ich gebe auf
- mama41
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- Registriert: Do, 07.09.2006 - 12:53
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Tochter (1995) mit unbehandelter Skoliose ca. 40°
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ich gebe auf
Lange Zeit habe ich mir überlegt, ob ich mich nochmal hier melde. Schließlich habe ich versagt. Und wer gibt das schon gerne zu ?!
Aber das Forum ist mir zu wichtig, um mich einfach heimlich davonzuschleichen.
Ich wollte unbedingt, dass meine Tochter (12) die Korsett-Therapie durchzieht. Aber ich bin an meine Grenzen gestossen. Vor allem psychisch.
Ich möchte morgens nicht mehr mit Magenschmerzen aufwachen und mich fragen, was mich wohl heute erwartet.
Wird sie in die Schule gehen? Wird sie wieder mit dem Messer auf ihrer Brust vor mir stehen und fragen ob sie zustechen soll? Wird sie mir wieder vorwerfen, sie nicht zu verstehen? Krieg oder Frieden?
Ich kann nicht mehr.
Darum habe ich beschlossen, ihr die Verantwortung für ihr Leben zu überlassen.
Meine einzige Forderung: Korsett-Tragezeit mind. 18 Std. täglich und in die Schule gehen. Ansonsten Fernseh- und PC-Verbot (Das Internet ist ihre Verbindung zur Außenwelt).
Um ihr Verhalten (Panik) etwas verständlicher zu machen ist es sicherlich wichtig, etwas weiter auszuholen:
Schon als kleines Kind war meine Tochter extrem schüchtern, spricht nicht mit Fremden bzw. Erwachsenen (selbst dem Großteil der Verwandschaft). Im Kindergarten bzw. Schule wurde/wird dieses Schweigen mehr oder weniger toleriert. Mit ihren Freunden und Mitschülern gibt es dieses Problem nicht.
Etwa zur gleichen Zeit, als die Skoliose diagnostiziert wurde, habe ich einen Zeitungsartikel über Mutismus (in etwa Sprechblockade) gelesen und dabei in vielen Teilen meine Tochter wiedererkannt. Ihre erste Reaktion war totale Ablehnung ("Was soll ich denn sonst noch alles haben"). Eine Diagnoseerstellung bzw. Therapie hat sie abgeblockt.
Wie schwierig ihre Situation wirklich ist, wurde ihr aber jetzt bei der Reha in Sobi so richtig bewußt. Essen zu gehen, Einzeltherapie und Therapeutenwechsel waren in den ersten zwei Wochen oftmals Grund, dass ich die Schwestern anrufen musste. Ständig wollte sie sofort nach Hause, die Reha abbrechen...
Schließlich durfte sie dann zu ihrer Freundin ins Zimmer ziehen und konnte mit ihr auch an Unternehmungen ausserhalb der Therapie teilnehmen. Dadurch hat sie weitere Freundschaften geschlossen.
Für mich war ihre Zeit in Sobi reinster Psychoterror. Und auch jetzt stehe ich wieder fast am Anfang. Sie schafft es nicht mehr, das Korsett in der Schule anzuziehen. Bei Druck weigert sie sich in die Schule zu gehen.
Nächste Woche haben wir einen Termin beim Kinderarzt. Wir brauchen dringend professionelle Hilfe.
Trotz allem stehe ich zu meiner Entscheidung. Sie muss ihr Leben selbst in die Hand nehmen und die Konsequenzen tragen.
Den Vorwurf, sie ist mir egal weise ich vehement von mir. Ich unterstütze sie weiterhin. Es gibt von mir aber keinen Druck mehr. Und vor allem setze ich mich nicht mehr unter Druck.
Ob diese Entscheidung, die ich vor ca. einer Woche getroffen habe richtig ist, weiß ich nicht. Zumindest ist es bei uns wieder etwas harmonischer. Sie trägt das Korsett zwar weiterhin nicht in der Schule, versucht aber immer die von mir vorgegebenen Stunden zu erreichen.
Mal sehen, wie es weitergeht.
Aber das Forum ist mir zu wichtig, um mich einfach heimlich davonzuschleichen.
Ich wollte unbedingt, dass meine Tochter (12) die Korsett-Therapie durchzieht. Aber ich bin an meine Grenzen gestossen. Vor allem psychisch.
Ich möchte morgens nicht mehr mit Magenschmerzen aufwachen und mich fragen, was mich wohl heute erwartet.
Wird sie in die Schule gehen? Wird sie wieder mit dem Messer auf ihrer Brust vor mir stehen und fragen ob sie zustechen soll? Wird sie mir wieder vorwerfen, sie nicht zu verstehen? Krieg oder Frieden?
Ich kann nicht mehr.
Darum habe ich beschlossen, ihr die Verantwortung für ihr Leben zu überlassen.
Meine einzige Forderung: Korsett-Tragezeit mind. 18 Std. täglich und in die Schule gehen. Ansonsten Fernseh- und PC-Verbot (Das Internet ist ihre Verbindung zur Außenwelt).
Um ihr Verhalten (Panik) etwas verständlicher zu machen ist es sicherlich wichtig, etwas weiter auszuholen:
Schon als kleines Kind war meine Tochter extrem schüchtern, spricht nicht mit Fremden bzw. Erwachsenen (selbst dem Großteil der Verwandschaft). Im Kindergarten bzw. Schule wurde/wird dieses Schweigen mehr oder weniger toleriert. Mit ihren Freunden und Mitschülern gibt es dieses Problem nicht.
Etwa zur gleichen Zeit, als die Skoliose diagnostiziert wurde, habe ich einen Zeitungsartikel über Mutismus (in etwa Sprechblockade) gelesen und dabei in vielen Teilen meine Tochter wiedererkannt. Ihre erste Reaktion war totale Ablehnung ("Was soll ich denn sonst noch alles haben"). Eine Diagnoseerstellung bzw. Therapie hat sie abgeblockt.
Wie schwierig ihre Situation wirklich ist, wurde ihr aber jetzt bei der Reha in Sobi so richtig bewußt. Essen zu gehen, Einzeltherapie und Therapeutenwechsel waren in den ersten zwei Wochen oftmals Grund, dass ich die Schwestern anrufen musste. Ständig wollte sie sofort nach Hause, die Reha abbrechen...
Schließlich durfte sie dann zu ihrer Freundin ins Zimmer ziehen und konnte mit ihr auch an Unternehmungen ausserhalb der Therapie teilnehmen. Dadurch hat sie weitere Freundschaften geschlossen.
Für mich war ihre Zeit in Sobi reinster Psychoterror. Und auch jetzt stehe ich wieder fast am Anfang. Sie schafft es nicht mehr, das Korsett in der Schule anzuziehen. Bei Druck weigert sie sich in die Schule zu gehen.
Nächste Woche haben wir einen Termin beim Kinderarzt. Wir brauchen dringend professionelle Hilfe.
Trotz allem stehe ich zu meiner Entscheidung. Sie muss ihr Leben selbst in die Hand nehmen und die Konsequenzen tragen.
Den Vorwurf, sie ist mir egal weise ich vehement von mir. Ich unterstütze sie weiterhin. Es gibt von mir aber keinen Druck mehr. Und vor allem setze ich mich nicht mehr unter Druck.
Ob diese Entscheidung, die ich vor ca. einer Woche getroffen habe richtig ist, weiß ich nicht. Zumindest ist es bei uns wieder etwas harmonischer. Sie trägt das Korsett zwar weiterhin nicht in der Schule, versucht aber immer die von mir vorgegebenen Stunden zu erreichen.
Mal sehen, wie es weitergeht.
- Silas
- Profi

- Beiträge: 3067
- Registriert: Sa, 06.11.2004 - 23:34
- Geschlecht: weiblich
- Therapie: Rahmouni Korsett
Schroth KG
Hallo Mama,
das ist wirklich eine sehr schwierige Situation und es tut mir sehr Leid, dass ihr mit so vielen Schwierigkeiten an verschiedenen Fronten zu kämpfen habt.
Sicherlich gibt es hier nicht "die" Lösung und der Weg ist schwer und nervenaufreibend.
Als erstes wäre es sicherlich sinnvoll eine Familientherapie bzw. einen Kindertherapeuten aufzusuchen, um Probleme aufzuarbeiten.
Das Hauptproblem ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Skoliose, sondern die psychische Verfassung und das Abgrenzungsbedürfnis Deiner Tochter.
Im Rahmen einer Therapie kann man zu einem fortgeschritteneren Zeitpunkt auch auf die Frage eingehen, was sie sich weiterhin für Ihren Körper vorstellt und ihr bei jeder zur Disposition stehenden Option auch die Konsequenzen vermitteln.
Deiner Tochter mit allen Folgen mehr Selbstverantwortung zu überlassen - inkl. ihr nicht mehr alle Steine aus dem Weg zu räumen - bringt sie sicherlich ebenfalls zum nachdenken.
Oft stellen sich Kinder in diesem Alter vieles viel zu leicht vor, wenn sie aber selbst eine Entscheidung treffen müssen - die Du ihr bisher abgenommen hast - wird vielen nach und nach klar, dass die Welt nicht so einfach funktioniert und dass sie sich nicht vor der Verantwortung drücken können.
Ich wünsche Dir viel Kraft, um diese schwierige Zeit durchzustehen.
Viele Grüße
Silas
das ist wirklich eine sehr schwierige Situation und es tut mir sehr Leid, dass ihr mit so vielen Schwierigkeiten an verschiedenen Fronten zu kämpfen habt.
Sicherlich gibt es hier nicht "die" Lösung und der Weg ist schwer und nervenaufreibend.
Als erstes wäre es sicherlich sinnvoll eine Familientherapie bzw. einen Kindertherapeuten aufzusuchen, um Probleme aufzuarbeiten.
Das Hauptproblem ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Skoliose, sondern die psychische Verfassung und das Abgrenzungsbedürfnis Deiner Tochter.
Im Rahmen einer Therapie kann man zu einem fortgeschritteneren Zeitpunkt auch auf die Frage eingehen, was sie sich weiterhin für Ihren Körper vorstellt und ihr bei jeder zur Disposition stehenden Option auch die Konsequenzen vermitteln.
