Erwachsenenkorsett

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Tammi
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von Tammi » Mo, 13.06.2016 - 18:16

Hallo Claudia,

deine Rotationswerte finde ich nicht besonders hoch bei den Krümmungswinkeln. Zum Vergleich: Ich hatte letztes Jahr, vor dem Wechsel zu CCtec, -12 Grad lumbal und 3 Grad thorakal bei 32 bzw. 28 Grad.
Ich bin laut Schroth (alte Klassifikation) übrigens auch 4-bogig und soll auch thorakal asymmetrisch arbeiten, habe bei CCtec allerdings auch kurze Korsis bekommen, da ich thorakal im Röntgenbild gar keine Rotation habe. Die beiden neusten Korsettversuche berücksichtigen allerdings trotz der Kürze die thorakale Krümmung, das hat das letzte fast gar nicht getan. Ich habe jetzt thorakal nach links Freiraum, etwas mehr Druck und die linke Schulter wird leicht angehoben, sodass meine Schultern sich im Korsett auf gleicher Höhe befinden. In meinem Thread habe ich auch Bilder gepostet, wenn du neugierig bist, kannst du dir die ja mal anschauen. Aktuell bin ich noch nicht sicher, ob ich die Korsetttherapie fortsetze, da ich bei beiden Versuchen für das neue Korsett unlösbare Nervenprobleme im LWS-Bereich bekommen habe, auch bei nahezu keinem Druck mehr, aber das erste Jahr war ein voller Erfolg. Im Laufen kippe ich wohl noch etwas nach links, ansonsten gar nicht mehr, die Rotation ist wohl besser, wie viel weiß ich noch nicht, versuche aktuell, einen Termin bei Dr. Wilke zu bekommen, die Haltung ist sehr viel besser, die Korrektur hält sich erstaunlich gut und ich kann wieder länger schmerzfrei stehen.
Ich drücke dir die Daumen, dass es bei dir mit CCtec auch so gut klappt.
Auf deine Frage bzgl. deiner Tochter weiß ich leider keine Antwort. Frag doch nochmal Dr. Steffan.

Liebe Grüße
Tammi
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von mick » Mo, 13.06.2016 - 19:49

