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Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Di, 29.01.2013 - 16:22
von chico
Hallo,

da ihr mir hier so super Tips gegeben habt (unter viewtopic.php?f=6&t=27687&p=1065224), möchte ich mich nun revanchieren mit einem Bericht, wie es bei Dr. Wilke in der Klinik in Harlaching (München) war. Dr. Wilke ist seit kurzem einmal im Monat hier. Ich hatte zuerst (habe immer noch ein bisschen) Befuerchtungen, wie das wohl ist, wenn der Arzt nur einmal im Monat da ist. Wird man dann doch zu "irgendwem" abgeschoben, weil er ja nur sehr wenig Zeit hat? Das wird sich mit der Zeit herausstellen.

Ich habe mich erst im Internet informiert, wie es dort mit Parkplätzen aussieht. Auf der Website steht "Es sind reichlich Parkplätze vorhanden." Prima, dachte ich, und nahm das Auto. Fehler! Die halbe Stunde Zeitpuffer wurde mir nichts dir nichts mit vergeblicher Parkplatzsuche aufgefressen. Drei Minuten nach dem vereinbarten Termin reichte es mir, ich stellte das Auto ins Halteverbot und rannte mit meiner Tochter nach drin. Zu unserer Überraschung wurden wir, trotz massenhaft anderer Leute aussenrum, vom Chef der Abteilung mit Namen angesprochen. Natürlich hat das damit zu tun, dass wir zu spät waren, trotzdem war ich sehr positiv überrascht. Wir wurden sehr freundlich empfangen, ich ließ meine verwirrte Tochter an der Anmeldung zurück (Zieh eine Nummer und sag, dass du einen Termin bei Dr. Wilke hast) und rannte wieder zum Auto, um weiter einen Parkplatz zu suchen. Schließlich fand ich doch noch was, gar nicht allzu weit entfernt, aber nächstes Mal nehm ich die U-Bahn!

Sobald ich da war, durften wir auch schon rein. Da befanden sich fünf Leute im Raum, sicher etwas stressig für meine Tochter. Dr. Wilke, Dr. Rösch (die dortige Orthopädin), ein Kollege von ihr, ihr Techniker und Herr Nahr, Frau Rösch stellte alle vor. Die letzteren wurden nur mit "unsere Techniker" vorgestellt, was für mich klar war, aber meine Tochter fragte sich, warum da jetzt noch zwei Handwerker im Raum rumstehen müssen! ;-)) Dr. Wilke ist jung und sehr freundlich und sympathisch. Da es keinerlei Platz zum Umziehen gab, fand ich es bei diesem Auflauf an Leuten in einem sehr kleinen Raum (so viel Zuwendung sind wir als Kassenpatienten nicht gewohnt!) für meine Tochter sehr angenehm, dass sie nur ihren Pulli ausziehen musste und Hose und Shirt anbehalten durfte.

Dann legte Dr. Wilke los. Hat der Mann ein Sprechtempo! Hier in Süddeutschland sind wir glaub ich etwas langsamer :D Hier das Knie, da die Hüfte, dort die Schulter, da das Bein. Wahnsinn. Man merkt, dass er einen sehr geschulten Blick für das alles hat. Nur merken konnte ich mir den Roman nicht, den er erzählte. Aber ich fand es echt überzeugend und auch sehr gut erklärt. Dann wurden wir zum Röntgen geschickt, und danach durften wir gleich wieder rein und das Bild wurde besprochen. Die schlechte Nachricht: Es ist, wie ich befürchtet habe: Skoliose, ein Korsett ist nötig. Die gute Nachricht: Nur ein kurzes Korsett, da die Wirbelsäule oben gerade ist, nur 1,5 Jahre tragen, nur 16-18 Stunden am Tag (nicht 24). Und: Ich hatte Schlimmeres befürchtet, auch was die Ausprägung betrifft. Denn die erste Aussage war ganz klar: Es ist nicht so schlimm, dass irgendwann eine OP nötig werden wird. 24 Grad. Mir sagt das nichts, aber nach den Bildern bei Wiki und wie es für mich als Laie aussah, hätte ich auf mind. 40 Grad getippt.