Deiner Tochter mit allen Folgen mehr Selbstverantwortung zu überlassen - inkl. ihr nicht mehr alle Steine aus dem Weg zu räumen - bringt sie sicherlich ebenfalls zum nachdenken.
Oft stellen sich Kinder in diesem Alter vieles viel zu leicht vor, wenn sie aber selbst eine Entscheidung treffen müssen - die Du ihr bisher abgenommen hast - wird vielen nach und nach klar, dass die Welt nicht so einfach funktioniert und dass sie sich nicht vor der Verantwortung drücken können.
Ich wünsche Dir viel Kraft, um diese schwierige Zeit durchzustehen.
Viele Grüße
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
(Stephen Hawking)
-
die-virtuelle
Hier vielleicht mal ein paar Worte aus einem anderen Blickwinkel.
Ich bin nun 26 und habe auch ein sehr schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter. Ich konnte nie mit ihr über irgendetwas reden, ich habe zeitweise zugeschlagen, wenn sie mir auf die Pelle gerückt ist, mich z.B. anfassen wollte. Ich habe ebenfalls viel Zeit alleine in meinem Zimmer verbracht (allerdings nicht mit PC, sondern eher mit Lesen und Schreiben). Ich war nie eine schlechte Schülerin, gehörte meist zu den besten 10 %, habe mich aber auch wenig mündlich im Unterricht beteiligt (selbst die 4er, die ich dafür bekommen habe, waren mir egal) und hatte keine Probleme mit meinen Mitschülern, genauso einen Freundeskreis wie alle anderen auch.
Bei Druck von Seiten meiner Mutter habe auch ich automatisch gestreikt und das so vehement, dass ich meine Mutter wohl fast zur Weißglut gebracht habe. Dazu kam dann, dass sich während meiner Pubertät meine Eltern getrennt haben und wir Kinder bei der Mutter blieben (obwohl ich absolutes Papikind war und mein Vater auch heute noch immer mehr ein bester Freund von mir wird) und meine Mutter durch die Scheidung schwere Zeiten durchgemacht hat. Mit 19 nach dem Abitur bin ich dann ausgezogen bzw. eher geflohen vor meiner Mutter. Sie wollte mir einfach mein ganzes Leben etwas aufdrängen, was ich nicht bin und womit ich nicht glücklich war. Ich konnte lange Zeit noch nicht einmal mit ihr schweigend in einem Raum verbringen, alleine ihre Anwesenheit hat mich vollkommen aufgewühlt. Ich habe ihr Sachen an den Kopf geworfen, die sie zum Weinen brachten, die ich aber heute genauso nochmals wiederholen würde, weil es das ist, was ich fühle. Mittlerweile glaube ich, hat sie verstanden, dass ich mein eigenes Leben lebe und dass ich allergisch auf ihre Bevormundung und Ratschläge reagiere. Unsere Beziehung ist von meiner Seite eher über Toleranz denn über Zuneigung aufgebaut, zumindest rede ich aber wieder mit ihr (auch wenn die Kontaktaufnahme immer eher von ihrer Seite statt findet als von meiner).
Was ich damit ausdrücken möchte: Ich war vielleicht ein komisches Kind, aber immer anständig, gut in der Schule (promoviere jetzt und habe mein Leben im Griff). Es macht mich einfach aus, dass ich gerne einmal schweige und für mich bin. Trotzdem habe ich meinen Freundeskreis, mit dem ich regelmäßig etwas unternehme (heute mehr als früher, weil ich vom Land in die Stadt gezogen bin und auch die Gesellschaft gewechselt habe und mir die heutige einfach besser liegt als die Burschen vom Land).
Seit ich von Zuhause ausgezogen bin und mich selbst durchschlagen musste, habe ich auch weniger Probleme mit älteren, autoritären Menschen. Die hatte ich früher durchaus, aber wie solls auch anders sein, wenn einem die Mutter ständig Sachen aufzwingen will, die man nicht möchte und einem ständig vorhält, was man falsch macht und wie komisch man ist?
Ganz anders mein Vater: Er war zwar selbständig und hatte wenig Zeit für uns Kinder, aber er hatte immer ein offenes Ohr für uns, hat Quatsch mit uns gemacht und hat uns in dem unterstützt, was wir selbst wollten, was uns glücklich gemacht hat. Und er wollte uns eben nicht seine eigenen Vorstellungen aufzwängen. Und mein Vater hat mich absolut geprägt. Ich liebe meinen Vater und bin ihm dankbar für das, was er für mich getan hat und tut!
Weißt du denn, was deine Tochter eigentlich gerne machen möchte? An welchen Freizeitbeschäftigungen sie Spaß hätte und förderst du diese? Machst du ihr Mut darin, etwas zu unternehmen, was Freude bringt und nicht nur Pflicht ist? Kannst du ihr Notwendigkeiten erklären (z.B. Korsett tragen) ohne dass es in Vorschriften-machen endet? Hat sie den Eindruck, mit dir reden zu können? Kann sie dir sagen, aus welchen Gründen sie das Korsett in der Schule nicht tragen will, warum sie unglücklich damit ist? Und hörst du ihr dann zu, versuchst du, sie zu verstehen? Dass sie als eigener Mensch vielleicht andere Bedürfnisse und Ängste hat als du?
Mütter können sehr anstrengende Personen sein, gegen die man sich in der Kinderrolle nicht richtig wehren kann.
Ich bin nun 26 und habe auch ein sehr schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter. Ich konnte nie mit ihr über irgendetwas reden, ich habe zeitweise zugeschlagen, wenn sie mir auf die Pelle gerückt ist, mich z.B. anfassen wollte. Ich habe ebenfalls viel Zeit alleine in meinem Zimmer verbracht (allerdings nicht mit PC, sondern eher mit Lesen und Schreiben). Ich war nie eine schlechte Schülerin, gehörte meist zu den besten 10 %, habe mich aber auch wenig mündlich im Unterricht beteiligt (selbst die 4er, die ich dafür bekommen habe, waren mir egal) und hatte keine Probleme mit meinen Mitschülern, genauso einen Freundeskreis wie alle anderen auch.
Bei Druck von Seiten meiner Mutter habe auch ich automatisch gestreikt und das so vehement, dass ich meine Mutter wohl fast zur Weißglut gebracht habe. Dazu kam dann, dass sich während meiner Pubertät meine Eltern getrennt haben und wir Kinder bei der Mutter blieben (obwohl ich absolutes Papikind war und mein Vater auch heute noch immer mehr ein bester Freund von mir wird) und meine Mutter durch die Scheidung schwere Zeiten durchgemacht hat. Mit 19 nach dem Abitur bin ich dann ausgezogen bzw. eher geflohen vor meiner Mutter. Sie wollte mir einfach mein ganzes Leben etwas aufdrängen, was ich nicht bin und womit ich nicht glücklich war. Ich konnte lange Zeit noch nicht einmal mit ihr schweigend in einem Raum verbringen, alleine ihre Anwesenheit hat mich vollkommen aufgewühlt. Ich habe ihr Sachen an den Kopf geworfen, die sie zum Weinen brachten, die ich aber heute genauso nochmals wiederholen würde, weil es das ist, was ich fühle. Mittlerweile glaube ich, hat sie verstanden, dass ich mein eigenes Leben lebe und dass ich allergisch auf ihre Bevormundung und Ratschläge reagiere. Unsere Beziehung ist von meiner Seite eher über Toleranz denn über Zuneigung aufgebaut, zumindest rede ich aber wieder mit ihr (auch wenn die Kontaktaufnahme immer eher von ihrer Seite statt findet als von meiner).
Was ich damit ausdrücken möchte: Ich war vielleicht ein komisches Kind, aber immer anständig, gut in der Schule (promoviere jetzt und habe mein Leben im Griff). Es macht mich einfach aus, dass ich gerne einmal schweige und für mich bin. Trotzdem habe ich meinen Freundeskreis, mit dem ich regelmäßig etwas unternehme (heute mehr als früher, weil ich vom Land in die Stadt gezogen bin und auch die Gesellschaft gewechselt habe und mir die heutige einfach besser liegt als die Burschen vom Land).
Seit ich von Zuhause ausgezogen bin und mich selbst durchschlagen musste, habe ich auch weniger Probleme mit älteren, autoritären Menschen. Die hatte ich früher durchaus, aber wie solls auch anders sein, wenn einem die Mutter ständig Sachen aufzwingen will, die man nicht möchte und einem ständig vorhält, was man falsch macht und wie komisch man ist?
Ganz anders mein Vater: Er war zwar selbständig und hatte wenig Zeit für uns Kinder, aber er hatte immer ein offenes Ohr für uns, hat Quatsch mit uns gemacht und hat uns in dem unterstützt, was wir selbst wollten, was uns glücklich gemacht hat. Und er wollte uns eben nicht seine eigenen Vorstellungen aufzwängen. Und mein Vater hat mich absolut geprägt. Ich liebe meinen Vater und bin ihm dankbar für das, was er für mich getan hat und tut!
Weißt du denn, was deine Tochter eigentlich gerne machen möchte? An welchen Freizeitbeschäftigungen sie Spaß hätte und förderst du diese? Machst du ihr Mut darin, etwas zu unternehmen, was Freude bringt und nicht nur Pflicht ist? Kannst du ihr Notwendigkeiten erklären (z.B. Korsett tragen) ohne dass es in Vorschriften-machen endet? Hat sie den Eindruck, mit dir reden zu können? Kann sie dir sagen, aus welchen Gründen sie das Korsett in der Schule nicht tragen will, warum sie unglücklich damit ist? Und hörst du ihr dann zu, versuchst du, sie zu verstehen? Dass sie als eigener Mensch vielleicht andere Bedürfnisse und Ängste hat als du?
Mütter können sehr anstrengende Personen sein, gegen die man sich in der Kinderrolle nicht richtig wehren kann.
Hallo Mama,
ich kann deine Tochter schon verstehen.....
