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Dorn-Methode
Verfasst: Fr, 02.03.2007 - 15:00
von kitty13
Hallo, wer im Forum kann einschätzen, ob eine zusätzliche Behandlung nach der DORN-Methode bei Skoliose (BWS, 32°) zu empfehlen ist?
Regulär sind wir für ein Korsett "angemeldet" und die KG nach SCHROTH beginnt in einer Woche (KG nach der Liste der Sobi-Klinik).
ciau kitty13

Verfasst: Sa, 03.03.2007 - 12:01
von Klaus
Hallo kitty,
Schroth und Korsett in der Kombination ist das beste, was man machen kann, wobei Schroth schon in einer REHA gelernt werden sollte!!
Wenn Du beides intensiv machst und erlebst, dann wirst Du auch schnell den Unterschied zu den begleitenen Maßnahmen bemerken.
Die Dorn Methode habe ich auch einmal in der Anwendung erlebt. Die Therapeutin war aber sehr ehrlich und meinte, dass ich schon nach der ersten Anwendung was grundlegendes bemerken sollte, sonst hätte das keinen Sinn. Ich bemerkte aber nichts, ausser dem Phänomen des Neuen (entsprechende Erwartungshaltung) und einer Verbesserung meiner Situation über 2-3 Tage. Das wars dann auch!
Im Grunde genommen kann man das auf alle Therapieformen übertragen, die immer nur kurzfristig eine Besserung bringen, wie Fango und Massagen oder Dehnen und Einrenken, also manuelle Manipulationen aller Art.
Selbst Magnetfeldtherapie ist nach meiner Meinung eine zwar positive aber nur kurzfistig wirkende Methode, die auch durch den Faktor Suggestion beeinflusst wird.
Noch mehr wird das z.Bsp. bei der "Wirbelsäulenbegradigung" durch einen "Heiler" klar, wo die ganze Lebenseinstellung umgekrempelt wird und der suggestive Faktor die entscheidende Rolle spielt.
Wer dabei versucht kritisch zu hinterfragen, wie ich das gemacht habe, stellt fest, dass im persönlichen Gespräch schnell Grenzen bezüglich des Erfolges gesteckt werden. Es sind dann plötzlich doch nur die Probleme eines relativ normalen Rückens. Und angeblich Skoliose Geheilte können ihren Erfolg nicht nachweisen,
sie fühlen sich aber besser, weil sie positiver denken und damit auch aufrechter durchs Leben gehen.
Das kann man aber durch unterschiedlichste Methoden erreichen, nur manch einer muss erst viel bezahlen, sonst glaubt er nicht daran.
Und nicht umsonst gibt es bei der REHA auch andere Therapieangebote, die insgesamt die Stimmung hebt, abgesehen von den Freizeitangeboten, die Urlaubsstimmung aufkommen lassen.
Gruss
Klaus
Verfasst: Sa, 03.03.2007 - 22:11
von gauklerdavid
Hallo Kitty,
hier ist ein sehr guter Beitrag zur Dorn Therapie:
http://www.mtk-physio.de/Info-Box/Dorn- ... rapie.html
und ein etwas ausführlicher Beitrag auf der selben Homepage
http://www.mtk-physio.de/Info-Box/Dorn- ... -info.html
Dorn Therapie ist also im besten Fall ein teueres PLacebo und im schlechtesten Fall auch noch schädlich , nämlich dann wenn ein anatomisch ahnungsloser Dorn Therapeut allzu übermotiviert auf den Wirbeln rumdrückt oder wenn die eigentlich angezeigte Behandlung deswegen vernachlässigt wird.
Gruss
David
Verfasst: So, 04.03.2007 - 06:48
von Eva
Hallo gauklerdavid,
Du warst mal wieder schnell! Diesen link kann ich auch nur empfehlen!
Schön ist auch dieses auf der gleichen HP:
http://www.mtk-physio.de/Info-Box/Dorn- ... intro.html) etwas zur Erheiterung
Schönen Sonntag noch!
Verfasst: So, 04.03.2007 - 10:12
von Indy
Guten Tag,
also ich merke schon, dass hier die Schroth-Theraphie das heiligste ist und an keiner anderen Therapie wird auch nur ein gutes Haar gelassen.
Ich finde es schon schlimm, dass die Dorn-Therapie sogar mit Wunderheilern verglichen wird, dieses hat aber auch garnix miteinander zu tun.
LG, Indy
Verfasst: So, 04.03.2007 - 17:31
von Klaus
Indy hat geschrieben:also ich merke schon, dass hier die Schroth-Theraphie das heiligste ist und an keiner anderen Therapie wird auch nur ein gutes Haar gelassen.