Hallo Claudia,

danke für Deinen Bericht!
Tammi hat geschrieben:deine Rotationswerte finde ich nicht besonders hoch bei den Krümmungswinkeln.
Sehe ich genauso. Auch mal meine zum Vergleich: Rotation von ca. 8° bei 35° Cobb lumbal und Rotation von anfangs 1-2° (beim letzten Mal bei Dr. Wilke allerdings 4°) bei ca. 28° thorakal.
claudivo hat geschrieben:@Mick: Ja, ich wurde ohne Korsett geröntgt. Es ging ja nicht um ein Kontrollröntgen zum Nachsehen, wie das Korsett sitzt.
Ich frage aus Interesse, weil mein Röntgenbild so alt ist und ich schätze, dass ich demnächst auch mal ein neues Bild brauche: Musstest Du dann vorher eine bestimmte Zeit (einige Tage oder Wochen) Dein Korsett auslassen? Oder hast Du es quasi direkt vor dem Röntgen ausgezogen?
claudivo hat geschrieben:Der Termin bei Herrn Vogel ging recht schnell. Nach einem kurzen Gespräch wurde ich vermessen und fotografiert. Laut seiner Aussage bekomme ich (wahrscheinlich) ein kurzes Korsett. Ich laufe unter Lumbalskoliose. Die thorakale Krümmung könne man, da kaum Rotation, quasi vernachlässigen.Diese Aussage konnte ich erstmal gar nicht annehmen, denn seit meiner Skoliose-Karriere auch in beiden Rehas hieß meine Skoliose IMMER thorakolumbal 4bogig und ich musste auch im thorakalen Bereich immer asymmetrisch arbeiten (z.B. Schultergegenzug). Laut Herrn Vogel sei das die ganzen Jahre aber FALSCH gewesen!Was soll man tun? Der eine sagt so, der andere so... Ich fang an, mich daran zu gewöhnen, dass ich immer am Ende selbst entscheiden muss, wer für mich recht hat. Das gefällt mir zwar nicht, aber wie sonst? Wie geht ihr damit um???
Das ist bei mir alles recht ähnlich. Lumbal/thorakolumbal ist aber nicht so ein großer Unterschied, das heißt jetzt nicht, dass du falsch eingestuft warst. Bei Dr. Wilke bin ich thorakolumbal, sonst war ich immer lumbal und meine Korsetts von Sanomed und CCtec waren bzw. sind auch beide kurz. Ob man das jetzt als lumbal bezeichnet oder thorakolumbal, weil der Scheitel der Krümmung vergleichsweise recht hoch sitzt, ändert nichts daran, dass das Untere (lumbal/thorakolumbal) die Hauptkrümmung ist oder dass du vierbogig (alte Klassifikation) bist.
Ich war immer ein Grenzfall, ob ich thorakal symmetrisch oder asymmetrisch arbeiten soll - bei meiner ambulanten Therapeutin war ich asymmetrisch, in Bad Sobernheim erst asymmetrisch, nach Team-Besprechung symmetrisch, bei einzelnen Therapeuten dann asymmetrisch ("Du kannst da trotzdem ein bisschen raffen") oder ich sollte symmetrisch greifen, aber trotzdem auch thorakal in die schwache Seite atmen (symmetrische haben diese Atemstelle eigentlich nicht), in Bad Salzungen symmetrisch, jetzt neuerdings asymmetrisch, habe anfangs aber dennoch häufiger symmetrisch geübt, um mich besser auf meine Schultern konzentrieren zu können. Bei meiner Reha in Bad Sobernheim, als ich mit Schroth gerade erst angefangen hatten, hat mich das Hin und Her total irritiert und mich an allem zweifeln lassen, bis mir ein Therapeut sagte, dass ich nichts falsch mache, egal wie ich es mache. Beim symmetrischen Üben arbeitet man halt nur über Aufrichtung und wenn die thorakale Gegenkrümmung so gering ist, reicht das aus. Beim asymmetrischen Üben gibt man noch mehr aktiven Schub. Solange Du darüber nicht die untere Hauptkrümmung außer acht lässt oder andere Fehler machst, ist das ja nicht falsch. Du gibst den Schub ja nach wie vor in die richtige Richtung. Die Schwerpunkte sind einfach anders gesetzt. Manchmal kann man sich auf die untere Krümmung oder sonstige Sachen (z.B. bei mir: Spannung aus den Schultern nehmen) erst einmal besser konzentrieren, wenn man nicht noch thorakal asymmetrisch den Schultergegenzug mit hineinbringt. Dafür hat man dann an der Stelle nicht ganz die Weite in der schwachen Seite/Rippental und das Raffen des Rippenbergs/Pakets, wie man es mit asymmetrischem Üben hätte.

Kurzum: Ich glaube, da solltest Du Dich nicht verrückt machen. Wirklich falsch war es nicht, vielleicht sieht eine symmetrische Übungsausführung bei Dir besser aus, vielleicht auch nicht. Eine Überkorrektur in die andere Richtung ist ja offenbar nicht passiert. Wirklich falsch wäre es, wenn Du auf einmal den Bogen in die andere Richtung hättest als angenommen und dann alles falsch herum gemacht hättest oder so etwas. Wenn Du eine gute Physio zuhause hast, würde ich sie bitten, bei Dir zu schauen, welche Übungsausführung am besten aussieht.
Ich habe es beispielsweise auch schon so gemacht, dass ich mal eine Serie (Muskelzylinder) die Arme nur ins Becken genommen habe und mich auf Becken/lumbalen Bogen konzentriert habe und erst ab der zweiten Serie den Arm der Paketseite/T-Seite hoch genommen und noch Schultergegenzug gemacht habe.
claudivo hat geschrieben:Ob das Korsett für mich unterm Strich besser ist, kann ich sowieso erst beurteilen, wenn ich es eine Weile habe. Fakt ist, dass das Rahmouni mich nahezu schmerzfrei macht, ich es aber langsam als sehr wuchtig empfinde. Ich habe u.a. auch bei unserem Treffen ein CCTec sehen dürfen (danke Mick und alle Berichte hier im Forum von erwachsenen Korsettträgern immer aufmerksam verfolgt.
Keine Ursache ;) Meins ist ja auch ein kurzes Korsett, schätze mal, dass es bei Dir ähnlich aussehen wird. Bei mir ist thorakal ein bisschen Druck (mehr als im Sanomed-Korsett), aber richtig hoch geht es nicht, die Schulter wird nicht hochgedrückt/korrigiert. Ich finde mein CCtec ja persönlich auch wuchtig, aber habe schon festgestellt, dass die Mehrheit auf dem Treffen eine andere Meinung dazu hatte ;D Ich wünsche Dir auf alle Fälle, dass Du auch mit dem CCtec schmerzfrei bist und es im Alltag einfacher hast. :top:

Bezüglich Deiner Tochter weiß ich leider auch keine Antwort und schließe mich Tammis Rat an - Dr. Steffan wird Dir das sicher am besten beantworten können.

Liebe Grüße,
mick

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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von claudivo » Mo, 13.06.2016 - 20:27

Danke für eure Antworten!
@Mick: ich hatte das Korsett bis kurz vorher noch an. Jetzt wo du so genau fragst, denke ich schon auch, es wäre ja ganz interessant gewesenn es einige Tage vorher nicht zu tragen. Allerdings scheu ichmich davor auch sehr, denn die Schmerzen halten schon nach 1-2 Std. ohne Tragens mit voller Wucht Einzug :/

Die Idee, Dr. Steffan wg Lillis Kyphosewerten zu fragen hatte ich natürlich auch schon. Zur Zeit kann man ihm nur keine PN schreiben. Ich werde das beim nächsten Termin auf jeden Fall tun.

Tammi, es tut mir echt leid, dass dein Korsett nicht tragbar ist z. Zt. Diese Nervenreizungen kenne ich auch, wenn auch anscheinend nicht so schlimm bzw. lange wie du.
Nach dem Abschleifen wurde es deutlich besser. Hat allerdings Tage gedauert, bis die tauben Stellen wieder Gefühl bekamen.

Euren Aussagen zufolge scheint meine Rotation ja tatsächlich nicht so hoch zu sein. Ich finde die Aussicht auf ein kurzes Korsett wirklich toll. Ich glaube schon länger, dass mein Hauptproblem die prominente Hüfte und damit das fehlende Lot ist. Die Hüftholz Ubung finde ich immer am Besten- gemessen a Körper Gefühl danach.
In Sobi habe ich mir bei Herrn Schlarb nun auch endlich ein vernünftiges Hüftholz gekauft. Dazu habe ich mir noch 2 gepolsterte Hocker gegönnt. So wird der "Aufbau" zu Hause etwas schneller. Ich brauch nicht mehr so viele Kissen...
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von claudivo » Sa, 30.09.2017 - 18:52

Hallo zusammen!
Ich "update" demnächst nochmal genauer, aber im Moment habe ich nur eine kurze Frage:
Heute war die Genehmigung für die Reha in Sobernheim in der Post. Kostenträger ist die Rentenversicherung Bund.
Bei meiner Tochter letztes Jahr war es derselbe Kostenträger- dort stand aber direkt etwas von Kurantritt innerhalb der nächsten 3 Monate.
Gilt das nur für Kinder/Jugendliche? Bei mir steht dazu nichts, außer "der Termin wird Ihnen von der Klinik mitgeteilt" und ich würde auch am liebsten im Januar fahren...
Weiß jemand etwas dazu?
Danke und LG
Claudia
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von kuddelmuddel123 » So, 01.10.2017 - 00:02

Hallo Claudia,

ich hatte vor 2 Jahren auch so ein Schrieben von der DRV, in dem es hieß, dass der Termin von der Klinik mitgeteilt wird.
Habe dann eine E-Mail an die Klinik geschrieben und einen Terminwunsch mitgeteilt und um Berücksichtigung gebeten.
Mein Wunsch war "nach den bayrischen Weihnachtferien, Termin habe ich dazu geschrieben".
Es kam dann ein Anruf zur Absprache und dann ein Brief mit dem Termin wie er telefonisch abgestimmt war :-).