Alle sagen immer das sie einen verstehn, aber man selber glaubt das nicht, vielleicht weil man selber nicht versteht was passiert. Alle schauen einen an, das Ding sieht man unter der Kleidung, man traut sich nichts mehr und findet sich in seinem Körper nicht mehr zurecht. Da man ja keine Schmerzen hat ist es schwer ein zu sehen warum man das Ding tragen muss.
Bestimmt fühlt sie sich deine Tochter eingesperrt, bewegungsunfähig, das Ding drückt und schmerzt und das tut dann auch der Seele weh.
Zeig deiner Tochter das sie dir wichtig ist, unternimm etwas mit ihr. Bestrafe sie nicht -- eher belohne sie wenn sie es schaft ihre Angst vor und mit dem Korsett zu überwinden. Überleg mit ihr Strategien für das Tragen. Zeig ihr wie Tapfer und Stark sie sein kann und wahrscheinlich auch ist. Vertraue ihr das sie die Kraft hat und im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen trifft
Schau, sie hält sich ein Messer an die Brust -- da spricht doch verzweiflung aus ihr -- nimm sie in die Arme. Weine mit ihr, zeig ihr das es völlig OK ist auch mal schwach zu sein. Zeig ihr das sie auch mit dem Korsett ihren Wert hat und dass das Messer keine Lösung ist und das sie ihren Körper lieben lernen soll und ihn nicht verletzen soll.
Ich kann mir aber auch vorstellen was du für Kämpfe austrägst, welchen Schmerz Du fühlst, es ist ja nicht leicht sein eigenes Kind leiden zu sehen.
Wichtig ist das ihr euch professionelle Hilfe sucht, Du damit du jemanden hast mit dem du reden kannst der dir Tipps gibt und bei dem du dich auch mal ausheilen kannst. Deine Tochter sollte nur zum Psychologern wenn sie das will und das auch zu einem eigenen biete ihr das an, und wenn sie es jetzt nicht tut OK, ist ja auch am Anfang doof sich ständig bei "Ärzten" aufzuhalten und immer geht es nur um das eine -- des dies ein sinnvoller Weg ist muss deine Tochter selber erkennen.
Setzt euch mal zusammen am besten irgendwo wo sie sich wohlfühlt und sprecht über den Sinn des Korsetts. Macht einen Ausflug, einen Wellnesstag nur für und mit ihr.
Wo wohnt ihr eigentlich?
Villeleicht mag sich deine Tochter ja hier oder in dem anderen Forum anmelden und sich da mit den anderen Teens austauschen.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut weiterzumachen.
Vertraue darauf das ihr alles richtig macht.
LG
ich kann deine Tochter schon verstehen.....
Alle sagen immer das sie einen verstehn, aber man selber glaubt das nicht, vielleicht weil man selber nicht versteht was passiert. Alle schauen einen an, das Ding sieht man unter der Kleidung, man traut sich nichts mehr und findet sich in seinem Körper nicht mehr zurecht. Da man ja keine Schmerzen hat ist es schwer ein zu sehen warum man das Ding tragen muss.
Bestimmt fühlt sie sich deine Tochter eingesperrt, bewegungsunfähig, das Ding drückt und schmerzt und das tut dann auch der Seele weh.
Zeig deiner Tochter das sie dir wichtig ist, unternimm etwas mit ihr. Bestrafe sie nicht -- eher belohne sie wenn sie es schaft ihre Angst vor und mit dem Korsett zu überwinden. Überleg mit ihr Strategien für das Tragen. Zeig ihr wie Tapfer und Stark sie sein kann und wahrscheinlich auch ist. Vertraue ihr das sie die Kraft hat und im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen trifft
Schau, sie hält sich ein Messer an die Brust -- da spricht doch verzweiflung aus ihr -- nimm sie in die Arme. Weine mit ihr, zeig ihr das es völlig OK ist auch mal schwach zu sein. Zeig ihr das sie auch mit dem Korsett ihren Wert hat und dass das Messer keine Lösung ist und das sie ihren Körper lieben lernen soll und ihn nicht verletzen soll.
Ich kann mir aber auch vorstellen was du für Kämpfe austrägst, welchen Schmerz Du fühlst, es ist ja nicht leicht sein eigenes Kind leiden zu sehen.
Wichtig ist das ihr euch professionelle Hilfe sucht, Du damit du jemanden hast mit dem du reden kannst der dir Tipps gibt und bei dem du dich auch mal ausheilen kannst. Deine Tochter sollte nur zum Psychologern wenn sie das will und das auch zu einem eigenen biete ihr das an, und wenn sie es jetzt nicht tut OK, ist ja auch am Anfang doof sich ständig bei "Ärzten" aufzuhalten und immer geht es nur um das eine -- des dies ein sinnvoller Weg ist muss deine Tochter selber erkennen.
Setzt euch mal zusammen am besten irgendwo wo sie sich wohlfühlt und sprecht über den Sinn des Korsetts. Macht einen Ausflug, einen Wellnesstag nur für und mit ihr.
Wo wohnt ihr eigentlich?
Villeleicht mag sich deine Tochter ja hier oder in dem anderen Forum anmelden und sich da mit den anderen Teens austauschen.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut weiterzumachen.
Vertraue darauf das ihr alles richtig macht.
LG
Hallo mama41,
ich muss an der Stelle leider sagen, dass ich mich wenig in deine Tochter reinversetzen kann, und daher auch wenig Hilfe sein kann.
Der Aufwand, sich gegen meine Eltern zu wehren, währe es mir wahrscheinlich schon nicht Wert gewesen. Das bedarf ja auch einigen Einsatzes von Seiten deiner Tochter aus und bringt einige Einbußen für sie mit sich.
Du bekommst sie so wahrscheinlich auch nicht zum Psychologen, wo sie wohl wirklich hin müsste und was ja auch eigentlich garkeine Schande ist (in den USA geht da doch jeder hin).
Das heißt ja aber nicht, dass du da nicht auch alleine hingehen kannst, für dich und für deine Tochter. Ich denke ein Profi kann dir am besten sagen, was du tun solltest, und du brauchst dir dann auch nicht die Vorwürfe machen, vielleicht die falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Teile diese Entscheidungen mit anderen, das ist sicherlich dann auch eine Enlastung für dich. Deine Tochter muss ja nichts davon wissen.
Und eins noch. Du brauchst dir wirklich keine Vorwürfe machen versagt zu haben. Ich würde auch nicht wissen, was man da macht.
ich muss an der Stelle leider sagen, dass ich mich wenig in deine Tochter reinversetzen kann, und daher auch wenig Hilfe sein kann.
Der Aufwand, sich gegen meine Eltern zu wehren, währe es mir wahrscheinlich schon nicht Wert gewesen. Das bedarf ja auch einigen Einsatzes von Seiten deiner Tochter aus und bringt einige Einbußen für sie mit sich.
Du bekommst sie so wahrscheinlich auch nicht zum Psychologen, wo sie wohl wirklich hin müsste und was ja auch eigentlich garkeine Schande ist (in den USA geht da doch jeder hin).
Das heißt ja aber nicht, dass du da nicht auch alleine hingehen kannst, für dich und für deine Tochter. Ich denke ein Profi kann dir am besten sagen, was du tun solltest, und du brauchst dir dann auch nicht die Vorwürfe machen, vielleicht die falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Teile diese Entscheidungen mit anderen, das ist sicherlich dann auch eine Enlastung für dich. Deine Tochter muss ja nichts davon wissen.
Und eins noch. Du brauchst dir wirklich keine Vorwürfe machen versagt zu haben. Ich würde auch nicht wissen, was man da macht.
Zuletzt geändert von BZebra am Fr, 29.06.2007 - 15:57, insgesamt 2-mal geändert.
Hallo,
das muss wirklich schlimm sein für Dich... Du meinst es gut und es wird nicht angenommen. Ich habe selber auch ein Kind- er ist allerdings erst 1,5j. Mal sehen, was da noch auf mich zukommt. Als ich ungefähr in den Alter Deiner Tochter war, hat man bei mir eine Skoliose erkannt. Ich bin dann immer zur Krankengymnastik gegangen und meine Mutter hat mir gesagt:" entweder Du machst Deine Übungen, oder Du bekommmst ein Korsett! "
Heute bin ich 29 , habe Probleme mit meinem Rücken und finde es ziemlich anangemessen, was meine Mutter damals sagte. So eine Kur war seitens der Therapeutin auch im Gespräch, ich war aber bisher nie dort. Wenn man aber den Flyer von Sobi liest, liest man , dass eine ambulante Therapie oft nicht so hilft wie die Kur - wegen der Intensität. Und genau deshalb war die Aussage meiner Mutter falsch. EIn Korsett hätte mir wahrscheinlich geholfen, wäre vielleicht auch angebracht gewesen - aber nicht als Bestrafung fürs nicht Turnen . Ich habe auch immer Übungen gemacht.
Da meine Mutter und ich dann ein ziemlcih schlechtes Verhältnis bekamen und ich mit 16 auszog, war ich auf mich gestellt. Sie kümmerte sich nicht mehr um meine SKoliose. Ich auch nicht. Denn damals hatte ich ja noch keine Beschwerden, und der Knick in der Taille war mir egal. Ich finde es ziemlich verantwortungslos, was meine Mutter damals tat. Denn ich hatte einfach noch nicht den Weitblick, konnte mir die Folgen nicht ausmalen. Es ist so wie beim Rauchen: man merkt einfahc nicht, wie sehr man sich bei jeder Zigarette schadet! man ist als Eltern nunmal für die Kinder bis sie 18 sind verantwortlcih.
Ich überlege heute, wie ich mit meiner Skoliose umgehen soll...ob ich noch eine Kur mache?... Seit 2,5, Jahre mache ich allerdings die F.M.Alexandertechnik und sie hilft mir sehr! man lernt mit seinem Körper besser umzugehen, kann sich dann überlegen, ob man schlechte Gewohnheiten ablegen möchte, man lernt innezuhalten und Entscheidungen zu treffen. Ich hatte neulich eine Blockade und konnte mich kaum mehr bewegen und die AT hat mir sehr gut geholfen! Ich bin überzeugt davon, dass die AT eine Skoliose aufhalten, gar verbessern kann und zwar ohne Korsett und Übungen! Einfach dadurch, dass man mit sich selber gut umgeht und sich den ganzen Tag bemüht, sich gut zu gebrauchen. ( Ich will jetzt allerdngs nicht sagen, dass ein Korsett für Deine Tochter unangemessen ist! ich kann das nicht entscheiden und sie wächst ja auch noch!)