Das einzige, was ich etwas seltsam fand: Anfangs hat Dr. Wilke mit meiner Tochter noch so gesprochen, dass sie natürlich selbst drüber entscheidet, ob sie das Korsett will. Schließlich lief es aber dann doch drauf raus, dass wir einfach in die Werkstatt zum Ausmessen geschickt wurden. Das ist nicht schlimm, da ich auf dem Weg zum Röntgen mit meiner Tochter schon gesprochen habe, und sie bereits zugestimmt hatte. Ich erwähne es nur.
Ich kann auch nur sagen: Insgesamt fand ich die Art, wie Dr. Wilke mit meiner Tochter umging, sehr angenehm. Man merkt, dass er täglich mit Mädchen diesen Alters (sie ist 16) zu tun hat: Er sprach weniger vom gesundheitlichen Aspekt als viel mehr von der Optik, vor allem zeigte er, wie durch die Haltung der Bauch vorsteht, und das hat sie glaub ich am meisten überzeugt! Denn meine Tochter ist gertenschlank, sprach aber trotzdem ab und zu vom Abnehmen - keineswegs, weil sie magersüchtig wäre (sie ißt sehr gern), sondern weil sie der trotz schlanker Figur vorstehende Bauch stört. Nun weiß sie, woran es liegt, und das ist glaub ich für sie der überzeugendste Punkt.

Insgesamt war die Atmosphäre sehr freundlich und ich fand auch, dass sich alle ausreichend Zeit genommen haben. Das Ganze lief zwar flott und effektiv ab, aber es gab trotzdem genug Möglichkeiten, Fragen zu stellen, ohne dass ich - wie sonst so oft beim Arzt - das Gefühl gehabt hätte, unter Zeitdruck zu stehen. Im Gegenteil, meine Tochter (die recht still war) wurde von Dr. Wilke immer wieder aufgefordert, alle Fragen zu stellen.

Als er davon sprach, dass Fotos gemacht werden müssten, sagte meine Tochter, sie will keine Fotos. Und anstatt einfach zu insistieren, dass das aber nunmal sein muss, reagierte Dr. Wilke sehr freundlich, dass man das Gesicht auf Wunsch schwärzen kann, man ohnehin nur den Rücken auf den Fotos sieht, und dass die Fotos auch nirgendwo vorgezeigt oder veröffentlicht werden. Das hat mir gut gefallen. Ein wenig gestört hat mich dann nur, dass wir in der Werkstatt entgegen der Aussage von Dr. Wilke Hr. Nahr nicht gesehen haben. Statt dessen wurde die Ausmessung von irgendwem vorgenommen. Dafür kreuzte der Abteilungschef dort wieder auf (also wie gesagt: als Kassenpatienten ist für mich sowas echt überraschend) und erkundigte sich.

Was ich leider verpatzt habe: Dr. Wilke nach Bad Sobernheim zu fragen. Das hab ich vergessen. Ich fragte dann den Chef (dessen Namen ich vergessen habe), und der sagte, dass sie das nicht so unterstützen, weil es leider oft vorkäme, dass dann in Bad Sobernheim das vorhandene Korsett schlecht gemacht wird, und dass das natürlich für die Patienten sehr verwirrend und ungünstig ist. Nun finde ich es sehr schade, dass deswegen der ganze Aufenthalt nicht unterstützt wird. Ich stelle mir vor, dass das schon einen wichtigen Schub gibt, was Schroth betrifft.
Dr. Wilke sagte uns lediglich, wir sollten uns dann einen Schroth-Therapeuten suchen und noch jemanden, der Spiraldynamik macht und sich mit Skoliose auskennt, und versorgte uns mit (Internet)Adressen.

