Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Ärzte, Therapieformen, Physiotherapeuten, ...
Antworten
Benutzeravatar
LucaNRW
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 165
Registriert: Di, 12.09.2017 - 13:06
Geschlecht: männlich
Diagnose: Kyphose 76*, Beckenschiefstand, Beinlängendifferenz
Therapie: KG und Korsett mit Halsteil
Wohnort: Neuss

Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Beitrag von LucaNRW » Mo, 12.02.2018 - 12:31

Hallo zusammen,

ich hoffe, dass der Beitrag in der richtigen Rubik ist. Falls nicht kann er gerne von einem der Admins verschoben werden.
Ich komme gerade vomKieferorthopäden und es hat sich folgende Situation ergeben.

Also von vorne..........
Meine Physiotherapeutin hat neben der Schrothausblidung auch eine Ausbildung in CMD.
CMD nennt sich craniomandibuläre Dysfunktion und beschreibt das Zusammenspiel von Oberkiefer zu Unterkiefer.

Als ich Ihr immer wieder von meinen starken HWS Beschweden erzählt habe und auch berichtet habe, dass mein Halsteil nun geändert werden soll hatte Sie noch eine Idee.
Sie hat hat meinen Kiefer bzw Gelenke abgetastet und gefragt ob ich hin und wieder ein lauteres knackgeräusch im Kiefer spüre.
Dies konnte ich bestätigen und Sie hatte den Verdacht, dass der Discus (eine Art Knorpelscheibe) im Kiefer vor den Gelenkspalt rutscht.
Soweit die Beschreibung.
Daraufhin machte ich mir einen Termin bei einem Kieferorthopäden und erzählte vom Verdacht der Physiotherapeutin.
Der Kieferorthopäde machte eine Röntgenaufnahme, und konnte aber ausser einem etwas engen Gelenkspalt nichts auffälliges finden.
Ich bekam eine Überweisung für ein MRT der Kiefergelenke.

Heute Morgen hatte ich dann die Besprechung des MRT bei meinem Kieferorthopäden.
Der Verdacht der Physiotherapeutin hat sich dann bestätigt und es kam folgende Erklärung.

Bei weiterem öffnen des Mundest z.B. ins Brötchen beissen, rutscht der sogenannte Discus vor die Kiefergelenke. Beim Schließen des Mundes rutsch dieser Discus dann nicht zurück in seinen Ursprung, sondern bleibt vor den Gelenken liegen.
Wenn dann später der Mund erneut weit geöffnet wird, rutsch der Discus wieder zwischen den Gelenkspalt.
Dieses verursacht dann das laute Knacken welchen man hört und auch deutlich spürt.

In der Zeit in der dieser Discus vor den Gelenken sozusagen fest hängt ist das Zusammenspiel zwischen ober und Unterkiefer völligst aus dem Gleichgewicht.
Das wiederum kann sich arg auf die HWS auswirken und enorme Probleme verursachen.

Hinzu kommt, dass mein Kiefer eine sogenannte Angle Klasse II hat, was nicht mehr heißt, ausser das er etwas zuweit hinten liegt.

Er rät mir dringend zu einer festen Zahnspange in Verbindung mit einem sogenannten Herbstscharnier.
Ein Herbstschanier besteht aus zwei ich nenne es mal eine Art Stoßdämpfer und verhindert je nach Einstellung das zu weite Öffnen des Mundes.
Beim schließen des Mundes schieben diese Stoßdämpfer den Unterkiefer zwanghaft nach vorne und sorgen so dafür, dass der Discus wieder an seine richtige Position rutscht.

Alle Berichte die ich bisher im Internet finden konnte bestätigen zwar die Aussage des Kieferorthopäden, aber dennoch würde ich gerne wissen ob Jemand eventuell damit Erfahrung gesammelt hat.

Zum einen möchte ich nicht unbedingt noch mal eine Zahnspange als Erwachsener, und zum anderen kostet die Sache eine Menge Geld, da es als Erwachsener keine Kassenleistung ist.

Der Kieferorthopäde macht einen aüßerst kometenten Eindruck und hat sogar erwähnt dass Skoliosen und Kyphosen durch Kieferfehlstellungen verstärkt und sogar verursacht werden können.

Aber da wir über eine Menge Geld reden. ca. 5000 - 6000 Euro schätzt er, würde ich sehr sehr gerne wissen ob sich Jemand hier damit vielleicht schon Kontakt oder sogar Erfolg hatte.

Liebe Grüße Luca
!!! Der Weg ist das Ziel !!!

