Skoliose-Orthese aus dem 3D Drucker
Verfasst: Do, 17.07.2014 - 15:24
Hallo,
beim Durchstöbern des Internets bin ich auf einen ganz interessanten Artikel gestoßen :
http://3dprintingindustry.com/2014/06/1 ... scoliosis/
Seit längerem wundere ich mich eigentlich darüber, dass ich hier in diesem Forum noch nie (vielleicht habe ich es auch übersehen) über Alternativen zu der traditionellen Herstellung von Orthesen oder auch der Verwendung neuerer Werkstoffe etwas gelesen habe.
Ich bin ein absoluter Laie in Bezug auf Material- oder Werkstoffwissenschaft. In meiner sehr laienhaften und vielleicht auch naiven Vorstellung habe ich mir eigentlich gedacht, dass es doch Bestrebungen geben muss, Orthesen aus leichteren, angenehmeren Werkstoffen herzustellen, als das heute noch der Fall ist.
Man hört oft etwas von Faser-Verbundstoffen, ultrastabil, super leicht oder ähnlichem. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung davon, bestimmt sind hier aber User die auch mal etwas zu solchen Dingen sagen können bzw. ob es hier Forschungsansätze gibt oder so etwas von vorne herein aufgrund der Ungeeignetheit anderer als der zur Zeit verwendeten Materialien (Plastik eben) zum Scheitern verurteilt wäre.
Grundsätzlich bin ich eben der Auffassung, dass man eine Therapie für den Patienten so schonend wie nur eben möglich darstellen sollte. Nicht der Patient muss sich durch die hier immer wieder so beschworenen Stärken, Selbstbewusstsein etc. auf die Behandlung zubewegen sondern es muss das Ziel sein, vor allem durch Forschungsarbeit, die Therapie immer leichter und entlastender werden zu lassen um es dem Patienten so einfach wie möglich zu machen.
Zum Beispiel haben sich in der HIV-Therapie in den letzten Jahren durch Forschungsarbeit Erfolge gezeigt. Es hat sich nicht nur durch die Entwicklung neuer Wirkstoffe sondern auch durch die Vereinfachung der Therapie (es gibt Kombi-Präparate, es müssen nicht mehr zig Tabletten zu einer genauen Uhrzeit eingenommen werden, die Nebenwirkungen sind geringer) eine bedeutend höhere Chance entwickelt, die Krankheit dauerhaft im Griff zu behalten. Ich möchte bei diesem Vergleich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich nicht AIDS in einen Kontext mit Skoliose stellen möchte ; mir geht es hier ausschließlich um Erfolge durch Forschungsarbeiten bei Therapieformen.
Eine Orthesen-Versorgung wie auch immer geartet ist eine unglaublich große Herausforderung die meiner Meinung nach oftmals keine ach so tollen Tugenden wie Mut, Tapferkeit, Beharrlichkeit usw., die hier immer wieder beschrieben werden, herausbildet sondern eher zu einem psychischen Trauma führt. Als persönliche Anmerkungen meinerseits sehe ich solche Sekundärtugenden ähnlich wie Oskar Lafontaine sowieso als untergeordnet an ; Originalspruch von ihm hierzu "damit kann man auch ein KZ betreiben" - das sehe ich auch so (Ich bitte dieses nicht ! als politische Aussage meinerseits miss zu deuten, es geht mir hier um die gesellschaftliche Aussage nicht um die politische Partei von Herrn Lafontaine).
Ich weis, dass es gerade hierzu sehr unterschiedliche persönliche und gesellschaftliche Auffassungen gibt, ich respektiere selbstverständlich jede auch wenn diese nicht meine ist.
Allerdings bin ich felsenfest davon überzeugt, dass eine große Ursache für eine fehlgeschlagene Orthesen-Behandlungen, neben der handwerklich schlechten Orthese, eine schlechte Compliance ist. Und ich denke jeder in diesem Forum ist empfänglich für Vorschläge, die Compliance dauerhaft zu verbessern. Und um dieses zu erreichen sind Ansätze, die darauf abzielen eine Orthesen-Behandlung erträglicher zu machen, bestens geeignet.
Diese im 3D-Drucker angefertigte Orthese scheint soetwas zumindestens anzudeuten.
Sinnlos wäre es natürlich diesen Weg weiter zu beschreiten, wenn dabei der oft zitierte "Plastikmüll" herauskäme, der keinerlei Korrekturwirkung hat. Es gibt wohl keine klinische Studie darüber (bzw. es soll wohl jetzt an 22 Skoliose-Patienten getestet werden), keine Aussage über Korrekturwerte oder ähnliches.
Zur Optik der Orthese kann ich nichts sagen, andere werden hier mehr dazu ausführen können.
Desweiteren stammt die Entwicklung aus den USA und auch ich habe durch die Berichte hier im Forum den Eindruck bekommen, dass in diesem Land keine wirklich gute Kultur der konventionellen Skoliose-Behandlung existiert.
Allerdings wird hier die Mitarbeit der Stanford University genannt (wohl nicht der technische sondern der medizinische Bereich dieser Universität) was darauf hin deutet, dass diese Sache ja wohl doch Hand und Fuß hat, da diese Universität ja wirklich keine "Klitsche" ist.
Vielleicht hat jemand der genauer in diesem Thema drin ist weitere Informationen dazu, die über das Googeln hinausgehen. Man soll natürlich nicht alles gleich als Wundermittel hochjubeln aber alles direkt zu verteufeln und abzuschreiben empfinde ich auch nicht als zielführend.
Bisher jedenfalls denke ich ein interessanter Ansatz, bei dem man die weitere Entwicklung im Auge behalten sollte.
