Novotergum - KG

Ärzte, Therapieformen, Physiotherapeuten, ...
Marlen
Newbie
Newbie
Beiträge: 11
Registriert: Mi, 07.12.2005 - 22:22
Wohnort: NRW

Novotergum - KG

Beitrag von Marlen »

Hallöle... Ich war am Montag bei Dr. Colemont... Er hat mir KG an Geräten, Fango und Schuheinlagen (Damit meine Beine gleichlang werden) verschrieben. Außerdem muss ich in 3 Monaten wieder hin... Mit meiner KG soll ich zu Novotergum gehen. Kennt das Therapiezentrum jemand? Hat jemand Erfahrungen? Was wird dort wie gemacht?
Ich habe am 23.12. einen Termin dort. Dort wird erstmal ein "Eingangstest?" gemacht und anschließend besprochen, wie meine Therapie aussehen wird... :rolleyes:
Vielen lieben Dank für Antworten...
LG Marlen
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15219
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Hallo Marlen,

keine Rede von Schroth KG?
Keine Rede von Schroth-REHA?

Keine Rede von Skoliose/Kyphose? :)

Gruss
Klaus
ginagrappa
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 81
Registriert: Mo, 02.05.2005 - 16:03

Beitrag von ginagrappa »

hallo marlen,

mich hat dr. colemont auch an novotergum verwiesen.
mir hat es nicht zugesagt. es handelt sich nicht um ein skoliose spezifisches training.....eher ganz leichtes muskelaufbautraining.
einen skoliosepatienten dort hinzuschicken halte ich für relativ sinnlos.
ähnlich wie kieser........

gruß gina
ginagrappa
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 81
Registriert: Mo, 02.05.2005 - 16:03

Beitrag von ginagrappa »

ich habe bei novotergum übrigens mal nach schroth gefragt.
man kannte schroth dort, aber sie würden davon nichts halten, die übungen wären viel zu einseitig und man wäre anschließend steif wie ein brett und das wäre nicht gut.......
das war zumindest die einschlägige meinung bei novotergum in duisburg.
ich habe mein rezept dort noch zu ende gemacht und bin nicht mehr hingegangen.......

gruß gina
Benutzeravatar
Silas
Profi
Profi
Beiträge: 3067
Registriert: Sa, 06.11.2004 - 23:34
Geschlecht: weiblich
Therapie: Rahmouni Korsett
Schroth KG

Beitrag von Silas »

Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob man Dr. Colemont als Skoliose-Spezialisten einordnen darf.

Ich war zwar noch nie bei ihm, vertraue aber den Berichten von Bekannten.

Außer Überweisungen zur Chirurgie habe ich noch nichts Sinnvolles von ihm gehört.

Korsetts scheint er auch in sehr eindeutigen Fällen nicht zu verordnen, genauso wenig weisst er auf die Möglichkeiten einer Schroth-Reha oder spezieller ambulanter Schroth-KG hin.

Fazit: Wer gut beraten sein will, muss den weiten Weg nach Leonberg zu Dr. Hoffmann in Kauf nehmen.

Viele Grüße
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
Benutzeravatar
seemannskiste
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 198
Registriert: Mo, 14.02.2005 - 20:02
Geschlecht: männlich
Wohnort: kassel

Beitrag von seemannskiste »

diese deppen aus duisburg waren wohl noch nie in sobernheim,
also ich hab mich abends alles andere als steif gefühlt... fit bin ich seit dem fit wie ein junges rehlein... kann wieder 4 stockwerke zwei treppen auf einmal nehmen ohne oben tod zu sein.

lg dave
Umwege im Leben erweitern die Ortskenntnis.
Marlen
Newbie
Newbie
Beiträge: 11
Registriert: Mi, 07.12.2005 - 22:22
Wohnort: NRW

Beitrag von Marlen »

:rolleyes: :/ Na toll.... :confused: :nixweiss:

@Klaus Doch von Skoliose ist die Rede... Allerdings noch nicht ganz so schlimm wie bei einigen hier... :rolleyes: Das steht auch bei Diagnose auf der Verordnung....
Außerdem hab ich ein schiefes Becken und ein Hohlkreuz..... :|
Hab wie gesagt diese Verordnung von Krankengymnastik (KG an Geräten und Wärmetherapie) und Einlagen, damit meine Beine wieder gleichlang sind verschrieben bekomen. Und ich soll in 3 Monaten wieder hin... :rolleyes:

Jetzt weiß ich gar nicht mehr was Sache ist... ;( ;( ;(


Edith: Außerdem wollten die mich dort mit so einem komischen Gerät (weiß nicht mehr wie man das nennt) vermessen. Sah ein wenig aus wie 3D.... Ich hätte das selbst bezahlen müssen (56 €) Aber der Computer hat bei 4 Versuchen immer was anderes angezeigt oder so.. Auf jedenfall hat es halt nicht geklappt und ich musste auch nix bezahlen... :/
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15219
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Silas hat geschrieben:Fazit: Wer gut beraten sein will, muss den weiten Weg nach Leonberg zu Dr. Hoffmann in Kauf nehmen.
Hallo Marlen,

ich denke, das ist die einzige und beste Möglichkeit für Dich!

Alles andere ist Zeitverschwendung!

Steht denn wenigstens ein Winkel in der Diagnose?

Werde mal bei Dr. Colemont in der Sammlung Essen entsprechende Anmerkung machen.

Gruss
Klaus
Marlen
Newbie
Newbie
Beiträge: 11
Registriert: Mi, 07.12.2005 - 22:22
Wohnort: NRW

Beitrag von Marlen »

Klaus hat geschrieben:
Steht denn wenigstens ein Winkel in der Diagnose?

Werde mal bei Dr. Colemont in der Sammlung Essen entsprechende Anmerkung machen.

Gruss
Klaus

:nein: :rolleyes: Er wollte ja das mit der anderen Vermessung machen, was nicht funktioniert hat.... Daran wollte er dann alles ausrechnen... :nixweiss:
Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 15219
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Beitrag von Klaus »

Marlen hat geschrieben:Er wollte ja das mit der anderen Vermessung machen, was nicht funktioniert hat.... Daran wollte er dann alles ausrechnen...
Also eine Winkelbestimmung muss man an der Röntgenaufnahme machen können, ohne eine zusätzliche 3D Formetric Aufnahme machen zu müssen.

Deshalb unbedingt zu Dr. Hoffmann.

Gruss
Klaus
Informant

Beitrag von Informant »

Ich war am Montag bei Dr. Colemont... Er hat mir KG an Geräten, Fango und Schuheinlagen (Damit meine Beine gleichlang werden) verschrieben. Außerdem muss ich in 3 Monaten wieder hin... Mit meiner KG soll ich zu Novotergum geh[/quote]


Kein Wunder! Schließlich sitzt der "gute" Mann auch bei Novotergum im Aufsichtsrat, wie man auf deren Internetseite nachlesen kann.
Marlen
Newbie
Newbie
Beiträge: 11
Registriert: Mi, 07.12.2005 - 22:22
Wohnort: NRW

Beitrag von Marlen »

Klaus hat geschrieben:
Also eine Winkelbestimmung muss man an der Röntgenaufnahme machen können, ohne eine zusätzliche 3D Formetric Aufnahme machen zu müssen.

Deshalb unbedingt zu Dr. Hoffmann.

