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BeitragVerfasst: Sa, 25.08.2018 - 21:27 
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Registriert: Fr, 24.08.2018 - 19:36
Beiträge: 3
Geschlecht: männlich
Diagnose: Kyphose 55°
Hallo zusammen,

meine Krankenkasse (IKK Classic) hat bereits zum zweiten Mal eine Kostenübernahme für ein Kyphosekorsett abgelehnt (zuerst im Sommer 2017 und diesen Sommer schon wieder). Ich habe vor einigen Wochen auch schon Widerspruch erhoben, muss die Begründung jedoch noch nachreichen. Leider weiß ich nicht genau, was ich rein schreiben soll und würde mich deshalb über ein wenig Unterstützung freuen. Die Krankenkasse hat mir auch das Gutachten des MDK zugeschickt (siehe unten).

Zu meiner Person:
Ich bin 34 Jahre alt und hatte bereits in der Vergangenheit zwei Rahmouni Korsetts. Ende 2005 bekam ich mein erstes Korsett. Es richtete meine Wirbelsäule von 55° auf 38° auf und obwohl es sehr eng war, konnte ich es dennoch nahezu den ganzen Tag (und Nacht) durch tragen. Das Korsett hat mir wirklich gut getan, auch wenn es manchmal störend war (z.B. während oder nach dem Essen). Jedem in meinem Umfeld ist meine Wirbelsäulenkorrektur sofort positiv aufgefallen. Nach etwa 3 Jahren hat mir Dr. Hoffmann ein neues Korsett verschrieben (auch dieses wurde ohne Probleme von der Krankenkasse genehmigt). Er meinte damals, dass bei mir noch mehr geht. Außerdem ist mir das damalige Korsett etwas eng geworden. Das neue Korsett bekam ich Ende 2008. Es richtete mich nur noch auf 45° auf. Leider hat es von Anfang an nicht gepasst. Ich konnte es keine Stunde tragen, ohne Schmerzen darin zu haben. Ich war damals etwa 5-10 Mal bei Herrn Rahmouni, um es entsprechend anzupassen, aber irgendwie schien es einfach eine Fehlkonstruktion zu sein. Es bohrte sich in die Wirbelsäule rein ohne mich signifikant aufzurichten. Nachts darin zu schlafen war eine Qual. Nach etwa 6 Monaten habe ich es aufgegeben. Irgendwie schien Herr Rahmouni damals auch kein Interesse mehr gehabt zu haben, etwas zu tun (machte auf mich einen sturen Eindruck). Das hat mich ziemlich runter gezogen. Darüber hinaus war ich damals mitten in meiner Diplomarbeit und hatte sehr viel um die Ohren. Seit 2009 habe ich das Korsett nicht mehr getragen.
Ich habe immer sehr viel Sport betrieben (Judo, Laufen, MTB, Home Fitness) und konnte meine Rückenschmerzen minimieren, jedoch ist meine Rückenmuskulatur immer sehr verspannt, wenn ich irgendwo über 1-2 Stunden stehen muss (z.B. Kochen, Abwaschen, Fahrrad putzen). Das kann abends nach einem langen Tag sehr unerträglich werden. In den letzten Jahren haben die Schmerzen leider zugenommen, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, wieder ein Korsett zu tragen (ich sehe sonst keine andere Option). Natürlich habe ich mein altes Korsett wieder anprobiert und versuche es zu tragen, aber es sind die gleichen Beschwerden wie damals.