Ich weiß allerdings nciht, ob das immer noch so klappt.

VG, Kuddelmuddel

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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von claudivo » Di, 16.04.2019 - 21:37

Hallo zusammen!
Ich möchte heute meine Erfahrungen mit meinem neuen Korsett mit euch teilen.
Seit nun knapp 5 Wochen trage ich mein 1. Sanomed Korsett.
Ich gehöre damit nun zu den wenigen, die als Erwachsene mit den 3 hier im forum favorisierten OTs Erfahrungen gemacht haben.
Angefangen mit Rahmouni ging es über Cctec nun hin zum Sanomed.
Der 1. Wechsel (Rahmouni zu Cctec) war begründet darin, dass ich mir aufgrund der Langfristentscheidung, diesen Weg zu gehen, etwas mehr Bewegungsfreiheit und Alltagstauglichkeit wünschte. Beides habe ich mirt dem 2. Korsett (Cctec) bekommen bei ca gleicher Schmerzreduktion.
Bei mir geht es um einen Hauptbogen in der LWS von 54 Grad mit thorakalem Gegenschwung von 39 Grad. Sowohl Cctec als auch Sanomed begegnen diesem Muster mit einer Kurzbauwreise, was ich sehr begrüße.
In beiden kann ich sogar schlafen, da keine Rekli - Hörnchen mich an der Seitlage hindern und auch keine Extremitäten einschlafen.
Das Schlafen im Korsett tut mir persönlich sehr gut, ich stehe viel schmerzfreier auf als früher.

Der Wechsel von Cctec zu Sanomed lag vorrangig darin begründet, dass die Firma in Sobernheim ihren Standort aufgegeben hat.
Ich bereue hier jedoch im Nachhinein nichts, denn ich bin mit meinem jetzigen Begleiter äußerst zufrieden.
Mehrere Dinge veranlassen mich dazu, für mich persönlich dieses jetzige Korsett als das bisher beste zu betrachten:
1. Es ist bisher das einzige, das mich einigermaßen im Lot stehen lässt, auch wenn ich mal nicht aktiv daran denke. Bei mir bedeutet dies, dass die rechte prominente Hüfte erstmals spürbar mit berücksichtigt wird. Rechts geht es weit runter und schiebt, links ist es komplett hoch ausgeschnitten, also linke Hüfte frei.
Das war im Cctec ähnlich, aber rechts weniger tief und - und das scheint mir zentral - die Pelotte links saß tiefer. Nun ist die höher angesetzt (mein Scheitel ist auch bei L1/TH12) und ich kippe nicht mehr so stark und mein Körpergewicht verlagert sich endlich mehr nach rechts.
2. Das Material ist deutlich dünner und das gesamte Korsett damit leichter. Zunächst war ich skeptisch, was ich auch deutlich äußerte, ob dieses "quackige" Gefühl beim Umlegen nicht ein Hinweis sein könnte, dass es mir bzw. meinen Bögen nicht ausreichend Gegenhalt bieten könne. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass diese Angst unbegründet ist. Ich fühle mich gut gehalten und ein weiterer Vorteil ergibt sich:
3. Es ist das bisher unauffälligste Korsett unter der Kleidung. Es liegt sehr eng am Körper, es steht nirgends stärker ab. Die notwendigen Freiräume ergeben sich eher durch Ausschnitte. Dafür, dass der Rohling zunächst enorm war, ist es nun ein angenehmes anschmiegendes Ergebnis geworden. Ich hatte beim Ausmessen darum gebeten, den thorakalem Gegenhalt mehr als vorher zu betonen. Aufgrund der stark asymmetrischen Bauweise war es nun möglich, damit auf die thorakale Pelotte ganz zu verzichten, was ich auch gern wollte, dann die Korsett Form selbst die übernimmt. Anfangs war das natürlich unangenehmer, da hart, aber nun, seit ca. 3 Wochen habe ich damit keine Probleme mehr und würde es wieder Do versuchen. Es hat für mich den Vorteil, dass es deutlich enger unter den Arm anliegt und der Arm beim Gehen nicht so am Material schleift. Möglich war dies Vorgehen jedoch nur, da ausreichend Beweglichkeit noch da ist. Ich glaube, dass dieser Materialimmanente gegenhalt auch mein lot fördert.
4. Als weiteren Vorteil empfinde ich, dass die Pelotte nun schwarz ist (bei Muster "Carbon") . Das geht sicher bei den anderen Firmen auch, hätte ich nur nie. Ich finde es deshalb sehr viel angenehmer, weil sich hier keine gelben Verfärbungen durch den Kleber abzeichnen, was ein ungeschultes Auge auch mit Schwrißflecken verwechseln kann.