Nun wird das Korsett bei der KK beantragt, und dann bekommen wir einen Termin, bei dem meine Tochter dort 3 Tage stationär bleiben soll. Sinn der Sache ist, dass Probleme und Umgang mit dem Korsett so gleich zu Anfang in den ersten Tagen geklärt werden können. Das erscheint mir sehr sinnvoll.

Ich bin gespannt, wie sich das alles auf Dauer entwickelt. Im Moment hatte ich das Gefühl, man bekommt noch eine Menge Aufmerksamkeit, weil es hier noch so neu ist. Auf Dauer wird wohl die Sprechstunde sehr voll werden, v.a. durch dieses Forum hier... und es wird schwierig werden, einen Termin zu bekommen. So stelle ich mir das zumindest vor, bei nur einem einzigen Tag im Monat.

So, nun hoffe ich, ich habe mich für eure Hilfe ein bisschen revanchieren können.

Liebe Grüße,
chico

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Di, 29.01.2013 - 20:21
von Klaus
Hallo chico,

sehr schöner Bericht. Ich denke auch, dass das noch eine Besonderheit ist und der Focus auf die entsprechenden Patienten gerichtet ist.
Was mir besonders aufgefallen ist:
Nun finde ich es sehr schade, dass deswegen der ganze Aufenthalt nicht unterstützt wird.
Heißt das etwa, dass die dort keine REHA in Bad Sobernheim unterstützen ??

Gruß
Klaus

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Di, 29.01.2013 - 20:56
von bluecat
Hallo chico,

danke für deinen guten Bericht! Es war schön einen ersten Erfahrungsbericht von der neuen Sprechstunde zu lesen.
chico hat geschrieben:Was ich leider verpatzt habe: Dr. Wilke nach Bad Sobernheim zu fragen. Das hab ich vergessen. Ich fragte dann den Chef (dessen Namen ich vergessen habe), und der sagte, dass sie das nicht so unterstützen, weil es leider oft vorkäme, dass dann in Bad Sobernheim das vorhandene Korsett schlecht gemacht wird, und dass das natürlich für die Patienten sehr verwirrend und ungünstig ist. Nun finde ich es sehr schade, dass deswegen der ganze Aufenthalt nicht unterstützt wird. Ich stelle mir vor, dass das schon einen wichtigen Schub gibt, was Schroth betrifft.
Dr. Wilke sagte uns lediglich, wir sollten uns dann einen Schroth-Therapeuten suchen und noch jemanden, der Spiraldynamik macht und sich mit Skoliose auskennt, und versorgte uns mit (Internet)Adressen.
Ich habe jetzt schon öfter gehört, dass Korsetts in Sobernheim (die vorher gut korrigiert haben) für nicht so gut bezeichnet wurden.
Zum einen liegt das an Erfahrungswerten der Ärzte in Sobernheim aber auch an der Einstellung der Ärzte, wann er eine Korsetttherapie für gut befinden.
Rahmouni Korsetts werden aus eigener Erfahrung nicht gerne dort gesehen, da sie sehr "brutal" sein können. Sie korrigieren klasse, aber haben mächtig Dampf und erzeugen gerne mal sehr unschöne Druckstellen.

Wenn deine Tochter ein Korsett von Nahr (also Cctec) bekommt, würde ich mir da aber keine so großen Gedanken machen.
Denn Cctec hat seinen Sitz in der Klinik in Sobernheim :)
Das ist sogar sehr gut! Du und auch deine Tochter solltet nur darauf achten, dass verordnete Anpassungen während der Reha auch von cctec erfolgen und nicht von Sanomed. Das kann leider vorkommen. DIe beiden Firmen haben komplett unterschiedliche Philosophien der Korsetttherapie.

Die Schroth KG erlernt man am aller besten während der Reha. Daher wäre mein Rat, trotzdem in Reha zu gehen.