Wenn Du aufmerksamer und intensiver in diesem Forum liest, (dieser Post ist nur einer von vielen) wirst Du feststellen, dass den Erfahrungsberichten zufolge die Schroth Therapie nachweislich die grösste Wirkung hat.
Das Forum lebt von diesen Berichten und mich hat noch keiner vom Gegenteil überzeugen können. Insofern ist uns das nicht heilig, sondern eine Tatsache, die aus insgesamt über 62.000 Beiträgen und derzeit 1784 Nutzern hervorgeht, mal abgesehen von den vielen Gästen.
Ich weiss, dass gerade neue Nutzer unheimlich skeptisch sind und sogar sehr oft die eigene Situation nicht richtig einschätzen wollen.
Trotzdem mal provokativ zurückgefragt, hast Du eine Methode gefunden, die Deinem Sohn nachweislich geholfen hat?
Und bitte immer unterscheiden zwischen der Haupttherapie (das ist nicht unbedingt Schroth allein, sondern auch die erwähnte Kombination mit einem Korsett) und den
begleitenden Maßnahmen, bei der jeder für sich entscheiden kann,
was ihm gut tut.
Das kann nach meiner Ansicht aber sehr trügerisch sein, denn wer es sich leisten kann, geht täglich zur Intensiv-Massage oder nutzt sonstige "Wohltaten", die zwar den Schmerz ausschalten oder reduzieren, aber an der Ursache überhaupt nichts ändern.
Erwachsene Skoliose/Kyphose Patienten haben zwar das Problem, dass eine vollständige "Heilung" offenbar nicht möglich ist, aber die Ursache kann ganz erheblich angegangen werden, sodass in der Schmerzausschaltung durch Schroth und/oder Korsett auch zumindest ein Fortschreiten verhindert wird. Ab 20 Grad Skoliose ist leider damit zu rechnen!
Ich denke, dass viele anderen Therapien das Ziel haben, Störungen zu beseitigen, die bei einer
normalen Wirbelsäule auftreten. Besonders beim Fitness Training wird das klar, denn das Boomen dieser Branche wird nicht durch Skoliose/Kyphose Kranke ausgelöst, sondern in erster Linie von den Problemen der "nicht gekrümmten" Wirbelsäulen.
Wer eine Schroth REHA gemacht hat, kann eher begreifen, was da anders läuft.
Gruss
Klaus
Verfasst: Mo, 05.03.2007 - 13:38
von virtuelle
Meiner Meinung nach hat Indy schon ein bißchen recht.
Ich bin seit über 2 Jahren ununterbrochen in Behandlung wegen meiner Wirbelsäule, hatte nie Schroth und trotzdem unheimliche Erfolge in der Behandlung.
Wer einen anderen Weg findet, wie er fühlen kann, ob man in seinen Bewegungen in sich symmetrisch und gerade ist und woran es hapert, wenn man das eben gerade nicht ist (sondern schief ist), der braucht meines Erachtens kein Schroth.
Für mich waren anfangs Dorn und dann Manuelle Therapie zur Steigerung der Beweglichkeit ausreichend.
Ich habe so den Eindruck, dass man hier in diesem Forum andere Behandlungsformen als Schroth kategorisch ablehnt und dabei einfach übersieht, dass man mit anderen Behandlungsformen vielleicht ganz andere Probleme lösen und ganz andere Ergebnisse erzielen kann und vielleicht auch einen anderen Weg zur Besserung schreiten kann. Auch wenn sie dann vielleicht zur nachhaltigen Besserung alleine doch nicht ausreichend sind.
Für meinen Teil bin ich z.B. völliger Korsett-Gegner. Sich irgendwo einzuschnürren ohne jede Bewegungsmöglichkeit leuchtet mir nicht ein. Da bin ich lieber ständig zur Mobilisation, und auch wenns teilweise arg weh tag, (richtige) Bewegung empfand ich immer noch als die beste Therapie.
Verfasst: Mo, 05.03.2007 - 19:00
von Indy
Mein Vorschreiber spricht mir aus der Seele...
Ich denke auch, dass der Mensch als ganzes zu sehen sein sollte und wenn er "gerade gebogen" wird, sind die Ursachen der Krankheit längst nicht geklärt.
Meines Erachtens, spielt die Psyche grade bei Rückeprobleme eine wichtige Rollen.
Ach und Klaus, meine Antwort war keinesfalls provakativ gemeint, darum bin ich nicht hier, wenn das so rüber kam, tut es mir leid.
LG, Indy
Verfasst: Di, 06.03.2007 - 10:00
von Klaus
virtuelle hat geschrieben:....hatte nie Schroth und trotzdem unheimliche Erfolge in der Behandlung.