Deine Tochter geht ja auch noch zur Schule. Da wird man auch dazu hingerissen, sich hängenzulassen. Oft sind die Stühle auch nicht gut zum Sitzen... Ausserdem kommt oder ist Deine Tochter ja auch in dem Alter, in dem es in manchen Kreisen cool ist, sich hängenzulassen. Ich wünsche Euch, dass sie nicht in diesen Kreisen verkehrt!
Erwachsene, die im Büro arbeiten, stöhnen oft, dass sie Rückenschmerzen von der Arbeit am Computer haben. Das stimmt so nicht! Sie machen sich die Schmerzen selber durch die Art wie sie dort sitzen! Und die können sie ändern!
Wenn Du Dich über die AT informieren möchtest:
www. alexander-technik-info.de
Ich finde es aber gut, dass du Deiner Tochter einen Teil Selbstverantwortung überläßt. Das ist bestimmt gut so - wenn man darauf acht gibt, dass sie sich nicht gehen läßt und sich alles verschlimmert!
Ich wünsche Euch beiden viel Kraft!
Liebe Grüße...Henrike
das muss wirklich schlimm sein für Dich... Du meinst es gut und es wird nicht angenommen. Ich habe selber auch ein Kind- er ist allerdings erst 1,5j. Mal sehen, was da noch auf mich zukommt. Als ich ungefähr in den Alter Deiner Tochter war, hat man bei mir eine Skoliose erkannt. Ich bin dann immer zur Krankengymnastik gegangen und meine Mutter hat mir gesagt:" entweder Du machst Deine Übungen, oder Du bekommmst ein Korsett! "
Heute bin ich 29 , habe Probleme mit meinem Rücken und finde es ziemlich anangemessen, was meine Mutter damals sagte. So eine Kur war seitens der Therapeutin auch im Gespräch, ich war aber bisher nie dort. Wenn man aber den Flyer von Sobi liest, liest man , dass eine ambulante Therapie oft nicht so hilft wie die Kur - wegen der Intensität. Und genau deshalb war die Aussage meiner Mutter falsch. EIn Korsett hätte mir wahrscheinlich geholfen, wäre vielleicht auch angebracht gewesen - aber nicht als Bestrafung fürs nicht Turnen . Ich habe auch immer Übungen gemacht.
Da meine Mutter und ich dann ein ziemlcih schlechtes Verhältnis bekamen und ich mit 16 auszog, war ich auf mich gestellt. Sie kümmerte sich nicht mehr um meine SKoliose. Ich auch nicht. Denn damals hatte ich ja noch keine Beschwerden, und der Knick in der Taille war mir egal. Ich finde es ziemlich verantwortungslos, was meine Mutter damals tat. Denn ich hatte einfach noch nicht den Weitblick, konnte mir die Folgen nicht ausmalen. Es ist so wie beim Rauchen: man merkt einfahc nicht, wie sehr man sich bei jeder Zigarette schadet! man ist als Eltern nunmal für die Kinder bis sie 18 sind verantwortlcih.
Ich überlege heute, wie ich mit meiner Skoliose umgehen soll...ob ich noch eine Kur mache?... Seit 2,5, Jahre mache ich allerdings die F.M.Alexandertechnik und sie hilft mir sehr! man lernt mit seinem Körper besser umzugehen, kann sich dann überlegen, ob man schlechte Gewohnheiten ablegen möchte, man lernt innezuhalten und Entscheidungen zu treffen. Ich hatte neulich eine Blockade und konnte mich kaum mehr bewegen und die AT hat mir sehr gut geholfen! Ich bin überzeugt davon, dass die AT eine Skoliose aufhalten, gar verbessern kann und zwar ohne Korsett und Übungen! Einfach dadurch, dass man mit sich selber gut umgeht und sich den ganzen Tag bemüht, sich gut zu gebrauchen. ( Ich will jetzt allerdngs nicht sagen, dass ein Korsett für Deine Tochter unangemessen ist! ich kann das nicht entscheiden und sie wächst ja auch noch!)
Deine Tochter geht ja auch noch zur Schule. Da wird man auch dazu hingerissen, sich hängenzulassen. Oft sind die Stühle auch nicht gut zum Sitzen... Ausserdem kommt oder ist Deine Tochter ja auch in dem Alter, in dem es in manchen Kreisen cool ist, sich hängenzulassen. Ich wünsche Euch, dass sie nicht in diesen Kreisen verkehrt!
Erwachsene, die im Büro arbeiten, stöhnen oft, dass sie Rückenschmerzen von der Arbeit am Computer haben. Das stimmt so nicht! Sie machen sich die Schmerzen selber durch die Art wie sie dort sitzen! Und die können sie ändern!
Wenn Du Dich über die AT informieren möchtest:
www. alexander-technik-info.de
Ich finde es aber gut, dass du Deiner Tochter einen Teil Selbstverantwortung überläßt. Das ist bestimmt gut so - wenn man darauf acht gibt, dass sie sich nicht gehen läßt und sich alles verschlimmert!
Ich wünsche Euch beiden viel Kraft!
Liebe Grüße...Henrike
Hallo Mama 41,
Ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber nachdem ich dieses Posting hier gelesen habe, würde ich auch DIR zu einer Psychotherapie und Erziehungsberatung raten.
Allein die Überschrift "ich gebe auf" kann ich nicht nachvollziehen. Deine Tochter ist erst 12 und hat schon sehr viel mit ihrem Rücken durchmachen müssen. Du bist die Erwachsene, die ihr Rückhalt geben sollte. Ich finde du solltest sie unterstützen wo es nur geht- und damit meine ich nicht ihr Druck zu machen oder ihr Strafen anzudrohen...
Ihr die Verantwortung für ihr Leben zu überlassen scheint in diesem Fall schon mal ein guter Schritt. Natürlich ist sie erst 12 und da stimme ich auch mit den vorherigen Postern überrein, dass es in dem Alter vielleicht schwierig ist weitsichtige Entscheidungen zu treffen. Aber ich bin mir sicher, dass deine Tochter froh sein wird, wenn sie in Frieden leben kann, soll heißen, zusätzlich zur körperlichen Belastung nicht auch noch Kämpfe mit dir ausfechten muss. Du sollteste sie so akzeptieren wie sie ist und Verständnis zeigen!
Du hast geschrieben, dass sie sich von Erwachsenen abgrenzt, aber mit Freunden/Schulkollegen gut zurecht kommt. Für mich zeigt das ganz klar, dass sie schlechte Erfahrungen mit Erwachsenen und Autoritäten machen musste. Da gleich eine Krankheit hineinzuinterpretieren (die zufällig in einem Zeitungsartikel steht) würde mich auch aufregen. Sie hat sicher gute Gründe für ihr Verhalten.
Sehr verständlich, dass sie das Korsett nicht in der Schule anhaben will. Wenn es schon zu Hause "Psychoterror" gibt, dann möchte sie bestimmt zumindest in der Schule ein "normales" Mädchen sein.
Sorry, wenn ich zu direkt bin, aber das Thema berührt mich selbst emotional, weil ich als Kind ähnliches mitmachen musste. Ich hab mich dann schlussendlich operieren lassen, wohl hauptsächlich deshalb, weil ich wollte, dass die Kämpfe mit meiner Mutter endlich ein Ende hatten!!!! (wobei man immer wieder neue Streitpunkte finden kann - aber das hab ich erst später bemerkt...)
Ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber nachdem ich dieses Posting hier gelesen habe, würde ich auch DIR zu einer Psychotherapie und Erziehungsberatung raten.
Allein die Überschrift "ich gebe auf" kann ich nicht nachvollziehen. Deine Tochter ist erst 12 und hat schon sehr viel mit ihrem Rücken durchmachen müssen. Du bist die Erwachsene, die ihr Rückhalt geben sollte. Ich finde du solltest sie unterstützen wo es nur geht- und damit meine ich nicht ihr Druck zu machen oder ihr Strafen anzudrohen...
Ihr die Verantwortung für ihr Leben zu überlassen scheint in diesem Fall schon mal ein guter Schritt. Natürlich ist sie erst 12 und da stimme ich auch mit den vorherigen Postern überrein, dass es in dem Alter vielleicht schwierig ist weitsichtige Entscheidungen zu treffen. Aber ich bin mir sicher, dass deine Tochter froh sein wird, wenn sie in Frieden leben kann, soll heißen, zusätzlich zur körperlichen Belastung nicht auch noch Kämpfe mit dir ausfechten muss. Du sollteste sie so akzeptieren wie sie ist und Verständnis zeigen!
Du hast geschrieben, dass sie sich von Erwachsenen abgrenzt, aber mit Freunden/Schulkollegen gut zurecht kommt. Für mich zeigt das ganz klar, dass sie schlechte Erfahrungen mit Erwachsenen und Autoritäten machen musste. Da gleich eine Krankheit hineinzuinterpretieren (die zufällig in einem Zeitungsartikel steht) würde mich auch aufregen. Sie hat sicher gute Gründe für ihr Verhalten.
Sehr verständlich, dass sie das Korsett nicht in der Schule anhaben will. Wenn es schon zu Hause "Psychoterror" gibt, dann möchte sie bestimmt zumindest in der Schule ein "normales" Mädchen sein.
Sorry, wenn ich zu direkt bin, aber das Thema berührt mich selbst emotional, weil ich als Kind ähnliches mitmachen musste. Ich hab mich dann schlussendlich operieren lassen, wohl hauptsächlich deshalb, weil ich wollte, dass die Kämpfe mit meiner Mutter endlich ein Ende hatten!!!! (wobei man immer wieder neue Streitpunkte finden kann - aber das hab ich erst später bemerkt...)
„Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nicht verstehen.“ (Konfuzius)
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- Registriert: So, 10.08.2003 - 12:48
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: 107° und 98° (im Jahr 2003 zu Beginn der Korsetttherapie: 98° und 93°), sehr starre Skoliose, kaum Beschwerden
- Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
- Wohnort: NRW
Hallo mama41,
ich weiß nicht, ob du wirklich versagt hast. Wenn du erreicht hast, dass deine Tochter das Korsett 18 Stunden trägt, hast du schon viel erreicht. Deine Tochter hat keine starke Skoliose und eine gute Korrektur im Korsett (Quelle für die anderen Leser).
Hat deine Tochter noch andere Probleme? Meist ist es so, wenn im Leben was nicht rund läuft, hat man für größere Aufgaben wie Korsetttragen nicht so viel Energie. Das mit dem Kinderpsychiater wäre eine Anlaufstelle.
Nehmt ihr an Skoliosentreffen teil? Hat deine Tochter ein Hobby, gibt es etwas, das sie regelmäßig machen kann, ohne dass die Schule drunter leidet?
Hallo Virtuelle,
danke für dein interessantes Posting. Ich möchte dazu was sagen.
Es wäre aber nun fatal zu sagen, dass Eltern grundsätzlich liebevoll, sanft, nachgiebig sein sollten. Ich streite mich sehr viel öfter mit meiner Mutter als mit meinem Vater und ärgere mich viel mehr über sie als über meinen Vater. Aber dafür habe ich zu ihr eine wesentlich engere Bindung. Heute bin ich dankbar für die unerbittliche Konsequenz und Strenge meiner Mutter. Manches, was ich als Kind brutal und grausam fand (obwohl ich vom Kopf her wusste, dass es vernünftig war), würde ich heute genauso bei meinem Kind - wenn ich eins hätte - machen. Beim Korsett würde ich mit meinem jetzigen Wissensstand keine Gnade kennen und hier habe ich einen Vorteil gegenüber mama41, denn ich weiß, wie es ist ein Korsett zu tragen, ich habe es rund um die Uhr getragen und könnte das meinem Kind vorhalten (auch wenn es fies erscheint).
Ich habe mir als Kind manchmal gewünscht, meine Mutter wäre so nachgiebig wie mein Vater. Heute sage ich: Zum Glück war sie nicht so. Sonst würde ich heute ganz woanders stehen und hätte ich wohl große gesundheitiche Probleme. Außerdem hätte ich mich schutz- und orientierungslos gefühlt, wenn ich gar keine Regeln vermittelt bekommen hätte.
Ich bin strikt gegen pure Nachgiebigkeit, ich finde es manchmal notwendig, einem Kind was "gegen seinen Willen aufzuzwingen", weil es die Dimension von Entscheidungen nicht richtig erfassen kann. Ich würde deshalb eher 20 als 18 Stunden fordern, aber ich weiß nicht, ob das hier sinnvoll wäre, wo wohl schon viel Geschirr kaputt gegangen ist.
Kontakte zu anderen Korsettträgern wären wohl gut, vielleicht in Form von Mail- oder Brieffreundschaften.
Mütter tragen Verantwortung für ihre Kinder, deren Gesundheit und Zukunft. Kinder können keinen großen Zeitraum überblicken und die Dimension von schwerwiegenden Entscheidungen wie Korsetttragen und Nichttragen des Korsetts nicht richtig erfassen. Sie fühlen sich körperlich gut, haben kein Problem mit der etwas veränderten Optik, und können sich nicht vorstellen, dass eine Skoliose sich später drastisch verschlechtern und im Erwachsenenalter Beschwerden verursachen kann - wenn nicht körperliche, dann vielleicht psychische.
Es ist eine Gratwanderung zwischen Strenge und liebevoller Erziehung, aber ich bin auf keinen Fall dafür, einem Kind alles zu gewähren. Stellt euch vor, wir würden Kindern immer jede Entscheidung überlassen, z.B. wann sie ins Bett gehen und wann nicht, ob sie sich die Zähne putzen oder nicht usw. Mit dem Korsett ist es genauso, nur dass es sehr unangenehm ist und Gleichaltrige kein Korsett benötigen.
Liebe Grüße,
Dalia
P.S.: Ich finde die rege Anteilnahme hier richtig schön, aber umso trauriger macht es mich, dass Hilferufe von Jugendlichen häufig keine oder kaum Resonanz erfahren, z.B. hier der von Korsi (man muss registrierter User sein, um den Thread lesen zu können).
ich weiß nicht, ob du wirklich versagt hast. Wenn du erreicht hast, dass deine Tochter das Korsett 18 Stunden trägt, hast du schon viel erreicht. Deine Tochter hat keine starke Skoliose und eine gute Korrektur im Korsett (Quelle für die anderen Leser).
Hat deine Tochter noch andere Probleme? Meist ist es so, wenn im Leben was nicht rund läuft, hat man für größere Aufgaben wie Korsetttragen nicht so viel Energie. Das mit dem Kinderpsychiater wäre eine Anlaufstelle.
Nehmt ihr an Skoliosentreffen teil? Hat deine Tochter ein Hobby, gibt es etwas, das sie regelmäßig machen kann, ohne dass die Schule drunter leidet?
Hallo Virtuelle,
danke für dein interessantes Posting. Ich möchte dazu was sagen.
Das war für dich ein notwendiger Ausgleich zu deiner Mutter. Das, was du von deinen Eltern schreibst, erinnert mich an meine Eltern: Dominante Mutter, die kräftig über mein Leben bestimmte, nachgiebiger Vater, der mich alles machen ließ, was ich wollte. Vielleicht hat deine Mutter dir zu wenig gezeigt, dass sie dich liebtdie-virtuelle hat geschrieben:Ganz anders mein Vater: Er war zwar selbständig und hatte wenig Zeit für uns Kinder, aber er hatte immer ein offenes Ohr für uns, hat Quatsch mit uns gemacht und hat uns in dem unterstützt, was wir selbst wollten, was uns glücklich gemacht hat. Und er wollte uns eben nicht seine eigenen Vorstellungen aufzwängen. Und mein Vater hat mich absolut geprägt. Ich liebe meinen Vater und bin ihm dankbar für das, was er für mich getan hat und tut!
Es wäre aber nun fatal zu sagen, dass Eltern grundsätzlich liebevoll, sanft, nachgiebig sein sollten. Ich streite mich sehr viel öfter mit meiner Mutter als mit meinem Vater und ärgere mich viel mehr über sie als über meinen Vater. Aber dafür habe ich zu ihr eine wesentlich engere Bindung. Heute bin ich dankbar für die unerbittliche Konsequenz und Strenge meiner Mutter. Manches, was ich als Kind brutal und grausam fand (obwohl ich vom Kopf her wusste, dass es vernünftig war), würde ich heute genauso bei meinem Kind - wenn ich eins hätte - machen. Beim Korsett würde ich mit meinem jetzigen Wissensstand keine Gnade kennen und hier habe ich einen Vorteil gegenüber mama41, denn ich weiß, wie es ist ein Korsett zu tragen, ich habe es rund um die Uhr getragen und könnte das meinem Kind vorhalten (auch wenn es fies erscheint).
Ich habe mir als Kind manchmal gewünscht, meine Mutter wäre so nachgiebig wie mein Vater. Heute sage ich: Zum Glück war sie nicht so. Sonst würde ich heute ganz woanders stehen und hätte ich wohl große gesundheitiche Probleme. Außerdem hätte ich mich schutz- und orientierungslos gefühlt, wenn ich gar keine Regeln vermittelt bekommen hätte.
Ich bin strikt gegen pure Nachgiebigkeit, ich finde es manchmal notwendig, einem Kind was "gegen seinen Willen aufzuzwingen", weil es die Dimension von Entscheidungen nicht richtig erfassen kann. Ich würde deshalb eher 20 als 18 Stunden fordern, aber ich weiß nicht, ob das hier sinnvoll wäre, wo wohl schon viel Geschirr kaputt gegangen ist.
Kontakte zu anderen Korsettträgern wären wohl gut, vielleicht in Form von Mail- oder Brieffreundschaften.
Und Kinder können auch sehr anstrengend sein.Mütter können sehr anstrengende Personen sein, gegen die man sich in der Kinderrolle nicht richtig wehren kann.
Es ist eine Gratwanderung zwischen Strenge und liebevoller Erziehung, aber ich bin auf keinen Fall dafür, einem Kind alles zu gewähren. Stellt euch vor, wir würden Kindern immer jede Entscheidung überlassen, z.B. wann sie ins Bett gehen und wann nicht, ob sie sich die Zähne putzen oder nicht usw. Mit dem Korsett ist es genauso, nur dass es sehr unangenehm ist und Gleichaltrige kein Korsett benötigen.
Liebe Grüße,
Dalia
P.S.: Ich finde die rege Anteilnahme hier richtig schön, aber umso trauriger macht es mich, dass Hilferufe von Jugendlichen häufig keine oder kaum Resonanz erfahren, z.B. hier der von Korsi (man muss registrierter User sein, um den Thread lesen zu können).
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
- Charp
- Vielschreiber

- Beiträge: 548
- Registriert: Mi, 03.08.2005 - 13:21
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: juvenile Skoliose, 47° thorakolumbal
- Wohnort: Niedersachsen
Hallo mama41,
als "Aufgeben" würde ich Dein Verhalten nicht bezeichnen. Ich finde es richtig, "einen Schritt zurück zu gehen", was Deine Forderungen (die ja eigentlich nur zum Besten deiner Tochter sein sollen) betrifft, um zu verhindern, dass die Fronten völlig verhärten.
Ulkig, meine Geschichte ähnelt ein wenig der von "der Virtuellen", inkl. Alter und dass ich jetzt auch promoviere, und ich bin Papakind. Ich habe ein schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter. Auch ich war eigentlich ein "gutes Kind", Einserschülerin usw. Aber irgendwie war ich nie gut genug. Eine 2- war eine Katastrophe, Zimmer nicht aufräumen ein Schwerverbrechen, meine Freunde nicht gut genug, ständig Hausarrest, Taschengeldentzug wegen nichts, völlige Unberechenbarkeit. Ständig Verdächtigungen, beispielsweise ich würde Drogen nehmen, als ich noch nicht mal wusste, wo ich die hätte hernehmen sollen, noch nicht mal Alkohol getrunken habe etc.