Ein kurzes Korsett ist doch super! Ich habe auch ein kurzes von cctec. Das lässt sich nach der Eingewöhnung wirklich gut tragen und ertragen :D Deine Tochter hat damit noch mal mehr Bewegungsfreiheit als mit einem langen Korsett. Und LWS Krümmungen lassen sich i.d.R. gut korrigieren.

Alles Gute für die Korsetttehrapie!

Gruß
bluecat

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Do, 14.03.2013 - 23:25
von chico
Hallo und sorry für meine späte Reaktion, ich habe gar nicht mitbekommen, dass Antworten kamen.
Ich möchte nochmal auf die Reha eingehen, und wie es weiterging.
Unser Termin ist nun 6 Wochen her, und eben erst bekam ich von der DAK ein Schreiben, dass vom Arzt noch Info fehlen würde. Es ärgert mich sehr, dass sich das so hinzieht. Denn erst jetzt wird diese Info an den medizinischen Dienst weiter geleitet. Da nützt doch all das Ausmessen nichts, wenn man erst Monate später das Korsett bekommt...
Zu Bad Sobernheim nochmal:
Von Dr. Wilke selber habe ich keine Aussage dazu. Nur vom Chefarzt, der sagte, "wir unterstützen das nicht unbedingt, und Hr. Dr. Wilke auch nicht..." aus genannten Gründen. Er erwähnte übrigens auch, dass Dr. Wilke früher selbst in BaSo gearbeitet habe.
Wie auch immer, ich erhielt vor wenigen Tagen auch den Arztbericht von Frau Dr. Roesch. Und oh Wunder, da steht drin, dass ein Aufenthalt in Bad Sobernheim für gut befunden würde!
Nun habe ich sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Antrag dafür zu bekommen, denn aus schulischen Gründen muss ich sie Mitte Mai dorthin schicken. Von der Klinik aus kann der Antrag offenbar nicht gestellt werden, es muss ein niedergelassener Orthopäde machen. Von mir aus. Ich bin sehr spät dran, aber ich kann sehr hartnäckig sein :-) Diesmal werde ich nicht so geduldig abwarten. Und ein Rezept für ambulantes Schrothen hab ich jetzt auch. Wird doch.
@bluecat: Vielen Dank fuer deine Info bezueglich cctec. Wie soll ich bzw. meine Tochter das machen, darauf zu achten, dass Anpassungen von cctec erfolgen? Wäre ich selbst dort, hätte ich kein Problem damit, aber ich weiss nicht, was ich meiner Tochter sagen soll, worauf sie achten soll. Wenn sie das nicht so genau weiss, neigt sie nämlich dazu, einfach alles mitzumachen (sie hat sich z.B. schon geweigert, beim Röntgen darum zu bitten, ob es von hinten gemacht werden kann, was empfohlen wird, um die Strahlenbelastung zu verringern). Ich weiss schon, was sie sagt, wenn ich sage "Achte darauf, dass es cctec ist" - es ist ihr ein Horror, vor fremden Erwachsenen widersprechen zu müssen und ihre Interessen durchzusetzen (was sie zu Hause sehr gut kann! ;-))
Danke und liebe Grüße,
chico

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Fr, 15.03.2013 - 00:07
von Kaffeetrinker
Also Mitte Mai wolltest du sie in die Reha schicken?
Das wird nix, du kannst froh sein wenn du noch in den Sommerferien was bekommst, die sind ja schon Monate im Vorraus ausgebucht, ich würde da mal anrufen und nachfragen wie der aktuelle Stand ist.

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Fr, 15.03.2013 - 00:42
von chico
Hallo Kaffeetrinker, die Sommerferien kommen nicht in Frage, da wir schon vor einem Jahr eine lange Reise gebucht haben, und danach geht es schulisch einfach nicht mehr. Deshalb habe ich schon vorgestern in Sobernheim angerufen und nachgefragt, ob es wohl eine Chance auf Mai gibt. Denn dass das auf dem offiziellen Weg nicht gehen würde, war mir klar. Ich wurde aber ermutigt es zu versuchen, weil ganz einfach IMMER irgendwer aus irgendwelchen Gründen die Reha nicht antritt. Ein wenig Glück muss natürlich dabei sein, aber ich glaube fest daran, dass es klappt.