Gruss
Klaus
Ich glaube jetzt lacht jeder der das folgende liest.... :eek:


Ich hatte ja mein Röntgenbild mit, was eine Woche vorher gemacht wurde... Da wusste Dr. Colemont nicht, was rechts und was links ist und ich sollte doch bitte noch einmal zu der Radiologischen Praxis gehen und das draufschreiben lassen.... Wenn ich so drüber nachdenke, hätte mir da schon auffallen können, das ich nicht in den besten Händen gelandet bin. Aber was soll ich sagen???? Ich hatte und habe keine Ahnung von Skoliose und auch sonst so auf der medizinischen Seite nicht... Darum gibt es auch Ärzte, bei denen man (leider) glaubt in guten Händen zu sein... :rolleyes: :( Ich wurde gerade eines besseren belehrt... ;(
Benutzeravatar
Toni
Profi
Profi
Beiträge: 4388
Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
Geschlecht: männlich
Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup
Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen!
Wohnort: Allgäu

Beitrag von Toni »

Die Feststellung des Winkel- und Rotationsgrades einer Skoliose kann man an einer rechts- oder links rum hängenden Röntgenaufnahme machen. Ein Blick auf den Rücken des Patienten genügt sogar einem Laien wie mir, um festzustellen, ob die thorakale Skoliose rechts- oder linkskovex ist. "oben" rechtskonvex.

Ich denke, daß es an der Zeit ist Dr. Colemont aus der Liste der skoliosekompetenten Ärzte zu streichen und ihn aus dem Beirat des Bundesverbandes Skoliose zu entfernen.
Das ist sehr schwache Leistung was der Mann da bringt!
Dr. Hoffmann braucht (auch ohne die ihm von mir geschenkte elektronische Winkelmess-Wasserwaage) 30 Sekunden um einen Cobb-Winkel genau auszumessen. Wie rum das Röbi gehängt werden muss, könnte sogar ein Blinder mit einem Griff auf den Rücken des Patienten tasten!

Es ist zum kotzen, aber es scheinen alle sinnvollen Wege nur nach Leonberg zu führen.....
Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
Marlen
Newbie
Newbie
Beiträge: 11
Registriert: Mi, 07.12.2005 - 22:22
Wohnort: NRW

Beitrag von Marlen »

Ich weiß gar nix mehr.... ;(

Er sagte auf jedenfall, dass es noch nicht sooo schlimm ist. Aber wie ich hier gelesen habe, verschlimmert sich das ja evtl. im zunehmenden Alter. Also muss ich doch was dagegen tun und kann das nicht einfach so auf mir beruhen lassen, oder!?... Mal ganz abgesehen von meinen täglichen Rückenschmerzen beim stehen, sitzen und überhaupt....... :/

Was mach ich denn jetzt? Am 23. hab ich den Termin bei Novotergum... Wenn ich mir einen termin in Leonberg holen würde, was sag ich dem Doc dann? Das ich bereits bei einem anderen Orthopäden war, der leider medizinisch nix bringt???? Und wenn in Leonberg auch nur gesagt wird, das ist noch nicht so schlimm.... Was mach ich überhaupt mit den Einlagen, die ich verschrieben bekommen habe? Da zahl ich dann zu und dann krieg ich irgendwann doch wieder andere, weil diese falsch waren???? Fragen über Fragen und eine kleine Marlen mittendrin die überhaupt nicht mehr weiß, was sie tun, lassen und denken soll..... Und dabei dachte ich immer, das Ärzte für die Gesundheit ihrer Patienten da sind und sie nicht im Stich lassen oder irgendwas als Lapalie herabtun... :rolleyes: :( ;(
Benutzeravatar
Toni
Profi
Profi
Beiträge: 4388
Registriert: Sa, 20.04.2002 - 19:07
Geschlecht: männlich
Diagnose: M. Scheuermann Kyphose (urspr. 68°)
M. Baastrup
Therapie: 1 Boston B.O.B.
1 Milwaukee
2 Rahmouni´s
1 TüKO
Und SCHROTHen bis bis die Sprossenwand qualmt und sich die Spiegel krümmen!
Wohnort: Allgäu

Beitrag von Toni »

Hallo liebe kleine Marleen
Alles halb so schlimm, Ab Neujahr beginnt auch ein neues Quartal.
Es ist ein weiter Weg, aber wenn Du eine sorgfältige Diagnose und eine wirksame Therapie willst, dann MUSST Du offensichtlich nach Leonberg. Eine "grobe, laienhafte Schätzung" kannst Du auch von mir bekommen, wenn ich ein Digitalbild deiner Röntgenaufnahme irgendwie zum sehen bekomme.
Dann könnte ich Dir sagen, ob es Deine Wirbelsäule verdient unter allen Umständen nach Leonberg geschafft zu werden......
Das Ziel muss es sein SCHROTH zu lernen. Das was die Novotergum-Leute über Schroth gesagt haben, disqualifiziert diese Typen VÖLLIG!
Dami haben sie nur ihre offensichtliche Inkompetenz bei WS-Deformationen bewiesen.

Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
Marlen
Newbie
Newbie
Beiträge: 11
Registriert: Mi, 07.12.2005 - 22:22
Wohnort: NRW

Beitrag von Marlen »

Toni hat geschrieben:Eine "grobe, laienhafte Schätzung" kannst Du auch von mir bekommen, wenn ich ein Digitalbild deiner Röntgenaufnahme irgendwie zum sehen bekomme.
Dann könnte ich Dir sagen, ob es Deine Wirbelsäule verdient unter allen Umständen nach Leonberg geschafft zu werden......
Das Ziel muss es sein SCHROTH zu lernen. Das was die Novotergum-

Gruß Toni
Ich hab ja noch nichtmal ein Röntgenbild, sondern ein Bild auf DIN A4 gedruckt von einer Radiologischen Praxis... :rolleyes:

Und eine Digitalkamera hab ich auch nicht geschweige denn einen Scanner... :nein: Krieg also das Bild nicht hier rein.... :nixweiss:
W.Beermann
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 64
Registriert: Di, 10.01.2006 - 16:26
Wohnort: Bochum

Beitrag von W.Beermann »

Anbei mal ein paaf Fakten zu NOVOTERGUM und Skoliose-Patienten.

Unsere Therapie haben wir bei 48 Skoliosepatienten (31 Frauen, 17 Männer) erfolgreich durchführen können.

Dabei ergaben sich deutliche Verbesserungen in der Funktion der Wirbelsäule und den subjektiven Befragungswerten.
Im LWS/BWS-Bereich stieg die maximale Kraft im Schnitt um ca. 30 %.
Die Beweglichkeit stieg um durchschnittlich 15° in allen Ebenen und die Ausdauerleistungsfähigkeit der LWS-BWS-Extensoren um ca. 56 %.

Die Skoliosepatienten gaben im Bereich der LWS/BWS vor der Therapie eine Schmerzregelmäßigkeit von mehr als 7,5 auf einer Skala von 1-10
(= mehrmals täglich) an.
Die Schmerzintensität im LWS-/BWS-Bereich betrug durchschnittlich 7,3 auf einer Skala von 1-10 (schwer) vor unserer Therapie.

Im Laufe der Therapie wurden 19 von 48 Skoliosepatienten beschwerdefrei.

Die Schmerzregelmäßigkeit bei den weiterhin beschwerdehaften Patienten sank auf 3,5 (= jeden 2.-3. Tag). Die Schmerzintensität reduzierte sich auf 3,6 (= leicht).


Die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten wurde zu Beginn mittel beurteilt (3,3) und stieg auf gut (2,4) (Skala 1= sehr gut bis 5 = sehr schlecht).
Im Bereich des Wohlbefindens lag der Eingangswert bei 3,1 (mittel) und verbesserte sich auf 2,2 (gut) (Skala s.o.)

Der Alltag der Patienten war bezüglich des Rückens mittelmäßig beschwerdehaft (36,2 von 55 Punkten) und verbesserte sich auf durchschnittlich geringfügige Probleme (46,5) bei den weiterhin beschwerdehaften Patienten (27 von 48 ). 19 von 48 Patienten hatten keinerlei Alltagsbeschwerden mehr.

Die Patienten hatten im Durchschnitt mehr als 12 Wochen täglich Rückenbeschwerden in den letzten 3 Monaten bevor sie zu uns kamen.
In dem Zeitraum unserer Therapie (3 Monate) sanken die Tage mit Rückenschmerzen auf durchschnittlich ein Viertel (27 von 91Tagen) bei den weiterhin beschwerdehaften Skoliosepatienten (29 von 48 Patienten).

