruhemöglichkeit (Bank, Bordstein, Holzstamm usw.) nahm ich mir zum Anlass mich hinzusetzen. Eine spürbare Erleichterung meiner Schmerzen konnte ich aber nicht verzeichnen.
Ca. 1 km vor dem Ziel mußte ich die Korsettverschlüsse aufmachen und lockern - aus,fertig,Feierabend! Ich schleppte mich also noch den restlichen Weg um dann erneut auf´s Bett zu fallen - fix und fertig. Ich zog das Korsett aus und betrachtet mich im Spiegel. Ein riesiger roter Fleck zierte meinen Rücken - genau dort wo der Krümmungswinkel am stärksten ist. Das meinte Herr Rahmouni also mit seinem "sichtbaren Abdruck"
.
Ende Teil 1
Bis demnächst, viele Grüsse
an alle Leidensgenossen
(und selbstverständlich auch
alle Leidensgenossinnen
),
Euer MB74
Die Koffer wurden gepackt und auf gings Richtung Süden. Da wir sehr früh morgens losfuhren und ich das Korsett die Nacht über getragen hatte beschloss ich, es doch für die Autofahrt gleich anzulassen. Meine Versicherung hatte von Anfang an grünes Licht im Bezug auf das Autofahren mit Korsett gegeben (besser fragt man vorher als das es im Schadensfall ein böses Erwachen gibt!)
Das mein Auto über eine Automatikschaltung verfügt wurde mir gleich positiv bewußt - den rechten Arm konnte ich ganz entspannt auf der Mittelarmlehne abstützen
Die ersten zwei Stunden Autofahrt gingen rum und ich merkte zunehmend einen stechenden Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Kurz darauf half alles "Zähne zusammenbeißen" nichts mehr. Ich mußte auf einem Ratsplatz anhalten und mich aus dem Korsett befreien. Da die mitreisenden Freunde bis dahin nichts von meiner Korsett-Therapie wußten hies es erst einmal den Bekannten die notwendigkeit dieser Orthese zu erklären... (wieso,weshalb,warum...)
Befreit aus dem Schraubstock ging es weiter in Richtung München. In der Ferienwohung angekommen viel ich tot ins Bett und schlief auch gleich ein. Wieder aufgewacht kreisten meine Gedanken gleich wieder ums Korsett und ich bschloss es mir wieder anzuziehen. Oh schitt - der Schmerz war sofort wieder da
Es wurde beschlossen, in den ca. 3 km entfernten Ort Reifnitz zu laufen und ich stimmte zu. Etwas "Angst" hatte ich ja schon davor mitzulaufen - ich hatte bisher noch keinerlei Erfahrungen mit einem Ausflug zu Fuss machen können.
Gesagt getan - los gings. Die ersten zwei km schlug ich mich wacker aber dann wurden die Schmerzen fast unerträglich
In Reifnitz angekommen gingen wir erst einmal in einen Biergarten um uns auszuruhen. Meine Schmerzen im Lendenwirbelbereich waren zu diesem Zeitpunkt fast unerträglich aber was sollte ich machen - ausziehen ging ja wohl nicht
Stunden später machten wir uns dann wieder auf den Heimweg, zurück in die FeWo. Jede nur zur Verfügung stehende Ruhemöglichkeit (Bank, Bordstein, Holzstamm usw.) nahm ich mir zum Anlass mich hinzusetzen. Eine spürbare Erleichterung meiner Schmerzen konnte ich aber nicht verzeichnen.
Ca. 1 km vor dem Ziel mußte ich die Korsettverschlüsse aufmachen und lockern - aus,fertig,Feierabend! Ich schleppte mich also noch den restlichen Weg um dann erneut auf´s Bett zu fallen - fix und fertig. Ich zog das Korsett aus und betrachtet mich im Spiegel. Ein riesiger roter Fleck zierte meinen Rücken - genau dort wo der Krümmungswinkel am stärksten ist. Das meinte Herr Rahmouni also mit seinem "sichtbaren Abdruck"
Ende Teil 1
Bis demnächst, viele Grüsse
an alle Leidensgenossen
(und selbstverständlich auch
alle Leidensgenossinnen
Euer MB74