2017 war ich nach ca. 8 Jahren zum ersten Mal wieder bei Dr. Hoffmann. Meine Wirbelsäule wurde vermessen, 55° ohne Korsett. Er hat mir natürlich sofort ein neues Korsett verschrieben. Ich habe ihm auch erklärt, dass das zweite Korsett von damals nie wirklich gepasst hat. Das konnte er nachvollziehen und meinte, dass auch andere Patienten in der Vergangenheit Probleme mit ihren Korsetts hatten. Leider wurde die Kostenübernahme abgelehnt. Meinen Widerspruch hat man ebenfalls abgelehnt mit der Begründung, dass man die Kosten bei Erwachsenen nicht übernehme und die Schmerzen mit einer Schmerztherapie behandelt werden. Hier ein Teil der Begründung:
Zitat:
(...) Beurteilung:
Vom Versicherten wird angegeben, Ziel er Behandlung sei u. A. Schmerzreduktion. Aus dem Widerspruchsschreiben des Versicherten ergeben sich keine neuen medizinischen Aspekte, hier kommt eine suffiziente schmerztherapeutische Behandlung sowie Heilmittelanwendung auf Rezept in der notwendigen Intensität in Betracht. Dem Widerspruch kann nicht abgeholfen werden.
Ergebnis: Medizinische Voraussetzung für die Leistung nicht erfüllt. (...)

Daraufhin hat mir Dr. Hoffmann im Juni 2018 ein weiteres Korsett verschrieben. Die Kostenübernahme hat die Krankenkasse auch dieses mal abgelehnt. Wie bereits oben erwähnt, habe ich Widerspruch erhoben. Ich weiß nun aber wirklich nicht, was ich für eine Begründung nennen soll. Fakt ist, ich hätte damals beim zweiten Korsett auch nach dem ca. 10. Mal weiterhin zu Rahmouni gehen sollen, bis man das Korsett passend gemacht hätte. Da bin ich zugegebenermaßen selbst schuld. Ich habe bzgl. der Ablehnung mit Herrn Harzer vom Sanitätshaus Rahmouni gesprochen und ihm auch erklärt weshalb ich das zweite Korsett irgendwann nicht mehr getragen habe. Er schien sofort verstanden zu haben, was am Korsett "falsch" war. Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass ein Rahmouni Korsett die richtige Wahl ist. Das erste Korsett war wirklich das Beste was mir damals passieren konnte.
Ich denke, dass meine Krankenkasse u. A. wegen der zeitlichen Lücke, in der ich das Korsett nicht getragen habe, die Kostenübernahme für ein Weiteres ablehnt. Deren hauseigener Orthopädie-Techniker hat ein Korsett von Softec Dorso empfohlen. Als ich die Bilder im Internet davon sah, dachte ich nur Ohje. Herr Harzer von Rahmouni schien auch nicht begeistert davon zu sein.
Ich versuche die Praxis von Frau Dr. von Richthofen seit mehr als 8 Wochen zu erreichen, doch leider geht immer nur der Anrufbeantworter ran. Auf eine E-Mail warte ich auch schon über 4 Wochen. Das fängt ja gut an mit der Nachfolge :D.

Über Vorschläge, wie ich meine Krankenkasse doch noch überzeugen könnte, die Kosten zu übernehmen, wäre ich sehr dankbar. Ich bin leider nicht gut im Verfassen von solchen Schreiben.

Viele Grüße
Benjamin



Gutachten des MDKs:
Zitat:
Beratungsanlass:
Korrigierende Kyphosenrumpforthese nach Gipsabdruck.

Mitgeteilte Diagnosen:
Hyperkyphose 58°, progredient

Kurze Zusammenfassung und sozialmedizinische Beurteilung:
Ärztl. verordnet wird eine korrigierende Kyphosenrumpforthese mod. nach Rahmouni nach Gipsabdruck, hier als Neuversorgung wegen Körperveränderung bei oben genannter Diagnose. Kostenübernahme wird beantragt für HMV Nr. 23.15.31.0900, Reklinationsorthese.

Reklinationsorthesen (HMV Nr. 23.15.31.0) bestehen aus Kunststoff mit einer Metallrahmenkostruktion und umfassen rahmenartig den Rumpf. Im vorderen Bereich reicht der Rahmen der Reklinationsorthesen vom Schambein bis zum Brustbein/Schlüsselbeinansatz. Im hinteren Bereich befindet sich eine große Lumbalpelotte. Durch die vordere Rumpfabstützung und die Lumbalpelotte wird nach dem Dreipunkte-Korrekturprinzip eine Reklination des oberen Wirbelsäulenbereichs erreicht, wobei ein Halten in Extension erwünscht ist. Ferner werden je nach Anfertigung Flexion, Seitenneigung und Rotation verhindert.
Sie können zum Einsatz kommen laut Hilfsmittelverzeichnis zur Reklination und Verhinderung der Flexion der Wirbelsäule, z.B. bei stabilen Wirbelkörperfrakturen. Eine solche Konstellation ist aus den Unterlagen nicht ableitbar.