Was bedeutet das konkret?
Für mich waren anfangs Dorn und dann Manuelle Therapie zur Steigerung der Beweglichkeit ausreichend.
Und jetzt?
Ich habe so den Eindruck, dass man hier in diesem Forum andere Behandlungsformen als Schroth kategorisch ablehnt und dabei einfach übersieht, dass man mit anderen Behandlungsformen vielleicht ganz andere Probleme lösen....
Welche Probleme ausser Skoliose/Kyphose sollen das sein?
Auch wenn sie dann vielleicht zur nachhaltigen Besserung alleine doch nicht ausreichend sind.
Das ist doch genau der Punkt!
Die Methoden, die Du da beschreibst sind
begleitende Maßnahmen,die selbstverständlich hilfreich sind, solange sie den Schmerz nehmen und die Beweglichkeit verbessern.
Ich habe fast 20 Jahre lang die Empfehlung meines alten Orthopäden befolgt, einfach nur Fitness Training zu machen ("dann wird alles gut").
Hat mir gut getan, aber die Situation weiter verschlechtert, weil ich es nicht richtig gemacht habe. Ich habe es erst allmählich gemerkt, weil ganz langsam Beschwerden dazu kamen, die durch Massagen u.ä. verdrängt wurden.
Ergebnis einer vergleichenden Röntgenuntersuchung, die Kyphose hatte sich um 5 Grad verschlechtert.
Da bin ich lieber ständig zur Mobilisation, und auch wenns teilweise arg weh tag, (richtige) Bewegung empfand ich immer noch als die beste Therapie.
Auch das ist wie Massage o.ä. eine passive Maßnahme, die man selbstverständlich als angenehm empfindet, ohne dass sich wirklich etwas verändert, obwohl dabei Stabilisation vor Mobilisation stehen sollte!
Nocheinmal:
Hier im Forum gibt es in überwältigender Mehrheit eindeutig positive Erfahrungen mit Schroth KG. Das sind Leute, die oft einen jahre (jahrzehnte) langen Leidensweg hinter sich haben, mit den inkompetenten Orthopäden und den unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehöre ich auch und deswegen weiss ich auch, wie ungläubig man den Stichworten "Fahrt nach Stuttgart" oder "Schroth REHA" gegenüber steht.
Es kann doch einfach nicht sein, dass eine kompetente Komplettversorgung in einer Großstadt nicht möglich ist.
Die Wartezeit bei Orthopäde X ist 2 Monate, der muss doch kompetent sein.
Der Physiotherapeut Y hat eine grosse Praxis und 10 verschiedene Behandlungsarten im Programm, da wollen mir irgendwelche Leute in einem Forum einreden, das das nicht kompetent genug sein kann.
Und es geht mir doch gut, wenn ich 2x in der Woche zur Behandlung gehe, na ja, am besten unmittelbar nach der Behandlung....
Wir können hier nur aus eigener Erfahrung Tipps geben, um anderen das zu ersparen, was sich erst sehr oft später als falsch erwiesen hat.
Insofern stehe ich auch zu
Schroth in Kombination mit begleitenden Maßnahmen. Wie aus anderen Posts zu ersehen ist, bin ich dabei, dass für mich ständig zu ergänzen und zu verfeinern.
Schroth hat neben der Muskel aufbauenden Kompenente die entscheidende Muskel umformende Komponente, die auch Bänder und Sehnen erfasst. Das ist eine sehr aktive Methode, die persönlichen Einsatz erfordert!
Gruss
Klaus
Verfasst: Di, 06.03.2007 - 10:38
von Klaus
Indy hat geschrieben:Ach und Klaus, meine Antwort war keinesfalls provakativ gemeint, darum bin ich nicht hier, wenn das so rüber kam, tut es mir leid.
Das habe ich auch überhaupt nicht so aufgefasst.
Die Provokation habe ich gestartet, weil ich von mir selbst weiß, dass manchmal nur so etwas im Denken weiterbringt.
Ich wollte Dich "positiv herausfordern"

, nachdem ich auch den Eindruck hatte, dass @Gauklerdavid (anderer Post) Dich ins Nachdenken gebracht hatte.
Meines Erachtens, spielt die Psyche grade bei Rückeprobleme eine wichtige Rollen
Na klar, dass habe ich doch auch deutlich gemacht.
Glaube versetzt Berge, aber das ist auch nur eine Grundeinstellung, die man für seine eigenen Übungen und Methoden braucht. Der Glaube allein bringt es nicht, schon deshalb nicht, weil langfristig veränderte Strukturen sich nur durch physikalische Kräfte beeinflussen lassen, auf die natürlich dann psychische Kräfte wirken.