Also alles in allem bin ich sehr zufrieden. Im August habe ich den nächsten Termin. Ich möchte dann gern um eine Röntgenaufnahme im Korsett bitten.
Dann weiß ich noch mehr, ob mein jetziges Körpergefühl bestätigt wird.
Zum Vergleich : in den anderen Korsetts war eine Aufrichtung von ca 10 Grad/Bogen erreicht. Dies scheint bei mir auszurichten, um deutlich schmerzärmer durch den Alltag zu kommen(ich trage ca. 16-20 Std/Tag - je nach Belastung)

LG
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von Mama69 » Di, 16.04.2019 - 22:37

Hallo Claudivo,
Das ist ein sehr interessanter Bericht, vielen Dank dafür.

Für mich interessant, dass man auch ohne bzw mit weniger Pelotten ein tragbares Korsett bauen kann.
Da wir aufgrund der Kontaktallergie meiner Tochter auf die Pelotten (oder den Kleber) darüber nachdenken, das Korsett ohne Pelotten neu bauen zu lassen. Das wäre aber der letzte Weg, wenn alle Ideen und Materialien nicht funktionieren, denn eigentlich sitzt und korrigiert das Korsett sehr gut.
Mit Sicherheit ist es schwieriger, Anpassungen ohne Pelotten vorzunehmen und wir stellen uns aufgrund der Härte vor, dass es sehr unbequem sein wird.
Umso besser zu hören, dass du gut damit zurecht kommst.

Ich wünsche dir alles Gute mit dem neuen Korsett.

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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von claudivo » Mi, 17.04.2019 - 06:43

Hallo Mama69,
Ja, das mit euren Allergie-Problemen hatte ich gelesen. Es wäre natürlich ganz toll, wenn sich hier eine Lösung fände.
Aber bitte missverstehe mich nicht: es ist nicht ganzohne pelotten! Im hauptbogen wäre es ohne nicht gegangen. Verzichtet wurde nur auf die für den thorakalen gegenschwung, der nach Aussage trotz der 39 grad rein sekundär zu betrachten sei.
Ich wünsche euch, dass ihr schnell eine Lösung finden könnt. Alles Gute für deine tapfere Tochter!
LG Claudia
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von Dr. Steffan » Mi, 17.04.2019 - 16:51

Man kann ein Korsett ganz ohne Pelotten bauen, man muß nur den Kunststoff eng genug anformen.

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Klaus
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Re: Erwachsenenkorsett

Beitrag von Klaus » Do, 18.04.2019 - 13:31

Hallo claudivo,
Ich gehöre damit nun zu den wenigen, die als Erwachsene mit den 3 hier im forum favorisierten OTs Erfahrungen gemacht haben.
Angefangen mit Rahmouni ging es über Cctec nun hin zum Sanomed.
Ich finde einen solchen Erfahrungsbericht für das Forum sehr wichtig. :top:

Gruß
Klaus

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