Skolioseorthesen (HMV Nr. 23.15.31.1) bestehen aus Kunststoff mit einer Metallrahmenkonstruktion als Kombination zwischen Stangen- und Schalenbauweise oder nur aus Kunststoff in Form einer Schalen- oder Modulbauweise. Auch hierbei spielen aber Metallverbindungen zwischen den Modulen eine bedeutende Rolle. Alle verwendeten Teile sind starr oder starrelastisch.
Diese Orthesen umfassen den Rumpf vollständig, wobei sie immer gefenstert gearbeitet werden. Einige Bauformen sind zusätzlich mit einem Halsring versehen, der einen mahnenden und wirbelsäulenaufrichtenden Effekt hat. Skolioseorthesen wirken in drei Ebenen durch Derotation der Wirbelsäule. Dabei werdendie konkaven Wirbelkörperanteile entlastet und die konvexen belastet. Die Korrekturpelotten werden je nach Art und Lokalisation der Skoliose gestaltet und angebracht. Sie sind verordenbar zur Derotation und Korrektur der Wirbelsäule bei einer Skoliose von 20-50° nach COBB, nur während des Wachstums.
Eine solche Konstellation ist aus den Unterlagen nicht ableitbar. Bei dem 34-jährigen Versicherten ist die Wachstumsphase abgeschlossen.

In der Zusammenfassung kann aus sozialmed. Sicht auf der Basis der vorliegenden Unterlagen eine Leistungspflicht der GKV hier nicht abgeleitet werden.


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BeitragVerfasst: So, 26.08.2018 - 10:00 
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Diagnose: Skoliose
Therapie: 3x Reha (2005, 2007, 2009),
Cheneau-Korsett 12/2006-01/2008,
Rahmouni-Korsett 02/2008-10/2015
Hallo Benjamin,

mein damaliges 1. Korsett wurde mit der gleichen Begründung abgelehnt.
Bei mir hat damals die Begründung des Arztes inkl. Bilder geholfen, inkl. vieler vieler Telefonate.

Was mir sonst noch einfällt:
- kann man nicht über Rahmouni den Kontakt in die Praxis herstellen?
- VDK beitreten oder wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, den Weg der Klage bestreiten
- definitiv Krankenkasse wechseln (brauchst aber nicht mit zu drohen, die sind wahrscheinlich froh, wenn du weg bist)
- wie hoch wäre denn der Differenzbetrag zwischen dem Rahmouni-Korsett und dem, dass dir genehmigt werden würde? Vielleicht ginge es, dass du die Differenz zahlst?

Drücke dir die Daumen!

LG
minimine


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BeitragVerfasst: Mo, 27.08.2018 - 09:22 
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Hallo Benjamin,

Zitat:
In den letzten Jahren haben die Schmerzen leider zugenommen, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, wieder ein Korsett zu tragen (ich sehe sonst keine andere Option).

Eine Korsett-Therapie ohne gleichzeitigen gezielten Muskelaufbau z.Bsp. durch Schroth KG / Schroth REHA ist nicht sinnvoll.
Ist denn nie von einem sozusagen eigenen Muskelkorsett die Rede gewesen?
Zitat:
Ende 2005 bekam ich mein erstes Korsett. Es richtete meine Wirbelsäule von 55° auf 38° auf ........2017 war ich nach ca. 8 Jahren zum ersten Mal wieder bei Dr. Hoffmann. Meine Wirbelsäule wurde vermessen, 55° ohne Korsett

Dein ungezielter "sehr viel Sport" hat offensichtlich nichts zur Verbesserung Deiner Situation beigetragen.