Ich denke auch, dass der Mensch als ganzes zu sehen sein sollte und wenn er "gerade gebogen" wird, sind die Ursachen der Krankheit längst nicht geklärt.
Entscheidend ist doch die Reihenfolge.
Was nützt einem, ständig über Ursachen zu rätseln, wenn man nicht
aktiv etwas dagegen unternimmt. Skoliose und Kyphose lässt sich primär nicht mit einem Medikament behandeln.
Hier muss man tatsächlich die Symptome behandeln (veränderte Rückenstruktur) und Schroth kann das sehr effektiv je nach Rückensituation mit unterschiedlichen Übungen.
Und diese REHA zeigt auch ganz deutlich was eigenlich "gerade" für jeden Einzelnen bedeutet. Dieses Gefühl hat man besonders als Erwachsener nicht mehr. @ Schwarze Schnecke hat bereits nach der ersten ambulanten Schroth KG berichtet, dass sie ein sehr komisches Gefühl hatte, als die Therapeutin sie "zurecht rückte" und meinte, jetzt sind Sie in der richtigen Rückenposition.
Wer in der REHA die Begriffe Beckenkorrektur lernt und anwendet, weiss, wie falsch eigene Einschätzungen über die richtige Haltung sein können.
Gruss
Klaus
Verfasst: Di, 06.03.2007 - 13:14
von J-Maria
In einem Skoliose-Vortrag im Behring wurden von einer Ärztin
neben Schroth andere Techniken genannt: Schroth, Gocht-Gessner, Scharll, Niederhöffer, Hanke, PNF-Technik.
John Shawn (1791-1827) - Erste gezielte krankengymnastische Skoliosebehandlung
1961 als die Schroth-Therapie noch nicht anerkannt wurde, h
at sie eine Person aus unserer SHG schon gelernt und geübt,
auch ohne, dass es dafür eine Anerkennung gegeben hat,
dementsprechend auch keine Kostenübernahme von der Krankenkasse.
Was ich damit sagen will, meiner Meinung nach,
sollten wir grundsätzlich kritisch aber offen anderen Methoden gegenüber sein.
Wie gesagt, gesunde Skepsis ohne grundsätzliche Ablehnung.
Es geht auch ohne Schroth
wie z. B. dem Beitrag zu entnehme ist:
viewtopic.php?t=3807
oder direkt:
http://www.scoliosis.com.ua/photo.htm
… nur, können wir es nicht erklären oder wissen nicht genug darüber um es zu empfehlen.
Verfasst: Di, 06.03.2007 - 16:00
von Toni
Frau Lehnert-Schroth war und ist zeitlebens immer offen gewesen für Methoden und Möglichkeiten. Sie hat immer nach Methoden gesucht, die sie in die Schroth-Therapie integrieren kann um den "Skolis & Kyphos" noch besser helfen zu können.
Dabei hat sie als Physiotherapeutin sehr viele Zusatzausbildungen in anderen Methoden gemacht:
Klein-Vogelbach, Brügger, Feldenkrais, Bobath, Klapp, schwedische KG, auch Yoga. Sie ist auch Vojta-Therapeutin.
Unter Anderem hat sie auch mal Herrn Dorn nach Sobernheim eingeladen, als diese Methode aufkam und bekannt wurde. Sie hat sich von Herrn Dorn pers. diese methode zeigen lassen. Herr Dorn durfte auch versuchen, Skoliose-Patienten zu behandeln, nach dem er vorher behauptet hatte, Skoliosen mit seiner Methode "heilen zu können"!!!
Nach ein paar Tagen in Sobernheim hat Herr Dorn mehr oder weniger frustriert aufgegeben, nach dem er gemerkt hat, daß seine Methode keinen Einfluß auf die Strukturen einer echten Skoliose hatte. Er war nicht der Erste, der an echten idiophatischen Skoliosen scheitert.
Frau Lehnert aber hat die DORN-Methode als eine sehr gute Methode zum Lösen von Blockaden/Verspannungen usw... integriert.
Wenn z.B. eine Fehlstatik "Pseudoskoliose" der WS durch einseitige, asymetrische Verspannung oder eine Blockade entstanden ist, dann kann diese sehr gut und erfolgreich mit DORN behandelt werden.
Für "echte" Skoliosen ist DORN eine gute zusätzliche (weil passive) Methode. Dorn braucht (ähnlich wie Vojta) immer einen Behandler. Der Patient selbst ist mehr oder weniger passiv, (bis auf die Bewegungen des schwingenden Beines)
Ich selbst wurde jahrelang von meiner sehr engagierten (aber leider nicht schroth-ausgebildeten) Physiotherapeutin mit DORN behandelt. Sie konnte mir damit unzählige male Blockaden lösen und kurzfristig die Schmerzen reduzieren. Strukturell hatte DORN aber null Einfluß auf meine Kyphose/Hyperlordose.