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Fr, 15.03.2013 - 14:28
von Kaffeetrinker
Ich hoffe es auch für dich/Euch aber ich würde mir keine großen Hoffnungen maschen, so wie das lese ist die Reha noch nicht mal genehmigt?

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Fr, 15.03.2013 - 15:19
von chico
Doch, ich mach mir große Hoffnungen :-) Wirst sehen, es klappt. Ich lass es euch wissen.

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Sa, 16.03.2013 - 11:04
von Klaus
Hallo chico,
Von Dr. Wilke selber habe ich keine Aussage dazu. Nur vom Chefarzt, der sagte, "wir unterstützen das nicht unbedingt, und Hr. Dr. Wilke auch nicht..." aus genannten Gründen. Er erwähnte übrigens auch, dass Dr. Wilke früher selbst in BaSo gearbeitet habe.
Wie auch immer, ich erhielt vor wenigen Tagen auch den Arztbericht von Frau Dr. Roesch. Und oh Wunder, da steht drin, dass ein Aufenthalt in Bad Sobernheim für gut befunden würde!
Das ist eigentlich die übliche Erfahrung in einer Klinik, wo man offensichtlich direkt im Gespräch auf eine REHA bestehen muss. Und es geht hier noch nicht mal um einen Erwachsenen!
Von der Klinik aus kann der Antrag offenbar nicht gestellt werden, es muss ein niedergelassener Orthopäde machen. Von mir aus.
Das ist ja leider auch üblich und hat schon oft dazu geführt, dass wir gleich einen niedergelassenen Spezialisten empfohlen haben.

Also für meine Begriffe ist da, gelinde gesagt, noch Optimierungsbedarf.

Gruß
Klaus

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Mi, 17.04.2013 - 13:16
von chico
Hallo, wie versprochen sende ich hiermit die Erfolgsmeldung. @Kaffeetrinker, mit Aussagen wie "Das wird nix" solltest du vielleicht ein bisschen zurückhaltender sein. Manch Anderer lässt sich vielleicht durch sowas entmutigen und versucht es gar nicht erst. Du kannst nicht von dir ausgehen, du bist ein Erwachsener. Bei Jugendlichen sieht die Sache anders aus. Wir haben jetzt die genehmigte Reha und den Platz in Bad Sobernheim ab Mitte Mai.
Ja, klar, wenn ich den üblichen Weg gegangen wäre (alles in Ruhe machen und abwarten) hätte es sicher nicht geklappt. Ich sehe das am Korsett. Termin bei Dr. Wilke war im Januar. Jetzt ist Mitte April und das Korsett ist immer noch nicht fertig. Soviel dazu!

Was die Reha betraf, wusste ich aber, dass ich einfach alle Hebel in Bewegung setzen muss. Offen gestanden, als ich das geschrieben habe, war die Reha noch nicht mal beantragt, geschweige denn genehmigt. Die Dame an der Hotline von der RV Bund hat mir sogar recht überheblich erzählt, es gäbe überhaupt keine Kliniken, die (quasi) nur eine einzige Krankheit behandeln, und ich solle mir mal ja nicht einbilden, dass die RV einen Aufenthalt in einer Klinik bezahlen würde, die nicht zu den RV Bund Kliniken gehört (wie es auf BaSo zutrifft). Außerdem würden SIE die Klinik raussuchen, so quasi was ich mir überhaupt einbilde. Usw usf. Ich habe mich nicht ins Bockshorn jagen lassen.
Ich hab so lang rumtelefoniert, bis ich einen Orthopäden fand, der noch am gleichen Tag meine Tochter anschaut und wo ich den Antrag am nächsten Tag bekomme. Ich hatte den Umschlag und das Begleitschreiben fertig, hab das Ding abgeholt und sofort eingeworfen. Ich habe bei BaSo angerufen und vorgefühlt. Ich habe wo ich nur konnte um schnelle Bearbeitung gebeten und die Problematik mit den Schulferien und der gymnasialen Oberstufe und die Notwendigkeit dargelegt.
Ich hätte das alles nicht gemacht, wenn es nicht so wichtig gewesen wäre. Ich mag nicht gerne drängeln. Aber manchmal muss es eben sein. Und ich bin allen Menschen dankbar, die mir dazu verholfen haben, nicht zuletzt den Verantwortlichen in der Klinik, die über die Termine entscheiden. Vielleicht hatte ich ja auch nur Glück und jemand hat abgesagt. Egal: Es hat geklappt!