Mein völlig normales Pubertätsverhalten wurde von meiner Mutter als persönlicher Angriff gegen sie interpretiert. Und irgendwann, so mit 16, wurde es mir dann einfach zu blöd, dann habe ich die ganzen Sachen gemacht, von denen meine Mutter annahm, dass ich sie sowieso schon mache. Die Situation eskalierte, so dass ich mich regelmäßig bei Freunden einquartierte und schließlich mit 18 auszog. Ich habe dann länger nicht mehr mit ihr gesprochen.
Unter diese Phase zwischen 16 und 18, in der wir uns wirklich geprügelt haben, beleidigt und angeschrieen, leidet unser Verhältnis heute noch.
Worauf ich hinaus will: Es geht hier nicht um Nachgiebigkeit, mein Vater ist auch nicht nachgiebig, trotzdem habe ich zu ihm ein besseres Verhältnis als zu meiner Mutter. Ich glaube, weil er mir mehr zugetraut hat und mich nicht behandelt hat wie eine Irre, nur weil ich als Jugendliche eben andere Vorstellungen hatte. Wenn Deine Tochter Dir vorwirft, dass Du sie nicht verstehst, solltest Du sie irgendwie vom Gegenteil überzeugen, ohne ihre Grenzen zu überschreiten.
Ich wäre sehr froh, wenn meine Mutter mir mal gezeigt hätte, dass ich "gut" bin und kein Ungeheuer, das ihr den letzten Nerv raubt. Sie weiß heute immer noch besser als ich, was mein Problem ist und wie "krank" ich bin, im Moment ist sie auf dem Trip, dass ich MS habe, weil ich der Krankheit die Tür aufgemacht habe oder so ein sch***, also bin ich auch daran schuld. Auch wie ich mit der Krankheit umgehen soll, weiß sie besser als ich.
Liebe mama41, vielleicht schaffst Du es ja, das Ruder noch mal rumzureißen, damit es nicht zu noch mehr Problemen kommt. Für ne 12jährige mit "einigen emotionalen Problemen" macht sie das doch schon ganz gut, das muss man ihr auch irgendwie zeigen. Sie sollte nicht das Gefühl haben, dass sie "verrückt" ist, trotz der Messer-Aktion und ihrem hmm, ich nenne es mal: Trotz.
Liebe Grüße,
Charp
als "Aufgeben" würde ich Dein Verhalten nicht bezeichnen. Ich finde es richtig, "einen Schritt zurück zu gehen", was Deine Forderungen (die ja eigentlich nur zum Besten deiner Tochter sein sollen) betrifft, um zu verhindern, dass die Fronten völlig verhärten.
Ulkig, meine Geschichte ähnelt ein wenig der von "der Virtuellen", inkl. Alter und dass ich jetzt auch promoviere, und ich bin Papakind. Ich habe ein schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter. Auch ich war eigentlich ein "gutes Kind", Einserschülerin usw. Aber irgendwie war ich nie gut genug. Eine 2- war eine Katastrophe, Zimmer nicht aufräumen ein Schwerverbrechen, meine Freunde nicht gut genug, ständig Hausarrest, Taschengeldentzug wegen nichts, völlige Unberechenbarkeit. Ständig Verdächtigungen, beispielsweise ich würde Drogen nehmen, als ich noch nicht mal wusste, wo ich die hätte hernehmen sollen, noch nicht mal Alkohol getrunken habe etc.
Mein völlig normales Pubertätsverhalten wurde von meiner Mutter als persönlicher Angriff gegen sie interpretiert. Und irgendwann, so mit 16, wurde es mir dann einfach zu blöd, dann habe ich die ganzen Sachen gemacht, von denen meine Mutter annahm, dass ich sie sowieso schon mache. Die Situation eskalierte, so dass ich mich regelmäßig bei Freunden einquartierte und schließlich mit 18 auszog. Ich habe dann länger nicht mehr mit ihr gesprochen.
Unter diese Phase zwischen 16 und 18, in der wir uns wirklich geprügelt haben, beleidigt und angeschrieen, leidet unser Verhältnis heute noch.
Worauf ich hinaus will: Es geht hier nicht um Nachgiebigkeit, mein Vater ist auch nicht nachgiebig, trotzdem habe ich zu ihm ein besseres Verhältnis als zu meiner Mutter. Ich glaube, weil er mir mehr zugetraut hat und mich nicht behandelt hat wie eine Irre, nur weil ich als Jugendliche eben andere Vorstellungen hatte. Wenn Deine Tochter Dir vorwirft, dass Du sie nicht verstehst, solltest Du sie irgendwie vom Gegenteil überzeugen, ohne ihre Grenzen zu überschreiten.
Ich wäre sehr froh, wenn meine Mutter mir mal gezeigt hätte, dass ich "gut" bin und kein Ungeheuer, das ihr den letzten Nerv raubt. Sie weiß heute immer noch besser als ich, was mein Problem ist und wie "krank" ich bin, im Moment ist sie auf dem Trip, dass ich MS habe, weil ich der Krankheit die Tür aufgemacht habe oder so ein sch***, also bin ich auch daran schuld. Auch wie ich mit der Krankheit umgehen soll, weiß sie besser als ich.
Liebe mama41, vielleicht schaffst Du es ja, das Ruder noch mal rumzureißen, damit es nicht zu noch mehr Problemen kommt. Für ne 12jährige mit "einigen emotionalen Problemen" macht sie das doch schon ganz gut, das muss man ihr auch irgendwie zeigen. Sie sollte nicht das Gefühl haben, dass sie "verrückt" ist, trotz der Messer-Aktion und ihrem hmm, ich nenne es mal: Trotz.
Liebe Grüße,
Charp
- mama41
- aktives Mitglied

- Beiträge: 214
- Registriert: Do, 07.09.2006 - 12:53
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Tochter (1995) mit unbehandelter Skoliose ca. 40°
- Wohnort: Lkr. Böblingen
Erst mal recht herzlichen Dank an euch alle.
Mein "ich gebe auf" bezieht sich ausschließlich darauf, dass ich alles daran setzten wollte, die Korsetttherapie durchzuziehen. Meine Tochter werde ich ganz sicher nicht aufgeben. Sie kann immer auf mich zählen und ich werde sie auch weiterhin unterstützen.
Unser Verhältnis zueinander empfinde ich eigentlich nicht als schlecht. Und ich denke sie sieht das genauso.
Ihre extremen Ausraster kommen meistens, wenn sie etwas möchte und ich es dann nicht so erfülle. Dann versucht sie mich mit Dingen wie Korsett-Streik unter Druck zu setzen. Und manches mal eskaliert das ganze dann.
Und daher habe ich die Entscheidung getroffen, mein Ziel "erfolgreiche Korsetttherapie" aufzugeben. So muß ich keinen Druck mehr auf sie ausüben und gleichzeitig nehme ich ihr die Möglichkeit, das Korsett als Druckmittel gegen mich zu benutzen.
Es macht mich trotz allem unendlich traurig, wenn ich sehe wie sie es weiterhin versucht und sich dabei doch nur selbst schadet.
Sicherlich bin ich in vielen Dingen selbst schuld. Meine Kinder haben sehr viel Freiraum und nur wenige Grenzen. Bei meinem 17jährigen Sohn gab es damit nie Probleme. Für meine Tochter wären dagegen mehr Regeln wahrscheinlich besser gewesen.
Zum Thema "Schweigen" möchte ich noch sagen: Als ich den Zeitungsartikel gelesen habe, habe ich mich natürlich erst mal intensiv mit dem Thema befasst. Erst als für mich klar war, dass sie wahrscheinlich unter Mutismus leidet, habe ich mit meiner Tochter darüber gesprochen. Auch wenn sie bisher jegliche Therapie dagegen abgelehnt hat, sind wir froh, davon zu wissen.
Bisher gingen alle davon aus, dass sie einfach nur stur ist und nicht sprechen will. Schiefe Blicke, weil mein Kind nicht "danke" oder "bitte" sagt, kenne ich zu genüge. Ich hatte ihre "Schüchternheit" zwar akzeptiert aber nie verstanden. Das ist jetzt anders. Alle die davon wissen, setzen sie jetzt nicht mehr unter Druck, etwas zu sagen oder geben dumme Sprüche ab. Besonders froh ist meine Mutter, die sich immer wieder gefragt hat, was sie ihr getan hat, weil sie überhaupt nicht mit ihr spricht.
Insgeheim arbeitet sie auch an ihrem Schweigen. So manches mal hat sie es schon geschafft, sich beim Bäcker ein Brötchen zu kaufen oder im Restaurant ihr Getränk selbst zu bestellen. Klappt nicht immer, aber auch da freuen wir uns riesig über jeden kleinen Fortschritt.
Eine Ursache für Mutismus ist meistens nicht zu finden. Wie bei der Skoliose. Und ebenso schwer ist es, an den richtigen Therapeuten zu geraten.
Ist ja auch irgendwie schwer zu verstehen, dass jemand, der sprechen kann, gegenüber bestimmten Menschen verstummt.
Übrigens: Ich glaube schon, dass ich viel Verständnis für meine Tochter habe. Und es tut mir auch weh, zu sehen wie sie leidet. Aber Mitleid bringt sie in keinster Weise vorwärts. Und Selbstmitleid gleich dreimal nicht.
Leider hat sie auch keine richtigen Ziele und Interessen. Auf Fragen danach bekomme ich meistens nur ein Schulterzucken.
Es tut auf jeden Fall gut, hier Verständis zu finden. Und auch eure Erfahrungen mit euren Müttern waren sehr interessant für mich.
Danke,
Andrea
Mein "ich gebe auf" bezieht sich ausschließlich darauf, dass ich alles daran setzten wollte, die Korsetttherapie durchzuziehen. Meine Tochter werde ich ganz sicher nicht aufgeben. Sie kann immer auf mich zählen und ich werde sie auch weiterhin unterstützen.