Um so weniger kann ich mir vorstellen, daß Dorn irgend etwas für eine idiophatische Skoliose bringt, wenn sie ansonsten schmerzfrei und ohne einseitige Verspannungen ist.
Nachhaltige Schmerzbefreiung und deutliche Begradigung und ein echtes Ende der wiederkehrenden Blockaden brachte mir erst die Kombination SCHROTH-Reha & Rahmouni-Korsett.
Falls ich eine Blockade in der WS hätte, würde ich mich aber sehr gerne "dornen" lassen.
Gruß Toni
Verfasst: Di, 06.03.2007 - 18:57
von Klaus
J-Maria hat geschrieben:Es geht auch ohne Schroth
wie z. B. dem Beitrag zu entnehme ist:
viewtopic.php?t=3807
Also ehrlich gesagt, aus diesem Post kann ich nun wirklich nichts konkretes entnehmen!
Und Schroth ist kein Geheimnis, man muss auch nicht viel dafür bezahlen.
J-Maria hat geschrieben:Was ich damit sagen will, meiner Meinung nach,
sollten wir grundsätzlich kritisch aber offen anderen Methoden gegenüber sein.
Wie gesagt, gesunde Skepsis ohne grundsätzliche Ablehnung.
Kann ich Dir nur beipflichten, nur finde ich es nun mal wichtig, dass man begleitende Maßnahmen nicht mit der eigentlichen "Haupt-Therapie" durcheinander bringt.
Schmerzbeseitigung gelingt vielen mit den unterschiedlichsten Methoden, entscheidend ist doch aber, dass sich die Struktur (Wirbel und/oder Muskeln, Sehnen, Bänder) verbessert oder zumindest nicht weiter verschlechtert. Das hat Toni sehr eindrucksvoll geschildert.
Wer gute Alternativen zu dieser
korrigierenden Komponente hat, kann das hier darstellen,
aber bitte konkret aus eigener Erfahrung.
Das machen die anderen mit Schroth ja auch.
Ich bin da immer sehr neugierig.
Gruss
Klaus
Verfasst: Mi, 07.03.2007 - 11:04
von virtuelle
Hallo,
sicher kann niemand durch eine Dornbehandlung, Manuelle Therapie oder Massage die (Fehl-)Haltung eines anderen korrigieren. Man kann jemandem damit aber durchaus helfen, seine Fehlhaltung selbst zu korrigieren.
Vor 2 Jahren noch war meine ganze rechte Rückenseite halb taub, weil die Muskulatur durch meine Fehlhaltung völlig verhärtet war. Ich konnte keine 5 Meter laufen, weil ich keine Luft bekam und mir sofort der ganze Brustkorb weh tat. Ich konnte nicht knien oder in die Hocke gehen, weil mir meine Knie weh taten, ich konnte nicht länger sitzen, weil ich dabei Probleme mit der LWS bekommen habe. Meine Verdauung hatte vollständig den Geist aufgegeben, ich litt praktisch unter Dauerkoliken. Meine Ohren waren so geräuschempfindlich, dass ich schon die Lüftung im Auto auf niedrigster Stufe nicht ertragen habe.
Im Grunde war mein Körper durch die Fehlhaltung so aus dem Gleichgewicht geraten, dass so gut wie nichts mehr funktioniert hat. Am Ende war ich so verzweifelt, weil mir kein Arzt helfen konnte, dass ich in den Praxen regelmäßig Heulanfälle bekommen habe.
Mein Physiotherapeut war dann der erste und bisher der einzige, der mir immer sagen konnte, welche Muskulatur bei mir gerade streikt, welche Bewegungen, die ich mache, falsch sind und welche eigentlich richtig wären. Massage und Mobilisation sind für mich eben keine begleitenden Therapien, sondern sie ermöglichen mir, mich genau so zu bewegen und zu verhalten, wie es eben richtig und gesund für meinen Körper ist. Das muss ich dann aber natürlich schon selbst machen, und wer dazu Schroth braucht - okay. Mir hat mein Physiotherapeut auch auf andere Weise klar machen können, wie richtige Haltung aussieht und wie sie sich anfühlt.
