Nachdem unser gemeinsamer Kontrolltermin im November leider nicht geklappt hat, war es heute endlich so weit: nati0514 und ich hatten einen Termin bei unserem Korsettbauer Herrn Nahr!
Um 14:55 Uhr kam ich am Potsdam Hbf an, wo Nati mich abholte. Auf dem Weg zum Auto ihrer Mutter sahen wir einen Bus auf dem "Werkstattfahrt" angezeigt wurde und auf der Autobahn ein Taxi auf dem "Bering Taxi" stand. Ein gutes Omen, und es war nicht das einzige an diesem Tag: Nati bemerkte heute, dass einer der Autoren ihre Physikbuchs Wilke hieß, wie unser Arzt im Behring-Krankenhaus, sah ein Nummernschild eines Autos mit der Aufschrift "Wilk" und außerdem noch einen Laden namens "Nah(r)"! Gegen halb vier kamen wir beim Helios Klinikum an, holten ein Rezept für Natis KG ab und gingen dann nach unten in die Werkstatt. Nach ca. zwanzig Minuten wurde Nati aufgerufen und ich folgte ihr brav, schüttelte dem etwas verwundert schauendem Herrn Nahr die Hand und fragte ihn, ob er sich mein Korsett auch einmal ansehen könnte. Er antwortete mit einem Ja und und wir durften zusammen in eine Kabine gehen. Dort sah er sich unsere Korsis an. Bei Natalia stellte er fest, dass sie ein neues (ihr siebtes!) benötigte, da es zu klein war und ich sagte ihm, was meine Beschwerden am Korsett waren, z.B. dass es zu sehr in den Bauch reindrückte. Da ich meinen halbjährigen Kontrolltermin im Februar habe und dann unter anderem die Vermessungen für mein zweites Korsett stattfinden sollten, schlug er vor, uns beide einfach schon heute zu vermessen, denn das erspart mir eine Menge Zeit und heute war eh nicht so viel los, was Korsett-Patienten anging. Während er unsere Korsetts änderte, blieben Nati und ich in dem Kabuff, machten verrückte Fotos und zuckten bei jedem Geräusch zusammen.

Jetzt war es soweit: Wir besuchten unsere alte Station. Dort, wo Nati vor sieben Jahren und ich vor über einem Jahr einige Tage verbracht hatten, zur Gewöhnung an unser erstes Korsett. Wir gingen den Gang entlang, alten Erinnerungen nachhängend und Ermutigungsbriefe von Jugendlichen mit Korsetts an den Wänden betrachtend. Wir sprachen zwei Mädchen an und fragten sie, warum sie hier seien. Ihre Antwort: auch wegen ihrem Rücken. Wir wünschten ihnen viel Glück und durchquerten darauf das Kinderspielzimmer, um auf die andere Seite der Station zu gelangen. Dort war auch mein ehemaliges Zimmer. Der Gang, der Olivenhain und einfach alles ließen alte Erinnerungen auf mich einstürmen. Es war ein seltsames Gefühl, wieder dort zu sein.
Es war wirklich ein wunderschönes, einmaliges Erlebnis und ich hoffe auf noch viele weitere dieser Art! Nächstes mal gehen wir in die Cafeteria und betreten den Olivenhain, der zu der Zeit schon dunkel und geschlossen war. Ich freue mich schon darauf!
LG skoli.flower alias Hannah