Unser Verhältnis zueinander empfinde ich eigentlich nicht als schlecht. Und ich denke sie sieht das genauso.
Ihre extremen Ausraster kommen meistens, wenn sie etwas möchte und ich es dann nicht so erfülle. Dann versucht sie mich mit Dingen wie Korsett-Streik unter Druck zu setzen. Und manches mal eskaliert das ganze dann.
Und daher habe ich die Entscheidung getroffen, mein Ziel "erfolgreiche Korsetttherapie" aufzugeben. So muß ich keinen Druck mehr auf sie ausüben und gleichzeitig nehme ich ihr die Möglichkeit, das Korsett als Druckmittel gegen mich zu benutzen.
Es macht mich trotz allem unendlich traurig, wenn ich sehe wie sie es weiterhin versucht und sich dabei doch nur selbst schadet.
Sicherlich bin ich in vielen Dingen selbst schuld. Meine Kinder haben sehr viel Freiraum und nur wenige Grenzen. Bei meinem 17jährigen Sohn gab es damit nie Probleme. Für meine Tochter wären dagegen mehr Regeln wahrscheinlich besser gewesen.
Zum Thema "Schweigen" möchte ich noch sagen: Als ich den Zeitungsartikel gelesen habe, habe ich mich natürlich erst mal intensiv mit dem Thema befasst. Erst als für mich klar war, dass sie wahrscheinlich unter Mutismus leidet, habe ich mit meiner Tochter darüber gesprochen. Auch wenn sie bisher jegliche Therapie dagegen abgelehnt hat, sind wir froh, davon zu wissen.
Bisher gingen alle davon aus, dass sie einfach nur stur ist und nicht sprechen will. Schiefe Blicke, weil mein Kind nicht "danke" oder "bitte" sagt, kenne ich zu genüge. Ich hatte ihre "Schüchternheit" zwar akzeptiert aber nie verstanden. Das ist jetzt anders. Alle die davon wissen, setzen sie jetzt nicht mehr unter Druck, etwas zu sagen oder geben dumme Sprüche ab. Besonders froh ist meine Mutter, die sich immer wieder gefragt hat, was sie ihr getan hat, weil sie überhaupt nicht mit ihr spricht.
Insgeheim arbeitet sie auch an ihrem Schweigen. So manches mal hat sie es schon geschafft, sich beim Bäcker ein Brötchen zu kaufen oder im Restaurant ihr Getränk selbst zu bestellen. Klappt nicht immer, aber auch da freuen wir uns riesig über jeden kleinen Fortschritt.
Eine Ursache für Mutismus ist meistens nicht zu finden. Wie bei der Skoliose. Und ebenso schwer ist es, an den richtigen Therapeuten zu geraten.
Ist ja auch irgendwie schwer zu verstehen, dass jemand, der sprechen kann, gegenüber bestimmten Menschen verstummt.
Übrigens: Ich glaube schon, dass ich viel Verständnis für meine Tochter habe. Und es tut mir auch weh, zu sehen wie sie leidet. Aber Mitleid bringt sie in keinster Weise vorwärts. Und Selbstmitleid gleich dreimal nicht.
Leider hat sie auch keine richtigen Ziele und Interessen. Auf Fragen danach bekomme ich meistens nur ein Schulterzucken.
Es tut auf jeden Fall gut, hier Verständis zu finden. Und auch eure Erfahrungen mit euren Müttern waren sehr interessant für mich.
Danke,
Andrea
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die-virtuelle
>>Ich bin strikt gegen pure Nachgiebigkeit, ich finde es manchmal notwendig, einem Kind was "gegen seinen Willen aufzuzwingen", weil es die Dimension von Entscheidungen nicht richtig erfassen kann.
Das mein Vater pure Nachgiebigkeit praktiziert hat, habe ich so auch nicht gesagt. Er hat durchaus Grenzen gesetzt, aber seinen Kinder innerhalb dieser Grenzen die Möglichkeit gelassen, ihre eigene Persönlichkeit herauszubilden wohingegen meine Mutter meinem Empfinden nach immer versucht hat, mir ihre Persönlichkeit aufzuzwängen.
Das mein Vater pure Nachgiebigkeit praktiziert hat, habe ich so auch nicht gesagt. Er hat durchaus Grenzen gesetzt, aber seinen Kinder innerhalb dieser Grenzen die Möglichkeit gelassen, ihre eigene Persönlichkeit herauszubilden wohingegen meine Mutter meinem Empfinden nach immer versucht hat, mir ihre Persönlichkeit aufzuzwängen.
- mama41
- aktives Mitglied

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- Registriert: Do, 07.09.2006 - 12:53
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Tochter (1995) mit unbehandelter Skoliose ca. 40°
- Wohnort: Lkr. Böblingen
Die Lage bei uns hat sich sehr gebessert. Wir sind jetzt alle viel entspannter und es gibt nur noch gelegentlich kleinere Streitereien. Wie überall eben.
Meine Tochter erreicht nahezu täglich die von mir geforderten Korsettstunden, obwohl sie es bis auf zwei Mal nicht in der Schule trägt. Diese Entscheidung überlasse ich ihr vollkommen, denn sie muss ja auch die Konsequenzen tragen.
Heute mittag fahren wir zu Rahmouni und ich hoffe, dass er sich weiterhin mit der Tragezeit von 18 Stunden täglich zufrieden gibt.
Auch wenn wir in absehbarer Zeit keine 23 Stunden erreichen und auch die Motivation fürs Schrothen besser sein könnte, bin ich zufrieden. Der psychische Stress für uns beide bzw. für die gesamte Familie hätte sicherlich irgendwann zum Abbruch der Therapie geführt.
Einen Termin beim Kinder- und Jugendpsychologen habe ich leider erst Ende September bekommen. Aber wichtig ist, glaube ich, dass sich etwas in Bewegung setzt und meine Tochter auch nicht mehr allem ablehnend gegenübersteht.
LG
Andrea
Meine Tochter erreicht nahezu täglich die von mir geforderten Korsettstunden, obwohl sie es bis auf zwei Mal nicht in der Schule trägt. Diese Entscheidung überlasse ich ihr vollkommen, denn sie muss ja auch die Konsequenzen tragen.
Heute mittag fahren wir zu Rahmouni und ich hoffe, dass er sich weiterhin mit der Tragezeit von 18 Stunden täglich zufrieden gibt.
Auch wenn wir in absehbarer Zeit keine 23 Stunden erreichen und auch die Motivation fürs Schrothen besser sein könnte, bin ich zufrieden. Der psychische Stress für uns beide bzw. für die gesamte Familie hätte sicherlich irgendwann zum Abbruch der Therapie geführt.
Einen Termin beim Kinder- und Jugendpsychologen habe ich leider erst Ende September bekommen. Aber wichtig ist, glaube ich, dass sich etwas in Bewegung setzt und meine Tochter auch nicht mehr allem ablehnend gegenübersteht.
LG
Andrea
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Galadriel73
- treues Mitglied

- Beiträge: 306
- Registriert: Sa, 28.10.2006 - 17:50
- Wohnort: Nähe Herborn/LDK/Hessen
- Kontaktdaten:
Hallo Mama41,
es freut mich sehr zu lesen daß sich Eure Situation etwas entspannt hat !!!!
Ich kann mich ein kleines bißchen in Dich hineinversetzen, auch wenn meine Situation etwas anders gelagert war.
Meine Tochter kam mit einem schweren Herzfehler auf die Welt und nur durch drei schwierige OPs in England innerhalb ihrer ersten drei Lebensjahre konnte sie überhaupt überleben.
Bis heute mußte sie unzählige Krankenhausaufenthalte und Operationen überstehen, und in den ersten Lebensjahren war ihr Verhalten mehr als merkwürdig.
Sie war auch auch überaus zurückhaltend, hat sich nur an mich geklammert, war sozial sehr auffällig und hatte ein ausgeprägt schreckliches Eßverhalten.
Wenn sie jemand angeschaut oder gar angefaßt hat fing sie an zu weinen und konnte sich gar nicht mehr einkriegen.
Von sich aus auf jemanden zugegangen ist sie bis vor ca. 2 Jahren schon mal gar nicht.
Dauernd war sie krank, alles mußte sehr ritualisiert ablaufen und wehe das ging mal nicht so wie sie es kannte (und sich deshalb sicher fühlte), dann bekam sie extreme Ausraster und dann lief gar nichts mehr, wedermit Liebe noch mit Strenge...
Von außen kam sehr viel Druck wegen ihres manchmal unmöglichen Benehmens, ich selbst habe mich auch diesem Druck ausgesetzt, wollte das mein Kind "normal" ist und normal funktioniert.
Daran bin ich tausendmal gescheitert.
Irgendwann las ich auch im Internet einen Bericht über ein behindertes Kind, dessen Verhalten dem meiner Tochter sehr ähnelte.
Das hat allen Druck von mir genommen, und ich konnte mich zum ersten mal entspannen.
Da stand es ganz deutlich:
Ich war nicht schuld, meine Tochter war nicht schuld !!!!!!!
Ich hatte nicht versagt, ebensowenig meine Erziehung.
Mein Kind war halt ganz einfach nur anders, zwar geistig vollkommen normal entwickelt aber aufgrund der ganzen schlimmen Erfahrungen in all den Jahren emotional sehr gestört.
Seitdem konnte ich sie einfach so annehmen wie sie ist, mit all ihren Macken und Besonderheiten, das war so enorm wichtig für unsere ganze Familie und hat allem die Schärfe genommen.
Ab da habe ich mich auf öffentlich hinter mein Kind gestellt und manche Forderung von außen (jetzt stell Dich nicht so an, sag mal Bitte, Danke, Guten Tag...., jetzt gib aber mal der Oma die Hand) konsequent abgelehnt und manchmal für meine Tochter freundlich aber bestimmt abgewehrt.
Das hat ihr unglaublich geholfen und Mut gemacht.
Sie hat gemerkt daß ich ihr zwar nicht alles unangenehme abnehmen kann und will, aber immer hinter ihr stehe und ihr helfe wenn sie nicht weiterkommt.