Aber ohne Massage, die meine Muskulatur wieder weich knetet, damit sie überhaupt ihren Dienst wieder verrichten kann und Mobilisation, die mir die ganzen verhärteten Strukturen etwas löst, damit ich mich überhaupt wieder in eine richtige Haltung begeben kann, wäre das meiner Meinung nach anfangs einfach nicht gegangen, weil ich so schmerzgeplagt war, dass ich mich am liebsten gar nicht mehr bewegt hätte. Im Endeffekt war es vielleicht auch ein Vorteil, dass an meinem Körper nichts mehr funktioniert hat. Einen besseren Anreiz gibt es ja gar nicht, an sich zu arbeiten. Und nachdem ich nur einigermaßen beschwerdefrei war, wenn ich eine so weit wie möglich gesunde Haltung eingenommen habe, war das auch immer ein guter Hinweis, ob ich mich auf dem richtigen Weg befand.
Und durch eine Haltungsänderung, dadurch, dass ich mich den ganzen Tag über versuche, bewusst und körperschonend zu bewegen, verändert sich meine Muskulatur von ganz von selbst. Für diesen persönlichen Einsatz brauche ich nicht unbedingt Schroth!
Und wenn ich davon rede, dass für mich Mobilisation der Weg war, dann meine ich nicht damit, dass die Wirbelsäule instabil ist. Sicher sollte die Wirbelsäule in sich gerade, der "Länge nach" durch Muskulatur stabilisiert werden. Genauso wichtig empfinde ich aber, dass die Wirbel bei jeder Bewegung, jedem Schritt rotieren, einfach ihren Dienst verrichten, für den sie gemacht sind. Mach ich einen Schritt mit dem rechten Fuß nach vorne, sollten automatisch meine Lendenwirbel nach rechts rotieren, gleichzeitig geht die linke Schulter zurück, meine Brustwirbel rotieren nach links - genau entgegengesetzt. Wenn das über die ganze Strecke der Wirbelsäule funktioniert, ohne das die Bewegung über einzelne Wirbel aussetzt, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Wirbelsäule in sich gerade und gesund ist.
Ich bin außerdem der Meinung, dass man auch im Erwachsenenalter die Möglichkeit hat, seine Wirbelsäule und Haltung noch unheimlich zu verändern. Ich war ja selbst schon Mitte 20, als einfach gar nichts mehr ging und weiß, dass ich die ersten Probleme mit der LWS schon in der Grundschule hatte. Warum sollte eine Korrektur oder auch nur das Verhindern einer Verschlechterung im Erwachsenenalter nur dem Korsett vorbehalten sein? Alles was irgendwie geht, kann man mit dem nötigen Willen auch selbst erreichen! Es braucht nur etwas Durchhaltevermögen und Geduld, um verhärtete und verkürzte Strukturen weich zu klopfen.
Und die einen brauchen dazu unterstützend Schroth, um zu lernen, eine richtige Haltung zu fühlen, andere brauchen dafür vielleicht auch ein Korsett, um sich zeitweise von außen stützen zu lassen. Der nächste braucht dazu vielleicht Massagen, um seine Muskulatur fit zu machen um dann eben mit dieser Muskulatur selbst aktiv (!) an seiner Haltung zu arbeiten. Und wieder der nächste lässt sich mobilisieren, um dann im weiteren diese neuen Bewegungsmöglichkeiten selbst aktiv (!) zu nutzen und seine Haltung damit zu verbessern.
Ich für meinen Teil habe ganz bewusst versucht, meine Wirbel bei jedem Schritt rotieren zu lassen und irgendwann geben sie schon nach, bewegen sich wieder, wie sie eben sollten und rutschen wieder genau dahin, wo sie hin gehören - einer über dem anderen und im ganzen gibt das dann eine gerade, aufgerichtete Wirbelsäule.
Das kann man mir jetzt glauben oder nicht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man aus einem Körper, an dem so gut wie nichts mehr funktioniert hat und der völlig lasch war, wieder einen göttlichen Astralkörper (*g*) machen kann. Vielleicht muss es einem dafür nur wirklich so grottenschlecht gehen, dass man gar keine andere Möglichkeit mehr hat. Und jeder muss sicher auch für sich selbst den richtigen Weg dazu finden - und der ist eben nicht standesgemäß Schroth und Korsett. Und Massage und Mobilisation sind eben nicht nur begleitende Maßnahmen, sondern können ganz zentrale und wichtige Therapiemethoden sein.