Die Anzahl der Arztbesuche sank von 5,3 vor der Therapie auf 1,8 in den 3 Monaten unserer Therapie.

Die Zahl der AU-Tage reduzierten sich von 4,7 AU-Tage vor der Therapie auf 0,3 AU-Tage während der letzen 3 Wochen unserer Therapie. Die Tage im Krankenhaus vor und während unserer Therapie waren äußerst gering.

Die Medikamenteneinnahme sank von 0,9 auf 0,32.

Im Rahmen der Qualitätsbefragung während der Kontrollanalyse erreichten wir maximal 95 % bezüglich der Weiterempfehlung unserer Therapie und bezüglich der guten Betreuung durch unsere Therapeuten 96 %. Die Zustimmung der Angemessenheit der Kosten lag mit 81 % am geringsten.

Nach den Fakten hoffe ich auf Rückmeldungen!!

W. Beermann (Leiter der Therapie)
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

Hallo Herr Beermann,

willkommen im Forum. Immer schön wenn sich auch Professionelle hier einfinden. :)

Witzigerweise scheint das Forum hier ein beliebter Anlaufpunkt für ihr Klientel zu sein. Die 4. häufigste Suchphrase, mit denen Leute auf unsere Seiten gelangen, lautet "Novotergum": http://flashcounter.com/stat.php?name=s ... t&g=wo#suc

Folgendes zu ihren Ausführungen:

Skoliose-Therapie ist nicht mit Schmerzbehandlung gleichzusetzen. Eine Skoliose-Behandlung ist in erster Linie eine gezielte Begradigung der Krümmung und kann als Folge dessen auch positiv auf Rückenschmerzen wirken. Schmerzbehandlung ist jedoch nicht die oberste Zielsetzung. Eine Skoliose ist auch nicht zwangsläufig mit Schmerzen oder eingeschränkter Gesamt-Beweglichkeit verbunden.

Wenn sich ein Skoliose-Patient wohler fühlt, ist das kein Garant dafür, daß auch die Skoliose besser geworden ist. Noch nicht mal dafür, daß sie nicht schlechter geworden ist. Wenn mobilisiert wird, insbesondere in alle Richtungen, dann bedeutet das ein größeres Risiko einer Verschlechterung. Ein nicht (Schroth) geschulter Skoliose-Patient merkt es meist nicht, wenn sich seine Skoliose verschlechtert, weil für ihn die skoliotische Haltung die Alltagshaltung ist, die bequemste Haltung, die Haltung in der er am entspanntesten ist. Eine Skoliose-Verschlechterung muss auch nicht mit einer Zunahme der Schmerzen einhergehen und die Schmerzen eines Skoliosepatienten müssen auch nicht zwangsläufig von der Skoliose kommen. Viele Nicht-Skoliotiker sind schließlich auch von Rückenschmerzen betroffen, aus vielerlei Gründen die nicht "Skoliose" heißen. Selbstverständlich treten diese genauso auch bei Skoliotikern auf, ganz unabhängig von ihrer WS-Verkrümmung.

[equote="Information von Ihrer Webseite:"]Unsere Philosophie und Therapie: Durch Bewegung Heilen

Basis der NOVOTERGUM Behandlung ist die Diagnose des Arztes. Darüber hinaus wird im Rahmen einer so genannten diagnostischen Eingangsanalyse (90 – 120 Min.) durch ein intensives Gespräch und computergestützte Messungen der Weg zur Bekämpfung des Rückenschmerzes festgelegt.

Die Ergebnisse dieser Analyse dienen einerseits dazu, das individuelle Therapieprogramm zu erstellen. Andererseits liefern sie uns Vergleichsdaten für die Kontrollanalyse (90 – 120 Min.), mit der wir den Behandlungserfolg überprüfen und dokumentieren.

