Klaus hat geschrieben:socke hat geschrieben:Daher werden Hohlkreuz und Rundrücken immer Erkrankungen (oder von mir aus Fehlhaltungen) bleiben, über deren Krankheitswert mehr oder weniger nach Gutdünken der Ärzteschaft entschieden werden kann.
Warum willst Du denn die Einstellung der Ärzteschaft mit diesen Argumenten sozusagen entschuldigen?
Du hast doch selbst Hyperkyphose und hast doch sicherlich ein Interesse daran, dass sich die Versorgung endlich ändert oder nicht?
Du verstehst mich falsch glaube ich
Ich bin davon überzeugt dass Rundrücken und Hohlkreuz Krankheitswert haben (bin ja selber betroffen und merke, dass ich bei korrekter Haltung bzw. im Korsett absolut keine Rückenschmerzen habe), aber mit dem was ich schreibe versuche ich zu erklären warum die Ärzteschaft das scheinbar nicht so sieht/nicht so sehen will.
Es hat einfach etwas mit Ignoranz/Profitgier zu tun. Dass eine Skoliose Krankheitswert hat, lässt sich schwer abstreiten, da eine seitliche Verbiegung definitiv nicht normal ist. Daher dürfte es schwer sein, diesen behandlungsintensiven Patienten los zu werden. Bei der (Hyper-)Kyphose/Lordose sieht das anders aus, da sie
immer vorkommt, und sich eben nur in ihren Ausmaßen unterscheidet. Damit lässt es sich relativ leicht als "persönliche Note" oder sonstwas abtun, um den Patienten schnellstmöglich aus der Praxis zu befördern.
Jeder Arzt, der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, würde schnell verstehen, dass Hyperkyphose/-Lordose a) krankheitswert haben und b) behandelbar sind.
Für Fortbildung wird ein niedergelassener Arzt aber nicht bezahlt, und solange es genügend Patienten in der Praxis gibt wird er also wenig Interesse haben, sich fortzubilden. Dazu kommt die erhöhte Beratungs/Behandlungszeit für Hyperkyphotiker, die ebenfalls nicht vergütet und damit uninteressant wird.
Dazu kommt, dass viele Hyperkyphosen/Lordosen sehr lange, mitunter lebenslang, symptomfrei verlaufen, was die Ansicht, es sei keine Krankheit, noch unterfüttern kann. (Das gleiche gilt zwar auch für Skoliosen, aber siehe oben...)
Ja eben !
Und Deine seitliche Fehlstellung ist eben eine persönliche Laune der Natur, die längst nicht so schlimm zu bewerten ist, wie die frontale Fehlstellung ??
Nach Meinung der bisher besuchten Orthopäden habe ich eine leichte Skoliose, die alle Beschwerden erklärt und ansonsten eine völlig normale Körperhaltung. Dass das nicht stimmt, merke ich ja an der Schmerzfreiheit im
Hykerkyphose-Korsett, aber an der Einstellung der Ärzteschaft ändert das nichts. Ich habe "meinem" Orthopäden, der ca. die letzten 3 Jahre für meine Behandlung gesorgt hat, versucht, das Thema etwas näher zu bringen. Er hat nur den Kopf geschüttelt und gesagt, er werde mich nicht mehr behandeln und Rezepte gibt es jetzt auch nicht mehr. Dann hat er das Behandlungszimmer verlassen.
Hier gibt es jede Menge Hyperkyphose-User, die nicht nur optisch darunter leiden, sondern erhebliche Schmerzen haben.
Und die hätten sie möglicherweise nicht, wenn das frühzeitig wirklich ernst genommen wäre !
Ja, aber auf Grund dessen, was ich oben versucht habe zu erklären, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Hyperkyphose-Patienten erfordern Zeit und intensive Fortbildung. Da man bei 5facher Beratungszeit allerdings nicht 5mal die Versichertenkarte durchziehen kann, wird es bei nahezu allen Orthopäden weiterhin so laufen, dass man abgefertigt und rausgeschickt wird.
Dass es Ärzte wie Dr. Hoffmann gibt, die einfach mal an den Patienten denken und nicht an ihren nächsten Ski-Urlaub, ist einfach Glück und die absolute Ausnahme.
Ich rede hier nicht nur von eigenen Erfahrungen. Ich habe einige Bekannte im medizinischen Sektor, und was man da teilweise hört, lässt einen wirklich an der Menschheit zweifeln.
Allerliebste Grüße.