Heute haben wir den Bescheid bekommen. Ich bin so froh! Jetzt habe ich endlich das Gefühl, dass meine Tochter eine gute Chance hat, ihren Rücken wieder ins Lot zu bekommen.
Es war alles nicht so einfach, aber ich bin sicher, es hat sich gelohnt.
Danke auch euch Helfern hier für alle Infos!

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Mi, 17.04.2013 - 14:46
von Kaffeetrinker
Da hast wahrscheinlich wirklich nur Glück gehabt, über den "längeren" Weg hätte das sooo nicht funktioniert, aber das weisst du ja selbst. Nicht jeder kann dermassen forsch nach vorne schreiten und hat hier und da noch Glück dazu ;)

Dann mal auf eine gute Reha :top:

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Mi, 17.04.2013 - 22:23
von sloopy
Hallo chico,

toll, dass es mit der Reha so schnell geklappt hat! Herzlichen Glückwunsch! :top:

Als nächsten Schritt würde ich an deiner Stelle jetzt CCtec kontaktieren (Tel Zentrale Berlin: 030/201693210) und bitten, die Korsetttanpassung während der Reha in Bad Sobernheim vorzunehmen. CCtec hat eine Filiale direkt in der Klinik, wenn das Korsett genehmigt ist, sollte das kein Problem sein und erspart euch einige Wege zu Hause. Außerdem kann deine Tochter die Zeit der Reha zur Eingewöhnung nutzen und hat bei Problemen oder Fragen immer einen Ansprechpartner in der Klinik.

LG, sloopy

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Mi, 17.04.2013 - 23:24
von chico
Hallo Sloopy,

vielen Dank für deinen Tipp. Tatsächlich habe ich das bereits vor ein paar Wochen gemacht, denn nachdem wir wussten, dass die Chance auf eine Reha besteht, war mir daran gelegen, den Schulausfall so weit es geht zu minimieren. Es war ja ein 3-Tage-Klinikaufenthalt geplant, der zur Korsettanpassung vorgesehen war. Ich habe bei der Klinik und bei Dr. Wilke angerufen, ob die Anpassung in BaSo statt finden kann, damit die Klinik weg fällt, und das wurde mir bereits zugesagt. So haben wir 3 Tage Schulausfall eingespart. Es ist aber eine gute Idee, das nochmal anzusprechen, denn ich hatte eh vor, bei CCtec nochmal anzurufen. Das mit dem Korsett dauert nun schon seeeeehr lange. Ich möchte sicher gehen, dass sie es wenigstens vor Mitte Mai bekommt...

Ganz lieben Dank,
chico

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Do, 18.04.2013 - 20:09
von Klaus
Hallo chico,

schön, dass es zum Teil geklappt hat.
Aber es spricht nun wirklich nicht für diese Versorgung in München.