Die beiden Analysen und die eigentliche Therapie bilden zusammen unser wirkungsvolles Behandlungskonzept Spinetic.

Auf der Grundlage der ärztlichen Diagnose und der Eingangsanalyse erstellt der Physiotherapeut Ihr individuelles Therapieprogramm. Dieses umfasst idealerweise 18 bis 24 Behandlungseinheiten (mindestens 60 Min.), die ein- bis zweimal wöchentlich durchgeführt werden.

Die individuelle Therapie kann aus bis zu fünf verschiedenen Phasen bestehen:

Aufwärmprogramm
Gezielte Muskel-Dehnübungen
Gerätegestützte krankengymnastische Behandlung mit anschließenden Entlastungsübungen
Abwärmprogramm
Entspannungsphase inklusive Wärmetherapie[/equote]
Problem was ich sehe: Das klingt alles sehr wie http://www.fpz.de.

Trainingsplan computergestützt erstellt, Mobilisation in alle Richtung UND das schlimmste, Erfolgskontrolle anhand der Mobilitäts Steigerung.
Solch einen Plan kann man bei Skoliose-Patienten in der Pfeife rauchen und dafür sollten sie auch eigentlich nichts bezahlen müssen, weil damit nichts anzufangen ist. Dabei kommen zwangsläufig Übungen mit reinkommen, durch die sie Ihre Skoliose verschlechtern.

Ich persönlich kenne nur ein FPZ-Trainingsstudio, und ich hätte dort gerne trainiert, zumal es auch von der Krankenkasse finanziert wurde. Dummerweise waren die Finanzierungsbedingungen genau an diesen Standard der Mobilitätssteigerung geknüpft; mit Zwischen- und Endkontrolle.
Der Trainingsleiter des FPZ-Studios hat mir von diesem Konzept in einem Informations-Gespräch dann abgeraten, weil sie an dieses Trainingssystem gebunden sind.

Man könnte natürlich an diesen Geräten, die in diesen Fitnesstudios stehen, auch ein skoliosegerechtes Training durchführen, nur der Plan dafür kommt eben aus keinem Computer sondern muss individuell von einem Therapeuten erstellt werden unter Vermeidung von Mobilisation, das heißt KEINE DREHUNGEN und KEINE SEITNEIGUNGEN, weil genau dies zu Progredienz führt. Und dies gilt für egal in welche Richtung gedreht oder geneigt werden soll, auch wenn dies nur in eine Richtung sein soll.
Grund hierfür ist, daß die skoliotische Wirbelsäule mehrere Bögen beschreibt und sich in jedem Bogen auch noch in die entgegengesetzte Richtung dreht. Keine drehende oder neigende Bewegung kann von einem Skoliotiker so durchgeführt werden, daß sie ausschließlich korrigierend wirkt. Die Bewegung wird immer hauptsächlich durch eine Verstärkung der Krümmung herbeigeführt, eben durch die Bewegung, die für die Skoliotische WS am einfachsten ist. Selbst mit Schroth ist dies vom Patienten nicht bewußt steuerbar, weil zu kompliziert, und das einzige Gerät was diese Ausweichbewegungen verhindern kann ist ein Korsett, was diese Bewegungen auch nicht zulassen kann.

Skoliotiker dürfen nur symmetrisch arbeiten, niemals drehend oder seitneigend und nur ziehend, niemals drückend. Solange man dies beherzigt, und dabei am besten noch Schroth-Korrekturen oder vereinfacht Haltungsschulung einbaut, kann das eine prima Sache sein.
Ein weiteres Grundprinzip nach dem man auch gehen kann: Bei jeder Übung muss sich die Rumpflänge vergrößern (Indiz dafür, daß alle Bögen gleichzeitig korrigiert werden und keiner auf Kosten der Verstärkung eines anderen. der Oberkörper darf niemals kleiner werden, wie das bei Oberkörperdrehungen und Seitneigungen der Fall ist.

Nur nach dem Schema-F welches auf die Patienten mit gerader Wirbelsäule angewendet wird, funktioniert es bei Skoliotikern leider nicht.

