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BeitragVerfasst: Sa, 27.05.2017 - 21:24 
Vielschreiber
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Registriert: Fr, 16.04.2010 - 16:40
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Geschlecht: männlich
Hallo,

ich habe neulich das Buch "Skoliose - Aufrecht durch Bewegung: Die besten Übungen aus Spiraldynamik" von Christian Larsen und Karin Rosmann-Reif gelesen und überlege sogar, einen Intensivkurz in Zürich zu besuchen.

Mir geht es um folgendes:
Bei der rechtskonvexen Thorakalskoliose (wie ich sie habe) ist der Brustkorb, wenn von oben auf den Patien geschaut wird, beim Korrigieren gegen den Uhrzeigersinn und das Becken im Uhrzeigersinn zu drehen. Letzteres ergänzt sich auch mit dem Schroth'schen Leitsatz "das Bein der Paketseite zuerst einschlagen".
Kürzlich bin ich jedoch auf dieses Video gestoßen: https://www.youtube.com/watch?v=1FSJR67K4YE&t=0s
Dieser Mann zeigt auf, dass eine Drehung im Becken eine entgegengesetzte Drehung in der Lendenwirbelsäule hervorruft. Insofern müsste doch das Becken bei der thorakalen Skoliose eigentlich gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden?!

Tatsächlich bemerke ich diesen zusätzlichen Block auch in der Halswirbelsäule. Ich kann meinen Hals gegen den Uhrzeigersinn mit weniger Kraftaufwendung drehen als im Uhrzeigersinn. Im Brustkorb verhält es sich genau umgekehrt.


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BeitragVerfasst: So, 28.05.2017 - 09:19 
treues Mitglied
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Diagnose: Skoliose, 4BH li,
bei Gradzahlen große Messabweichungen,
ca. th. 28°, lu. 35°
LL (L4/L5)
Therapie: Korsett als Jugendliche, damals auch allg. KG; jetzt Schroth und Spiraldynamik;
Reha: Aug/Sep 2011 in Bad Sobernheim, Mai/Jun 2016 in Bad Salzungen
Korsett: 2011-2014 Sanomed
seit 2015 CCtec
Hallo Robinho,

das Video und Spiraldynamik gehen unterschiedlich heran:

Der Mann im Video geht davon aus, dass bei der Drehbewegung des Beckens beim Gehen nur L5 mitschwingt und darüber L4 gerade bleibt. Bei seiner Übung wird - nach meinem Verständnis - nicht die Lendenwirbelsäule entdreht, sondern das Becken in die gleiche Richtung (also in deinem Beispiel gegen den Uhrzeigersinn) gedreht, damit L4 und L5 wieder gerade übereinander stehen (oder zumindest in einem besseren Winkel). Damit soll die Rotation im Verhältnis zum Becken entdreht werden - nach meinem Verständnis passiert aber im Verhältnis zur BWS nichts.

Die Spiraldynamik geht davon aus, dass die Lendenwirbelsäule beim Gehen mitschwingt. Würde man also das Becken (in deinem Fall mit dem Uhrzeigersinn) entdrehen, würde die LWS sich auch in diese Richtung entdrehen.

Was davon richtig ist, kann ich dir leider nicht sagen. Meines Wissens gehen sowohl Dr. Wilke als auch Herr Nahr ebenso wie die Spiraldynamik davon aus, dass sich die Bewegung des Beckens nach oben fortsetzt. Ich habe mal Spiraldynamik ausprobiert und fand diesen Effekt sehr gering - bei mir kam in der LWS nicht viel an, was auch daran liegen mag, dass ich recht starke Verspannungen und Blockaden im Beckenbereich/unteren Rücken hab und die Bewegungen da nicht so frei sind.

Schroth ist noch mal anders: Bei Schroth wird das Becken in eine gerade Position gebracht (vom Grundansatz wie Spiraldynamik, aber nicht in eine Überkorrektur) und dann an der Lendenwirbelsäule selbst mit der Korrektur angesetzt. Ich persönlich finde das bei mir am effektivsten, aber das kann ja auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.

Zu der HWS: Ja, das ist ein eigener Block. Deshalb wird ja in den Rehakliniken beispielsweise der Spiegel auch immer auf die eine Seite gestellt (bei dir müsste es rechts sein), damit du auch da etwas Entdrehung hast. Da achten aber nicht alle Therapeuten drauf.

Viele Grüße,
mick


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BeitragVerfasst: Mo, 29.05.2017 - 22:47 
Vielschreiber
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Registriert: Fr, 16.04.2010 - 16:40
Beiträge: 852
Geschlecht: männlich
Vielen Dank für deine schlüssige Erklärung.

Tja, die Frage, was richtig ist oder nicht, zieht sich leider durch etliche Bereiche im Leben. Grundsätzlich finde ich aber die Theorie von Standbein<->Spielbein sehr nachvollziehbar.


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BeitragVerfasst: Di, 30.05.2017 - 02:50 
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Diagnose: vor OP: thoralumbale juvenile /adoleszente Skoliose, ca. 55°
Therapie: OP: 1997 mit 13 Jahren Versteifung Th3 - L5 / Hessing-Klinik Augsburg; kaum Restgrade
Hallo mick,
mick hat geschrieben:
Was davon richtig ist, kann ich dir leider nicht sagen. Meines Wissens gehen sowohl Dr. Wilke als auch Herr Nahr ebenso wie die Spiraldynamik davon aus, dass sich die Bewegung des Beckens nach oben fortsetzt.

bei einer langstreckigen Versteifung - somit eine Bewegung oberhalb des Beckens nicht mehr möglich - merkt man das recht deutlich:
Bei mir etwa, Versteifung bis L5, ist die Bewegung des Beckens ("Hüftschwung") so gering, dass durch Kleidung gar nichts davon zu sehen ist. Unbekleidet sieht man davon etwas im Millimeter(!)bereich. Einen "femininen Hüftschwung" könnte ich auch mit Mühe nicht erzeugen.
(Gehen ist problemlos möglich, sieht nur etwas steifer aus, Rennen wird stark erschwert, da nichts rotieren und schwingen kann.)

Viele Grüße
Raven

_________________
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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