Und letztendlich halte ich nichts davon, auf Ärzte und Physiotherapeuten zu schimpfen, die einem nicht helfen können. Ich habe selbst 4 Jahre gesucht, bis ich jemandem gefunden habe, der mir dann schlussendlich helfen konnte. Auch dem Arzt, der mich vor 4 Jahren mit einem doofen Kommentar fortgeschickt hat, als ich mit tierischen Rückenschmerzen zu ihm kam, bin ich nicht mehr böse. Heute bin ich einfach heute der Meinung, dass man von jemandem, der einen ziemlich gesunden Rücken und nur ab und zu mal Probleme hat, nicht erwarten sollte, dass er nachempfinden kann, welche Rückenprobleme man selbst hat. Selbst wenn er ein medizinisches Studium hinter sich hat. Dann kann er vielleicht Röntgenbilder ansehen und ausmessen, weiß aber trotzdem immer noch nicht, welche Einflüsse diese Veränderungen tatsächlich haben können. Ich habe die letzten 2 Jahre so gewichtige Änderungen meiner Körperhaltung und dadurch Verschiebungen meines Gleichgewichts hinter mir, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass man dies ohne eigene Erfahrung oder speziell darauf ausgerichtetes Studium nicht nachvollziehen kann. Das ist zum einen irgendwie schade, weil man dann eben etwas auf sich allein gestellt ist, zum anderen schließt es ja nicht aus, dass man jemanden finden kann, der einem helfen kann.
Verfasst: Mi, 07.03.2007 - 23:11
von Klaus
Hallo virtuelle,
nicht das wir uns falsch verstehen. Schroth ist nicht das Universalmittel, mit dem man bei Skoliose/Kyphose in allen Situationen allein weiterkommt!
Gerade intensive Muskelverhärtungen bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit, damit man mit Schroth vernünftig ansetzen kann.
Deshalb besteht die Schroth REHA (zumindest in Bad Salzungen) ja nicht nur aus reiner Schroth KG, sondern enthält noch etliche andere Elemente. Wer einmal die Atemmassage und den Hydro Jet erlebt hat, der kennt die Spannbreite der Lockerungstherapien, mal abgesehen von Massagen, Fango und kombinierten Elektro-Ultraschall Anwendungen, sowie nachmittags auch mal Nordic Walking, Klettern, Übungen in einer frei stehenden Sprossenwand-Anlage, Sitzfussball, Heisse Rolle, Entspannungsübungen usw. usw.
Und das reichte bei weitem nicht, sofort korrekte Haltung einzunehmen,
geschweige denn korrigierende Übungen richtig auszuführen.
Nicht umsonst dauert das im ständigen Dialog mit den Therapeuten 3-4 Wochen.
Ich habe die letzten 2 Jahre so gewichtige Änderungen meiner Körperhaltung und dadurch Verschiebungen meines Gleichgewichts hinter mir, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass man dies ohne eigene Erfahrung oder speziell darauf ausgerichtetes Studium nicht nachvollziehen kann.
Man braucht diese ganz persönlichen Erfahrungen auch, weil jeder Rücken anders ist. Wie Du an dem Post zur Triggerpunkt-Therapie siehst, bin ich auch weiterhin intensiv an begleitenden Maßnahmen dran, speziell dort Myogelosen und generell Verhärtungen. Diese Druckpunkt Therapie ist nochmal ein zusätzlicher bislang sehr wirksamer Ansatz. Und auch Schroth Elemente fliessen in mein Fitness Training ein, 3x in der Woche.
Schroth hat den grossen Vorteil, das man diese Therapie hier genau benennen und damit auch einen konkreten Tipp geben kann und Schroth wirkt durch die individuelle Anpassung bei allen Skoliosen/Kyphosen.
Natürlich mit evtl. Unterstützung eines Korsetts, was manchmal auch die einzige Möglichkeit ist, bestimmte Schroth Übungen richtig auszuführen.
Wer über andere Methoden oder Wege auch zum Erfolg kommt, ist sicherlich genauso gut bedient, auch wenn Deine Fähigkeit zur richtigen Haltung nicht so ohne weiteres auf andere übertragen werden kann.
Wir können uns über Deinen Erfolg freuen, nur wie bringt das praktisch einen Hilfesuchenden weiter?
Du hast offensichtlich sehr lange gebraucht und genau das möchte ich eigentlich aus eigener leidvoller sehr langer Erfahrung mit Orthopäden und Physiotherapeuten heraus andern ersparen.
Gruss
Klaus
Verfasst: Do, 08.03.2007 - 08:59
von virtuelle
Für die eigentliche Haltungskorrektur habe ich meiner Meinung nach nicht lange gebraucht. Meinen Rücken habe ich über mehr als 10 Jahre ruiniert und dann in nur gut 2 Jahren wieder funktionstüchtig gemacht (als Erwachsener).
Klar habe ich zuvor auch 2 Jahre gebraucht, bis es mir so schlecht ging, dass ich wirklich nur noch von einer Anlaufstelle zur nächsten gerannt bin und endlich jemanden gefunden habe, der mir geholfen hat.