Gruß
Klaus

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Do, 18.04.2013 - 22:43
von sloopy
Klaus hat geschrieben:Aber es spricht nun wirklich nicht für diese Versorgung in München.
Alles braucht seine Zeit und so eine neue Sprechstunde muss sich auch erstmal einspielen. Man sollte allen Beteiligten eine Chance geben. ;)

@chico: ich wünsche deiner Tochter eine superschöne und erfolgreiche Zeit in Sobernheim und eine problemlose, schnelle Eingewöhnung ins Korsett!

LG, sloopy

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Fr, 19.04.2013 - 09:45
von chico
Sloopy, danke für die guten Wünsche!
Klaus, was konkret meinst du damit? Die lange Dauer beim Korsett oder dass die Reha von dort nicht aktiv angeregt wurde?
Was das Korsett betrifft, hat wohl erstmal meine KK sich schon 6 Wochen Zeit gelassen, bis sie überhaupt die Rückfrage an den Arzt gestellt haben.
Was die Reha betrifft, kann man das schon kritisieren, wobei offenbar die Regularien schuld sind, dass der Antrag nicht von den Ärzten der Klinik ausgehen darf. Das führte dazu, dass ich nie wusste/weiss, welchen Arzt ich als Ansprechpartner angeben soll, insgesamt sind letztlich fünf beteiligt! Ideal ist das natürlich nicht. Aber natürlich hätten sie schon im Erstgespräch mich informieren und unterstützen können, was die Reha betrifft. Hier ist also Eigeninitiative gefragt.
Ich fände es auch angenehmer, einen einzigen Orthopäden zu haben, der mein Ansprechpartner ist und sich auskennt. Ich weiß im Moment auch gar nicht, wie es ärztlicherseits weiter geht, da ja ursprünglich geplant war, die Anpassung in der Klinik zu machen, sie nun aber in BaSo erfolgen soll. Gehen wir nun überhaupt nochmal zu Dr. Wilke? Zu welcher Gelegenheit? Das ist für mich grade noch recht unklar.
Insofern stimmt es schon, dass es nicht so recht ideal ist. Andererseits muss ich aber auch sagen, dass ich über die wohnortnahe Versorgung einfach froh bin. Denn wenn ich das wollte, könnte ich ja auch jederzeit mit meiner Tochter nach Berlin fahren.... bleibt uns ja unbenommen. Das ist mir aber einfach zu zeitaufwändig, da ich es ja zum Glück auch anders haben kann. Insofern nehme ich lieber die Nachteile der Versorgung an der Klinik in Kauf. Auch jetzt im Nachhinein, wo ich all das weiß, würde ich es wieder so machen. Gerade auch im Hinblick auf BaSo, wo ja offenbar die Rahmouni Korsetts (Stuttgart wäre unsere zweite Wahl gewesen) nicht gerade unterstützt werden, bin ich nun auch froh, bei CCtec gelandet zu sein. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
LG,
chico

Re: Erfahrungsbericht Dr. Wilke in München

Verfasst: Fr, 19.04.2013 - 10:39
von Klaus
Hallo chico,

wir reden hier ja von Dr. Wilke und demnach auch von einem Spezialisten. Bei diesen Spezialisten sind wir es ja gewohnt, dass dort "alles in einer Hand ist". Und das nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen.
Und das ist auch die beste Empfehlung, gerade für Newbies.

Hier ist aber eben nicht alles in einer Hand und man braucht einen "willigen" Orthopäden", viel eigene Kompetenz und Durchsetzungskraft. Da hier Dr. Wilke diagnostiziert und CCtec im Boot ist, kann man natürlich von besseren Vorraussetzungen sprechen, als in in den anderen Regionen, wo auch dieses "Baukastenprinzip" oft nicht weiterführt.
Unter diesen Bedingungen ist es natürlich mit der wohnortnahen Versorgung eine gute Möglichkeit.
sloopy hat geschrieben:Alles braucht seine Zeit und so eine neue Sprechstunde muss sich auch erstmal einspielen. Man sollte allen Beteiligten eine Chance geben. ;)
Trotzdem wird dort viel Eigeninitiative nötig sein.

Gruß
Klaus