Im übrigen gibt FPZ sogar offiziell an, bei Skoliosen ab eines gewissen Ausmaßes (keine Mini-Skoliöschen, die verkraften dieses Training ohne weiteres) KONTRAINDIZIERT zu sein. Ich schätze, daß dies dann ebenso für ihr Spinetec-Prinzip gilt solange eben auf Computerunterstützung bestanden wird.

Nichtsdestotrotz, in Bezug auf Skoliose-Therapie kommt es auf den Therapeuten an, was er aus dem Plan macht und wie flexibel er bei der Anpassung dessen ist UND dass er dabei zwangsläufig diese oberste Maxime des Prinzips der Mobilisation komplett über Bord schmeißen muss.

Stabilisierung in Korrektur, nicht beweglich machen, sonst verursacht man hierdurch Progredienz, und die ist nicht nur im Jugendlichenalter gegeben sondern auch im Erwachsenenalter und im vortgeschritteneren Alter wieder verstärkt nach den Wechseljahren.

BZebra

p.s.: Tipp: Gelbes Buch in unseren Buchempfehlungen. Dort sind viele Beispiele drin, wie man es nicht macht.
W.Beermann
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 64
Registriert: Di, 10.01.2006 - 16:26
Wohnort: Bochum

Beitrag von W.Beermann »

Hallo,
bei unseren Skoliosepatienten handelt es sich ausschließlich um Patienten, bei denen die Diagnose Skoliose ausdrücklich beschwerderelevant war.
Angesichts von über 7000 therapierten Patienten ist deswegen die Anzahl von 48 Patienten sehr gering. Diese Patienten hatten wegen der Diagnose Skoliose chronische Schmerzen, teilweise über viele Jahre.

Da die Orthopäden vor Ort unsere Therapie sehr schätzen und sie selber interessiert, in wie fern der Beschwerdeverlauf sich auf die Skoliose auswirkt, gibt es in den hauptzuweisenden Praxen zu Beginn und zum Ende der Therapie eine "3-D-Wirbelsäulenvermessung".

Nach der Kontrollanalyse hat sich die Wirbelsäule nach den Erfahrungen der Orthopäden in ihrer Statik so verändert, dass "der Patient durchschnittlich in der Therapie 1 cm länger wurde". Dieses konnte in diesen 3-D-Wirbelsäulenvermessungen ermittelt werden.

NOVOTERGUM ist eine physiotherapeutische Praxis mit der Zulassung aller Krankenkassen. Wir kennen zwar das FPZ-Konzept unterscheiden uns aber in der Therapie in allen wesentlichen Punkten.

Das ein Skoliosepatient nicht in die Lateralflexion oder Rotation therapiert werden dürfte ist nur in sofern richtig, dass er sich nicht "endgradig" in diesen Ebenen bewegen sollte. Jede alltägliche Bewegung ist dreidimensional.

Anerkanntes Wissen ist, dass eine nicht zum Ende durchgeführte Bewegung trotzdem die Beweglichkeit steigert. Deswegen ist das Ergebnis unserer Therapie derart, dass sich die Beweglichkeit gesteigert hat ohne endgradige Bewegungen in der Therapie.

Ich denke, dass du unsere Therapie erst dann beurteilen kannst, wenn du sie tatsächlich kennst.
Unsere Internetseite ist an die Menschen gerichtet, die so chronifiziert sind, dass nur noch ein Multidiziplinäres Therapieprogramm helfen kann.
Da diese Anzahl der chronischen Rückenschmerzpatienten wächst, konnten wir in NRW sehr erfolgreich neue Praxen gründen.

MfG W. Beermann
Benutzeravatar
BZebra
Profi
Profi
Beiträge: 4915
Registriert: Mo, 20.05.2002 - 15:06

Beitrag von BZebra »

W.Beermann hat geschrieben:NOVOTERGUM ist eine physiotherapeutische Praxis mit der Zulassung aller Krankenkassen. Wir kennen zwar das FPZ-Konzept unterscheiden uns aber in der Therapie in allen wesentlichen Punkten.