Da ist dieses Forum sicher hilfreich, weil hier viele Erfahrungswerte zusammen kommen, es sind teilweise aber eben auch sehr einseitige Erfahrungen und Ratschläge und bringt man andere, hat man zum Teil schon den Eindruck, als würde man abgebügelt werden.
Aber auch wenn ich persönlich mit einigen Schroth-Ansätzen nicht so ganz übereinstimme, will ich hier keine Diskussion anfacheln, weil der Erfolg dieser Therapie auch nicht abgestritten werden kann. Mir war es nur wichtig, darauf hinzuweisen, dass man durchaus auch mit anderen Wegen als hier im Forum großteils verbreitet und angeraten, ans Ziel kommen kann.
Verfasst: Do, 08.03.2007 - 20:40
von J-Maria
Klaus hat geschrieben:J-Maria hat geschrieben:Es geht auch ohne Schroth
wie z. B. dem Beitrag zu entnehme ist:
viewtopic.php?t=3807
Also ehrlich gesagt, aus diesem Post kann ich nun wirklich nichts konkretes entnehmen!
Klaus, hast Du die Bilder überhaupt zum ansehen angeklickt?
Ich weiß, die Korrekturen sind unterschiedlich gut gelungen, aber einige davon beachtlich!
Vor allem bei den jüngeren Patienten sind gute bis sehr gute Korrekturen zu sehen,
auch der Körper teilweise um einiges schön ins Lot gebracht.

Verfasst: Do, 08.03.2007 - 22:10
von Klaus
Hallo J-Maria,
und sind diese Erfolge tatsächlich auf Methoden zurückzuführen, die noch nicht mal konkret beschrieben werden?
Ich bin ziemlich erstaunt darüber, dass man angesichts solcher sicherlich beeindruckenden Bilder offenbar jede kritische Betrachtung vergisst.
Für mich ist ein solches Ärzte-Verhalten unseriös, auch wenn es in der Ukraine so üblich sein sollte.
Selbst Christa Lehnert-Schroth bringt aus "Werbegründen"

extreme Beispiele in ihrem Buch, nur die Therapie ist konkret bekannt und viele sind sich darüber einig, dass dies seltene Ausnahmen in der Schroth Therapie sind.
Gruss
Klaus
Verfasst: Fr, 09.03.2007 - 11:48
von J-Maria
Virtuelle,
danke für deinen Bericht.
Damit machst Du denjenigen Mut, die auch „am Ende“ mit
seinen Therapien angelangt sind, und immer noch keine für sich geeignete gefunden haben
Verfasst: Fr, 09.03.2007 - 11:56
von J-Maria
Klaus hat geschrieben:Hallo J-Maria,
und sind diese Erfolge tatsächlich auf Methoden zurückzuführen, die noch nicht mal konkret beschrieben werden?
Ich bin ziemlich erstaunt darüber, dass man angesichts solcher sicherlich beeindruckenden Bilder offenbar jede kritische Betrachtung vergisst.
Für mich ist ein solches Ärzte-Verhalten unseriös, auch wenn es in der Ukraine so üblich sein sollte.
Selbst Christa Lehnert-Schroth bringt aus "Werbegründen"

extreme Beispiele in ihrem Buch, nur die Therapie ist konkret bekannt und viele sind sich darüber einig, dass dies seltene Ausnahmen in der Schroth Therapie sind.
Wer heilt, hat Recht. (?)
Ich halte die Vorher/Nachher-Bilder für sensationell, vorausgesetzt sie sind echt und diesen Eindruck habe ich.
Wirklich schade, dass man nicht mehr über diese Methode erfahren kann.
Als Laie halte ich es schon für möglich und vorstellbar, dass mit Behandlung die an der Muskulatur (Manuelle Therapie, Massage, Osteopathie oder wie auch immer es heißen mag) ansetzt, diese Erfolge machbar sind.
Interessant zu wissen wäre es, ob die erreichte Korrektur auch langfristig haltbar ist, gibt Nebenwirkungen, ist es ungefährlich (ich kann mir nur ungefähr vorstellen welche „brutalen“ Kräfte nötig sind, um solche Veränderungen zu ermöglichen) und bei allen Skoliosen einsetzbar?
Eins steht fest, es handelt sich hier nicht um Krankengymnastik (wie z. B. Schroth), sondern um Behandlungen, die an den Patienten vollzogen werden.
Schroth wäre hier als Ergänzung sinnvoll.
Ich werde versuchen, dort über Muttersprachler, etwas mehr herauszufinden …
Hoffnungsloses Unterfangen? Wird man mehr erzählen wollen?
Man kann's versuchen