Benutzeravatar
Lego66
Profi
Profi
Beiträge: 1040
Registriert: Sa, 16.11.2013 - 18:55
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Atypischer, thorakolumbaler Scheuermann
Flachrücken, weitg. fixiert
BS-Vorfälle HWS u. LWS
Osteochondrose
Retrolysthese
multiple Blockaden
Therapie: MT, KG, Osteo.
1.Korsett 5/12, Rahmouni
2.Kors. 8/13, Rahmouni
3.Kors. 12/14, mit Halsteil
4.Kors. 3/16, 2-Schaliges Rahmouni mit Halsteil

Re: Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Beitrag von Lego66 » Di, 15.05.2018 - 17:05

Hallo Luca,

ich bin sehr skeptisch, ob du damit den richtigen Weg einschlägst. Zahnspange plus Korsett mit Halsteil... na wenn da mal nicht ein Hilfsmittel gegen das andere arbeitet. :/ Da würde ich mir auf jeden Fall noch eine zweite Meinung zu einholen.

Vielleicht zeigen die Aufnahmen auch nur das Ergebnis oder die Nebenwirkung des Halsteils, nämlich dass der Unterkiefer tendenziell durch die starke Einfassung des Kiefers zurück geschoben wird. Meine Osteopathin und meine MT behandeln das ständig mit, genau wie die HWS und die Schädelknochen.

LG, Gaby

Benutzeravatar
LucaNRW
aktives Mitglied
aktives Mitglied
Beiträge: 165
Registriert: Di, 12.09.2017 - 13:06
Geschlecht: männlich
Diagnose: Kyphose 76*, Beckenschiefstand, Beinlängendifferenz
Therapie: KG und Korsett mit Halsteil
Wohnort: Neuss

Re: Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Beitrag von LucaNRW » Di, 15.05.2018 - 17:16

Also, eine zweite Meinung habe ich mir geholt.
Der zu weit zurückliegende Unterkiefer ist eine Sache die über Jahre entsteht.

Der Zweite ist allerdings der Meinung, dass ein Herbstscharnier nur bedingt im erwachsenen Alter helfen würde, da das Wachstum abgeschlossen ist.
Den Zusammenbiss der Zähne zueinander lasse ich trotzdem beheben.

Die Sache mit den Herbstschanieren ist aber erst mal vom Tisch.
!!! Der Weg ist das Ziel !!!

Phil81
Newbie
Newbie
Beiträge: 27
Registriert: So, 03.04.2016 - 22:04
Geschlecht: männlich
Diagnose: Morbus Bechterew, Trichterbrust, Bandscheibenprolaps, Spreizfuß beidseitig
Leichte Skoliose, 14° n. Cobb lumbal, SW L3 links konvex
Therapie: Physiotherapie, Sensomotorische Einlagen und bei Bedarf Einnahme von Schmerzmitteln (aktuell Ibuprofen 600)
Seit 04/2019 aufrichtendes und stabilisierendes Chenaeu Schmerzkorsett
Wohnort: Großraum Düsseldorf

Re: Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Beitrag von Phil81 » Fr, 25.01.2019 - 09:51

Hallo Luca,

ich bin gerade durch Zufall auf deinen Post gestoßen, auch wenn er schon etwas älter ist.
Wie ist denn der aktuelle Stand bzgl. der kieferorthopädischen Behandlung?
Aber da wir über eine Menge Geld reden. ca. 5000 - 6000 Euro schätzt er, würde ich sehr sehr gerne wissen ob sich Jemand hier damit vielleicht schon Kontakt oder sogar Erfolg hatte.
Ich habe mich als Erwachsener auch dazu entschieden mich behandeln zu lassen. Eben auch, weil ich starke Probleme mit der HWS hatte. Ich hatte ständig sehr starke Schmerzen inkl. Bewegungseinschränkung und ebenfalls ein Knacken im Kiefergelenk. Es hat ziemlich lange gebraucht, bis ich irgendwann auf die Idee gebracht wurde damit zum Kieferorthopäden zu gehen. Es wurden diverse Fehlstellungen der Kiefer und der Verzahnung festgestellt und das Ergebnis lautete 2 Jahre feste Zahnspange. Da war ich natürlich erst einmal geschockt, habe es aber schlussendlich durchgezogen.
Wenn es dich interessiert, kann ich dir meinen Behandlungsplan gern per PN schicken.
Der Zweite ist allerdings der Meinung, dass ein Herbstscharnier nur bedingt im erwachsenen Alter helfen würde, da das Wachstum abgeschlossen ist.
Den Zusammenbiss der Zähne zueinander lasse ich trotzdem beheben.
Ein Herbstscharnier direkt war bei mir kein Thema, ich habe aber einen Flex Developer (der kleine Bruder des Herbstscharniers) bekommen. Da ich mir aber ständig die Wange eingeklemmt habe und es auch nicht verbessert werden konnte, habe ich ihn mir noch am selben Tag wieder entfernen lassen. Das Ding war echt kein Spaß. Ich wurde dann mit einem etwas altertümlichen Headgear behandelt und später auch mit Gummis die zwischen den Kiefern gespannt wurden.