Das ein Skoliosepatient nicht in die Lateralflexion oder Rotation therapiert werden dürfte ist nur in sofern richtig, dass er sich nicht "endgradig" in diesen Ebenen bewegen sollte. Jede alltägliche Bewegung ist dreidimensional.

Anerkanntes Wissen ist, dass eine nicht zum Ende durchgeführte Bewegung trotzdem die Beweglichkeit steigert. Deswegen ist das Ergebnis unserer Therapie derart, dass sich die Beweglichkeit gesteigert hat ohne endgradige Bewegungen in der Therapie.
Hier kann ich mich nur wiederholen. Das gilt nicht bei Skoliose, hier ist dies falsch. Anerkanntes Wissen höchstens bei Leuten, die nichts von Skoliose-Behandlung verstehen, und damit uninteressant für uns.
Papier ist geduldig, man muss da schon das richtige auswählen!

Die dreidimensionalen Bewegungen des Alltags sind ebensowenig der Skoliose zuträglich. Das ist mit ein Grund, warum sie auch im Erwachsenenalter ab einer gewissen Stärke progredient bleiben.
Bei Skoliose kann man nicht einfach die normalerweise gültigen Regeln anwenden. Sie ist eben eine Abweichung von der Norm und schlicht und einfach, was die Anatomie angeht, suboptimal.

Wenn also schon die einseitigen Bewegungen des Alltags diesen Effekt haben, braucht man nichts anderes von Trainings-Bewegungen erwarten, die genau das selbe tun.

Was ihre Unterschiede zu FPZ angeht, so MÜSSEN sie sich genau in diesem Punkt der Mobilisation unterscheiden. Das ist der Grund, warum FPZ bei potentiell progredienten Skoliosen kontraindiziert ist, sonst gilt selbes auch für ihr System.

Sehr positiv allerdings und auch ein guter Anhaltspunkt und Erfolgsparameter ist die Körpergröße und eine Oberflächenvermessung des Rückens und auch wesentlich sinnvoller als die Feststellung der Mobilität.

Zugewinne der Körpergröße haben sie allerdings mit Sicherheit nicht durch Mobilisation sondern eher TROTZ Mobilisation erreicht.

Eine beweglich gemachte skoliotische Wirbelsäule (von im Erwachsenenalter über 30 Grad) ist schlecht für die weitere Prognose.
Siehe auch http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=1854 .
W.Beermann hat geschrieben:Ich denke, dass du unsere Therapie erst dann beurteilen kannst, wenn du sie tatsächlich kennst.
W.Beermann hat geschrieben:Nach den Fakten hoffe ich auf Rückmeldungen!!
Sie wollten die Rückmeldung!
W.Beermann hat geschrieben:Unsere Internetseite ist an die Menschen gerichtet, die so chronifiziert sind, dass nur noch ein Multidiziplinäres Therapieprogramm helfen kann.
Da diese Anzahl der chronischen Rückenschmerzpatienten wächst, konnten wir in NRW sehr erfolgreich neue Praxen gründen.
Wenn sie speziell von Schmerzpatienten sprechen und sie durch ihr Programm eine für diese Patienten zufriedenstellende Schmerzreduktion erreichen, dann hat dies sicherlich seine Berechtigung. Hier kann man dann vielleicht auch die negativen Effekte der Mobilisation als ein unvermeidliches Übel im Kauf nehmen. In Bezug auf die Krümmung ist es jedoch nicht als positiv anzusehen und kann bezüglich dieses Aspekts nur als Minupunkt gelten.

Und wie oben schon geschrieben. Schmerztherapie ist nicht gleich Skoliose-Behandlung. Der Begriff Skoliose beschreibt lediglich die Verkrümmung. Skoliose-Behandlung bedeutet Reduktion der Krümmung bzw. aufhalten oder verlangsamen einer Verschlechterung.

Gruß,
BZebra
Antworten