(Im Krankenhaus z.B. habe ich unsensible Schwestern aus dem Zimmer geschickt und nach einer anderen verlangt, oder habe ihr selbst auf die Toilette geholfen...)
Heute ist sie 11,5 Jahre alt und ihr Verhalten hat sich annähernd normalisiert.
Gelegentlich hat sie noch Anwandlungen wie zu ihren besten Zeiten, aber allmählich traut sie sich Freundschaften zu und sagt auch was ihr nicht gefällt.
Schüchtern ist sie immer noch solange sie unsicher ist, aber das gehört eben zu ihr.
Sie ist freundlich, hilfsbereit, kümmert sich um andere kranke Kinder, ist einem Forum für herzkranke Kinder beigetreten und hat ein liebes aufgeschlossenes Wesen.
Noch immer muß ich größere Veränderungen vorher ankündigen damit sie sich drauf einstellt und essen tut sich auch noch längst nicht alles, aber das sind Kleinigkeiten mit denen ich inzwischen gut umgehen kann, denn ich weiß daß es eben einfach so ist und nicht weil ich schuld bin und sie so verkorkst habe.
Dieses Wissen ist das allerwichtigste, denn so kannst Du Dein Kind einfach wieder in den Arm nehmen und ihm sagen, daß Du es von ganzem Herzen lieb hast, einfach weil es so ist wie es ist !!!!
Ohne ständig zu kritisieren, zu nörgeln, zu schimpfen, ohne das das viel was bringt.
Manchmal fällt es trotz allem schwer, aber nicht mehr sooo schwer wie vorher.
Ich hoffe ich konnte Dir ein bißchen helfen mit meinem Roman, wegen dem Korsett mach Dir keinen Streß, das wird sich schon noch finden.
18 Stunden Tragezeit sind ganz schön toll, viel wichtiger ist es erstmal wieder zurück zu dem Liebhabe-Gefühl zwischen Mama und Tochter zu finden !!!!!!!!!!!!
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen !!!!
es freut mich sehr zu lesen daß sich Eure Situation etwas entspannt hat !!!!
Ich kann mich ein kleines bißchen in Dich hineinversetzen, auch wenn meine Situation etwas anders gelagert war.
Meine Tochter kam mit einem schweren Herzfehler auf die Welt und nur durch drei schwierige OPs in England innerhalb ihrer ersten drei Lebensjahre konnte sie überhaupt überleben.
Bis heute mußte sie unzählige Krankenhausaufenthalte und Operationen überstehen, und in den ersten Lebensjahren war ihr Verhalten mehr als merkwürdig.
Sie war auch auch überaus zurückhaltend, hat sich nur an mich geklammert, war sozial sehr auffällig und hatte ein ausgeprägt schreckliches Eßverhalten.
Wenn sie jemand angeschaut oder gar angefaßt hat fing sie an zu weinen und konnte sich gar nicht mehr einkriegen.
Von sich aus auf jemanden zugegangen ist sie bis vor ca. 2 Jahren schon mal gar nicht.
Dauernd war sie krank, alles mußte sehr ritualisiert ablaufen und wehe das ging mal nicht so wie sie es kannte (und sich deshalb sicher fühlte), dann bekam sie extreme Ausraster und dann lief gar nichts mehr, wedermit Liebe noch mit Strenge...
Von außen kam sehr viel Druck wegen ihres manchmal unmöglichen Benehmens, ich selbst habe mich auch diesem Druck ausgesetzt, wollte das mein Kind "normal" ist und normal funktioniert.
Daran bin ich tausendmal gescheitert.
Irgendwann las ich auch im Internet einen Bericht über ein behindertes Kind, dessen Verhalten dem meiner Tochter sehr ähnelte.
Das hat allen Druck von mir genommen, und ich konnte mich zum ersten mal entspannen.
Da stand es ganz deutlich:
Ich war nicht schuld, meine Tochter war nicht schuld !!!!!!!
Ich hatte nicht versagt, ebensowenig meine Erziehung.
Mein Kind war halt ganz einfach nur anders, zwar geistig vollkommen normal entwickelt aber aufgrund der ganzen schlimmen Erfahrungen in all den Jahren emotional sehr gestört.
Seitdem konnte ich sie einfach so annehmen wie sie ist, mit all ihren Macken und Besonderheiten, das war so enorm wichtig für unsere ganze Familie und hat allem die Schärfe genommen.
Ab da habe ich mich auf öffentlich hinter mein Kind gestellt und manche Forderung von außen (jetzt stell Dich nicht so an, sag mal Bitte, Danke, Guten Tag...., jetzt gib aber mal der Oma die Hand) konsequent abgelehnt und manchmal für meine Tochter freundlich aber bestimmt abgewehrt.
Das hat ihr unglaublich geholfen und Mut gemacht.
Sie hat gemerkt daß ich ihr zwar nicht alles unangenehme abnehmen kann und will, aber immer hinter ihr stehe und ihr helfe wenn sie nicht weiterkommt.
(Im Krankenhaus z.B. habe ich unsensible Schwestern aus dem Zimmer geschickt und nach einer anderen verlangt, oder habe ihr selbst auf die Toilette geholfen...)
Heute ist sie 11,5 Jahre alt und ihr Verhalten hat sich annähernd normalisiert.
Gelegentlich hat sie noch Anwandlungen wie zu ihren besten Zeiten, aber allmählich traut sie sich Freundschaften zu und sagt auch was ihr nicht gefällt.
Schüchtern ist sie immer noch solange sie unsicher ist, aber das gehört eben zu ihr.
Sie ist freundlich, hilfsbereit, kümmert sich um andere kranke Kinder, ist einem Forum für herzkranke Kinder beigetreten und hat ein liebes aufgeschlossenes Wesen.
Noch immer muß ich größere Veränderungen vorher ankündigen damit sie sich drauf einstellt und essen tut sich auch noch längst nicht alles, aber das sind Kleinigkeiten mit denen ich inzwischen gut umgehen kann, denn ich weiß daß es eben einfach so ist und nicht weil ich schuld bin und sie so verkorkst habe.
Dieses Wissen ist das allerwichtigste, denn so kannst Du Dein Kind einfach wieder in den Arm nehmen und ihm sagen, daß Du es von ganzem Herzen lieb hast, einfach weil es so ist wie es ist !!!!
Ohne ständig zu kritisieren, zu nörgeln, zu schimpfen, ohne das das viel was bringt.
Manchmal fällt es trotz allem schwer, aber nicht mehr sooo schwer wie vorher.
Ich hoffe ich konnte Dir ein bißchen helfen mit meinem Roman, wegen dem Korsett mach Dir keinen Streß, das wird sich schon noch finden.
18 Stunden Tragezeit sind ganz schön toll, viel wichtiger ist es erstmal wieder zurück zu dem Liebhabe-Gefühl zwischen Mama und Tochter zu finden !!!!!!!!!!!!
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen !!!!
Mit freundlichen Grüßen, Frau Scheuermann!
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Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen --> Ich bin FÜR die Korsett-Versorgung bei Erwachsenen ! ;-)
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Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen --> Ich bin FÜR die Korsett-Versorgung bei Erwachsenen ! ;-)
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mama41.
Hallo Galadriel,
tausend Dank für deinen Beitrag. Du hat ja auch schon allerhand hinter dir.
Allein die Tatsache, dass weder meine Tochter selbst noch wir Schuld an ihrem Anders-Sein haben, war auch für uns eine große Erleichterung. Wir können es jetzt eben verstehen und mögliche Therapien angehen. Zumal sie zwischenzeitlich bereit dafür ist.
Eigentlich geht es uns momentan so gut wie schon lange nicht mehr bzw. seit der Diagnose Skoliose. Ich wollte einfach zu viel und hab sie damit wahrscheinlich total überfordert. Man sollte nicht schneller laufen wollen, als die Beine mitmachen. Jetzt bestimmt sie selbst das Tempo.
Nachdem Herr Rahmouni gestern mal wieder vergeblich versucht hat, meiner Tochter einen Ton zu entlocken, mit den Tragezeiten allerdings zufrieden war, fragte er, ob er mehr Druck ins Korsett machen solle. Über ihr Kopfnicken waren wir dann beide sehr erstaunt.
Leider hat sie sich entschlossen, sich heute nachmittag ohne Korsett mit ihren Freundinnen zu treffen (wahrscheinlich sind auch ein paar Jungs dabei). Die Konsequenzen nimmt sie in Kauf.
Trotz allem sind wir, glaube ich, auf dem richtigen Weg.
Galadriel, es war schön mal wieder etwas von dir zu hören. Hatte dich hier schon vermisst.
LG
Andrea
tausend Dank für deinen Beitrag. Du hat ja auch schon allerhand hinter dir.
Allein die Tatsache, dass weder meine Tochter selbst noch wir Schuld an ihrem Anders-Sein haben, war auch für uns eine große Erleichterung. Wir können es jetzt eben verstehen und mögliche Therapien angehen. Zumal sie zwischenzeitlich bereit dafür ist.
Eigentlich geht es uns momentan so gut wie schon lange nicht mehr bzw. seit der Diagnose Skoliose. Ich wollte einfach zu viel und hab sie damit wahrscheinlich total überfordert. Man sollte nicht schneller laufen wollen, als die Beine mitmachen. Jetzt bestimmt sie selbst das Tempo.
Nachdem Herr Rahmouni gestern mal wieder vergeblich versucht hat, meiner Tochter einen Ton zu entlocken, mit den Tragezeiten allerdings zufrieden war, fragte er, ob er mehr Druck ins Korsett machen solle. Über ihr Kopfnicken waren wir dann beide sehr erstaunt.
Leider hat sie sich entschlossen, sich heute nachmittag ohne Korsett mit ihren Freundinnen zu treffen (wahrscheinlich sind auch ein paar Jungs dabei). Die Konsequenzen nimmt sie in Kauf.
Trotz allem sind wir, glaube ich, auf dem richtigen Weg.
Galadriel, es war schön mal wieder etwas von dir zu hören. Hatte dich hier schon vermisst.
LG
Andrea