Ergebnis ist, dass nach kurzer Behandlungszeit schon deutliche Verbesserungen zu spüren waren und inzwischen die Schmerzen komplett weg sind. Natürlich ist eine solche Behandlung nicht ganz ohne, es bedeutet Schmerzen, wund gescheuerte Wangen und Lippen, sehr intensive Zahnpflege, regelmäßige Termine beim Kieferorthopäden etc.. Bzgl. des Aussehens muss jeder selber wissen, ob er selbstbewusst genug ist mit normalen Brackets rumzulaufen oder eine der teuren und weniger auffälligeren Varianten wählt. Es gibt viele Möglichkeiten.
Meine Behandlung kostet übrigens auch so ca. 5.000-6.000 €, habe aber glücklicherweise eine Zusatzversicherung, die 80% der Kosten übernimmt.
Allerdings wird eine Behandlung nie komplett enden, da man nach der festen Spange noch mit Retainern behandelt wird, entweder in Form eines festen Drahtes hinter den Frontzähnen, mit einer Schiene oder einer losen Spange. Teils auch in Kombination. Ansonsten ist die Gefahr sehr groß, dass sich neue Fehlstellungen entwickeln.

Ich kann aber jedem nur raten, bei dem es nötig ist, sich auch als Erwachsener vor einer Behandlung nicht zu scheuen. Im Endeffekt ist eine Zahnspange ja nichts anderes als ein Korsett für die Zähne und den Kiefer. Und über den Nutzen eines Korsetts herrscht hier wohl größtenteils eine einheitlich positive Meinung.

Übrigens ist Herr Odak bei meinem Termin bei diesem Thema sehr hellhörig geworden. Spricht also wohl auch dafür, dass Kiefer und Zähne definitiv auch Auswirkungen auf die Wirbelsäule haben.

Wenn jemand Fragen hat, jederzeit gern. Ich habe inzwischen eine kleines "kieferorthopädisches Studium" hinter mir. ;D

Lieben Gruß
Phil

hello
Newbie
Newbie
Beiträge: 2
Registriert: Do, 18.04.2019 - 11:09
Geschlecht: weiblich

Re: Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Beitrag von hello » Do, 18.04.2019 - 11:19

Hallo Phil,

bist du noch da? Ich würde mich sehr gerne über Kieferorthopädie austauschen, da ich wohl demnächst anfangen möchte, meine durch Zahnfehlstellung verursachte Skoliose anzugehen.

Oder an alle: gibt es hier eine Liste von Kieferorthopäden, die mit Skoliose arbeiten?
Dr. Hoffmann hatte mal eine Kollaboration mit einem Kieferorthopäden in Leonberg. Ich war mal unverbindlich bei ihm vor Jahren und er wollte mich behandeln. Leider, leider hatte ich damals kein Geld und es war noch nicht so schlimm wie heute und so habe ich es aufgeschoben. Ich weiss auch nicht mehr wer dieser Kieferorthopäde war. Wenn jemand das weiss oder andere gute Kieferorthopäden mit entsprechenden Kenntnissen kennt, bitte teilen!

Tausend Dank im Voraus und liebe Gruesse,
Laura

Benutzeravatar
Klaus
Moderator/in
Moderator/in
Beiträge: 13688
Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
Geschlecht: männlich
Wohnort: Hannover

Re: Zusammenspiel HWS und Kiefergelenke Erfahrung???

Beitrag von Klaus » Do, 18.04.2019 - 13:23

Hallo Laura,
Ich würde mich sehr gerne über Kieferorthopädie austauschen, da ich wohl demnächst anfangen möchte, meine durch Zahnfehlstellung verursachte Skoliose anzugehen.
Da Du auch einen eigenen Thread zu dem Thema aufgemacht hast, möchte ich Dich und alle anderen bitten, dort über Deine Situation zu diskutieren:
viewtopic.php?f=6&t=32478
Sonst wird das unübersichtlich.

Gruß
Klaus

Antworten