Gruß
Klaus


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BeitragVerfasst: Di, 28.08.2018 - 21:23 
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Registriert: Fr, 24.08.2018 - 19:36
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Geschlecht: männlich
Diagnose: Kyphose 55°
minimine hat geschrieben:
Hallo Benjamin,

mein damaliges 1. Korsett wurde mit der gleichen Begründung abgelehnt.
Bei mir hat damals die Begründung des Arztes inkl. Bilder geholfen, inkl. vieler vieler Telefonate.

Was mir sonst noch einfällt:
- kann man nicht über Rahmouni den Kontakt in die Praxis herstellen?
- VDK beitreten oder wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, den Weg der Klage bestreiten
- definitiv Krankenkasse wechseln (brauchst aber nicht mit zu drohen, die sind wahrscheinlich froh, wenn du weg bist)
- wie hoch wäre denn der Differenzbetrag zwischen dem Rahmouni-Korsett und dem, dass dir genehmigt werden würde? Vielleicht ginge es, dass du die Differenz zahlst?

minimine

Hallo Minimine,

ich habe endlich einen Termin bei Frau Dr. von Richthofen bekommen. Ich werde Sie dann bitten, mir die Bilder und den Bericht, den Dr. Hoffmann an das MDK schickte, zu geben, damit ich es an meine Krankenkasse weiterleiten kann. Diese haben nämlich aus Datenschutzgründen keinen Zugriff drauf. Mit meiner Krankenkasse habe ich bereits vor einigen Wochen telefoniert. Es führte dazu, dass die Mitarbeiterin beim hauseigenen Orthopädietechniker nachfragte und dieser letztendlich ein Softec Dorso empfohlen hat. Die Krankenkasse hat mir bisher nicht mitgeteilt, ob und wie viel sie an Kosten für ein Rahmouni-Korsett übernehmen würden. Ein Softec Dorso kostet ca. 600€, dazu noch die Kosten für das Anpassen durch einen Orthopädietechniker. Das sind insgesamt definitiv unter 1000€. Was kostet denn ein Rahmouni Korsett? Ich habe 3000€ im Kopf.

Ich weiß leider nicht, wie ich die Krankenkasse überzeugen kann, mir ein drittes Korsett zu zahlen, nachdem ich wieder bei 55° gelandet bin (nach mehreren Jahren ohne Korsett-Therapie). Ich denke, das ist genau der Punkt, wo sie sich quer stellen und nicht weiter zahlen möchten. Eine Rechtsschutzversicherung habe ich, diesen Weg wollte ich dennoch erst einmal vermeiden.

Gruß
Benjamin


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BeitragVerfasst: Di, 28.08.2018 - 22:17 
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Registriert: Fr, 24.08.2018 - 19:36
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Diagnose: Kyphose 55°
Klaus hat geschrieben:
Eine Korsett-Therapie ohne gleichzeitigen gezielten Muskelaufbau z.Bsp. durch Schroth KG / Schroth REHA ist nicht sinnvoll.
Ist denn nie von einem sozusagen eigenen Muskelkorsett die Rede gewesen?

Hallo Klaus,

ich möchte jetzt hier nicht auf die Details eingehen, da es etwas am Thema vorbei ist.
Ich mache (meines Erachtens) genug Übungen für meine Rücken- und Rumpfmuskulatur, insbesondere die Rückenstrecker (Laufen und Fahrradfahren zähle ich nicht dazu). Das habe auch schon vor meinem ersten Korsett gemacht. Dr. Hoffmann hat es damals nicht für nötig empfunden, mich in eine Schroth REHA zu schicken bzw. mir Schroth KG zu verschreiben. Ich werde Frau Dr. von Richthofen dennoch beim nächsten Termin darauf ansprechen.

Klaus hat geschrieben:
Dein ungezielter "sehr viel Sport" hat offensichtlich nichts zur Verbesserung Deiner Situation beigetragen.

Vielleicht würde es mir ohne meinen "ungezielten Sport" noch schlechter gehen. ;)

Gruß
Benjamin


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