Grüße
Liam
beim Durchstöbern des Internets bin ich auf einen ganz interessanten Artikel gestoßen :
http://3dprintingindustry.com/2014/06/1 ... scoliosis/
Seit längerem wundere ich mich eigentlich darüber, dass ich hier in diesem Forum noch nie (vielleicht habe ich es auch übersehen) über Alternativen zu der traditionellen Herstellung von Orthesen oder auch der Verwendung neuerer Werkstoffe etwas gelesen habe.
Ich bin ein absoluter Laie in Bezug auf Material- oder Werkstoffwissenschaft. In meiner sehr laienhaften und vielleicht auch naiven Vorstellung habe ich mir eigentlich gedacht, dass es doch Bestrebungen geben muss, Orthesen aus leichteren, angenehmeren Werkstoffen herzustellen, als das heute noch der Fall ist.
Man hört oft etwas von Faser-Verbundstoffen, ultrastabil, super leicht oder ähnlichem. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung davon, bestimmt sind hier aber User die auch mal etwas zu solchen Dingen sagen können bzw. ob es hier Forschungsansätze gibt oder so etwas von vorne herein aufgrund der Ungeeignetheit anderer als der zur Zeit verwendeten Materialien (Plastik eben) zum Scheitern verurteilt wäre.
Grundsätzlich bin ich eben der Auffassung, dass man eine Therapie für den Patienten so schonend wie nur eben möglich darstellen sollte. Nicht der Patient muss sich durch die hier immer wieder so beschworenen Stärken, Selbstbewusstsein etc. auf die Behandlung zubewegen sondern es muss das Ziel sein, vor allem durch Forschungsarbeit, die Therapie immer leichter und entlastender werden zu lassen um es dem Patienten so einfach wie möglich zu machen.
Zum Beispiel haben sich in der HIV-Therapie in den letzten Jahren durch Forschungsarbeit Erfolge gezeigt. Es hat sich nicht nur durch die Entwicklung neuer Wirkstoffe sondern auch durch die Vereinfachung der Therapie (es gibt Kombi-Präparate, es müssen nicht mehr zig Tabletten zu einer genauen Uhrzeit eingenommen werden, die Nebenwirkungen sind geringer) eine bedeutend höhere Chance entwickelt, die Krankheit dauerhaft im Griff zu behalten. Ich möchte bei diesem Vergleich ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich nicht AIDS in einen Kontext mit Skoliose stellen möchte ; mir geht es hier ausschließlich um Erfolge durch Forschungsarbeiten bei Therapieformen.
Eine Orthesen-Versorgung wie auch immer geartet ist eine unglaublich große Herausforderung die meiner Meinung nach oftmals keine ach so tollen Tugenden wie Mut, Tapferkeit, Beharrlichkeit usw., die hier immer wieder beschrieben werden, herausbildet sondern eher zu einem psychischen Trauma führt. Als persönliche Anmerkungen meinerseits sehe ich solche Sekundärtugenden ähnlich wie Oskar Lafontaine sowieso als untergeordnet an ; Originalspruch von ihm hierzu "damit kann man auch ein KZ betreiben" - das sehe ich auch so (Ich bitte dieses nicht ! als politische Aussage meinerseits miss zu deuten, es geht mir hier um die gesellschaftliche Aussage nicht um die politische Partei von Herrn Lafontaine).
Ich weis, dass es gerade hierzu sehr unterschiedliche persönliche und gesellschaftliche Auffassungen gibt, ich respektiere selbstverständlich jede auch wenn diese nicht meine ist.
Allerdings bin ich felsenfest davon überzeugt, dass eine große Ursache für eine fehlgeschlagene Orthesen-Behandlungen, neben der handwerklich schlechten Orthese, eine schlechte Compliance ist. Und ich denke jeder in diesem Forum ist empfänglich für Vorschläge, die Compliance dauerhaft zu verbessern. Und um dieses zu erreichen sind Ansätze, die darauf abzielen eine Orthesen-Behandlung erträglicher zu machen, bestens geeignet.
Diese im 3D-Drucker angefertigte Orthese scheint soetwas zumindestens anzudeuten.
Sinnlos wäre es natürlich diesen Weg weiter zu beschreiten, wenn dabei der oft zitierte "Plastikmüll" herauskäme, der keinerlei Korrekturwirkung hat. Es gibt wohl keine klinische Studie darüber (bzw. es soll wohl jetzt an 22 Skoliose-Patienten getestet werden), keine Aussage über Korrekturwerte oder ähnliches.
Zur Optik der Orthese kann ich nichts sagen, andere werden hier mehr dazu ausführen können.
Desweiteren stammt die Entwicklung aus den USA und auch ich habe durch die Berichte hier im Forum den Eindruck bekommen, dass in diesem Land keine wirklich gute Kultur der konventionellen Skoliose-Behandlung existiert.
Allerdings wird hier die Mitarbeit der Stanford University genannt (wohl nicht der technische sondern der medizinische Bereich dieser Universität) was darauf hin deutet, dass diese Sache ja wohl doch Hand und Fuß hat, da diese Universität ja wirklich keine "Klitsche" ist.
Vielleicht hat jemand der genauer in diesem Thema drin ist weitere Informationen dazu, die über das Googeln hinausgehen. Man soll natürlich nicht alles gleich als Wundermittel hochjubeln aber alles direkt zu verteufeln und abzuschreiben empfinde ich auch nicht als zielführend.
Bisher jedenfalls denke ich ein interessanter Ansatz, bei dem man die weitere Entwicklung im Auge behalten sollte.
Grüße
Liam